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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Notgroschen aufbauen vor dem Altersvorsorgedepot

Notgroschen — Das Wichtigste

  • Empfohlene Höhe 3-6 Netto-Monatsgehälter
  • Typischer Betrag (Singles) 6.000-15.000 EUR
  • Parkposition Tagesgeld oder Geldmarkt-ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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  • Verfügbarkeit Innerhalb von 1-3 Tagen
  • Erst danach Altersvorsorgedepot besparen

Warum der Notgroschen vor dem Depot kommt

Stell dir vor, du besparst pflichtbewusst dein Altersvorsorgedepot mit 150 EUR im Monat. Dann geht die Waschmaschine kaputt, das Auto braucht eine Reparatur oder du wirst arbeitslos. Ohne Notgroschen hast du genau zwei Optionen: Einen teuren Dispokredit aufnehmen oder dein Depot kündigen. Beides ist schlecht. Der Dispo kostet dich 10-15 % Zinsen, die Depot-Kündigung ist FörderschädlichWas ist Förderschädlich?Wenn du das Geld vor dem Rentenalter entnimmst, musst du alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Die Kursgewinne darfst du behalten.
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— du musst alle Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen.

Deshalb gilt die eiserne Regel der Finanzplanung: Erst das Fundament, dann das Dach. Der Notgroschen ist dein Fundament. Das Altersvorsorgedepot ist das Dach. Ohne Fundament stürzt das ganze Gebäude beim ersten Sturm ein.

Wie viel Notgroschen brauchst du?

Die Faustregel lautet 3-6 Netto-Monatsgehälter. Aber nicht jeder braucht gleich viel. Deine persönliche Situation bestimmt die Höhe:

SituationEmpfohlener NotgroschenBeispiel (2.500 EUR netto)
Single, Festanstellung, keine Kinder3 Monatsgehälter7.500 EUR
Paar, ein Einkommen, keine Kinder4 Monatsgehälter10.000 EUR
Familie mit Kindern5 Monatsgehälter12.500 EUR
Selbständig oder befristet beschäftigt6 Monatsgehälter15.000 EUR
Immobilienbesitzer6 Monatsgehälter + 5.000 EUR20.000 EUR

Der Notgroschen ist individuell. Wer ein sicheres zweites Einkommen hat (z.B. Ehepartner), kann am unteren Rand ansetzen.

Wichtig: Der Notgroschen ist kein Sparkonto für den nächsten Urlaub. Er ist eine eiserne Reserve, die du nur im echten Notfall antastest. Jobverlust, Krankheit, dringende Reparaturen — dafür ist er da. Für alles andere legst du separat Geld zurück.

Tagesgeld oder Geldmarkt-ETF?

Dein Notgroschen muss zwei Bedingungen erfüllen: Er muss sicher sein und schnell verfügbar. Aktien, ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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-Sparpläne oder Krypto sind deshalb keine Option. Es bleiben zwei sinnvolle Parkpositionen:

Vergleich Tagesgeld und Geldmarkt-ETF für Notgroschen
KriteriumTagesgeldGeldmarkt-ETF
Rendite (2026)~2,5-3,0 %~2,8-3,2 %
VerfügbarkeitSofort (1 Bankarbeitstag)1-2 Bankarbeitstage (Verkauf + Überweisung)
EinlagensicherungJa (bis 100.000 EUR)Nein (aber Sondervermögen)
KostenKeineTERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
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ca. 0,05-0,10 %
ZinsänderungsrisikoBank kann Zinsen jederzeit senkenFolgt automatisch dem Leitzins
Steuern auf ErträgeAbgeltungsteuerWas ist Abgeltungsteuer?Pauschale Steuer von 26,375% (inkl. Soli) auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Gilt für normale Depots, NICHT für das Altersvorsorgedepot in der Ansparphase.
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(26,375 %)
AbgeltungsteuerWas ist Abgeltungsteuer?Pauschale Steuer von 26,375% (inkl. Soli) auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Gilt für normale Depots, NICHT für das Altersvorsorgedepot in der Ansparphase.
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(26,375 %)
EmpfehlungEinfach, schnell, sicherLeicht höhere Rendite, etwas weniger schnell

Beide Varianten sind für den Notgroschen geeignet. Tagesgeld ist einfacher, der Geldmarkt-ETF oft etwas rentabler.

Für die meisten Menschen ist Tagesgeld die bessere Wahl. Es ist einfacher, sofort verfügbar und durch die Einlagensicherung bis 100.000 EUR geschützt. Wer bereits ein Depot hat und sich mit ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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s auskennt, kann auch einen Geldmarkt-ETF nutzen. Der kleine Renditevorteil lohnt sich aber erst ab etwa 10.000 EUR.

Der Stufenplan: Vom Minus zum Depot

Die richtige Reihenfolge beim Vermögensaufbau ist keine Geschmacksfrage. Sie folgt einer klaren Logik: Erst die teuersten Probleme lösen, dann die günstigsten Chancen nutzen.

