Das Wichtigste in Kürze
- Das Standarddepot kostet nur ca. 0,2 % pro Jahr — ein Bruchteil der 1,5–2,5 %, die typische Riester-Verträge verschlungen haben.
- Der Gesetzgeber hat einen Kostendeckel von maximal 1,0 % p.a. eingezogen, der alle laufenden Kosten einschließt.
- Bei gleicher Einzahlung und Marktrendite kosten 2 % Gebühren nach 30 Jahren über 45.000 EUR — Kosten sind der größte Renditekiller.
- ETFs haben keinen Ausgabeaufschlag und niedrige TER — sie sind die günstigste Anlageform im Altersvorsorgedepot.
Kosten auf einen Blick
- TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
Mehr erfahren → Standarddepot ca. 0,2 % p.a. - Gesetzlicher Kostendeckel max. 1,0 % p.a.
- Depotführung (viele Anbieter) 0 EUR
- Ausgabeaufschlag bei ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →s 0 EUR - Kosten alte Riester-RenteWas ist Riester-Rente?Staatlich geförderte Altersvorsorge seit 2002. Gescheitert wegen zu hoher Kosten, Garantiepflicht und niedriger Rendite. Wird ab 2027 durch das Altersvorsorgedepot ersetzt.
Mehr erfahren → (Vergleich) 1,5–2,5 % p.a.
Warum Kosten bei der Aktienrente so entscheidend sind
Bei einer Altersvorsorge über 30 oder 40 Jahre wirken sich selbst kleine Kostenunterschiede dramatisch aus. Der Zinseszinseffekt verstärkt jede Gebühr -- das zeigen auch die 7 Rechenbeispiele zur Aktienrente. Die BaFin verpflichtet alle Anbieter, die Gesamtkostenquote transparent auszuweisen. Vergleichsportale wie extraETF helfen beim ETF-Kostenvergleich. Ein konkretes Beispiel:
Nehmen wir Katharina (30, Lehrerin, 48.000 EUR brutto): Sie zahlt 1.800 EUR pro Jahr über 30 Jahre ein. Je nach Kostenstruktur ihres Depots kommt am Ende ein völlig unterschiedliches Ergebnis heraus:
| Szenario | Beitrag/Jahr | Rendite brutto | Kosten | Endkapital (30 J.) | Differenz |
|---|---|---|---|---|---|
| ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau. Mehr erfahren →-Depot (günstig) | 1.800 EUR | 7 % | 0,2 % | 163.700 EUR | Referenz |
| Aktiv gemanagter Fonds | 1.800 EUR | 7 % | 1,0 % | 141.200 EUR | -22.500 EUR |
| Alte Riester-Versicherung | 1.800 EUR | 7 % | 2,0 % | 118.400 EUR | -45.300 EUR |
Bei gleicher Einzahlung und gleicher Marktrendite kosten 2 % Gebühren nach 30 Jahren über 45.000 EUR. Deshalb hat der Gesetzgeber für das Altersvorsorgedepot einen Kostendeckel eingezogen. Wie Finanzexperten bestätigen: Niedrige Kosten sind der wichtigste Faktor für den Vermögensaufbau.
Die Faustregel der Finanzprofis: Ein Prozentpunkt mehr Kosten kostet dich nach 30 Jahren rund 20–25 % deines Endkapitals. Oder anders: 1 % Kostensenkung bringt dir den gleichen Effekt wie ein Jahr früher anfangen zu sparen. Deshalb empfehlen Experten wie Finanztip und Stiftung Warentest einhellig günstige ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →s.
Die einzelnen Kostenarten im Überblick
1. TER — die Total Expense Ratio erklärt
Die TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
Mehr erfahren → ist die laufende Kostenquote eines ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →s oder Fonds. Sie wird jährlich vom Fondsvermögen abgezogen und ist im Kurs bereits eingerechnet — du siehst sie nicht als separate Abbuchung. Bei der ETF-Auswahl für dein Altersvorsorgedepot ist die TER das wichtigste Kriterium.
- Breit gestreute ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →s (z. B. MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
Mehr erfahren →): 0,10–0,22 % p.a. - Aktiv gemanagte Fonds: 0,80–1,80 % p.a.
- Standarddepot (staatliches Referenzprodukt): voraussichtlich ca. 0,20 % p.a.
2. Depotführungsgebühren beim Altersvorsorgedepot
Viele Neobroker und Direktbanken verlangen keine Depotgebühren. Filialbanken berechnen teilweise 10–30 EUR pro Jahr. Beim Standarddepot werden Depotgebühren in den Gesamtkostendeckel eingerechnet.
