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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Freiwillig in die Rentenversicherung einzahlen — lohnt es sich?

Das Wichtigste in Kürze

  • Mindestbeitrag (2026) ca. 96,72 EUR/Monat
  • Höchstbeitrag (2026) ca. 1.460,10 EUR/Monat
  • Rendite gesetzliche Rente ca. 2-3 % (abhängig von Lebenserwartung)
  • Steuerlich absetzbar Ja, als Altersvorsorgeaufwendungen (Sonderausgaben)
  • Break-Even Ab ca. 18-20 Jahren Rentenbezug lohnend

Wer kann freiwillig einzahlen?

Grundsätzlich kann jeder ab 16 Jahren freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlen, der nicht bereits pflichtversichert ist. Die wichtigsten Gruppen:

  • Selbständige — Die größte Gruppe. Die meisten Selbständigen sind nicht pflichtversichert und können frei entscheiden.
  • Hausfrauen/Hausmänner — Wer nicht erwerbstätig ist, kann freiwillig einzahlen, um Rentenansprüche aufzubauen.
  • Frührentner ab 50 — Wer Abschläge bei Frührente ausgleichen will, kann zusätzliche Beiträge zahlen.
  • Auslandsbeschäftigte — Deutsche im Ausland können freiwillig im deutschen System bleiben.
  • Beamte (nach Ausscheiden) — Ehemalige Beamte können nach dem Dienst freiwillig einzahlen.

Was kostet es — und was bringt es?

Monatlicher Beitrag Entgeltpunkte/Jahr Rentenanspruch/Monat (pro Beitragsjahr)
96,72 EUR (Minimum)ca. 0,12ca. 4,72 EUR
200 EURca. 0,25ca. 9,83 EUR
500 EURca. 0,62ca. 24,38 EUR
730,05 EUR (Median)ca. 0,91ca. 35,78 EUR
1.460,10 EUR (Maximum)ca. 1,82ca. 71,56 EUR

Beispiel: Zahlst du 500 EUR monatlich (6.000 EUR/Jahr) freiwillig ein, erwirbst du ca. 0,62 Entgeltpunkte pro Jahr. Das ergibt ca. 24,38 EUR mehr Rente pro Monat — lebenslang. Nach 10 Jahren freiwilliger Einzahlung (60.000 EUR) hast du 243,80 EUR mehr Rente pro Monat.

Lohnt sich das? Die Rendite-Rechnung

Die entscheidende Frage: Wie hoch ist die "Rendite" freiwilliger Beiträge? Das hängt von deiner Lebenserwartung ab:

Eingezahlt (10 Jahre x 500 EUR/Monat) Zusätzliche Rente/Monat Break-Even (wann lohnt es sich?) Implizite Rendite (bei 20 J. Bezug)
60.000 EUR 243,80 EUR Nach ca. 20 Jahren Rentenbezug ca. 2,5 %

Nach 20 Jahren Rentenbezug hast du 243,80 x 12 x 20 = 58.512 EUR erhalten — fast dein eingezahltes Kapital zurück. Ab dem 21. Jahr ist es Gewinn. Lebst du 25 Jahre als Rentner, beträgt deine Rendite rund 2,5 % pro Jahr (nach Steuern). Dazu kommen die Rentenanpassungen, die den Betrag jährlich erhöhen.

Steuerlich absetzbar: Freiwillige Beiträge können als Altersvorsorgeaufwendungen in der Steuererklärung abgesetzt werden (2026: bis zu 29.344 EUR/Jahr für Ledige). Bei einem GrenzsteuersatzWas ist Grenzsteuersatz?Der Steuersatz, der auf den letzten verdienten Euro anfällt. Liegt je nach Einkommen zwischen 14% und 45%. Entscheidend für die Berechnung der Steuerersparnis.
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von 42 % sparst du auf 6.000 EUR Beiträge ca. 2.520 EUR Steuern. Das verbessert die Rendite erheblich.

Wann lohnt sich freiwilliges Einzahlen?

