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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Freiwillig in die Rentenversicherung einzahlen — Rendite, Risiko und Alternativen

Selbstständige, Nicht-Pflichtversicherte und Berufstätige mit Lücken können freiwillig einzahlen. Wann rechnet sich das und wann ist der ETF-Sparplan die bessere Wahl?

Freiwillige Rentenversicherung Einzahlung lohnt sich

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer kann einzahlen Selbstständige, Nicht-Pflichtversicherte, Personen mit Lücken oder Frührentenplänen
  • Mindestbeitrag 2026 100,07 EUR/Monat — Höchstbeitrag: 1.404,30 EUR/Monat
  • Break-Even Bei 6.000 EUR Einzahlung + 66 EUR/Monat mehr Rente: ca. 7,6 Jahre
  • Frührentenausgleich Abzüge aufkaufen: steuerlich absetzbar, bei 42 %+ besonders attraktiv
  • Vergleich ETF ETF-Sparplan langfristig renditestärker — GRV bietet lebenslange Zahlung und Inflationsschutz

Die gesetzliche Rentenversicherung ist ein Pflichtprogramm für Arbeitnehmer — aber wer kann und wer möchte, kann auch freiwillig einzahlen. Das betrifft vor allem Selbstständige, Freiberufler, Hausfrauen und -männer sowie Menschen die ihre Rentenansprüche gezielt aufwerten wollen. Doch wann lohnen sich diese freiwilligen Beiträge wirklich?

Wer kann freiwillig einzahlen?

  • Selbstständige die nicht pflichtversichert sind
  • Hausfrauen/-männer und Personen im Erziehungsurlaub
  • Personen die aus Deutschland ins Ausland ziehen
  • Personen die Lücken in ihrer Versicherungsbiografie schließen wollen
  • Personen die mit 63 in Rente wollen und Abzüge ausgleichen wollen

Wie hoch sind die Beiträge?

Freiwillige Beiträge sind flexibel zwischen Mindest- und Höchstbeitrag (2026):

  • Mindestbeitrag: 100,07 EUR/Monat
  • Höchstbeitrag: 1.404,30 EUR/Monat
  • Einmalzahlungen möglich (z.B. für Frührentenausgleich)

Was bekommt man dafür?

Für jeden Beitrag in Höhe des monatlichen Mindestbeitrags erwirbt man ca. 0,028 Rentenpunkte (EP). Bei aktuellen Rentenwert (40,79 EUR) sind das ca. 1,10 EUR/Monat mehr Rente — dauerhaft, lebenslang, dynamisiert.

Freiwillige EinzahlungJährlichErworbene EP/JahrMonatliche Rente mehr
Mindestbeitrag1.200,84 EURca. 0,34 EPca. 13,30 EUR/Monat
500 EUR/Monat6.000 EURca. 1,68 EPca. 66,10 EUR/Monat
Höchstbeitrag16.851,60 EURca. 4,72 EPca. 185,70 EUR/Monat

Break-Even-Rechnung

Wer 6.000 EUR einzahlt und dafür 66 EUR/Monat mehr Rente erhält: Break-Even = 6.000 / 66 = ca. 91 Monate = ca. 7,6 Jahre. Bei Rentenbeginn mit 67 und Break-Even nach 7,6 Jahren: Gewinnschwelle mit ca. 74,6 Jahren. Die statistische Lebenserwartung eines 67-jährigen Mannes liegt bei ca. 82 Jahren — das ist rentabel wenn man lange lebt.

Vergleich: Freiwillige Einzahlung vs. ETF-Sparplan

6.000 EUR einmalig in ETF-Sparplan (MSCI World) vs. gesetzliche Rentenversicherung:

  • Rentenversicherung: 66 EUR/Monat lebenslang ab Renteneintritt — sicher, unverzinst bis Rentenantritt, lebenslange Zahlung
  • ETF: 6.000 EUR wachsen bei 7% p.a. über 20 Jahre auf ca. 23.000 EUR — höhere Rendite, kein Langlebigkeitsschutz, flexibel verfügbar, vererbbar

Fazit: Für Menschen mit gesundheitlichen Risiken oder die nicht auf Langlebigkeit setzen → ETF. Für Menschen die sehr alt werden könnten und maximale Sicherheit wollen → Rentenversicherung als Ergänzung.

Sonderfall: Frührentenausgleich

Wer mit 63 in Rente gehen möchte, kann die Abzüge (0,3%/Monat × 48 Monate = 14,4%) durch Sonderzahlungen aufkaufen. Dieser Weg ist steuerlich attraktiv: Die Einzahlungen sind als Sonderausgaben abzugsfähig. Bei hohem Grenzsteuersatz (42%+) kann der Steuervorteil die Rendite deutlich erhöhen.

Fazit: Für Langlebige und Frührentenplaner sinnvoll

Die freiwillige Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung ist kein schlechtes Produkt — sie bietet lebenslange Zahlungen, Inflationsschutz durch die jährliche Rentenanpassung und staatliche Garantien. Für die meisten jüngeren Anleger ist der ETF-Sparplan langfristig renditestärker und flexibler. Aber als Ergänzung — besonders für den Frührentenausgleich oder für ältere Anleger nahe der Rente — kann die freiwillige Einzahlung kombiniert mit dem Altersvorsorgedepot eine sinnvolle Gesamtstrategie ergeben.

Häufige Fragen

Altersvorsorgedepot vs. Riester-Rente - was ist besser?

Altersvorsorgedepot: günstigere ETF-Kosten, höhere Rendite-Chance, flexibler. Riester: Beitragsgarantie, Kapital wird verrentertet. Für Kapitalmarkt-affine Anleger: Altersvorsorgedepot meist attraktiver. Riester lohnt noch für: hohe Kinderzulagen, wenig ETF-Erfahrung.

Kann ich Riester in ein Altersvorsorgedepot umwandeln?

Ja — das pAV-Reformgesetz (Bundesrat einstimmig 24.04.2026) regelt die Übertragung: Riester-Guthaben kann steuerneutral in ein Altersvorsorgedepot übertragen werden. Zulagen und Erträge bleiben erhalten. Die alte 100%-Beitragsgarantie entfällt beim Wechsel, aber du kannst im neuen Depot eine Garantievariante (0/80/100 %) wählen. Alle Details: /ratgeber/was-passiert-mit-riester/

Altersvorsorgedepot vs. betriebliche Altersvorsorge (bAV)?

bAV: Entgeltumwandlung, Arbeitgeberzuschuss (25% Pflicht), steuerfreie Einzahlung. Altersvorsorgedepot: staatliche Zulage, selbst verwaltbar, bei Arbeitgeberwechsel einfacher. Empfehlung: beide nutzen, wenn Arbeitgeber bAV-Zuschuss gibt.

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