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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Die 4-Prozent-Regel für die Rentenentnahme erklärt

Key-Facts: Die 4-Prozent-Regel

  • Herkunft Trinity Study (USA, 1998)
  • Entnahmerate 4 % des Startkapitals pro Jahr
  • 25x-Formel Jahresausgaben × 25 = Zieldepot
  • Historische Erfolgsquote (30 Jahre, 60/40-Portfolio) ca. 95 %
  • Größtes Risiko Sequence-of-Returns-Risk

Was ist die 4-Prozent-Regel?

Die 4-Prozent-Regel besagt: Du kannst im ersten Jahr des Ruhestands 4 % deines Depot-Gesamtvermögens entnehmen und diesen Betrag in den Folgejahren jährlich um die Inflationsrate erhöhen — ohne dass dein Depot in einem typischen 30-jährigen Ruhestand aufgebraucht wird. Sie ist keine Garantie, sondern eine historisch belegte Daumenregel.

Konkret bedeutet das: Wer ein Depot von 500.000 EUR hat, kann im ersten Jahr 20.000 EUR entnehmen. Im zweiten Jahr bei 2 % Inflation 20.400 EUR. Und so fort. Die Idee dahinter ist, dass ein gut diversifiziertes Portfolio aus Aktien und Anleihen im Schnitt mehr Rendite erwirtschaftet als entnommen wird — zumindest in den meisten historischen Marktphasen.

Die Trinity Study: Woher kommt diese Zahl?

Die Grundlage ist die sogenannte Trinity Study aus dem Jahr 1998, durchgeführt von drei Finanzprofessoren der Trinity University in Texas. Sie untersuchten historische US-Marktdaten von 1926 bis 1995 und analysierten, bei welchen Entnahmeraten ein Portfolio aus Aktien und Anleihen über verschiedene Zeiträume überlebte. Die Originalstudie ist frei zugänglich: AAII Journal — Trinity Study (Englisch).

Das Ergebnis: Bei einer Entnahmerate von 4 % und einem 60/40-Portfolio (60 % Aktien, 40 % Anleihen) überstand das Depot in rund 95 % aller historischen 30-Jahres-Perioden. Bei 5 % Entnahmerate sank die Erfolgsquote bereits auf unter 80 %. Die Studie wurde seitdem mehrfach aktualisiert und auf andere Märkte übertragen — die Kernaussage blieb stabil.

Wichtig zu verstehen: Die Studie basiert auf US-amerikanischen Marktdaten. Wer globaler investiert — etwa in einen MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
Mehr erfahren →-ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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— erhält eine breiter diversifizierte Basis, die aber auch andere historische Renditeprofile aufweist.

Die 25x-Formel: Wie viel Depot brauchst du?

Die 4-Prozent-Regel lässt sich umkehren: Wenn du weißt, wie viel du pro Jahr im Ruhestand ausgeben möchtest, multiplizierst du diesen Betrag mit 25 — das ist dein Zieldepot.

Monatlicher Bedarf Jahresausgaben Zieldepot (25x) 4 % Jahresentnahme
1.000 EUR/Monat 12.000 EUR 300.000 EUR 12.000 EUR
1.500 EUR/Monat 18.000 EUR 450.000 EUR 18.000 EUR
2.000 EUR/Monat 24.000 EUR 600.000 EUR 24.000 EUR
3.000 EUR/Monat 36.000 EUR 900.000 EUR 36.000 EUR

Die gesetzliche Rente und das AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
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decken bereits einen Teil des Bedarfs. Die 25x-Formel hilft zu berechnen, wie viel darüber hinaus aus freiem Vermögen kommen muss. Wer also 2.000 EUR monatlich benötigt, aber 1.200 EUR gesetzliche Rente plus 400 EUR aus dem Altersvorsorgedepot erhält, muss nur die verbleibende Rentenlücke von 400 EUR/Monat über das freie Depot abdecken — das entspricht einem Zieldepot von nur 120.000 EUR.

Zur Berechnung deiner persönlichen Rentenlücke: Wie viel Rente brauche ich wirklich? Wer den größeren Kontext verstehen möchte — also wie die 4%-Regel in eine FIRE-Strategie passt und wie das Zielkapital berechnet wird — findet alles in Finanzielle Freiheit berechnen.

