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Rendite bei ETFs und Altersvorsorge erklärt

Key Facts: Rendite auf einen Blick

  • Definition: Jährlicher Ertrag einer Geldanlage in Prozent
  • 3 Arten: Brutto (vor Kosten) → Netto (nach Kosten & Steuern) → Real (nach Inflation)
  • MSCI World historisch: ~7–9 % brutto | ~5–6 % real (1970–2024)
  • Faustregel: 7 % brutto → ~5,15 % netto im normalen Depot → ~4,7 % real
  • AVD-Vorteil: Im Altersvorsorgedepot ~6,80 % effektiv (steuerfrei in der Ansparphase)
Rechenbeispiel: Max (30) investiert 200 EUR/Monat. Bruttorendite: 7 %. Bei 0,3 % Kosten: Nettorendite 6,7 %. Bei 2 % Inflation: Realrendite 4,6 %. Nach 37 Jahren: nominal ca. 380.000 EUR, real ca. 185.000 EUR. Die Realrendite ist die ehrliche Zahl für die Altersvorsorge.

Was ist Rendite bei der Geldanlage?

Rendite ist der Ertrag, den eine Geldanlage pro Jahr erwirtschaftet — ausgedrückt als Prozentzahl. Wenn du 10.000 Euro anlegst und nach einem Jahr 10.700 Euro hast, beträgt deine Rendite 7 %. Klingt einfach, wird aber schnell kompliziert, denn es gibt verschiedene Arten der Rendite.

Für eine fundierte Anlageentscheidung — insbesondere beim Altersvorsorgedepot, das über Jahrzehnte läuft — musst du die Unterschiede zwischen Brutto-, Netto- und Realrendite kennen. Denn 7 % Bruttorendite sind am Ende deutlich weniger als 7 % in der Tasche.

Rendite bei ETFs analysieren — Brutto, Netto und Realrendite im Vergleich

Bruttorendite — der erste Blick

Die Bruttorendite ist die Rendite vor Abzug aller Kosten und Steuern. Sie wird von Fondsanbietern und in der Finanzpresse am häufigsten genannt und eignet sich gut für Vergleiche zwischen verschiedenen Anlageformen. Aber sie zeigt nicht, was bei dir tatsächlich ankommt.

Nettorendite — was wirklich ankommt

Die Nettorendite berücksichtigt alle Abzüge: Fondskosten (TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
Mehr erfahren →
), Depotgebühren, Transaktionskosten und Steuern (AbgeltungsteuerWas ist Abgeltungsteuer?Pauschale Steuer von 26,375% (inkl. Soli) auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Gilt für normale Depots, NICHT für das Altersvorsorgedepot in der Ansparphase.
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bzw. Nachgelagerte BesteuerungWas ist Nachgelagerte Besteuerung?Steuerprinzip bei der Altersvorsorge: In der Ansparphase steuerfrei, erst bei der Auszahlung im Ruhestand wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.
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). Sie zeigt, was tatsächlich auf deinem Konto landet.

Realrendite — die entscheidende Größe

Die Realrendite geht noch einen Schritt weiter: Sie zieht zusätzlich die Inflation ab und zeigt damit, wie sich deine tatsächliche Kaufkraft verändert hat. Bei einer Nettorendite von 5 % und einer Inflation von 2 % beträgt die Realrendite nur noch rund 3 %. Mehr dazu, warum Inflation das größte stille Risiko für die Altersvorsorge ist: Inflation und Altersvorsorge.

Rendite-Art Formel Beispiel (7 % brutto)
Bruttorendite Wertentwicklung vor Kosten 7,00 %
Nach Fondskosten (TER 0,20 %) Brutto - TER 6,80 %
Nach Steuern (normales Depot, ~26,4 %) Nach Kosten x (1 - Steuersatz auf Erträge) ~5,15 %
Nach Steuern (Altersvorsorgedepot, Ansparphase) Brutto - TER (steuerfrei) 6,80 %
Realrendite (nach Inflation 2 %) Netto - Inflation ~3,15 % (Depot) / ~4,70 % (AVD)

Der Rendite-Vorteil des Altersvorsorgedepots: Durch die Steuerfreiheit in der Ansparphase liegt die Realrendite im Altersvorsorgedepot rund 1,5 Prozentpunkte über der eines normalen Depots. Über 30 Jahre macht das einen Unterschied von zehntausenden Euro.

Historische Renditen: Was kannst du erwarten?

Ein Blick auf die historischen Renditen wichtiger Anlageklassen zeigt, was langfristig realistisch ist:

Anlageklasse Nominale Rendite p.a. (ca.) Realrendite p.a. (ca.) Zeitraum
Globale Aktien (MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
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)
7 — 9 % 5 — 6 % 1970 — 2024
Anleihen (Staatsanleihen, global) 3 — 5 % 1 — 3 % 1970 — 2024
Tagesgeld / Festgeld 1 — 3 % -1 — 1 % 2010 — 2024
Immobilien (Deutschland) 4 — 7 % 2 — 5 % 2000 — 2024
Gold 5 — 7 % 3 — 5 % 1970 — 2024

Wichtig: Vergangene Renditen sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Die Tabelle zeigt langfristige Durchschnitte — in einzelnen Jahren können die Schwankungen erheblich sein (Volatilität).

