Verbraucherschützer fordern niedrigeren Kostendeckel
Die Kosten-Debatte um das Altersvorsorgedepot geht in die nächste Runde. Verbraucherzentralen und Finanzexperten fordern schärfere Grenzen. Stand: 14.04.2026
Das Wichtigste in Kürze
- Aktueller Kostendeckel im Gesetz bis ca. 1,5 % p.a.
- Forderung Verbraucherschützer max. 0,5 % p.a.
- Typische ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →-Kosten 0,10–0,20 % TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
Mehr erfahren → - Standarddepot-Kosten erwartet ca. 0,2–0,4 %
- Entscheidung Rechtsverordnung Sommer 2026
Worum geht es bei der Kostendeckel-Debatte?
Das Gesetz zum AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
Mehr erfahren → sieht einen Kostendeckel vor, der die maximalen Gebühren begrenzt, die Anbieter erheben dürfen. Die genaue Höhe wird in einer Rechtsverordnung festgelegt, die im Sommer 2026 erwartet wird. Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) kritisiert, dass der bisherige Rahmen zu großzügig sei.
Der Kern des Problems: Je höher die Kosten, desto weniger Rendite bleibt bei dir als Anleger. Bei der alten Riester-RenteWas ist Riester-Rente?Staatlich geförderte Altersvorsorge seit 2002. Gescheitert wegen zu hoher Kosten, Garantiepflicht und niedriger Rendite. Wird ab 2027 durch das Altersvorsorgedepot ersetzt.
Mehr erfahren → frasen Kosten von 1,5–2,5 % pro Jahr einen Großteil der Erträge auf. Genau das soll beim Altersvorsorgedepot anders werden — aber wie streng der Deckel ausfällt, ist politisch umkaempft.
Was kostet wie viel? Der Vergleich
| Kostenart | Riester (alt) | Depot (Deckel aktüll) | Forderung vzbv |
|---|---|---|---|
| Produktkosten (TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten. Mehr erfahren →) |
0,5–1,5 % | max. 0,8 % | max. 0,3 % |
| Depotgebühr | n/a | max. 0,3 % | max. 0,1 % |
| Abschlusskosten | bis 4 % der Beitragssumme | keine | keine |
| Gesamtkosten | 1,5–2,5 % | max. ca. 1,0–1,5 % | max. 0,5 % |
Die Position der Verbraucherschützer
Der vzbv argumentiert, dass ein kostengünstiger ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →-Sparplan heute bereits für unter 0,3 % Gesamtkosten zu haben sei. Ein gefördertes Altersvorsorgeprodukt solle nicht teurer sein als das, was der Markt ohnehin bietet. Die Verbraucherschützer verweisen auf das schwedische Modell: Der dortige AP7-Staatsfonds kostet nur 0,04 % pro Jahr.
Finanzwissenschaftler der Universität Mannheim unterstützen diese Position. In einer aktuellen Studie zeigen sie, dass jeder Prozentpunkt an Kosten über 30 Jahre etwa 20 % des Endvermögens vernichtet. Bei einer Sparrate von 200 EUR monatlich sind das über 25.000 EUR Unterschied. Mehr zu Kosten und Gebühren.
Die Gegenposition: Warum ein höherer Deckel verteidigt wird
Die Finanzbranche argumentiert, dass ein zu niedriger Kostendeckel viele Anbieter vom Markt ausschließen würde. Besonders für die Garantie-Varianten 1 und 2 seien höhere Kosten nötig, weil die Absicherung des Kapitals Geld kostet. Außerdem brauche es Spielraum für Beratung und Service.
Auch das Bundesfinanzministerium verweist darauf, dass der Kostendeckel alle Varianten abdecken müsse — von der garantiefreien Variante 3 bis zur 100%-Garantie in Variante 1. Ein einheitlicher Deckel von 0,5 % sei für Garantieprodukte nicht darstellbar.
Was das Standarddepot ändern könnte
Der wichtigste Hebel für niedrige Kosten ist das Standarddepot. Dieses staatlich organisierte Basisprodukt soll als Benchmark dienen. Wenn das Standarddepot bei 0,2–0,4 % Gesamtkosten liegt, müssen private Anbieter einen echten Mehrwert bieten, um höhere Gebühren zu rechtfertigen.
In der Praxis wird das Standarddepot voraussichtlich in einen breit gestreuten ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren → investieren — ähnlich dem MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
Mehr erfahren → oder FTSE All-World. Für die Mehrheit der Anleger ist das völlig ausreichend. Wer mehr möchte (individülle ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →-Auswahl, Garantien, Beratung), kann zu einem privaten Anbieter gehen und zahlt dann entsprechend mehr.
Mehr erfahren →-Variante 3 werden die Kosten voraussichtlich bei allen Anbietern unter 0,5 % liegen — auch ohne schärferen Deckel.
Was bedeutet das für dich?
Als künftiger Depot-Inhaber profitierst du in jedem Fall von niedrigeren Kosten als bei Riester. Achte bei der Anbieterwahl auf die Gesamtkosten (nicht nur die TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
Mehr erfahren →, sondern auch Depot- und Transaktionsgebühren). Und prüfe, ob das Standarddepot für dich ausreicht — es ist fast immer die günstigste Option.
Die endgültige Entscheidung fällt mit der Rechtsverordnung im Sommer 2026. Wir werden die Details analysieren, sobald sie vorliegen. Bis dahin findest du eine ausführliche Kosten-Analyse in unseren Artikeln: Was kostet die Aktienrente? und Was ist die TER?.
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