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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Rürup oder Altersvorsorgedepot Entscheidung

Das Wichtigste in Kürze

  • Altersvorsorgedepot Zulagen + ETF + flexibel — ideal für Familien und Normalverdiener
  • Rürup Hoher Steuerabzug, keine Zulagen — für Gutverdiener und Selbständige
  • Kombination Beide parallel nutzbar — keine gegenseitige Verrechnung
  • Klare Empfehlung Erst Depot füllen, dann Rürup als Ergänzung prüfen

Zwei Förderphilosophien im Vergleich

Das Altersvorsorgedepot fördert über Zulagen (GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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, KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
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) und einen begrenzten SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
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bis 1.800 EUR. Die Riester-RenteWas ist Riester-Rente?Staatlich geförderte Altersvorsorge seit 2002. Gescheitert wegen zu hoher Kosten, Garantiepflicht und niedriger Rendite. Wird ab 2027 durch das Altersvorsorgedepot ersetzt.
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funktionierte ähnlich, das Depot ist der modernisierte Nachfolger mit ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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-Zugang und flexibler Auszahlung.

Die Rürup-Rente dagegen kennt keine Zulagen. Ihre einzige Förderung ist der Sonderausgabenabzug — dafür aber bis zu 29.344 EUR pro Jahr. Das macht sie zum reinen Steueroptimierungsinstrument für hohe Einkommen.

Die große Vergleichstabelle

KriteriumAltersvorsorgedepotRürup-Rente
Zulagen540 EUR Grundzulage + 300 EUR/KindKeine
Max. Steuerabzug1.800 EUR/Jahr29.344 EUR/Jahr (ledig)
AnlageformETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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-Sparplan, eigene Wahl
Fondspolice oder klassisch
Laufende Kosten0,1 - 0,5 % TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
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1,0 - 2,5 % p.a.
AuszahlungRente, Teilkapital oder MixNur lebenslange Rente
VererbbarJa (Ehepartner, Kinder)Nur Hinterbliebenenrente
KündigungMöglich (FörderschädlichWas ist Förderschädlich?Wenn du das Geld vor dem Rentenalter entnimmst, musst du alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Die Kursgewinne darfst du behalten.
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)
Nicht möglich
AnbieterwechselJederzeit kostenlosSchwierig bis unmöglich
Besteuerung AuszahlungNachgelagerte BesteuerungWas ist Nachgelagerte Besteuerung?Steuerprinzip bei der Altersvorsorge: In der Ansparphase steuerfrei, erst bei der Auszahlung im Ruhestand wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.
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Nachgelagerte Besteuerung
PfändungsschutzJaJa
Vergleich Rürup und Altersvorsorgedepot

Entscheidungsmatrix: Wer sollte was wählen?

Die richtige Wahl hängt von drei Faktoren ab: Einkommen, Familiensituation und Beschäftigungsform. Hier die Matrix:

Deine SituationEmpfehlungBegründung
Angestellt, unter 60.000 EUR bruttoAltersvorsorgedepotZulagen + GünstigerprüfungWas ist Günstigerprüfung?Das Finanzamt prüft automatisch, ob die Zulagen oder der Sonderausgabenabzug für dich vorteilhafter ist. Du bekommst immer das bessere Ergebnis.
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bringen mehr als Steuerabzug
Angestellt, über 60.000 EUR, keine KinderDepot + RürupDepot zuerst füllen, Rest in Rürup für zusätzlichen Steuerabzug
Angestellt, Familie mit 2+ KindernAltersvorsorgedepotKinderzulagen machen Depot klar überlegen
Selbständig, unter 40.000 EURAltersvorsorgedepotZulagen wiegen mehr als geringer Steuerabzug bei Rürup
Selbständig, 40.000-80.000 EURDepot + RürupDepot als Basis, Rürup als steuerliche Ergänzung
Selbständig, über 80.000 EURDepot + Rürup (max.)Rürup-Steuerabzug wirkt stark bei hohem GrenzsteuersatzWas ist Grenzsteuersatz?Der Steuersatz, der auf den letzten verdienten Euro anfällt. Liegt je nach Einkommen zwischen 14% und 45%. Entscheidend für die Berechnung der Steuerersparnis.
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BeamteAltersvorsorgedepotZulagenberechtigt, Rürup bringt kaum Mehrwert
Rentner mit NebeneinkommenKeinesZu wenig Ansparzeit, Steuern senken im Alter stattdessen

