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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Künstler informiert sich über KSK und Altersvorsorgedepot

Key-Facts: Altersvorsorge Künstler (KSK)

  • Durchschnittliches KSK-Einkommen ca. 18.000 – 22.000 €/Jahr
  • GRV-Beitrag (halber Satz) ca. 9,3 % vom Einkommen
  • GRV-Rente nach 35 Jahren ca. 450 – 700 €
  • GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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    Altersvorsorgedepot bis 540 € / Jahr
  • Förderquote (mit Kindern) bis über 90 %

Die KSK: Dein wichtigstes Sicherheitsnetz

Die Künstlersozialkasse (KSK) ist das Sozialsystem für selbständige Künstler und Publizisten in Deutschland. Sie funktioniert wie ein halber Arbeitgeber: Du zahlst nur den Arbeitnehmeranteil (ca. 9,3 %) der Sozialversicherungsbeiträge, die KSK übernimmt den "Arbeitgeberanteil". Damit bist du pflichtversichert in der GRV, Kranken- und Pflegeversicherung.

Das hat einen entscheidenden Vorteil für deine Altersvorsorge: Du bist automatisch berechtigt für das Altersvorsorgedepot. Kein freiwilliger GRV-Beitrag nötig, kein Sonderstatus — du bist ganz normal förderberechtigt.

Das Problem: Niedriges Einkommen = Mini-Rente

Das durchschnittliche KSK-Einkommen lag 2025 bei rund 20.000 Euro im Jahr. Bei diesem Einkommen sammelst du nur etwa 0,43 Rentenpunkte pro Jahr. Nach 35 Jahren ergibt das eine GRV-Bruttorente von ca. 565 Euro. Davon gehen noch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge ab. Das reicht nicht einmal für die Miete in den meisten Städten.

KSK-Einkommen/Jahr GRV-Beitrag (eigener Anteil) Rentenpunkte/Jahr GRV-Rente nach 35 J.
15.000 € ca. 1.395 € 0,32 ca. 420 €
20.000 € ca. 1.860 € 0,43 ca. 565 €
30.000 € ca. 2.790 € 0,64 ca. 845 €
45.000 € ca. 4.185 € 0,97 ca. 1.270 €
Achtung: Viele Künstler melden ihr KSK-Einkommen zu niedrig, um Beiträge zu sparen. Das reduziert nicht nur die spätere Rente, sondern kann zum KSK-Ausschluss führen, wenn das tatsächliche Einkommen bei einer Prüfung höher ist.

Die optimale Vorsorge-Reihenfolge für Künstler

  1. KSK-Mitgliedschaft pflegen: Dein wichtigstes Asset. Melde dein Einkommen korrekt, halte die Mindesteinkommensgrenze (3.900 €/Jahr) und vermeide nicht-künstlerische Nebentätigkeiten über 450 €/Monat. Alle Infos zur KSK bei der Künstlersozialkasse.
  2. Altersvorsorgedepot eröffnen: Die pauschalen Zulagen sind bei niedrigem Einkommen der größte Hebel. GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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    540 EUR/Jahr (pauschal ab Sockelbeitrag 60 EUR/Jahr), KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
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    bis 300 € pro Kind. SA-Förderhöchstbetrag: 1.800 EUR/Jahr. Das Finanzamt prüft per Günstigerprüfung automatisch, ob die Zulagen oder der Sonderausgabenabzug günstiger ist — bei niedrigem Einkommen sind die Zulagen fast immer vorteilhafter.
  3. DauerzulagenantragWas ist Dauerzulagenantrag?Einmalige Vollmacht an den Depotanbieter, jedes Jahr automatisch die staatlichen Zulagen beim Bundeszentralamt für Steuern zu beantragen. Einmal Häkchen setzen — fertig.
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    stellen:
    Einmal ausfüllen, dann fließen die Zulagen jedes Jahr automatisch in dein Depot.
  4. Kleinen ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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    -Sparplan starten:
    Schon 25 € monatlich in einen MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
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    -ETF im freien Depot. Über 30 Jahre ergeben 25 € bei 6 % Rendite rund 25.000 €.
  5. Grundrente prüfen: Bei 33+ Beitragsjahren (auch mit niedrigem Einkommen) hast du Anspruch auf die Grundrente.

