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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Thesaurierend vs. Ausschüttend

Die Frage die fast jeder ETF-Einsteiger stellt: Welcher Typ ist steuerlich besser, und spielt es für die Rendite überhaupt eine Rolle?

Thesaurierend Ausschüttend ETF Vergleich

Das Wichtigste in Kürze

  • Thesaurierend Dividenden automatisch reinvestiert — kein Steuerabzug sofort, Steuerstundungseffekt
  • Ausschüttend Dividenden werden ausgezahlt — sofort Abgeltungsteuer auf Ausschüttungen
  • Renditeunterschied Steuerstundungseffekt ca. 0,1–0,2 % p.a. — kaum relevant
  • Sparerpauschbetrag-Trick Ausschüttend nutzt bis 1.000 EUR/Jahr Freibetrag — z. B. FTSE All-World bei 50.000 EUR Depot
  • Empfehlung Sparphase Thesaurierend: automatischer Zinseszins, kein Verwaltungsaufwand

Thesaurierend oder ausschüttend — die meistgestellte Frage bei der ETF-Auswahl. Die kurze Antwort: Für die Rendite macht es langfristig fast keinen Unterschied. Aber es gibt steuerliche Feinheiten und Situationen wo eine Variante sinnvoller ist.

Was ist der Unterschied?

Thesaurierend (Accumulating): Dividenden und Zinsen die der ETF empfängt werden automatisch reinvestiert. Der Fondswert steigt. Kein Cash-Abfluss. Zinseszinseffekt wirkt automatisch.

Ausschüttend (Distributing): Dividenden und Zinsen werden regelmäßig (quartalsweise oder jährlich) an den Anleger ausgezahlt. Der Fondswert sinkt entsprechend um den Ausschüttungsbetrag. Der Anleger entscheidet selbst was er mit der Ausschüttung macht.

Steuerliche Unterschiede

Seit der Investmentsteuerreform 2018 ist der steuerliche Unterschied deutlich kleiner als früher. Beide ETF-Typen zahlen auf "fiktive Vorabpauschale" Steuer — auch wenn kein Cash ausgeschüttet wurde.

Ausschüttend: Ausschüttungen sind bei Auszahlung sofort steuerpflichtig (25 % Abgeltungssteuer + Soli). Der Sparerpauschbetrag (1.000 EUR/Jahr) wird dabei aufgebraucht.

Thesaurierend: Keine laufende Steuerpflicht auf Dividenden, aber jedes Jahr Vorabpauschale fällig (ein kleiner fiktiver Betrag basierend auf dem Basiszins). Großteil der Steuer wird erst bei Verkauf fällig (Steuerstundungseffekt).

Der Steuerstundungseffekt bei thesaurierenden ETFs ist ein echter, wenn auch kleiner Vorteil: Die Steuer die du später zahlst ist in der Zwischenzeit als Kapital im Depot und verdient Rendite.

Vorabpauschale: Kurz erklärt

Die Vorabpauschale ist eine Mindest-Besteuerung für thesaurierende ETFs damit das Finanzamt nicht 30 Jahre warten muss. Sie wird jedes Jahr im Januar auf Basis des Basiswertes (aktuell ca. 2,53 % für 2025) und des Wertzuwachses berechnet. In Jahren wo der ETF nicht gestiegen ist, entfällt sie weitgehend.

Praktisch: Sie läuft automatisch ab. Der Broker stellt im Januar die Steuer fällig — es muss genügend Liquidität auf dem Verrechnungskonto sein.

Welcher Typ passt zu wem?

SituationEmpfehlungBegründung
Sparphase, AltersvorsorgeThesaurierendAutomatischer Zinseszins, Steuerstundungseffekt
Entnahmephase, brauche CashAusschüttendPassives Einkommen ohne Verkaufszwang
Sparerpauschbetrag optimal nutzenAusschüttendAusschüttungen nutzen den Freibetrag 1.000 EUR
Kein Aufwand wollenThesaurierendNichts zu verwalten, läuft automatisch
Psychologischer Cash-Flow gewünschtAusschüttendDividenden "fühlen" sich wie Einkommen an

Sparerpauschbetrag-Optimierung

Wer noch keine Kapitalerträge hat und den Sparerpauschbetrag (1.000 EUR/Jahr) nicht ausschöpft, kann von ausschüttenden ETFs profitieren: Die Ausschüttungen werden bis 1.000 EUR steuerfrei vereinnahmt. Das ist ein kleiner, aber realer Vorteil.

Konkret: Ein FTSE-All-World-Ausschütter (Vanguard IE00B3RBWM25) schüttet ca. 1,5-2 % p.a. aus. Bei 50.000 EUR Depotwert: ca. 750-1.000 EUR Ausschüttung — genau im Bereich des Sparerpauschbetrags.

Spielt es für die Rendite eine Rolle?

Kaum. Der theoretische Vorteil des thesaurierenden ETFs (Steuerstundung) beträgt bei typischen Annahmen (Basiszins 2 %, 30 Jahre Anlagehorizont, 7 % Rendite) ca. 0,1-0,2 % p.a. Vorteil — also sehr klein.

Weit wichtiger: Der ETF selbst (TER, Tracking-Difference), die Sparrate, der Anlagehorizont. Die thesaurierend/ausschüttend-Frage ist eine Detailfrage — nicht die entscheidende.

Fazit: Thesaurierend für die Sparphase, ausschüttend für Entnahme

Für die meisten Altersvorsorge-Investoren in der Sparphase: thesaurierend. Automatischer Zinseszins, kein Verwaltungsaufwand für Wiederanlage. Für Rentner in der Entnahmephase die passiven Cash-Flow wollen: ausschüttend. Die steuerlichen Unterschiede sind seit 2018 gering — nicht überbewerten. Im Altersvorsorgedepot spielt die Unterscheidung ohnehin eine untergeordnete Rolle, da Erträge erst bei Auszahlung versteuert werden. Den Freistellungsauftrag optimal aufteilen ist wichtiger als die thesaurierend/ausschüttend-Frage.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen thesaurierenden und ausschüttenden ETFs?

Thesaurierende ETFs reinvestieren Dividenden automatisch und steigern den Zinseszinseffekt. Ausschüttende ETFs zahlen Dividenden regelmäßig aus. Im Altersvorsorgedepot empfehlen sich thesaurierende ETFs für die Ansparphase, ausschüttende für die Entnahmephase.

Welcher ETF-Typ ist steuerlich besser?

Im Altersvorsorgedepot spielt die Unterscheidung steuerlich kaum eine Rolle, da Erträge erst bei Auszahlung versteuert werden (nachgelagerte Besteuerung). Im freien Depot: Thesaurierende ETFs unterliegen der Vorabpauschale; ausschüttende ETFs zahlen Abgeltungsteuer auf Dividenden sofort. Langfristig sind die Unterschiede gering.

Kann ich im Altersvorsorgedepot thesaurierende ETFs wählen?

Ja - sofern dein Anbieter thesaurierende ETFs zulässt. Viele Anbieter bieten MSCI World ETFs in thesaurierender Variante an. Wichtig: UCITS-konform, Fondsdomizil Irland oder Luxemburg, TER unter 0,30 %.

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