Sequence-of-Returns-Risk: Das größte Risiko der Entnahmephase

Die 4-Prozent-Regel hat eine Achillesferse: das Sequence-of-Returns-Risk, auf Deutsch das Renditereihenfolge-Risiko. Es beschreibt das Problem, dass ein starker Börseneinbruch in den ersten Jahren des Ruhestands deutlich mehr schadet als derselbe Einbruch nach zehn Jahren Entnahme.

Ein Beispiel: Wer mit 600.000 EUR in Rente geht und im ersten Jahr 4 % = 24.000 EUR entnimmt, hat nach einem Kurseinbruch von 30 % noch rund 396.000 EUR im Depot (Verlust 180.000 EUR minus Entnahme). Erholt sich der Markt danach wieder normal, hat das Depot weniger Substanz für die Erholung als zu Beginn — und kann frühzeitig aufgebraucht sein.

Wer hingegen zehn Jahre lang 7 % p.a. Rendite hatte und dann denselben Einbruch erlebt, hat in den vorherigen Jahren ausreichend Puffer aufgebaut. Die Reihenfolge der Renditen ist also entscheidend — nicht nur der Durchschnitt.

Absicherung gegen Sequence-of-Returns-Risk: Ein Renditepuffer von 1–2 Jahresentnahmen in Tagesgeld oder kurzlaufenden Anleihen kann helfen. In schlechten Börsenjahren wird aus dem Puffer entnommen, das Depot bleibt unangetastet und kann sich erholen. Diese Strategie nennt sich "Bucket-Strategie" oder "Zwei-Töpfe-Modell".

Anpassung für Deutschland: Steuern und Krankenversicherung

Die Trinity Study ist amerikanisch. In Deutschland kommen zwei wesentliche Faktoren hinzu, die die effektive Entnahmerate nach unten verschieben:

Kapitalertragsteuer auf Entnahmen

Kursgewinne aus dem freien Depot unterliegen der AbgeltungsteuerWas ist Abgeltungsteuer?Pauschale Steuer von 26,375% (inkl. Soli) auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Gilt für normale Depots, NICHT für das Altersvorsorgedepot in der Ansparphase.
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von 25 % plus Solidaritätszuschlag (insgesamt ca. 26,375 %). Das bedeutet: Um 24.000 EUR netto zu erhalten, müssen bei hohen Kursgewinnen je nach Einkaufskurs deutlich mehr Anteile verkauft werden als geplant. Die VorabpauschaleWas ist Vorabpauschale?Jährliche Mini-Steuer auf Fondsgewinne in normalen Depots. Im Altersvorsorgedepot fällt sie NICHT an — ein Vorteil gegenüber dem freien ETF-Depot.
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in der Ansparphase reduziert diesen Effekt teilweise, weil laufende Erträge bereits teilweise versteuert wurden.

Krankenversicherung im Ruhestand

Gesetzlich Versicherte müssen im Ruhestand auf Kapitalerträge keine GKV-Beiträge zahlen. Wer jedoch freiwillig gesetzlich oder privat versichert ist, muss die KV-Kosten explizit in seine Entnahmeplanung einrechnen. Private Krankenversicherungen steigen im Alter oft stark — ein nicht zu unterschätzender Fixkostenblock.

Für Deutschland empfehlen viele Finanzplaner daher eine konservativere Entnahmerate von 3,0–3,5 % statt der US-amerikanischen 4 %. Das erhöht das notwendige Zieldepot auf das 28- bis 33-fache der Jahresausgaben.

Entnahmeplanung im Ruhestand — Tablet und Finanzrechner auf dem Schreibtisch

Dynamische Entnahmestrategien als Alternative

Die starre 4-Prozent-Regel ist eine Vereinfachung. In der Praxis sind flexiblere Entnahmestrategien oft besser geeignet:

Prozentuale Entnahme

Statt eines fixen Eurobetrags werden jedes Jahr 4 % des aktuellen Depotwertes entnommen. In guten Börsenjahren mehr, in schlechten weniger. Das schützt besser vor dem Depotuntergang, erfordert aber Flexibilität beim Ausgabeverhalten.

Floor-and-Upside-Strategie

Ein fixer Mindestbetrag (Floor) wird durch sichere Ertragsquellen gedeckt — gesetzliche Rente, AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
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, Anleihen. Darüber hinaus wird nach dem Lust-und-Laune-Prinzip entnommen, wenn der Markt gut läuft. Diese Strategie reduziert Stress deutlich.