Förderquoten: Der Staat zahlt den Löwenanteil

Situation Eigenbeitrag/Monat Zulagen/Jahr Förderquote
Single, 20.000 € KSK-Einkommen 50 € 240 € ca. 29 %
1 Kind 50 € 540 € ca. 47 %
2 Kinder 30 € 780 € ca. 68 %
3 Kinder 10 € (Mindestbeitrag) 960 € ca. 89 %
Tipp: Nutze den Berufseinsteigerbonus von 200 Euro, wenn du gerade erst in die KSK aufgenommen wurdest. Details: Berufseinsteigerbonus. Auch die Kinderzulage ist ein enormer Hebel bei niedrigem Einkommen.

KSK und Nebenjob: Was geht, was nicht?

Viele Künstler haben Nebenjobs, um über die Runden zu kommen. Das ist erlaubt, aber: Wenn dein nicht-künstlerisches Einkommen regelmäßig über der Geringfügigkeitsgrenze liegt (2026: ca. 556 €/Monat), verlierst du die KSK-Mitgliedschaft. Und damit den günstigen GRV-Zugang und die Krankenversicherung. Ein Minijob bis 556 Euro ist kein Problem.

Bist du neben der künstlerischen Tätigkeit auch angestellt (z. B. halbe Stelle als Kunstlehrer), bist du über die Anstellung in der GRV pflichtversichert. Die KSK-Mitgliedschaft kann trotzdem bestehen bleiben, wenn die künstlerische Tätigkeit überwiegt.

Beispielrechnung: Musikerin, 35 Jahre, 1 Kind, 22.000 € KSK-Einkommen

Baustein Monatl. Eigenbeitrag Erwartete Rente (67)
GRV (über KSK, 35 Jahre) (ca. 85 € halber Satz) ca. 580 €
Altersvorsorgedepot (ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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, 32 Jahre)
50 € eigen + 540 € Zulagen/Jahr ca. 260 – 330 €
Grundrente-Zuschlag ca. 50 – 100 €
Gesamtrente 50 € ca. 890 – 1.010 €

Ohne das Altersvorsorgedepot wäre die Gesamtrente unter 700 Euro geblieben. Mit 50 Euro Eigenbeitrag plus 540 Euro Zulagen pro Jahr macht das Depot den entscheidenden Unterschied. Ergänzend hilft ein freies ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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-Depot: Sparplan einrichten.

Vorteile

  • KSK = automatischer GRV-Zugang + Depot-Berechtigung
  • Halber Beitragssatz = günstige Sozialversicherung
  • Extrem hohe Förderquoten bei niedrigem Einkommen
  • Depot ist insolvenz- und pfändungsgeschützt

Nachteile / Risiken

  • Sehr niedrige Einkommen = Mini-Rente
  • KSK-Mitgliedschaft fragil (Nebenjob-Grenze)
  • Schwankende Einnahmen erschweren Planung
  • Altersarmut-Risiko überdurchschnittlich hoch

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Häufige Fragen

Sind Künstler beim Altersvorsorgedepot zugelassen?

Ja, wenn KSK-Mitglied. Die Künstlersozialkasse versichert bildende Künstler, Musiker, darstellende Künstler, Schriftsteller und verwandte Berufe sozialversicherungspflichtig zu halben GRV-Beiträgen. Das ermöglicht vollen AVD-Zugang mit Grundzulage. KSK-Mitglieder zahlen statt 18,6 % nur 9,3 % GRV-Beitrag — und sind trotzdem vollständig in der Rentenversicherung abgesichert.

Warum ist die Förderquote für Künstler beim AVD so hoch?

Bei typischen Künstlereinkommen (20.000–35.000 EUR) ist die Grundzulage (540 EUR) relativ zum Eigenbeitrag maximal. Beispiel: 24.000 EUR Jahreseinkommen. Mit dem Sockelbeitrag von 60 EUR/Jahr (5 EUR/Monat) erhält man die volle Grundzulage von 540 EUR — Förderquote von über 1.000 %, einkommensunabhängig. Wer in der KSK ist und Kinder hat: 300 EUR/Kind Kinderzulage dazu. Das macht das AVD für Künstler zu einem der stärksten Förderinstrumente in ihrer Situation.

Was tun Künstler ohne KSK-Mitgliedschaft?

Ohne KSK: freiwillige GRV für AVD-Zugang (Mindestbeitrag ca. 100 EUR/Monat). Alternatively: Rürup-Rente für steuerliche Förderung bei höheren Einkommen. Freies ETF-Depot als Basis immer möglich. Wichtigster Schritt: KSK-Mitgliedschaft prüfen und beantragen. Die KSK-Aufnahmehürde ist niedriger als viele denken — Nachweise über künstlerische Tätigkeit und Honorareinnahmen genügen meist.

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