  1. Stufe 1: Konsumschulden tilgen Dispokredite (10-15 % Zinsen), Kreditkartenschulden, Ratenkredite für Konsum. Jeder Euro, den du hier tilgst, bringt dir eine garantierte Rendite in Höhe des Zinssatzes. Kein ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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    der Welt schlägt 12 % Dispo-Zinsen zuverlässig.
  2. Stufe 2: Notgroschen aufbauen Sobald die Konsumschulden weg sind, füllst du deinen Notgroschen auf 3-6 Monatsgehälter auf. Sparrate: Alles, was übrig bleibt. Je nach Einkommen dauert das 6-18 Monate.
  3. Stufe 3: Altersvorsorgedepot starten Erst jetzt besparst du dein Depot. Starte mit dem Sockelbeitrag (60 EUR/Jahr = 5 EUR/Monat) für die volle GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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    von 540 EUR. Steigere Richtung 1.800 EUR/Jahr (150 EUR/Monat) für den vollen SA-Förderhöchstbetrag.
  4. Stufe 4: Freies Depot aufbauen Alles, was über die 150 EUR/Monat hinausgeht, investierst du in ein normales ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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    -Depot. Das ist flexibler als das Altersvorsorgedepot und ergänzt deine Altersvorsorge.
Ausnahme: Niedrig verzinste Immobilienkredite (unter 2-3 %) müssen nicht zwingend vor dem Altersvorsorgedepot getilgt werden. Die staatliche Förderung (GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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+ SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
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) kann die Kreditkosten übersteigen. Mehr dazu im Ratgeber Schulden tilgen oder Depot besparen.

Kann ich Notgroschen und Depot parallel aufbauen?

Ja — aber nur unter bestimmten Bedingungen. Wenn du bereits einen Teil-Notgroschen hast (z.B. 3.000 EUR) und einen sicheren Job, kannst du mit einem kleinen Beitrag ins Altersvorsorgedepot starten und gleichzeitig den Notgroschen weiter auffüllen. Der Sockelbeitrag liegt bei nur 5 EUR/Monat (60 EUR/Jahr). So verlierst du keine Förderung, während du dein Sicherheitspolster aufbaust.

Wichtig dabei: Der Notgroschen hat Priorität. Wenn das Geld knapp wird, reduzierst du zuerst die Depot-Sparrate. Das Altersvorsorgedepot lässt sich jederzeit pausieren — der Notgroschen nicht.

Wie lange dauert der Aufbau?

Die meisten Deutschen brauchen 6-18 Monate, um einen vollständigen Notgroschen aufzubauen. Bei 2.500 EUR Nettoeinkommen und einer Sparquote von 15 % (375 EUR/Monat) sieht der Zeitplan so aus:

Ziel-NotgroschenSparrate 200 EUR/MonatSparrate 375 EUR/MonatSparrate 500 EUR/Monat
5.000 EUR (2 Gehälter)25 Monate14 Monate10 Monate
7.500 EUR (3 Gehälter)38 Monate20 Monate15 Monate
10.000 EUR (4 Gehälter)50 Monate27 Monate20 Monate
15.000 EUR (6 Gehälter)75 Monate40 Monate30 Monate

Zinserträge auf dem Tagesgeld sind in dieser Rechnung nicht berücksichtigt.

Die Zahlen zeigen: Selbst mit einer moderaten Sparrate von 200 EUR im Monat dauert es mehrere Jahre, bis der volle Notgroschen steht. Lass dich davon nicht entmutigen. Schon 3.000 EUR sind besser als nichts — und genügen, um die häufigsten Notfälle abzufangen.

Der größte Fehler: Depot statt Notgroschen

Manche denken: "Das Altersvorsorgedepot ist doch auch Sparen — das kann mein Notgroschen sein." Das ist ein gefährlicher Irrtum. Das Geld im Altersvorsorgedepot ist bis zum 67. Lebensjahr gebunden. Wenn du es vorher entnimmst, ist die Entnahme FörderschädlichWas ist Förderschädlich?Wenn du das Geld vor dem Rentenalter entnimmst, musst du alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Die Kursgewinne darfst du behalten.
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. Du verlierst alle GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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n, alle KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
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n und alle Steuervorteile aus dem SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
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.

Ein normales Tagesgeldkonto hingegen ist jederzeit ohne Verluste verfügbar. Genau das macht es zum Notgroschen.

Notgroschen steht? Dann berechne dein Depot.

Finde heraus, wie viel dein Altersvorsorgedepot mit Zulagen und Steuervorteilen bringt.

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Häufige Fragen

Warum muss der Notgroschen vor dem Altersvorsorgedepot kommen?

Das Altersvorsorgedepot ist bis zum Rentenalter gebunden. Wer das Kapital vorher entnimmt, muss alle Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen — das ist förderschädlich. Ohne Notgroschen endet jede finanzielle Krise (Jobverlust, Reparatur, Krankheit) entweder im Dispo (10-15 % Zinsen) oder in der Depot-Kündigung. Beides vernichtet langfristig mehr Vermögen als ein paar Monate Sparplan-Start kosten würden.

Wie viel Notgroschen brauche ich als Selbständiger?

Selbständige sollten mindestens 6 Netto-Monatsgehälter zurücklegen — also bei 3.000 EUR Monatsgewinn ca. 18.000 EUR. Denn Selbständige haben kein Arbeitslosengeld als Puffer, schwankende Einnahmen und müssen Steuervorauszahlungen aus eigener Tasche begleichen. Immobilienbesitzer addieren zusätzlich 5.000-10.000 EUR für unerwartete Reparaturen.

Kann ich Notgroschen und Altersvorsorgedepot gleichzeitig aufbauen?

Ja — wenn bereits ein Teil-Notgroschen vorhanden ist (mindestens 3.000 EUR) und du einen sicheren Job hast. Starte das Depot mit dem Minimalbeitrag (ca. 10 EUR/Monat), um die Förderung zu sichern, und leite die restliche Sparrate in den Notgroschen. Sobald der Notgroschen vollständig steht, erhöhst du die Depot-Sparrate. Notgroschen hat dabei immer Priorität — bei Engpässen reduzierst du das Depot zuerst.

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