Basisrente 2026: Rürup-Rente einfach erklärt — und was Merz damit zu tun hat
Das Wort "Basisrente" ist gerade in aller Munde — aber gemeint ist oft Verschiedenes. Hier erfährst du: Was die Basisrente als Produkt ist, was Friedrich Merz im April 2026 meinte, für wen sich die Rürup-Rente wirklich lohnt und wo das Altersvorsorgedepot die bessere Wahl ist.
Zusammenfassung: Das Wichtigste auf einen Blick
- Basisrente = Rürup-Rente Privates Altersvorsorgeprodukt seit 2005
- Steuerbonus 2026 100 % absetzbar, bis 30.826 EUR/Jahr (Ledige)
- Hauptzielgruppe Selbständige + Gutverdiener (ab 42 % Steuersatz)
- Größter Nachteil Nicht kündbar, kein Kapitalzugriff
- Merz-Statement April 2026 GRV nur noch "Basisabsicherung" — politisch umstritten
- Alternative ab 2027 Altersvorsorgedepot: flexibler, ETF-basiert, Zulagen
Was ist die Basisrente? (Rürup-Rente einfach erklärt)
Die Basisrente — offiziell oft auch Rürup-Rente genannt, nach dem Ökonomen Bert Rürup — ist eine private Altersvorsorge mit staatlicher Steuerförderung. Sie wurde 2005 eingeführt als Alternative zur gesetzlichen Rentenversicherung, vor allem für Menschen die keine Pflichtbeiträge in die GRV zahlen: Selbständige, Freiberufler, Gewerbetreibende.
Das Grundprinzip ist simpel: Du zahlst jetzt ein, sparst Steuern, und bekommst im Alter eine lebenslange Rente. Was klingt wie die gesetzliche Rente — ist faktisch auch ähnlich aufgebaut, nur privat und kapitalgedeckt.
| Merkmal | Basisrente (Rürup) |
|---|---|
| Einführung | 2005 |
| Gesetzliche Grundlage | § 10 Abs. 1 Nr. 2 EStG |
| Steuerabzug 2026 | 100 % der Beiträge (max. 30.826 EUR/Jahr Ledige) |
| Besteuerung im Alter | 84 % der Rente steuerpflichtig (steigt auf 100 % bis 2058) |
| Mindestrentenalter | 62 Jahre (Verträge ab 2012) |
| Kündbar | Nein — nur beitragsfrei stellbar |
| Auszahlung | Ausschließlich als lebenslange Monatsrente |
| Pfändungsschutz | Ja — vollständig pfändungssicher |
| Vererbbar | Nur eingeschränkt (Ehepartner/Kinder im Rahmen des Vertrags) |
Die ETF Rürup-Rente (Basisrente) einfach erklärt
Erklärt die fondsgebundene Variante der Basisrente — wie ETF-Rürup funktioniert, was günstiger Tarif bedeutet und wann der Steuereffekt wirklich greift.
Der Steuervorteil — konkret durchgerechnet
Der Kern der Basisrente ist der Steuervorteil. Seit 2023 sind 100 % der Beiträge als Sonderausgaben absetzbar — das ist der höchste Wert seit Einführung des Produkts. Für 2026 gilt:
| Situation | Höchstbetrag | Steuerersparnis bei 42 % Satz | Steuerersparnis bei 32 % Satz |
|---|---|---|---|
| Ledig | 30.826 EUR | bis 12.947 EUR | bis 9.864 EUR |
| Verheiratet (beide vorsorgeberechtigt) | 61.652 EUR | bis 25.894 EUR | bis 19.729 EUR |
Wichtig: Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung und zu berufsständischen Versorgungswerken werden auf den Höchstbetrag angerechnet. Ein Angestellter mit 20.000 EUR GRV-Beitrag (Arbeitnehmer + Arbeitgeberanteil) kann nur noch rund 10.826 EUR Rürup-Beiträge absetzen.
Jahresbeitrag Rürup: 12.000 EUR
Grenzsteuersatz: ca. 42 %
Steuerersparnis im Einzahlungsjahr: ca. 5.040 EUR
Effektiver Eigenbeitrag nach Steuer: ca. 6.960 EUR
→ Für 12.000 EUR Jahresanlage zahlst du real nur ~6.960 EUR
Rürup-Rente: Unter welchen Bedingungen sie (keinen) Sinn macht
Analysiert wann der Steuervorteil den Nachteil der Unflexibilität tatsächlich überwiegt — mit konkreten Rechenszenarien für verschiedene Einkommensklassen.