Lohnt sich

  • Wartezeit für Rentenanspruch erreichen (5 Jahre Minimum)
  • 35 Jahre für Frührentenanspruch komplettieren
  • 45 Jahre für abschlagsfreie Frührente erreichen
  • Abschläge bei Frührente ausgleichen (ab 50 Jahren)
  • Grundrente-Anspruch sichern (33 Jahre Mindestzeiten)
  • Hoher Steuersatz — der steuerliche Vorteil macht die Rendite attraktiv

Eher nicht lohnenswert

  • Junges Alter — der Kapitalmarkt bringt über 30+ Jahre deutlich mehr Rendite
  • Gesundheitliche Einschränkungen — kürzerer Rentenbezug senkt die Rendite
  • Bereits hohe Rentenansprüche vorhanden
  • Kein steuerlicher Vorteil (niedriges Einkommen)

Freiwillig einzahlen vs. Altersvorsorgedepot

Vergleich Freiwillige Beiträge Altersvorsorgedepot
Rendite (langfristig)ca. 2-3 %ca. 6-7 % (MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
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)
RisikoGering (politisch abhängig)Mittel (Kursschwankungen)
FlexibilitätKein Zugriff vor RenteKein Zugriff vor Rente (FörderschädlichWas ist Förderschädlich?Wenn du das Geld vor dem Rentenalter entnimmst, musst du alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Die Kursgewinne darfst du behalten.
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)
VererbbarkeitEingeschränkt (Witwenrente)Vollständig vererbbar
FörderungSteuerlich absetzbarGrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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+ KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
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+ SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
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InflationsschutzTeilweise (Rentenanpassung)Ja (Kapitalmarktrendite)
Wichtig: Freiwillige Beiträge und Altersvorsorgedepot schließen sich nicht aus. Du kannst beides parallel nutzen. Freiwillige Beiträge sind sinnvoll für Wartezeiten und Abschlagsausgleich, das Altersvorsorgedepot für den Vermögensaufbau.

Was bedeutet das für dein Altersvorsorgedepot?

Die freiwillige Einzahlung in die Rentenversicherung kann sinnvoll sein — aber sie ersetzt kein Altersvorsorgedepot. Bei 30+ Jahren Anlagehorizont bringt der Kapitalmarkt historisch die 2-3-fache Rendite der gesetzlichen Rente. Und die staatliche Förderung im Altersvorsorgedepot (GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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, KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
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) ist zusätzlich zum steuerlichen Vorteil.

Die optimale Strategie für viele: Freiwillige Beiträge nutzen, um strategische Wartezeiten zu erfüllen (35 oder 45 Jahre), und parallel das Altersvorsorgedepot mit ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →
-Sparplänen aufbauen. So kombinierst du die Sicherheit der gesetzlichen Rente mit der Rendite des Kapitalmarkts — und schließt deine Rentenlücke effizient.

Altersvorsorgedepot vs. freiwillige Beiträge — was bringt mehr?

Berechne, wie sich 200 EUR monatlich im Altersvorsorgedepot im Vergleich zu freiwilligen Rentenversicherungsbeiträgen entwickeln.

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Häufige Fragen

Altersvorsorgedepot vs. Riester-Rente - was ist besser?

Altersvorsorgedepot: günstigere ETF-Kosten, höhere Rendite-Chance, flexibler. Riester: Beitragsgarantie, Kapital wird verrentertet. Für Kapitalmarkt-affine Anleger: Altersvorsorgedepot meist attraktiver. Riester lohnt noch für: hohe Kinderzulagen, wenig ETF-Erfahrung.

Kann ich Riester in ein Altersvorsorgedepot umwandeln?

Ja — das pAV-Reformgesetz (Bundesrat einstimmig 24.04.2026) regelt die Übertragung: Riester-Guthaben kann steuerneutral in ein Altersvorsorgedepot übertragen werden. Zulagen und Erträge bleiben erhalten. Die alte 100%-Beitragsgarantie entfällt beim Wechsel, aber du kannst im neuen Depot eine Garantievariante (0/80/100 %) wählen. Alle Details: /ratgeber/was-passiert-mit-riester/

Altersvorsorgedepot vs. betriebliche Altersvorsorge (bAV)?

bAV: Entgeltumwandlung, Arbeitgeberzuschuss (25% Pflicht), steuerfreie Einzahlung. Altersvorsorgedepot: staatliche Zulage, selbst verwaltbar, bei Arbeitgeberwechsel einfacher. Empfehlung: beide nutzen, wenn Arbeitgeber bAV-Zuschuss gibt.

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