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bAV oder Altersvorsorgedepot — Was zuerst besparen?

Das Wichtigste in Kürze

  • Faustregel Erst Arbeitgeberzuschuss mitnehmen, dann Depot
  • bAV lohnt sich ab Zuschuss >= 20 %
  • Altersvorsorgedepot-Vorteil Volle Anlagefreiheit (ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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    )
  • bAV-Vorteil Steuer+SV-Ersparnis am Brutto
  • Optimale Strategie Beides kombinieren

Das Dilemma: Zwei gute Optionen, ein Budget

Mit dem Altersvorsorgedepot ab 2027 hast du erstmals eine echte Alternative zur betrieblichen Altersvorsorge. Beide sind staatlich gefördert, beide haben Vor- und Nachteile. Wenn dein Budget begrenzt ist — was bei den meisten der Fall ist — musst du priorisieren.

Der Entscheidungsbaum

Frage 1: Zahlt dein Arbeitgeber mehr als 15 % Zuschuss?
Ja: bAV hat Priorität (zumindest bis zur Höhe des Zuschusses).
Nein: Weiter zu Frage 2.

Frage 2: Bietet die bAV gute Konditionen (niedrige Kosten, Fondsauswahl)?
Ja: bAV bis zur SV-Freigrenze (4 % BBG) besparen.
Nein: Nur den Mindestbetrag für den AG-Zuschuss, Rest ins Depot.

Frage 3: Hast du nach der bAV noch Budget übrig?
Ja: Ab ins Altersvorsorgedepot mit ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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s.
Nein: bAV allein ist besser als gar nichts.

Vergleich: bAV vs. Altersvorsorgedepot

Kriterium bAV (Entgeltumwandlung) Altersvorsorgedepot
Einzahlung Vom Brutto (vor Steuer+SV) Vom Netto (mit Zulagen/Steuererstattung)
Förderung Steuer+SV-Ersparnis + AG-Zuschuss GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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+ KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
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+ SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
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Anlagefreiheit Gering (AG wählt Produkt) Hoch (freie ETF-Wahl)
Kosten (TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
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)
Oft 1,0-2,5 % p.a. Ab 0,1-0,3 % p.a.
Flexibilität Kaum (frühestens ab 62) Wechsel möglich, Auszahlungsoptionen
Besteuerung Rente Volle Einkommensteuer + KV/PV Nachgelagerte BesteuerungWas ist Nachgelagerte Besteuerung?Steuerprinzip bei der Altersvorsorge: In der Ansparphase steuerfrei, erst bei der Auszahlung im Ruhestand wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.
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, 80 % (Reform)
Portabilität Eingeschränkt bei Jobwechsel Voll portabel (dein Depot)

Rechenbeispiel: 300 EUR/Monat Budget

Annahmen: 40.000 EUR Bruttojahresgehalt, GrenzsteuersatzWas ist Grenzsteuersatz?Der Steuersatz, der auf den letzten verdienten Euro anfällt. Liegt je nach Einkommen zwischen 14% und 45%. Entscheidend für die Berechnung der Steuerersparnis.
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30 %, Arbeitgeber zahlt 20 % bAV-Zuschuss, Anlagehorizont 30 Jahre.

Variante A: Alles in bAV (300 EUR brutto)

  • Nettoaufwand: ca. 165 EUR/Monat
  • AG-Zuschuss (20 %): +60 EUR → 360 EUR/Monat in bAV
  • Rendite nach Kosten (ca. 3 % bei Versicherung): ca. 210.000 EUR
  • Minus volle Steuer+KV in Rente: effektiv ca. 140.000 EUR Kaufkraft

Variante B: 150 EUR bAV + Rest ins Depot

  • bAV: 150 EUR brutto + 30 EUR AG-Zuschuss = 180 EUR/Monat, Nettoaufwand ca. 82 EUR
  • Depot: 135 EUR netto (= Restbudget) + Zulagen → ca. 150 EUR effektiv
  • bAV nach 30 Jahren (3 %): ca. 105.000 EUR
  • Depot nach 30 Jahren (6 % MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
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    ): ca. 150.000 EUR
  • Gesamt: ca. 255.000 EUR (vor Steuern, aber Depot mit niedrigerer Steuerlast)

Ergebnis: Die Kombination schlägt die reine bAV deutlich — weil das Altersvorsorgedepot dank niedrigerer Kosten und höherer Rendite den Unterschied macht. Der Schlüssel ist: Den AG-Zuschuss mitnehmen, aber nicht übermässig viel in ein teures bAV-Produkt stecken.

Wann die bAV klar gewinnt

  • Dein Arbeitgeber zahlt 50 % oder mehr Zuschuss (z. B. Matching)
  • Du hast einen hohen GrenzsteuersatzWas ist Grenzsteuersatz?Der Steuersatz, der auf den letzten verdienten Euro anfällt. Liegt je nach Einkommen zwischen 14% und 45%. Entscheidend für die Berechnung der Steuerersparnis.
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    (> 40 %) und die SV-Ersparnis ist gross
  • Du bist nah am Rentenalter (< 10 Jahre) und willst keine Aktienmarkt-Schwankungen
  • Dein Arbeitgeber bietet einen Pensionsfonds mit ETF-Option

Wann das Altersvorsorgedepot klar gewinnt

  • Dein Arbeitgeber zahlt nur den Pflicht-Zuschuss von 15 %
  • Die bAV hat hohe Kosten (> 1,5 % TER) und keine Fondswahl
  • Du hast einen langen Anlagehorizont (> 20 Jahre) und willst ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
    Mehr erfahren →
    s
  • Du bist selbstständig und hast keinen Arbeitgeber
  • Du wechselst häufig den Job und willst volle Portabilität

Wichtig: Die Nachteile der bAV (doppelte KV-Beiträge, Inflexibilität) werden oft unterschätzt. Besonders die Krankenversicherungsbeiträge auf die Betriebsrente können die Steuerersparnis aus der Ansparphase teilweise auffressen.

Berechne dein optimales Vorsorge-Setup

Unser Rechner zeigt dir, wie viel du mit dem Altersvorsorgedepot aufbauen kannst — ergänzend oder alternativ zur bAV.

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