Michael (52, Bankkaufmann, 55.000 EUR brutto) hat seinen alten Riester-Vertrag bei einer Filialbank. Dort zahlt er 24 EUR Depotgebühr plus 1,5 % TER — zusammen über 1,6 % pro Jahr. Im neuen Altersvorsorgedepot bei einem Neobroker wären es 0 EUR Depotgebühr plus 0,2 % TER. Über die verbleibenden 15 Jahre bis zur Rente macht dieser Unterschied bei 50.000 EUR Depotwert rund 18.000 EUR aus.
3. Transaktionskosten bei ETF-Sparplänen
Beim Kauf und Verkauf von ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →s fallen Ordergebühren an. Im Altersvorsorgedepot sind diese begrenzt, da der Gesetzgeber Höchstgrenzen vorgibt. Beim RebalancingWas ist Rebalancing?Regelmäßige Umschichtung der Anlagen, um die ursprüngliche Gewichtung wiederherzustellen. Im Altersvorsorgedepot steuerfrei möglich.
Mehr erfahren → innerhalb des Depots fallen keine Steuern an — ein großer Vorteil gegenüber einem normalen Depot.
4. Spread — die versteckte Handelsgebühr
Die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Bei großen ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →s auf den MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
Mehr erfahren → liegt der Spread typischerweise bei 0,01–0,05 %. Kein relevanter Kostenfaktor bei monatlichem Sparplan.
5. Ausgabeaufschlag bei aktiven Fonds
Bei aktiv gemanagten Fonds kann ein Ausgabeaufschlag von 3–5 % auf jeden Kaufbetrag anfallen. Bei ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →s gibt es keinen Ausgabeaufschlag. Im Standarddepot sind Ausgabeaufschläge ausgeschlossen.
Der gesetzliche Kostendeckel für die Aktienrente
Das Altersvorsorgereformgesetz schreibt eine Kostenobergrenze vor. Alle laufenden Kosten zusammen dürfen einen bestimmten Prozentsatz nicht überschreiten. Wer wissen will, was sich 2027 sonst noch ändert, findet dort alle Neuerungen. Das umfasst:
- TER des Fonds/ETFs
- Depotführungsgebühren
- Transaktionskosten
- Vertriebskosten
Für das Standarddepot gilt ein noch strengerer Rahmen. Der Staat will sicherstellen, dass das Referenzprodukt nicht teurer als ca. 0,3–0,4 % pro Jahr wird. Das ist ein Paradigmenwechsel gegenüber der Riester-Ära, in der Versicherer oft 2 % und mehr kassierten.
Standarddepot vs. freie Anbieterwahl im Kostenvergleich
| Kostenart | Standarddepot | Freies Depot (günstig) | Freies Depot (teuer) |
|---|---|---|---|
| TER | ca. 0,20 % | 0,10–0,30 % | 0,80–1,50 % |
| Depotführung | 0 EUR | 0 EUR | 10–30 EUR/Jahr |
| Ausgabeaufschlag | 0 % | 0 % | bis 5 % |
| Gesamtkosten ca. | 0,20–0,30 % | 0,15–0,40 % | 1,00–2,00 % |
Tipp: Wer sich nicht selbst um die Fondsauswahl kümmern möchte, fährt mit dem Standarddepot günstig und sicher. Wer gezielt ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →s auswählen will, kann mit einem freien Depot noch etwas günstiger liegen — muss sich aber um die ETF-Auswahl selbst kümmern.
Was kostet die Aktienrente pro Monat?
Die laufenden Kosten hängen vom Depotwert ab. Bei 0,2 % TER und einem Depotwert von 50.000 EUR zahlst du effektiv 100 EUR pro Jahr — also etwa 8,33 EUR im Monat. Bei 100.000 EUR sind es 200 EUR/Jahr (16,67 EUR/Monat). Diese Kosten werden automatisch vom Fondsvermögen abgezogen.
Dein eigentlicher Aufwand ist der monatliche Sparbeitrag: Zwischen 10 EUR (Mindestbeitrag) und 150 EUR (für den Höchstbetrag von 1.800 EUR/Jahr). Die Zulagen reduzieren deinen nötigen Eigenbeitrag erheblich — besonders bei Kindern. Die 7 Rechenbeispiele zeigen, wie wenig du bei hoher Zulagenquote selbst aufbringen musst.
Stefan (29, Softwareentwickler, 65.000 EUR brutto) rechnet so: Er zahlt den Höchstbetrag von 150 EUR/Monat in ein günstiges ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →-Depot mit 0,15 % TER. Seine effektiven Kosten betragen im ersten Jahr nur 4,50 EUR. Selbst nach 20 Jahren mit einem Depotstand von 120.000 EUR liegen die Kosten bei gerade einmal 180 EUR/Jahr — das sind 15 EUR/Monat für ein sechsstelliges Depot.