Für wen lohnt sich die Basisrente — und für wen nicht
Basisrente lohnt sich für
- Selbständige ohne GRV-Pflicht (Hauptzielgruppe)
- Freiberufler mit hohem Einkommen (Ärzte, Anwälte, Berater)
- Grenzsteuersatz ab ca. 42 % (Jahreseinkommen >66.000 EUR)
- Pflichtversicherte, die AVD-Maximum (1.800 EUR) ausschöpfen
- Personen mit Pfändungsschutz-Bedarf
- Wer bewusst keine Kapitaldispositionsfreiheit braucht
Basisrente lohnt sich NICHT für
- Angestellte mit mittlerem Einkommen (AVD ist besser)
- Wer Flexibilität braucht (z.B. Immobilienkauf im Alter)
- Niedrig-Verdiener mit geringem Grenzsteuersatz
- Wer Kapital vererben möchte (stark eingeschränkt)
- Kombinations-Verträge (Rürup + BU) — Falle beachten
- Wer teuren klassischen Versicherungsmantel kauft
Basisrente (Rürup) vs. Riesterrente: Vor- und Nachteile + Geheimtipp
Direktvergleich der beiden staatlich geförderten Altersvorsorgeprodukte — inklusive Hinweis auf den kombinierten Rürup+BU-Vertrag als potenzielle Kostenfalle.
Die Nachteile — offen und ehrlich
Kein Finanzprodukt ist perfekt. Die Basisrente hat echte Schwachstellen, die oft unter den Tisch fallen:
- Unkündbarkeit: Du kannst den Vertrag nicht auflösen. Wenn du das Geld brauchst — Krankheit, Insolvenz, Immobilienkauf — kommst du nicht ran. Null. Der einzige Weg ist beitragsfrei stellen.
- Keine Kapitalauszahlung: Das angesparte Vermögen wird immer als monatliche Rente ausgezahlt, nie als Einmalbetrag. Wer flexibel sein möchte, ist falsch hier.
- Nachgelagerte Besteuerung: Im Alter musst du die Rente zu 84 % (2026) bis 100 % (ab 2058) versteuern. Für die meisten Rentner ist der Steuersatz im Alter niedriger als während der Erwerbsphase — das ist die Idee. Aber garantiert ist das nicht.
- Vererbung eingeschränkt: Im Todesfall vor Rentenbeginn geht das Kapital an den Versicherer — außer du hast eine Hinterbliebenenrente für Ehepartner oder Kinder vereinbart. Freunde, Geschwister oder andere Erben gehen leer aus.
- Kosten bei klassischen Versicherern: Viele Rürup-Verträge der großen Assekuranzen haben hohe Abschlusskosten (3–4 % der gesamten Beitragssumme!) und laufende Verwaltungsgebühren. Das frisst den Steuervorteil teilweise auf.
Manche Vermittler bieten eine Basisrente zusammen mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung als Kombivertrag an. Das klingt praktisch — ist aber eine Kostenfalle. Ein unkündbarer Altersvorsorgevertrag wird mit einer wichtigen Risikoabsicherung (BU) verkoppelt. Wenn du den Vertrag beitragsfrei stellst oder wechselst, verlierst du möglicherweise den BU-Schutz. Finanztip und Verbraucherzentrale raten ausdrücklich davon ab.
Basisrente (Rürup): Lohnt es sich noch? Vor- & Nachteile 2026
Aktuelle Bewertung ob die Rürup-Rente 2026 noch sinnvoll ist — besonders vor dem Hintergrund des neuen Altersvorsorgedepots als Konkurrenz-Produkt.
Was Friedrich Merz wirklich gesagt hat — und was das bedeutet
Im April 2026 sagte Bundeskanzler Friedrich Merz auf einer Veranstaltung des Bankenverbands in Berlin einen Satz der sofort für Schlagzeilen sorgte:
"Die gesetzliche Rentenversicherung wird im günstigsten Fall noch die Basisabsicherung für das Alter sein."— Friedrich Merz, Bundeskanzler, April 2026
Was Merz meinte: Die gesetzliche Rente allein reicht nicht mehr — kapitalgedeckte Elemente (betriebliche Altersvorsorge, private Altersvorsorge, Altersvorsorgedepot) müssen in größerem Umfang hinzukommen.
