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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Auszahlung und Rente beim Altersvorsorgedepot

Video: Auszahlung und Rente aus dem Altersvorsorgedepot

Auszahlung auf einen Blick

  • Frühester Beginn 62 Jahre
  • Spätester Beginn 70 Jahre
  • Option 1 Auszahlungsplan (mind. bis 85)
  • Option 2 Lebenslange Leibrente
  • Einmalauszahlung max. 30% des Guthabens
  • Besteuerung Nachgelagerte BesteuerungWas ist Nachgelagerte Besteuerung?Steuerprinzip bei der Altersvorsorge: In der Ansparphase steuerfrei, erst bei der Auszahlung im Ruhestand wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.
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    (persönlicher Steuersatz)
  • Krankenversicherung (KVdR) Beitragsfrei!
  • Vorzeitige Entnahme FörderschädlichWas ist Förderschädlich?Wenn du das Geld vor dem Rentenalter entnimmst, musst du alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Die Kursgewinne darfst du behalten.
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Zwei Auszahlungsoptionen

Anders als bei der Riester-RenteWas ist Riester-Rente?Staatlich geförderte Altersvorsorge seit 2002. Gescheitert wegen zu hoher Kosten, Garantiepflicht und niedriger Rendite. Wird ab 2027 durch das Altersvorsorgedepot ersetzt.
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, bei der Verrentung Pflicht war, hast du beim Altersvorsorgedepot echte Wahlfreiheit. Wer noch einen alten Vertrag hat, kann mit dem Brutto-Netto-Renten-Rechner vergleichen, was am Ende wirklich bleibt. Wer ein freies ETF-Depot besitzt, sollte auch die 4-Prozent-Regel kennen — sie beschreibt, wie viel man jährlich aus einem Depot entnehmen kann, ohne das Kapital langfristig aufzubrauchen.

Option 1: Befristeter Auszahlungsplan

Du bekommst monatliche Auszahlungen mindestens bis zum 85. Lebensjahr. Das Restkapital bleibt investiert und arbeitet weiter (ca. 3% angenommene Restrendite).

  • Vorteil: Höhere monatliche Auszahlung als bei Leibrente (fast doppelt so viel)
  • Vorteil: Restkapital ist vererbbar
  • Nachteil: Nach 85 ist das Geld aufgebraucht — außer du wechselst vorher in eine Leibrente
  • Für wen: Menschen mit weiteren Einkommensquellen (gesetzliche Rente, Pension, Mieteinnahmen)

Option 2: Lebenslange Leibrente

Du bekommst jeden Monat eine garantierte Rente — egal ob du 75 oder 105 wirst. Der Versicherer trägt das Langlebigkeitsrisiko.

  • Vorteil: Absolute Sicherheit, lebenslang garantiert
  • Nachteil: Deutlich niedrigere monatliche Zahlung
  • Nachteil: Ohne Rentengarantiezeit nicht vererbbar — bei Tod verfällt das Restkapital
  • Für wen: Menschen ohne andere sichere Einkommensquellen im Alter
Kombination möglich: Du kannst den Auszahlungsplan bis 80 oder 85 wählen und den Restbetrag dann in eine Leibrente umwandeln. So bekommst du zuerst hohe Zahlungen und danach lebenslange Sicherheit.

Vergleich: Plan vs. Rente

MerkmalAuszahlungsplanLeibrente
DauerBis mindestens 85Lebenslang
Monatlich (bei 300k)~1.250 EUR~630-735 EUR
VererbbarJa (Restkapital)Nein (ohne Garantiezeit)
Kapital arbeitet weiterJa (3% Restrendite)Nein
LanglebigkeitsrisikoDu trägst esVersicherer trägt es

30% als Einmalauszahlung

Zu Beginn der Auszahlungsphase kannst du bis zu 30% deines Guthabens auf einen Schlag entnehmen. Der Rest fließt in den Auszahlungsplan oder die Leibrente.

