Wie viel Rente brauche ich wirklich? Die ehrliche Rechnung
Die Frage aller Fragen bei der Altersvorsorge. Hier bekommst du eine ehrliche Antwort — mit konkreten Zahlen für deinen Lebensstil. Stand: 19.04.2026
Das Wichtigste in Kürze
- Faustregel 70–80 % des letzten Nettoeinkommens
- Durchschnittliche gesetzliche Rente ca. 1.100 EUR netto
- Typische Rentenlücke 400–1.200 EUR/Monat
- Mindestbedarf Single (bescheiden) ca. 1.200 EUR/Monat
- Komfortabler Bedarf Single ca. 2.000–2.500 EUR/Monat
Die 70-80% Regel: Ein guter Startpunkt
Die gängigste Faustregel lautet: Im Ruhestand brauchst du etwa 70–80 % deines letzten Nettoeinkommens. Warum nicht 100 %? Weil einige Kosten wegfallen: Fahrtkosten zur Arbeit, Berufskleidung, Sparraten für die Altersvorsorge selbst und häufig auch die Hypothek für die eigene Immobilie.
Allerdings kommen neue Kosten hinzu: Mehr Ausgaben für Gesundheit, Hobbys und Reisen. Und die Inflation nagt am Wert deiner Rente. Deshalb ist die 70-80% Regel nur ein Startpunkt — dein individüller Bedarf kann deutlich abweichen.
Bedarf nach Lebensstil: Die ehrliche Tabelle
| Lebensstil | Monatlicher Bedarf (Single) | Monatlicher Bedarf (Paar) | Was ist enthalten? |
|---|---|---|---|
| Bescheiden | 1.200–1.500 EUR | 1.800–2.200 EUR | Miete, Essen, Grundversorgung, wenig Extras |
| Komfortabel | 2.000–2.500 EUR | 3.000–3.800 EUR | + Auto, 1–2 Urlaube, Hobbys, Restaurant |
| Gehoben | 3.000–4.000 EUR | 4.500–5.500 EUR | + häufige Reisen, Kultur, gehobener Konsum |
| Luxuriös | 5.000+ EUR | 7.000+ EUR | + Premium-Wohnen, Fernreisen, keine Einschränkungen |
Wichtig: Diese Werte sind in heutiger Kaufkraft. Durch Inflation wird dein nominaler Bedarf in 20–30 Jahren deutlich höher liegen. Bei 2 % Inflation braucht ein "komfortables" Single-Leben in 30 Jahren nicht 2.000, sondern rund 3.600 EUR pro Monat.
Die Rentenlücke: So berechnest du sie
Deine Rentenlücke ist die Differenz zwischen deinem gewünschten Bedarf und deiner voraussichtlichen gesetzlichen Rente. Und die ist für die meisten Menschen größer als gedacht.
Wunsch-Rente festlegen
Wie möchtest du im Alter leben? Wähle einen realistischen Betrag aus der Tabelle oben.
Gesetzliche Rente ermitteln
Schau in deine Renteninformation. Der Betrag "nach Abzügen" ist dein Ausgangspunkt (vor Steuern und Krankenversicherung).
Steuern und KV abziehen
Von der Bruttorente gehen noch ca. 11 % Kranken-/Pflegeversicherung und Einkommensteuer ab. Die Nettorente liegt typischerweise 15–25 % unter der Bruttorente.
Lücke berechnen
Wunsch-Nettorente minus gesetzliche Nettorente = deine Rentenlücke pro Monat.
Drei Beispielrechnungen
| Person | Bruttoeinkommen | Gesetzl. Rente (netto, ca.) | Wunsch (komfortabel) | Rentenlücke |
|---|---|---|---|---|
| Anna (28, Erzieherin) | 2.800 EUR | ca. 1.050 EUR | 2.000 EUR | 950 EUR/Monat |
| Markus (35, Ingenieur) | 5.000 EUR | ca. 1.650 EUR | 2.500 EUR | 850 EUR/Monat |
| Sandra (42, Teilzeit) | 1.800 EUR | ca. 750 EUR | 1.500 EUR | 750 EUR/Monat |
Selbst bei bescheidenem Lebensstil klafft bei den meisten eine Lücke von mehreren hundert Euro pro Monat. Berechne jetzt deine individülle Rentenlücke.
Was du brauchst vs. was du bekommst
Die durchschnittliche gesetzliche Rente in Deutschland lag 2025 bei rund 1.100 EUR netto für Männer und etwa 800 EUR netto für Frauen (nach Steuern und Sozialabgaben). Das reicht für die Miete und den Lebensmitteleinkauf — aber kaum für mehr. Das Rentenniveau liegt derzeit bei etwa 48 % des Durchschnittseinkommens und wird trotz Haltelinie langfristig unter Druck stehen.
Das AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
Mehr erfahren → mit seiner GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
Mehr erfahren → von 540 EUR und der Möglichkeit, in renditestarke ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →s zu investieren, kann diese Lücke deutlich schließen. Wie viel du dafür monatlich sparen musst, hängt von deinem Alter und deinem Ziel ab. Unser Rentenlücken-Rechner zeigt es dir.
Häufig vergessene Kostenpunkte im Alter
Bei der Bedarfsplanung werden häufig einige Posten vergessen, die im Alter deutlich steigen können:
- Gesundheitskosten: Zuzahlungen, Zahnersatz, Brillen, Hörgeräte — die Kasse zahlt oft nur einen Teil
- Pflege: Selbst bei Pflegeversicherung bleibt ein Eigenanteil von oft 1.000–2.000 EUR/Monat
- Wohnung: Barrierefreier Umbau oder Umzug können teuer werden
- Inflation: 2 % jährlich bedeutet nach 20 Jahren 49 % höhere Preise
- Einsamkeit: Soziale Aktivitäten, Vereine, Kurse kosten Geld
Mehr erfahren → beim Altersvorsorgedepot reduziert deine Auszahlung zusätzlich — rechne das ein.
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Wieviel monatlich sparen?
Sparraten-Empfehlung nach Alter und Einkommen.
Häufige Fragen
Was bringt ein Sparplan von 150 EUR im Monat?
150 EUR/Monat mit 7% p.a. über 35 Jahre ergibt ca. 207,000 EUR Endkapital. Davon eingezahlt: nur 63,000 EUR. Der Rest kommt durch Zinseszins und staatliche Förderung. Rechner: aktienrenterechner.de/rechner/
Reichen 150 EUR im Monat für die Altersvorsorge?
150 EUR/Monat ergeben über 35 Jahre (7% p.a.) ca. 207,000 EUR. Ob das reicht hängt von der Rentenlücke ab. Faustformel: 500.000 EUR Depot = 1.500-2.000 EUR/Monat entnehmbar (4%-Regel). Mehr einzahlen wenn möglich.
Bekomme ich auch mit kleinen Beträgen staatliche Förderung?
Ja - die Grundzulage (540 EUR/Jahr) gibt es unabhängig vom eingezahlten Betrag, solange der Mindestbetrag erreicht wird. Auch 50-100 EUR/Monat sind wertvoll: Zinseszins + Förderung machen langfristig viel aus.
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