Rendite und Zinseszins: Der Zeitfaktor

Der Zinseszins-Effekt ist der mächtigste Verbündete des langfristigen Anlegers. Er sorgt dafür, dass auch moderate Renditen über lange Zeiträume zu großen Vermögen führen. Eine ausführliche Erklärung mit Rechenbeispielen gibt es im Artikel Zinseszins erklärt. Hier ein schnelles Beispiel mit 200 Euro monatlicher Sparrate:

Rendite p.a. Nach 10 Jahren Nach 20 Jahren Nach 30 Jahren Nach 40 Jahren
3 % 27.900 Euro 65.500 Euro 116.500 Euro 185.000 Euro
5 % 31.000 Euro 82.200 Euro 166.500 Euro 305.000 Euro
7 % 34.600 Euro 104.200 Euro 243.000 Euro 525.000 Euro
9 % 38.700 Euro 133.000 Euro 366.000 Euro 942.000 Euro

Die Zahlen zeigen: Der Unterschied zwischen 5 % und 7 % Rendite wirkt anfangs klein — nach 30 Jahren verdoppelt er aber fast das Ergebnis. Und nach 40 Jahren steht bei 9 % das Fünffache von 3 %. Das ist die Macht des Zinseszins.

Renditeversprechen: Vorsicht vor unrealistischen Erwartungen

Seriöse Renditeschätzungen für ein breit gestreutes Aktienportfolio liegen bei 6-8 % brutto pro Jahr — langfristig und im Durchschnitt. Folgende Warnsignale solltest du ernst nehmen:

  • Garantierte Renditen über 5 %: In der aktuellen Zinslandschaft unrealistisch
  • Renditen ohne Risikohinweis: Jede Rendite ist mit Risiko verbunden
  • Kurzfristige Performance als Prognose: Ein Jahr mit 25 % Rendite sagt nichts über die Zukunft
  • Renditen ohne Kostenangabe: Immer nach der Nettorendite fragen

Rendite im Altersvorsorgedepot optimieren

  1. Niedrige Kosten wählen: ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
    Mehr erfahren →
    s mit geringer TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
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    (unter 0,30 %) schlagen langfristig fast jeden aktiven Fonds
  2. Breit diversifizieren: Ein weltweiter Aktien-ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
    Mehr erfahren →
    — etwa auf den MSCI World oder den FTSE All-World — minimiert das Risiko bei guter Rendite
  3. Steuern optimieren: Die Vorabpauschale und den Freistellungsauftrag richtig nutzen senkt die effektive Steuerlast
  4. Volle Förderung mitnehmen: GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
    Mehr erfahren →
    + SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
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    erhöhen deine effektive Rendite erheblich — mehr unter Zulagen & Steuervorteile
  5. Thesaurierend investieren: Automatische Wiederanlage nutzt den Zinseszins optimal
  6. Durchhalten: Nicht bei jedem Kurseinbruch verkaufen — langfristig erholen sich Märkte immer

Rendite zusammengefasst: Brutto, Netto und Real

Rendite ist der jährliche Ertrag deiner Geldanlage. Die Bruttorendite zeigt die Wertentwicklung vor Kosten, die Nettorendite nach Kosten und Steuern, die Realrendite zusätzlich nach Inflation. Für das Altersvorsorgedepot gilt: Dank Steuerfreiheit in der Ansparphase und Nachgelagerte BesteuerungWas ist Nachgelagerte Besteuerung?Steuerprinzip bei der Altersvorsorge: In der Ansparphase steuerfrei, erst bei der Auszahlung im Ruhestand wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.
Mehr erfahren →
liegt die effektive Rendite deutlich über der eines normalen Depots — besonders über lange Zeiträume. Berechne dein persönliches Ergebnis mit dem Depot-Rechner.

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Berechne, wie sich verschiedene Renditeszenarien auf dein Altersvorsorgedepot auswirken — inklusive Förderung und Steuern.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Brutto- und Nettorendite?

Bruttorendite ist die Wertentwicklung vor Kosten und Steuern — also das, was Fondsanbieter meist kommunizieren. Nettorendite ist das, was bei dir tatsächlich ankommt: nach Abzug von Fondskosten (TER), Depotgebühren und Steuern. Bei einem ETF mit 0,20 % TER und Abgeltungsteuer von 26,4 % kann die Nettorendite 1,5–2 Prozentpunkte unter der Bruttorendite liegen.

Was ist Realrendite und warum ist sie für die Altersvorsorge entscheidend?

Realrendite = Nettorendite minus Inflationsrate. Sie zeigt, um wie viel deine Kaufkraft tatsächlich gestiegen ist. Bei 5 % Nettorendite und 2 % Inflation beträgt die Realrendite nur 3 %. Für die Altersvorsorge ist sie die ehrlichste Zahl: Wer in 30 Jahren 300.000 EUR hat, aber die Kaufkraft von heute 150.000 EUR, hat sein Ziel verfehlt.

Welche Rendite kann ich langfristig mit einem MSCI World ETF erwarten?

Historisch hat der MSCI World zwischen 1970 und 2024 ca. 7–9 % nominal pro Jahr erzielt. Real (nach Inflation) sind es ca. 5–6 %. Für Planungszwecke empfehlen Finanzökonomen konservativ 6–7 % nominal anzusetzen. Im Altersvorsorgedepot liegt die effektive Rendite durch den Steuerstundungseffekt nochmals ca. 1–1,5 Prozentpunkte höher als bei einem normalen Depot.

Wie viel mehr Geld ergibt ein Altersvorsorgedepot gegenüber einem normalen Depot?

Der Unterschied ist erheblich: Im normalen Depot fällt jedes Jahr Abgeltungsteuer (26,375 %) auf Erträge an, was die effektive Rendite auf ca. 5,15 % drückt (bei 7 % brutto). Im Altersvorsorgedepot wächst das Kapital in der Ansparphase steuerfrei mit ca. 6,80 %. Bei 200 EUR/Monat über 30 Jahre ergibt das einen Unterschied von rund 60.000–80.000 EUR — nur durch den Steuerstundungseffekt. Dazu kommen noch Grundzulage (300 EUR/Jahr) und Sonderausgabenabzug.

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