Guardrails-Methode

Es werden obere und untere Grenzen definiert. Fällt das Depot unter eine bestimmte Schwelle, wird die Entnahme reduziert. Steigt es über eine Schwelle, darf mehr entnommen werden. Diese Methode reagiert auf Marktbedingungen, ohne völlig auf Planbarkeit zu verzichten.

Bezug zum Altersvorsorgedepot ab 2027

Das neue AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
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zahlt ab Renteneintritt eine lebenslange Rente — das ist konzeptionell das Gegenteil der 4-Prozent-Regel. Es gibt keine selbstbestimmte Entnahme, sondern eine monatliche Auszahlung durch den Anbieter. Das macht das Altersvorsorgedepot zur idealen Ergänzung: Es deckt als Basisrente den Floor ab, während ein freies ETF-Depot nach der 4-Prozent-Regel flexibel als Zusatzeinkommen dient.

Bis zu 30 % des Guthabens im Altersvorsorgedepot können allerdings zum Rentenbeginn als Einmalbetrag ausgezahlt werden. Diesen Betrag könnten clever agierende Rentner direkt in ein breites ETF-Portfolio überführen und nach der 4-Prozent-Regel selbst verwalten — für mehr Flexibilität in der Entnahmephase.

Details zur Auszahlung und konkreten Entnahmeplanung: Auszahlung aus dem Altersvorsorgedepot erklärt und Entnahmephase im Überblick. Wer bereits 100.000 EUR oder mehr angespart hat, findet eine praxisnahe Multi-Asset-Strategie auf der Seite ETF-Portfolio mit 100.000 € aufbauen.

Tipp: Die 4-Prozent-Regel ist ein guter Orientierungspunkt, aber keine Garantie. Wer sicherer planen möchte, rechnet mit 3 % und baut sich einen Cash-Puffer von 1–2 Jahresentnahmen auf. Professionelle Finanzplanung lohnt sich besonders für Menschen mit großen Depots kurz vor dem Rentenübergang.

Realistische Renditeerwartungen einbeziehen

Die 4-Prozent-Regel basiert auf historischen Daten. Die Zukunft kann abweichen — nach oben wie nach unten. Wer mit realistischen Annahmen plant, sollte für ein globales ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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-Portfolio folgende Renditeszenarien einplanen:

Szenario Rendite p.a. (real, nach Inflation) Sichere Entnahmerate (30 Jahre)
Pessimistisch 2–3 % 2,5–3,0 %
Moderat (Basisannahme) 4–5 % 3,5–4,0 %
Optimistisch (historischer Schnitt) 5–7 % 4,0–4,5 %

Mehr zu realistischen Renditeerwartungen: Renditeerwartungen realistisch einschätzen.

Wie viel Depot brauchst du für deinen Ruhestand?

Unser Rechner zeigt dir, wie viel Vermögen du bis zur Rente aufbauen musst — und wie das AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
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Häufige Fragen

Wie kann ich im Rentenalter aus dem Altersvorsorgedepot Geld entnehmen?

Das Altersvorsorgedepot erlaubt flexible Entnahme ab Rentenalter (ab 62 Jahre möglich). Optionen: Einmalentnahme, monatliche Auszahlungspläne oder schrittweiser Verkauf von ETF-Anteilen. Steuer bei Entnahme: persönlicher Einkommensteuersatz.

Was ist die 4-Prozent-Regel?

Faustregel: Jedes Jahr 4% des Depotwertes entnehmen, ohne das Kapital langfristig aufzubrauchen. Basis: historische Renditen des MSCI World. Bei 300.000 EUR Depot = 12.000 EUR/Jahr = 1.000 EUR/Monat. Funktioniert bei 30+ Jahren Anlagehorizont.

Muss ich das Altersvorsorgedepot verrentern?

Ja — laut pAV-Reformgesetz (Bundestag 27.03.2026, Start 01.01.2027) ist eine lebenslange Rente aus dem Altersvorsorgedepot vorgesehen. Bis zu 30 % des Guthabens können jedoch als Einmalbetrag entnommen werden. Im Unterschied zur Riester-Rente entfällt die starre Kapitalerhaltungspflicht für die Ansparphase.

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