Rechenbeispiel: 300.000 EUR Endkapital

Ohne EinmalauszahlungMit 30% Einmalauszahlung
Einmalauszahlung90.000 EUR
Restkapital für Plan300.000 EUR210.000 EUR
Monatlich (Plan, 18 J., 3%)~1.788 EUR~1.252 EUR
Timing-Tipp: Die 30%-Auszahlung nicht im letzten Arbeitsjahr nehmen! Sonst addieren sich letztes Gehalt + Einmalauszahlung im selben Steuerjahr = hoher GrenzsteuersatzWas ist Grenzsteuersatz?Der Steuersatz, der auf den letzten verdienten Euro anfällt. Liegt je nach Einkommen zwischen 14% und 45%. Entscheidend für die Berechnung der Steuerersparnis.
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. Besser: Auszahlung auf den 1. Januar des ersten vollen Rentenjahres legen.

Kleinbetragsregelung

Wenn die monatliche Rente unter ca. 59 EUR liegen würde (1,5% der Bezugsgröße der Sozialversicherung), kannst du das gesamte Guthaben auf einmal auszahlen lassen. Das betrifft Depots unter ca. 20.000 EUR. Die Förderung muss dabei nicht zurückgezahlt werden.

Besteuerung der Auszahlung — im Detail

Steuern auf die Altersvorsorgedepot Auszahlung

Die Auszahlung wird mit deinem persönlichen EinkommensteuersatzWas ist Einkommensteuersatz?Der persönliche Steuersatz auf dein Einkommen. Steigt progressiv von 14% bis 45%. Im Ruhestand typischerweise 15-30%, da das Einkommen niedriger ist als im Berufsleben.
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besteuert. Das klingt erstmal viel — ist aber im Ruhestand deutlich niedriger als im Berufsleben.

Geförderte Beiträge (bis 1.800 EUR/Jahr)

Auszahlungen aus geförderten Beiträgen werden voll besteuert — das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Das betrifft deine Einzahlungen, die Zulagen UND die Gewinne. Die Logik: Du hast beim Einzahlen den Steuervorteil bekommen, dafür zahlst du beim Auszahlen.

Ungeförderte Beiträge (1.801–6.840 EUR/Jahr)

Deutlich günstiger! Nur der Ertragsanteil wird besteuert:

  • Bei Auszahlungsbeginn mit 67: Nur 17-18% der Erträge steuerpflichtig
  • Bei Einmalauszahlung nach 12 Jahren: Halbeinkünfteverfahren — nur 50% der Gewinne besteuert

Steuerbelastung: Konkrete Zahlen

Gesetzliche Rente+ Depot-AuszahlungGesamt/JahrGeschätzte SteuerEffektiver Steuersatz
1.000 EUR/Mo500 EUR/Mo18.000 EUR~850 EUR/Jahr~4,7%
1.500 EUR/Mo1.000 EUR/Mo30.000 EUR~2.300 EUR/Jahr~7,7%
2.000 EUR/Mo1.000 EUR/Mo36.000 EUR~3.800 EUR/Jahr~10,6%
2.000 EUR/Mo1.500 EUR/Mo42.000 EUR~5.500 EUR/Jahr~13,1%

Vereinfacht, Single, 2027, nur geförderter Anteil, ohne Kirchensteuer. Grundfreibetrag ~12.084 EUR berücksichtigt.

Effektiv 7-13% Steuer statt 42% im Berufsleben. Das ist der große Vorteil der Nachgelagerte BesteuerungWas ist Nachgelagerte Besteuerung?Steuerprinzip bei der Altersvorsorge: In der Ansparphase steuerfrei, erst bei der Auszahlung im Ruhestand wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.
Mehr erfahren →
: Du zahlst erst Steuern wenn dein Einkommen niedrig ist — und damit auch dein Steuersatz.

Krankenversicherung: Die gute Nachricht

Wer in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) pflichtversichert ist, zahlt auf die Depot-Auszahlung keine Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge. Das spart nochmal 15-18% gegenüber freiwillig Versicherten.

Achtung für freiwillig Versicherte: Wenn du freiwillig gesetzlich versichert bist (z.B. als ehemaliger Selbständiger), werden die Auszahlungen als Einkommen gewertet — es fallen ca. 14,6% + Zusatzbeitrag + Pflegeversicherung an. Das kann erheblich sein!

Vorzeitige Entnahme — was passiert?

