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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Rentenpunkte kaufen freiwillig — Rentenansprüche aufstocken

Das Wichtigste in Kürze

  • Kosten 1 Entgeltpunkt 2026 ca. 8.892 EUR Einzahlung
  • Rentenwert je Punkt (West) 40,79 EUR/Monat
  • Break-Even ohne Steuervorteil ca. 18,2 Jahre Rentenbezug
  • Break-Even mit 42 % Steuerersparnis ca. 11–12 Jahre
  • Bester Anwendungsfall Frührentenausgleich ab 50

In der gesetzlichen Rentenversicherung sammelt man Entgeltpunkte (EP) durch Beitragszahlungen. Wer Lücken hat — durch Selbstständigkeit, Auslandsaufenthalt, Kindererziehung oder Arbeitslosigkeit — kann diese durch freiwillige Einzahlungen schließen. Oder wer mit 63 in Rente will, kann die Abzüge durch Sonderzahlungen ausgleichen. Das Instrument ist bekannt, aber oft falsch eingeschätzt.

Was kostet ein Rentenpunkt?

Ein Entgeltpunkt entspricht dem Jahresbeitrag bei einem Gehalt in Höhe des Durchschnittsentgelts. 2026: ca. 8.892 EUR Einzahlung für 1,0 EP. Der monatliche Rentenwert eines EP: 40,79 EUR/Monat (West).

Break-Even-Rechnung: 8.892 EUR Einzahlung ÷ 40,79 EUR/Monat = 218 Monate = ca. 18,2 Jahre Rentenbezug bis zur Amortisation. Bei Renteneintritt mit 67 bedeutet das: Break-Even erst mit ca. 85,9 Jahren. Die statistische Lebenserwartung eines 67-jährigen Mannes liegt bei ca. 82 Jahren — ohne Steuervorteil lohnt sich die Investition im Durchschnitt kaum.

Ausnahme: Frührentenausgleich ab 50

Der sinnvollste Anwendungsfall für "Rentenpunkte kaufen" ist der Ausgleich von Abzügen bei Frührentenantritt. Wer mit 63 in Rente gehen will statt mit 67, hätte normalerweise 14,4 % Abzug. Diese Abzüge können ab 50 durch Sonderzahlungen ausgekauft werden.

Was das kostet: Die Deutsche Rentenversicherung berechnet den individuellen Betrag auf Anfrage (Antrag auf "Auskunft über die Höhe der Beiträge zur Vermeidung von Abzügen bei Rente wegen Alters"). Typisch: ca. 15.000–40.000 EUR für den vollständigen Ausgleich — abhängig von verbleibender Zeit bis 63 und individueller Rentenhöhe.

Der steuerliche Vorteil macht den Unterschied

Sonderzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung sind als Sonderausgaben (Basisversorgung) steuerlich absetzbar. 2026 Maximalbetrag: 29.344 EUR/Jahr (58.688 EUR für Ehepaare). Bei 42 % GrenzsteuersatzWas ist Grenzsteuersatz?Der Steuersatz, der auf den letzten verdienten Euro anfällt. Liegt je nach Einkommen zwischen 14% und 45%. Entscheidend für die Berechnung der Steuerersparnis.
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: Jede eingezahlte 10.000 EUR kostet real nur ca. 5.800 EUR — weil 4.200 EUR als Steuererstattung zurückfließen.

Rechenbeispiel mit Steuervorteil: 10.000 EUR Sonderzahlung, 42 % Grenzsteuersatz.
Steuererstattung: 4.200 EUR → effektiver Einsatz: 5.800 EUR.
Break-Even auf Basis 5.800 EUR / 40,79 EUR/Monat ≈ 142 Monate = ca. 11,8 Jahre.
Bei Renteneintritt mit 63: Break-Even bereits mit ca. 75 Jahren — für viele Menschen realistisch.

Rentenpunkte kaufen vs. ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →
-Sparplan im Vergleich

KriteriumRentenpunkte kaufenETF-Sparplan
Rendite (real, historisch)2–3 % p.a.4–6 % p.a.
LanglebigkeitsschutzJa (lebenslang)Nein (endliches Kapital)
FlexibilitätKeineVollständig
VererbbarNein (nur Witwenrente)Ja
Steuerlicher Vorteil (Einzahlphase)Hoch (Sonderausgaben Basisversorgung)Gering (Freistellungsauftrag)
InsolvenzschutzStaatlich garantiertSondervermögen

Fazit aus dem Vergleich: Der ETF-Sparplan gewinnt bei Rendite, Flexibilität und Vererbbarkeit. Rentenpunkte gewinnen bei Langlebigkeitsschutz und dem hohen Steuervorteil in der Einzahlphase. Wer beides optimal kombinieren will: Frührentenausgleich als Sonderzahlung + AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
Mehr erfahren → für den Rest. Mehr zur Strategie: Altersvorsorge mit 50 optimieren.

Für wen lohnt es sich?

  • Konkreter Plan auf Frührenteneintritt mit 63 — der Frührentenausgleich ist der klar beste Anwendungsfall
  • Hoher Grenzsteuersatz (42 %+) bei der Einzahlung — der Steuervorteil senkt den effektiven Break-Even erheblich
  • Statistisch lange Lebenserwartung — Familienhistorie, gute Gesundheit mit 60+
  • Andere Förderoptionen ausgeschöpft — bAV, Rürup, AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
    Mehr erfahren →
    bereits voll genutzt
Für wen es sich eher nicht lohnt: Wer kein Interesse an Frührentenantritt hat, jünger als 50 ist oder einen niedrigen Grenzsteuersatz hat, fährt mit einem ETF-Sparplan und dem Altersvorsorgedepot deutlich besser. Die Rendite von 2–3 % real liegt klar unter dem langjährigen Aktien-Durchschnitt.

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Häufige Fragen

Was kostet ein Rentenpunkt (Entgeltpunkt) 2026?

2026 kostet ein Entgeltpunkt ca. 8.892 EUR Einzahlung. Er bringt 40,79 EUR/Monat mehr Rente (West). Der Break-Even liegt bei ca. 18,2 Jahren Rentenbezug — bei Renteneintritt mit 67 also erst mit ca. 85 Jahren. Mit 42 % Steuervorteil auf die Einzahlung verkürzt sich der Break-Even auf ca. 11–12 Jahre.

Wann lohnt sich der Kauf von Rentenpunkten?

Besonders sinnvoll für den Frührentenausgleich: Wer mit 63 statt 67 in Rente gehen will, hat 14,4 % Abzug. Diese Abzüge können ab 50 durch Sonderzahlungen ausgekauft werden. Außerdem lohnt sich der Kauf bei hohem Grenzsteuersatz (42 %) und statistisch langer Lebenserwartung.

Rentenpunkte kaufen oder ETF-Sparplan — was ist besser?

ETF-Sparplan ist für die meisten die bessere Wahl: flexibler, renditestärker (4–6 % real vs. 2–3 % bei Rentenpunkten) und vererbbar. Rentenpunkte bieten Langlebigkeitsschutz (lebenslange Rente) und hohen Steuervorteil. Optimal: Frührentenausgleich per Sonderzahlung kombinieren mit ETF-Depot für Flexibilität.

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