Das Wichtigste in Kürze
- Sonderausgaben für Altersvorsorge bis 27.566 EUR absetzbar
- Sparerpauschbetrag prüfen 1.000 EUR / 2.000 EUR (Paare)
- Rürup-Beiträge zu 100 % absetzbar
- Frist für alle Maßnahmen 31.12.2026
- Durchschnittliche Ersparnis bei konsequenter Nutzung 800 – 3.500 EUR
Warum du jetzt handeln musst
Jedes Jahr dasselbe Spiel: Am 31. Dezember ist Kassenschluss beim Finanzamt. Alle steuerlichen Vorteile, die du 2026 nicht genutzt hast, sind unwiderruflich verloren. Besonders bei der Altersvorsorge lohnt sich der Blick auf die Details. Denn viele Steuerzahler verschenken Jahr für Jahr mehrere hundert Euro — einfach weil sie die Fristen verpassen oder die Möglichkeiten nicht kennen.
Die gute Nachricht: Für die meisten Tipps brauchst du keine komplizierte Steuersoftware. Oft reicht ein Anruf bei deiner Bank, ein ausgefülltes Formular oder eine einmalige Zahlung vor Silvester. Lass uns die neun wichtigsten Hebel durchgehen.
Tipp 1: Rürup-Beiträge maximieren
Die Rürup-Rente (Basisrente) ist steuerlich einer der stärksten Hebel überhaupt. Seit 2023 sind Beiträge zu 100 Prozent als Sonderausgaben absetzbar. Der Höchstbetrag liegt 2026 bei 27.566 Euro für Alleinstehende und 55.132 Euro für Ehepaare. Wenn du noch Luft hast, lohnt sich eine Einmalzahlung vor dem 31. Dezember. Mehr dazu in unserem Ratgeber zur Rürup-Steuer.
Tipp 2: Betriebliche Altersvorsorge ausschöpfen
Die Entgeltumwandlung über die betriebliche Altersvorsorge (bAV) senkt dein Bruttoeinkommen und damit deine Steuer- und Sozialabgabenlast. 2026 kannst du bis zu 302 Euro monatlich (3.624 Euro jährlich) steuerfrei in eine Direktversicherung, Pensionskasse oder einen Pensionsfonds einzahlen. Prüfe bei deinem Arbeitgeber, ob du den Höchstbetrag schon ausnutzt.
Tipp 3: Sparerpauschbetrag prüfen
Der Sparerpauschbetrag liegt bei 1.000 Euro (Singles) bzw. 2.000 Euro (Ehepaare). Hast du deinen Freistellungsauftrag optimal auf deine Konten und Depots verteilt? Wenn nicht, zahlst du unnötig AbgeltungsteuerWas ist Abgeltungsteuer?Pauschale Steuer von 26,375% (inkl. Soli) auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Gilt für normale Depots, NICHT für das Altersvorsorgedepot in der Ansparphase.
Mehr erfahren →. Die Umstellung geht bei den meisten Banken innerhalb weniger Minuten online. Details findest du im Artikel Steuertipps Altersvorsorgedepot.
Tipp 4: Verlustverrechnung nutzen
Hast du 2026 Verluste mit Aktien oder ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →s realisiert? Diese lassen sich mit Gewinnen verrechnen und senken deine Steuerlast. Wichtig: Die Verlustverrechnung funktioniert nur innerhalb des gleichen Kalenderjahres, wenn du keinen Verlustvortrag bei der Bank hast. Überlege also, ob es sinnvoll ist, Positionen mit Verlust vor Jahresende zu verkaufen und sofort wieder zu kaufen (steuerlicher Verlusttopf).
| Steuertipp | Maximale Ersparnis (Singles) | Aufwand | Frist |
|---|---|---|---|
| Rürup maximieren | bis ca. 11.500 EUR | Mittel | 31.12.2026 |
| bAV ausschöpfen | bis ca. 1.500 EUR | Gering | 31.12.2026 |
| Sparerpauschbetrag | bis 263 EUR | Gering | 31.12.2026 |
| Verlustverrechnung | individuell | Mittel | 31.12.2026 |
| Werbungskosten bündeln | bis ca. 500 EUR | Gering | 31.12.2026 |
| Handwerkerleistungen | bis 1.200 EUR | Gering | 31.12.2026 |
| Spenden | individuell | Gering | 31.12.2026 |
| Krankheitskosten bündeln | individuell | Mittel | 31.12.2026 |
| Kirchensteuer-Erstattung prüfen | bis ca. 200 EUR | Gering | Steuererklärung |
Tipp 5: Werbungskosten vorziehen
Planst du eine Fortbildung, brauchst du neues Arbeitsequipment oder steht ein Fachliteratur-Kauf an? Wenn deine Werbungskosten über dem Pauschbetrag von 1.230 Euro liegen, lohnt es sich, Ausgaben noch ins Jahr 2026 zu ziehen. Jeder Euro über dem Pauschbetrag senkt dein zu versteuerndes Einkommen direkt.
Tipp 6: Handwerkerleistungen und haushaltsnahe Dienstleistungen
Bis zu 1.200 Euro Steuerersparnis bringen Handwerkerleistungen (20 Prozent von max. 6.000 Euro Arbeitskosten). Für haushaltsnahe Dienstleistungen wie Putzhilfe oder Gartenarbeit gibt es nochmal bis zu 4.000 Euro Steuerbonus. Wichtig: Nur Überweisungen zählen — Barzahlungen erkennt das Finanzamt nicht an.
Tipp 7: Spenden tätigen
Spenden an gemeinnützige Organisationen sind als Sonderausgaben absetzbar — bis zu 20 Prozent deiner Gesamteinkünfte. Gerade zum Jahresende sammeln viele Organisationen Spenden. Achte auf die korrekte Spendenbescheinigung. Bei Beträgen bis 300 Euro reicht der vereinfachte Nachweis (Kontoauszug).
Tipp 8: Krankheitskosten bündeln
Außergewöhnliche Belastungen wie Zahnarztkosten, Brillen oder Medikamente wirken sich nur steuerlich aus, wenn sie die zumutbare Belastungsgrenze überschreiten. Wenn du 2026 bereits hohe Krankheitskosten hattest, kann es sich lohnen, geplante Ausgaben (z. B. neue Brille) noch ins gleiche Jahr zu legen, um die Grenze zu knacken.
Tipp 9: Altersvorsorgedepot vorbereiten
Ab 2027 steht mit dem Altersvorsorgedepot eine völlig neue Möglichkeit der geförderten Altersvorsorge bereit. Zwar kannst du es erst ab dem 1. Januar 2027 eröffnen, aber die Vorbereitung beginnt jetzt. Prüfe deine bestehenden Riester-Verträge, vergleiche Anbieter und plane dein Budget für 2027. Alle Infos dazu findest du in unserem Ratgeber Rente und Steuern.
Fazit: Jetzt handeln, später profitieren
Die letzten Wochen des Jahres sind steuerlich die wertvollsten. Wer jetzt aktiv wird, kann problemlos mehrere hundert bis mehrere tausend Euro sparen. Besonders die Kombination aus Altersvorsorge-Beiträgen, optimiertem Freistellungsauftrag und clever geplanten Ausgaben macht den Unterschied. Und ab 2027 kommt mit dem Altersvorsorgedepot ein weiterer Baustein dazu, der deine Steuerplanung nochmal verändern wird. Laut dem Bundesfinanzministerium werden die steuerlichen Rahmenbedingungen ab 2027 nochmals angepasst.
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