Wenn du das Geld vor dem 62. Lebensjahr entnimmst, ist das eine förderschädliche Verwendung:

  • Alle erhaltenen Zulagen müssen zurückgezahlt werden
  • Alle Steuervorteile (SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
    Mehr erfahren →
    ) müssen zurückgezahlt werden
  • Die Kursgewinne darfst du behalten
  • In den meisten Fällen ist es besser, das Depot ruhen zu lassen

Mehr dazu: Vorzeitige Entnahme — wann es sich trotzdem lohnt

Was passiert bei Tod?

SituationWas passiert?Förderung?
EhepartnerGuthaben wird auf dessen Depot übertragenBleibt erhalten
Kinder/DritteGuthaben wird ausgezahltZulagen + Steuervorteile werden verrechnet
Leibrente ohne GarantiezeitZahlung endet sofortRestkapital verfällt beim Versicherer
Leibrente mit GarantiezeitHinterbliebene erhalten Rente bis Ende der GarantieBleibt erhalten
AuszahlungsplanRestkapital ist vererbbarNur bei Ehepartner-Übertragung

Muss ich die Auszahlung beantragen?

Ja. Die Auszahlung kommt nicht automatisch. Du musst bei deinem Anbieter die Auszahlungsphase aktiv einleiten und die gewünschte Option wählen (Auszahlungsplan, Leibrente oder Kombination). Die Entscheidung ist weitgehend endgültig — vorher gut durchrechnen.

Wie hoch wird deine monatliche Rente?

Berechne dein Endkapital und die geschätzte Auszahlung — mit Zulagen und Zinseszins.

Zum Depot-Rechner

Häufige Fragen zur Auszahlung

Ab wann kann ich das Geld aus dem Altersvorsorgedepot entnehmen?

Frühestens ab dem 62. Lebensjahr, spätestens mit 70 Jahren muss die Auszahlungsphase beginnen. Vorzeitige Entnahmen vor 62 sind förderschädlich — alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile müssen dann zurückgezahlt werden.

Was ist besser — Auszahlungsplan oder Leibrente?

Der Auszahlungsplan zahlt mindestens bis zum 85. Lebensjahr aus, ist fast doppelt so hoch wie die Leibrente und das Restkapital ist vererbbar. Die Leibrente zahlt dagegen lebenslang garantiert. Empfehlung: Auszahlungsplan für Menschen mit gesetzlicher Rente als Grundsicherung, Leibrente für Menschen ohne weitere sichere Einkommensquellen.

Wie viel kann ich einmalig aus dem Depot entnehmen?

Zu Beginn der Auszahlungsphase können bis zu 30% des Gesamtguthabens als Einmalauszahlung entnommen werden. Bei 300.000 EUR Endkapital wären das 90.000 EUR auf einmal. Timing-Tipp: Nicht im letzten Arbeitsjahr, sondern im ersten vollen Rentenjahr nehmen — wegen des geringeren Steuersatzes.

Wie wird die Auszahlung besteuert?

Mit dem persönlichen Einkommensteuersatz (nachgelagerte Besteuerung). Im Ruhestand liegt dieser effektiv meist bei 5–15% — statt bis zu 42% im Berufsleben. Auf die Depot-Auszahlung fallen in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) keine Beiträge an.

Kann ich das Altersvorsorgedepot vererben?

Das Restkapital aus einem Auszahlungsplan ist vererbbar. An den Ehepartner wird das Depot übertragen ohne Rückzahlung von Zulagen. Kinder und andere Erben erhalten das Kapital, die erhaltenen Zulagen werden dabei verrechnet. Bei der Leibrente ohne Garantiezeit verfällt das Kapital beim Tod.

Weiterführende Ratgeber

Vorzeitige Entnahme

Wann es sich trotzdem lohnt — und wann nicht.

Garantie-Varianten

Pur, 80% oder 100%? Was passt zu deinem Alter?

Rente versteuern

So viel Steuer zahlst du im Alter.

Zulagen & Steuervorteile

Alle Förder-Bausteine im Detail.

Depot vererben

Regeln für Ehepartner und Erben.

FAQ

Die 20 wichtigsten Fragen und Antworten.

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