Kosten in der Auszahlungsphase
Auch bei der Auszahlung fallen Kosten an:
- Auszahlungsplan: Laufende Verwaltungsgebühr (ähnlich der Ansparphase)
- Verrentung: Kosten des Versicherungsmantels (falls gewählt)
- Steuern: Nachgelagerte BesteuerungWas ist Nachgelagerte Besteuerung?Steuerprinzip bei der Altersvorsorge: In der Ansparphase steuerfrei, erst bei der Auszahlung im Ruhestand wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.
Mehr erfahren → — Auszahlungen werden mit dem persönlichen EinkommensteuersatzWas ist Einkommensteuersatz?Der persönliche Steuersatz auf dein Einkommen. Steigt progressiv von 14% bis 45%. Im Ruhestand typischerweise 15-30%, da das Einkommen niedriger ist als im Berufsleben.
Mehr erfahren → versteuert. Mehr dazu unter Wie wird die Aktienrente besteuert?
So vermeidest du typische Kostenfallen
Aus den Fehlern der Riester-Ära lassen sich klare Lehren ziehen. Hier die häufigsten Kostenfallen — und wie du sie umgehst:
- Bankberater mit Provisionsinteresse: Filialbanken empfehlen oft hauseigene, teure Fonds. Lieber selbst per Neobroker oder Direktbank eröffnen.
- Aktiv gemanagte Fonds statt ETFs: Studien zeigen, dass über 90 % der aktiven Fondsmanager langfristig den MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
Mehr erfahren → nicht schlagen — trotz höherer Kosten. - Unnötige Garantieoptionen: Die 100 %-Beitragsgarantie kostet Rendite. Bei 20+ Jahren Anlagezeitraum ist sie laut Experteneinschätzung überflüssig.
- Anbieterwechsel vergessen: Wenn dein erster Anbieter zu teuer ist, nutze den kostenlosen Wechsel. Das neue System erlaubt gebührenfreie Übertragungen.
Häufige Fragen zu den Kosten der Aktienrente
Gibt es versteckte Kosten beim Standarddepot?
Nein. Das Standarddepot unterliegt einem strengen gesetzlichen Kostenrahmen. Alle Kosten (TER, Verwaltung, Transaktionen) sind in der Gesamtkostenquote von ca. 0,2–0,4 % enthalten. Es gibt keinen Ausgabeaufschlag, keine Abschlussgebühr und keine Beratungskosten.
Warum sind ETFs so viel günstiger als aktive Fonds?
ETFs bilden einen Index passiv nach — es gibt kein teures Fondsmanagement-Team, keine Research-Abteilung und keinen Vertriebsapparat. Ein MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
Mehr erfahren →-ETF kostet daher oft nur 0,10–0,22 % pro Jahr, während ein aktiv gemanagter Fonds 0,80–1,80 % berechnet. Trotzdem schlagen über 90 % der aktiven Manager den Index langfristig nicht.
Lohnt sich ein teureres Depot mit besserer Beratung?
In den meisten Fällen nein. Studien zeigen, dass provisionsbasierte Beratung tendenziell zu teureren Produkten führt, die im Durchschnitt schlechter abschneiden. Unabhängige Quellen wie Finanztip oder eine Honorarberatung sind verlässlicher — und das Standarddepot braucht gar keine Beratung.
Kann sich der Kostendeckel in Zukunft ändern?
Theoretisch ja, per Gesetzesänderung. Allerdings gilt der Kostendeckel als politisch fest verankert. Eine Erhöhung wäre öffentlich schwer zu rechtfertigen. Eher ist eine weitere Senkung wahrscheinlich, wenn der Wettbewerb unter den Anbietern die Preise drückt.
Weiterführende Ratgeber zu Kosten und Förderung
Was ist die Aktienrente?
Der komplette Einstieg in die neue Altersvorsorge.
Was ist das Standarddepot?
Das günstige Referenzprodukt des Staates im Detail.
Kosten und Gebühren im Detail
Der vollständige Kostenvergleich für das Altersvorsorgedepot.
Was bringt die Aktienrente?
7 Rechenbeispiele — so viel bleibt nach Kosten wirklich übrig.
Wo kann ich die Aktienrente eröffnen?
Anbietervergleich: Neobroker, Direktbanken und Standarddepot.
Wie wird die Aktienrente besteuert?
Nachgelagerte Besteuerung, Sonderausgabenabzug und Günstigerprüfung.
Aktienrente vs. Sparbuch im Vergleich
Warum das Sparbuch gegen die Aktienrente keine Chance hat.