Was Merz nicht meinte: Er hat nicht die Rürup-Rente gemeint, und er hat keine Rentenkürzungen angekündigt. "Basisabsicherung" ist hier seine politische Einschätzung der gesetzlichen Rentenversicherung — nicht der Name eines Produkts.
| Begriff | Was es bedeutet |
|---|---|
| Basisrente (Produkt) | Rürup-Rente — private Altersvorsorge mit Steuervorteil, seit 2005 |
| "Basisabsicherung" (Merz) | Politische Aussage: GRV reicht allein nicht mehr, private Vorsorge muss aufstocken |
| Konsequenz für dich | Aktiv werden — Altersvorsorgedepot 2027 ist der nächste Schritt |
Rentenversicherung nur Basisabsicherung — Was meint Merz? | Markus Lanz, 23. April 2026
Die Markus-Lanz-Runde vom 23. April 2026 diskutiert Merz' Aussage — Experten erklären was "Basisabsicherung" für die gesetzliche Rente praktisch bedeuten würde.
Basisrente vs. Altersvorsorgedepot — der direkte Vergleich
Ab 2027 gibt es mit dem Altersvorsorgedepot ein neues staatlich gefördertes Produkt das in direktem Wettbewerb zur Basisrente steht — zumindest für bestimmte Zielgruppen:
| Kriterium | Basisrente (Rürup) | Altersvorsorgedepot (AVD) |
|---|---|---|
| Förderung | Steuervorteil (100 % Abzug) | Staatliche Zulage 540 EUR/Jahr + Steuer |
| Max. Förderung | Bis 12.947 EUR Steuerersparnis/Jahr | 540 EUR Grundzulage + Kinderzulage |
| Anlage | Versicherungsmantel oder ETF-Rürup | Direkt in UCITS ETFs |
| Kosten | 0,5–2 % p.a. (je nach Anbieter) | 0,15–0,20 % p.a. (Depot-Gebühr) |
| Kündbarkeit | Nein | Ja (mit Rückzahlung der Förderung) |
| Auszahlung | Nur als lebenslange Rente | Rentenzahlung oder Einmalauszahlung (30 %) |
| Vererbbar | Stark eingeschränkt | Ja, Guthaben geht an Erben |
| Beste Zielgruppe | Selbständige, Gutverdiener | Angestellte, mittleres Einkommen |
| Start | Seit 2005, sofort verfügbar | Ab 01.01.2027 |
Rürup-Rente: Für wen lohnt es sich? Vor- & Nachteile
Hilft bei der Entscheidung ob Rürup das Richtige für die eigene Situation ist — mit klaren Kriterien für verschiedene Lebenssituationen und Einkommenshöhen.
ETF-Basisrente: Die günstigere Variante
Wer sich für eine Basisrente entscheidet, muss keinen teuren klassischen Versicherungstarif nehmen. Günstige fondsgebundene Rürup-Renten ("ETF-Rürup") bieten den gleichen Steuereffekt bei deutlich niedrigeren Kosten:
| Anbietertyp | Kosten p.a. | Anlage | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Klassischer Versicherer (z.B. Allianz) | 1,5–2,5 % | Garantiezins + Überschuss | Für die meisten zu teuer |
| ETF-Rürup (z.B. myPension, Condor) | 0,4–0,8 % | MSCI World ETF, frei wählbar | Empfehlenswert |
| Online-Plattformen (z.B. Raisin Pension) | 0,3–0,5 % | ETF-Portfolio | Sehr günstig |
Fazit: Basisrente 2026 — für wen und wie
Die Basisrente (Rürup-Rente) bleibt 2026 ein sinnvolles Nischenprodukt — für die richtige Zielgruppe. Für Selbständige mit hohem Einkommen ist der Steuervorteil real und wertvoll. Für Angestellte mit mittlerem Einkommen bietet das Altersvorsorgedepot ab 2027 meist das bessere Gesamt-Paket: günstiger, flexibler, direkter in ETFs investierend.
Was Merz mit "Basisabsicherung" gemeint hat, ist eine andere Sache: Eine Warnung, dass die gesetzliche Rente allein nicht reicht — und ein Plädoyer für mehr private Vorsorge. Das trifft nicht nur Selbständige, sondern jeden.
Häufige Fragen zur Basisrente
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