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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Garantie-Varianten beim Altersvorsorgedepot im Vergleich
100 %
Aktienquote bei Variante Pur
~60 %
Aktienquote bei 80 % Garantie
~30 %
Aktienquote bei 100 % Garantie

Drei Garantie-Varianten vergleichen

Das Wichtigste in Kürze:
  • Variante Pur (ohne Garantie): 100 % Aktienquote, 6-8 % erwartete Rendite — ideal bei Laufzeiten über 20 Jahren
  • 80 % Garantie: Guter Kompromiss mit ca. 60 % Aktienquote und 4-6 % Rendite — passend ab 50 Jahren
  • 100 % Garantie: Voller Beitragserhalt, aber nur 2-4 % Rendite — nur bei kurzen Laufzeiten unter 10 Jahren sinnvoll
  • Der Renditeunterschied zwischen Pur und 100 % Garantie kann über 30 Jahre das Endkapital verdreifachen

Die drei Garantie-Stufen im Überblick

Das AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
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bietet drei Varianten, die sich grundlegend in der Risikostruktur unterscheiden. Alle Details zu den verschiedenen Modellen erklärt der Ratgeber Garantie-Varianten. Die Wahl hat enormen Einfluss auf dein Endkapital — und genau deshalb solltest du die Unterschiede verstehen, bevor du dich festlegst.

Variante Pur (ohne Garantie): Dein gesamter Beitrag fließt in Aktienfonds oder ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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-Portfolios — zum Beispiel einen breit gestreuten Index-ETF. Es gibt keine Beitragsgarantie. Das bedeutet: Theoretisch könntest du am Ende weniger herausbekommen als du eingezahlt hast. In der Praxis ist dieses Risiko bei Laufzeiten über 20 Jahren und breit gestreuten Aktienfonds historisch nie eingetreten. Die erwartete Rendite liegt bei 6 bis 8 Prozent pro Jahr.

Variante 80 % Garantie: Der Anbieter garantiert, dass du mindestens 80 Prozent deiner eingezahlten Beiträge zurückbekommst. Dafür wird ein Teil deines Geldes in sichere Anlagen (Anleihen, Geldmarkt) investiert. Die Aktienquote liegt typischerweise bei 50 bis 70 Prozent, je nach Restlaufzeit. Die erwartete Rendite liegt bei 4 bis 6 Prozent.

Variante 100 % Garantie: Der Anbieter garantiert den vollen Beitragserhalt. Dein eingezahltes Kapital ist also sicher, aber der Preis dafür ist eine deutlich niedrigere Aktienquote (oft nur 20 bis 40 Prozent) und damit eine geringere erwartete Rendite von 2 bis 4 Prozent. Diese Variante ähnelt dem bisherigen Riester-Modell.

Kriterium Pur (0 %) 80 % Garantie 100 % Garantie
Beitragsgarantie Keine 80 % der Einzahlungen 100 % der Einzahlungen
Typische Aktienquote 80 - 100 % 50 - 70 % 20 - 40 %
Erwartete Rendite p.a. 6 - 8 % 4 - 6 % 2 - 4 %
Risiko (Worst Case) Verlust möglich Max. 20 % Verlust Kein Verlust
Geeignet für Lange Laufzeiten, risikobereite Sparer Mittlere Laufzeiten, Kompromiss Kurze Laufzeiten, sicherheitsorientiert
Renditeunterschiede der drei Garantie-Varianten

Warum Garantie Rendite kostet

Garantien sind nicht kostenlos. Um dir 100 Prozent Beitragserhalt zu garantieren, muss der Anbieter einen erheblichen Teil deines Geldes in sichere, aber renditeschwache Anlagen stecken. In Zeiten niedriger Zinsen bedeutet das: Ein großer Teil deines Kapitals arbeitet kaum für dich. Der Rest, der in Aktien investiert wird, muss dann die gesamte Rendite erwirtschaften — für ein deutlich kleineres Kapital.

Die Mathematik dahinter ist eindeutig: Über 30 Jahre macht ein Renditeunterschied von 3 Prozentpunkten pro Jahr eine Verdopplung bis Verdreifachung des Endkapitals aus. Bei 200 Euro monatlich über 35 Jahre ergeben 7 Prozent Rendite rund 395.000 Euro, während 3 Prozent nur etwa 147.000 Euro bringen. Der Garantieschutz von 100 Prozent kostet dich in diesem Beispiel also rund 248.000 Euro — das ist der Preis der Sicherheit.

Historische Perspektive: Der MSCI World Index hat in den letzten 50 Jahren über jeden rollierenden 15-Jahres-Zeitraum eine positive Rendite erzielt. Wer breit gestreut und langfristig investiert, hat historisch noch nie Geld verloren. Die Frage ist also: Brauchst du eine formale Garantie, wenn die Geschichte zeigt, dass Aktienmärkte langfristig immer gestiegen sind?

