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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Geld an Kinder schenken für das Depot — So geht es steuerfrei

Schenkungsfreibeträge, eigener Sparerpauschbetrag des Kindes, Kinderdepot richtig einrichten. Alles was Eltern und Großeltern wissen müssen.

Geld Kinder schenken Depot Steuerfreibetrag

Das Wichtigste in Kürze

  • Schenkungsfreibetrag Eltern→Kind 400.000 EUR pro Elternteil, alle 10 Jahre erneuerbar
  • Schenkungsfreibetrag Großeltern→Enkel 200.000 EUR pro Großelternteil, alle 10 Jahre
  • Eigener Sparerpauschbetrag Kind 1.000 EUR/Jahr + Grundfreibetrag 12.084 EUR — mit NV-Bescheinigung steuerfrei
  • Frühstart-Effekt 10.000 EUR mit 5 Jahren angelegt → ca. 1.076.000 EUR bis 67 (7 % p.a.)
  • Volljährigkeit Ab 18 hat das Kind volle Verfügungsgewalt — Kind frühzeitig aufklären

Ein ETF-Depot für Kinder oder Enkel — das ist eine der wirkungsvollsten Formen des Vermögensaufbaus. Wer einem 5-jährigen Kind 10.000 EUR in einen MSCI-World-ETF investiert, kann bei 7% p.a. bis zum 67. Lebensjahr des Kindes auf ca. 1.076.000 EUR wachsen lassen. Und das Beste: Schenkungen an Kinder sind bis zu bestimmten Beträgen komplett steuerfrei.

Schenkungsfreibeträge: Wie viel ist steuerfrei?

SchenkerFreibetragErneuerungszeitraum
Elternteil an Kind400.000 EUR10 Jahre
Großelternteil an Enkel200.000 EUR10 Jahre
Onkel/Tante an Nichten/Neffen20.000 EUR10 Jahre

Wichtig: Der Freibetrag gilt pro Elternteil. Ein Kind kann also von Mutter 400.000 EUR + von Vater 400.000 EUR = 800.000 EUR ohne Schenkungssteuer erhalten. Alle 10 Jahre beginnt der Freibetrag neu.

Für normale Depot-Schenkungen von einigen tausend Euro pro Jahr sind diese Freibeträge mehr als ausreichend — praktisch spielt Schenkungssteuer bei Kinderdepots keine Rolle.

Kinderdepot einrichten: Wie funktioniert das?

Es gibt zwei Wege:

1. Depot auf den Namen des Kindes: Das Depot gehört dem Kind. Eltern verwalten es als gesetzliche Vertreter bis zur Volljährigkeit. Ab 18: Das Kind kann autonom darüber verfügen. Wichtig: Das Vermögen gehört dem Kind — Eltern können es nicht einfach für sich selbst verwenden.

2. Depot auf den Namen der Eltern (Depot für das Kind): Technisch ein normales Eltern-Depot das für das Kind gedacht ist. Flexibler (Eltern behalten Kontrolle), aber das Vermögen ist formal das der Eltern — bei Scheidung, Insolvenz, Tod anders behandelt.

Für echte "Schenkung" ist Option 1 der richtige Weg.

Das Kind hat seinen eigenen Sparerpauschbetrag

Ein oft übersehener Vorteil: Jedes Kind hat einen eigenen Sparerpauschbetrag von 1.000 EUR/Jahr. Wenn das Kind keine anderen Kapitalerträge hat, bleiben die ETF-Erträge aus dem Kinderdepot bis 1.000 EUR komplett steuerfrei.

Zusätzlich: Kinder haben keine anderen Einkünfte, solange sie nicht arbeiten. Daher gilt für sie der volle Grundfreibetrag (2026: 12.084 EUR/Jahr). Mit einer Nichtveranlagungs-Bescheinigung (NV-Bescheinigung) beim Finanzamt kann man sogar sicherstellen dass der Broker keine Kapitalertragsteuer einbehält — bis der Ertrag den Grundfreibetrag übersteigt.

Die NV-Bescheinigung für Kinder

Mit einer NV-Bescheinigung (Nichtveranlagungs-Bescheinigung) beim Finanzamt kann man beim Broker hinterlegen dass keine Kapitalertragsteuer einbehalten werden soll — weil das zu versteuernde Einkommen des Kindes unter dem Grundfreibetrag liegt. Das Depot läuft dann faktisch steuerfrei.

Voraussetzung: Das Kind hat kein anderes Einkommen das den Grundfreibetrag erreicht. Für Kinder bis 16-18 ohne Job normalerweise kein Problem. NV-Bescheinigung ist 3 Jahre gültig und muss dann erneuert werden.

Welchen ETF für das Kinderdepot?

Für ein Kinderdepot mit langem Horizont (20+ Jahre):

  • FTSE All-World (Vanguard, IE00B3RBWM25): Einfachste Option, global diversifiziert
  • MSCI World (iShares, IE00B4L5Y983): Nur Industrieländer, sehr günstig
  • Kein Bond-Anteil nötig — Horizont ist lang genug für 100% Aktien

Was passiert wenn das Kind 18 wird?

Mit 18 kann das Kind über das eigene Depot frei verfügen — Eltern verlieren die Verfügungsgewalt. Wichtig deshalb: Das Kind frühzeitig über das Depot informieren und erklären. Ein "verstecktes Depot" führt häufig zu unreifen Entnahme-Entscheidungen im ersten Jahr der Volljährigkeit.

Fazit: Frühstart-Depot ist ein Riesengeschenk

Ein Kinderdepot ist eines der wirkungsvollsten Instrumente des Vermögensaufbaus — dank der enormen Zeitspanne. Die steuerliche Seite ist einfach: Schenkungsfreibeträge sind so hoch dass Schenkungssteuer keine Rolle spielt. Das Kind hat eigenen Sparerpauschbetrag und mit NV-Bescheinigung sogar vollen Grundfreibetrag. Kein Grund zu zögern — je früher das Depot für Kinder eingerichtet wird, desto stärker der Zinseszins-Effekt. Das Altersvorsorgedepot kann später ergänzend die staatliche Förderung für das eigene Vorsorge-Depot des erwachsenen Kindes sichern.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der Schenkungsfreibetrag von Eltern an Kinder?

400.000 EUR pro Elternteil alle 10 Jahre. Ein Kind kann also 800.000 EUR von beiden Elternteilen steuerfrei erhalten. Zusätzlich können Großeltern je 200.000 EUR steuerfrei schenken. Für normale ETF-Depot-Schenkungen von einigen tausend Euro jährlich spielt Schenkungssteuer praktisch keine Rolle.

Hat ein Kind einen eigenen Sparerpauschbetrag?

Ja — jedes Kind hat 1.000 EUR Sparerpauschbetrag pro Jahr. Zusätzlich gilt der volle Grundfreibetrag (2026: 12.084 EUR). Mit einer Nichtveranlagungs-Bescheinigung (NV-Bescheinigung) beim Finanzamt kann das Kinderdepot faktisch steuerfrei laufen — sofern das Kind kein eigenes Einkommen hat.

Was passiert mit dem Kinderdepot wenn das Kind 18 wird?

Mit 18 kann das Kind frei über das eigene Depot verfügen — Eltern verlieren die Verfügungsgewalt vollständig. Wichtig: Das Kind frühzeitig informieren und über Langfrist-Denken aufklären. Ein thesaurierender MSCI-World-ETF braucht keine sofortigen Verkaufsentscheidungen. Wer Kontrolle behalten will: Depot auf den Namen der Eltern führen (kein echter Schenkungsschutz).

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