Flexi-Rente — Gleitender Übergang in den Ruhestand
Seit dem Flexirentengesetz kannst du Rente und Arbeit flexibel kombinieren. Teilrente, Hinzuverdienst und späterer Rentenbeginn bieten neue Möglichkeiten.
Das Wichtigste in Kürze
- Hinzuverdienst Seit 2023 unbegrenzt bei Altersrente ab Regelalter — keine Kürzung mehr
- Vorgezogene Rente Hinzuverdienstgrenze 2025: ca. 19.661 EUR/Jahr (darüber anteilige Kürzung)
- Teilrente Frei wählbar zwischen 10 % und 99 % der vollen Rente
- Späterer Beginn 0,5 % Zuschlag pro Monat über Regelalter hinaus (6 % pro Jahr)
- Weiterarbeiten Auch nach Rentenbeginn weiter Beiträge zahlen und Rentenpunkte sammeln
Was ist die Flexi-Rente?
Die Flexi-Rente wurde 2017 mit dem Flexirentengesetz eingeführt und seitdem mehrfach verbessert. Das Ziel: Den starren Übergang von Vollzeit-Arbeit in Vollzeit-Rente durch flexible Zwischenstufen ersetzen. Du kannst jetzt Teilrente beziehen und gleichzeitig weiterarbeiten, den Rentenbeginn verschieben und dafür höhere Zuschläge kassieren, oder nach Rentenbeginn freiwillig weitere Beiträge zahlen.
Besonders attraktiv ist die Regelung seit Januar 2023: Wer die Regelaltersgrenze von 67 Jahren erreicht hat, darf unbegrenzt hinzuverdienen — ohne dass die Rente gekürzt wird. Damit ist Rente plus volles Gehalt möglich.
Teilrente — wie funktioniert sie?
Statt die volle Altersrente zu beziehen, kannst du einen Teilbetrag wählen. Das ist sinnvoll, wenn du schrittweise kürzer treten möchtest. Die Teilrente kann frei zwischen 10 % und 99 % gewählt werden:
| Teilrente | Beispiel (volle Rente 1.500 EUR) | Typische Situation |
|---|---|---|
| 25 % | 375 EUR Rente + Gehalt | Fast Vollzeit weiterarbeiten, kleines Zubrot |
| 50 % | 750 EUR Rente + Teilzeit-Gehalt | Halbe-halbe — Klassiker für den Übergang |
| 75 % | 1.125 EUR Rente + Minijob | Überwiegend Rente, gelegentlich arbeiten |
| 99 % | 1.485 EUR Rente + Vollzeit | Fast volle Rente plus voller Hinzuverdienst |
Späterer Rentenbeginn — der Zuschlagsbonus
Wer über das Regelalter von 67 hinaus arbeitet, ohne Rente zu beziehen, bekommt einen dauerhaften Zuschlag von 0,5 % pro Monat. Das sind 6 % mehr Rente pro Jahr. Ein Beispiel: 2 Jahre länger arbeiten bringt 12 % mehr Rente — lebenslang. Bei 1.500 EUR Rente wären das 180 EUR mehr jeden Monat.
Dieser Zuschlag kombiniert sich mit den zusätzlichen Rentenpunkten, die du in der Verlängerungszeit sammelst. Beides zusammen kann die Rente um 15-20 % steigern, wenn du 2 Jahre anhängst. Für Menschen, die gesund und motiviert sind, ist das eine attraktive Option.
Flexi-Rente und Altersvorsorgedepot
Die Flexi-Rente und das Altersvorsorgedepot ergänzen sich hervorragend. Während die Teilrente dir einen früheren Teilausstieg ermöglicht, kann das Depot die fehlende Differenz überbrücken. Wer beispielsweise mit 63 in Teilrente geht, kann die Differenz zum vollen Gehalt aus dem ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →-Depot entnehmen — und profitiert von der Nachgelagerte BesteuerungWas ist Nachgelagerte Besteuerung?Steuerprinzip bei der Altersvorsorge: In der Ansparphase steuerfrei, erst bei der Auszahlung im Ruhestand wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.
Mehr erfahren →, die im Alter bei niedrigerem EinkommensteuersatzWas ist Einkommensteuersatz?Der persönliche Steuersatz auf dein Einkommen. Steigt progressiv von 14% bis 45%. Im Ruhestand typischerweise 15-30%, da das Einkommen niedriger ist als im Berufsleben.
Mehr erfahren → einen Steuervorteil bringt.
Besonders für die Jahre zwischen 63 und 67 ist eine Kombination aus Teilrente, Teilzeit-Arbeit und Depot-Entnahme eine elegante Lösung. Die gesetzliche Rente bildet das Fundament, das Depot die flexible Ergänzung. Wie viel du dafür ansparen solltest, zeigt dir der Depot-Rechner.
Auch der Blick auf die Besteuerung der Rente lohnt sich: Bei Teilrente zahlst du nur auf den bezogenen Teil Steuern, während Zuschläge die Rente später erhöhen. Die GünstigerprüfungWas ist Günstigerprüfung?Das Finanzamt prüft automatisch, ob die Zulagen oder der Sonderausgabenabzug für dich vorteilhafter ist. Du bekommst immer das bessere Ergebnis.
Mehr erfahren → beim Altersvorsorgedepot stellt sicher, dass du steuerlich optimal aufgestellt bist.
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Häufige Fragen
Was ist das Altersvorsorgedepot?
Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich gefördertes Wertpapierdepot für die private Altersvorsorge. Es ersetzt und verbessert die Riester-Rente: statt teueren Rentenversicherungen können günstige ETFs bespart werden. Förderung: Grundzulage 540 EUR/Jahr + Sonderausgabenabzug.
Was ist der Unterschied zum normalen ETF-Depot?
Normales Depot: keine staatliche Förderung, Abgeltungsteuer auf Gewinne sofort. Altersvorsorgedepot: staatliche Zulage, Steuerstundung in der Ansparphase (kein Zugriff des Fiskus), günstigere Besteuerung im Rentenalter. Dafür: Kapital erst ab Rentenalter verfügbar.
Wie eröffne ich ein Altersvorsorgedepot?
Schritt 1: Anbieter wählen (Trade Republic, ING, DKB etc.). Schritt 2: Depot online eröffnen (Legitimation per Video-Ident oder Post-Ident). Schritt 3: ETF-Sparplan einrichten. Schritt 4: Zulagenantrag beim BZSt stellen (meistens automatisch durch Anbieter).
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