Warum die Laufzeit die Garantie-Entscheidung bestimmt

Die Laufzeit ist der wichtigste Faktor bei der Garantie-Entscheidung. Je länger du anlegst, desto geringer ist das Risiko eines Verlusts bei der Pur-Variante — und desto höher sind die Opportunitätskosten einer Garantie. Mit 25 Jahren Alter und 42 Jahren bis zur Rente ist die Pur-Variante für die meisten die beste Wahl. Mit 55 Jahren und nur 12 Jahren Restlaufzeit sieht die Rechnung anders aus.

Für Anleger ab 50 kann die 80-Prozent-Garantie ein sinnvoller Kompromiss sein. Du partizipierst noch an Aktienmärkten, hast aber ein Sicherheitsnetz für den Fall eines Crashs kurz vor der Rente. Die 100-Prozent-Garantie ist dagegen nur für sehr kurze Laufzeiten unter 10 Jahren oder extrem sicherheitsorientierte Sparer sinnvoll. Einen guten Überblick über die verschiedenen Lifecycle-Strategien gibt der ETF-Ratgeber. Berechne auch, wie die Kosten der Garantie dein Endkapital beeinflussen, und prüfe mit dem Sparrate-Rechner, wie viel du monatlich anlegen solltest. Wer sich fragt, was von der Rente übrig bleibt, findet Antworten im Brutto-Netto-Rente-Rechner.

Garantie und Crash-Szenarien

Was passiert, wenn kurz vor deiner Rente ein großer Börsencrash kommt? Bei der Pur-Variante kann dein Depot kurzfristig 30 bis 50 Prozent an Wert verlieren. Wenn du in diesem Moment verkaufen musst, realisierst du den Verlust. Bei der 80-Prozent-Variante begrenzt der Anbieter den Verlust auf maximal 20 Prozent der Einzahlungen. Bei der 100-Prozent-Variante bekommst du mindestens deine Einzahlungen zurück.

Allerdings zeigt die Erfahrung, dass sich Aktienmärkte nach Crashs immer erholt haben — die Frage ist nur, wie schnell. Nach dem Corona-Crash 2020 dauerte es nur wenige Monate. Nach der Finanzkrise 2008 brauchte der MSCI World etwa 4 Jahre für die komplette Erholung. Wer also noch 5 bis 10 Jahre Zeit hat, kann einen Crash aussitzen.

Variante Pur wählen, wenn

  • Laufzeit über 20 Jahre
  • Hohe Rendite ist dir wichtiger als Sicherheit
  • Du Crashs mental aussitzen kannst
  • Du die Börsenhistorie kennst und vertraust
  • Maximales Endkapital angestrebt

Garantie wählen, wenn

  • Laufzeit unter 15 Jahre
  • Du bei Crashs nicht schlafen kannst
  • Kapitalerhalt oberste Priorität
  • Du kurz vor der Rente stehst
  • Dein restliches Vermögen bereits risikoreich ist
Rechenbeispiel: Jonas (28) spart 200 EUR/Monat über 39 Jahre bis zur Rente. Variante Pur (7 %): Endkapital ca. 480.000 EUR. Variante 80 % (5 %): ca. 298.000 EUR. Variante 100 % (3 %): ca. 178.000 EUR. Die Pur-Variante bringt Jonas also 302.000 EUR mehr als die 100 %-Garantie — fast das Dreifache. Selbst im Worst Case (Crash mit -40 % im letzten Jahr) hätte Jonas bei Pur noch ca. 288.000 EUR, also immer noch mehr als bei 80 % Garantie.

Empfehlung nach Altersgruppe

Unter 35: Variante Pur ist fast immer die beste Wahl. Du hast über 30 Jahre Zeit, und in dieser Zeitspanne hat der Aktienmarkt historisch immer Gewinne erzielt. Der Renditevorteil gegenüber den Garantie-Varianten ist über diese Laufzeit enorm.

35 bis 50: Variante Pur bleibt für die meisten sinnvoll, aber die 80-Prozent-Garantie wird eine ernstzunehmende Alternative. Wer risikoavers ist, faehrt mit 80 Prozent gut — der Renditeverlust ist moderat, der Schutz signifikant.

Über 50: Hier wird die 80-Prozent-Garantie zum Standard. Die 100-Prozent-Garantie ist sinnvoll, wenn du weniger als 10 Jahre bis zur Rente hast oder das Depot ein wesentlicher Teil deiner Altersvorsorge ist.

Stand: März 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Das Altersvorsorgedepot befindet sich im Gesetzgebungsprozess — Details können sich noch ändern.

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