Rechenbeispiel: Angestellte, 55.000 EUR brutto, 1 Kind

Maria ist angestellt, verdient 55.000 EUR brutto und hat ein Kind (geb. 2020). Ihr GrenzsteuersatzWas ist Grenzsteuersatz?Der Steuersatz, der auf den letzten verdienten Euro anfällt. Liegt je nach Einkommen zwischen 14% und 45%. Entscheidend für die Berechnung der Steuerersparnis.
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liegt bei ca. 38 %. Welches Modell bringt mehr?

PostenAltersvorsorgedepotRürup
Eigenbeitrag1.800 EUR/Jahr (max. Sonderausgaben)5.000 EUR/Jahr
Grundzulage540 EUR0 EUR
Kinderzulage300 EUR0 EUR
Steuerersparnis (Günstigerprüfung)ca. 144 EUR (Differenz über Zulagen)ca. 1.900 EUR
Gesamtförderung984 EUR (55 % Förderquote)1.900 EUR (38 % Förderquote)
Effektive Rendite auf EigenbeitragZulagen + ETF-RenditeNur Steuerersparnis + Fondsrendite minus hohe Kosten

Ergebnis: Bezogen auf den Eigenbeitrag hat Maria beim Altersvorsorgedepot eine Förderquote von 55 %. Bei Rürup sind es nur 38 % — und das bei höherem Kapitaleinsatz, höheren Kosten und weniger Flexibilität. Für Maria ist das Depot klar die bessere Basisvorsorge.

Faustregel: Erst das Altersvorsorgedepot mit 1.800 EUR voll ausschöpfen. Wenn danach noch Budget für Altersvorsorge übrig ist UND dein EinkommensteuersatzWas ist Einkommensteuersatz?Der persönliche Steuersatz auf dein Einkommen. Steigt progressiv von 14% bis 45%. Im Ruhestand typischerweise 15-30%, da das Einkommen niedriger ist als im Berufsleben.
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bei 42 % oder höher liegt, lohnt sich Rürup als Ergänzung.

Beide Produkte kombinieren — so geht es

Rürup und das Altersvorsorgedepot haben getrennte Fördertöpfe. Der Depot-Sonderausgabenabzug läuft über die Anlage AVWas ist Anlage AV?Das Formular in der Steuererklärung für die Altersvorsorge. Hier trägst du deine Beiträge zum Altersvorsorgedepot ein. Wird größtenteils vom Anbieter vorausgefüllt.
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, Rürup über die Anlage Vorsorgeaufwand. Es gibt keine Verrechnung — du kannst beide voll ausschöpfen.

Optimale Reihenfolge

  1. Altersvorsorgedepot füllen — 1.800 EUR/Jahr in einen günstigen ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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    -Sparplan (z.B. MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
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    )
  2. Arbeitgeber-bAV prüfen — wenn dein Arbeitgeber zur betrieblichen Altersvorsorge zuzahlt
  3. Rürup als Ergänzung — wenn GrenzsteuersatzWas ist Grenzsteuersatz?Der Steuersatz, der auf den letzten verdienten Euro anfällt. Liegt je nach Einkommen zwischen 14% und 45%. Entscheidend für die Berechnung der Steuerersparnis.
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    ab 42 % und langfristiger Anlagehorizont
  4. Freies ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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    -Depot
    — alles darüber hinaus flexibel anlegen

Sonderfälle und Graubereiche

Nicht immer ist die Entscheidung eindeutig. Einige Sonderfälle:

  • GmbH-Geschäftsführer: Oft PflichtversichertWas ist Pflichtversichert?Wer Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung zahlt — die Grundvoraussetzung für die Förderung beim Altersvorsorgedepot.
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    in der GRV — dann zuerst Altersvorsorgedepot, Rürup nur bei sehr hohem Gehalt
  • Freiberufler mit Versorgungswerk: Beiträge ans Versorgungswerk zählen zum Rürup-Höchstbetrag — weniger Spielraum
  • Ehepartner mit unterschiedlichem Einkommen: Der Geringverdiener nutzt das Depot (Zulagen), der Gutverdiener ergänzt Rürup
  • Kurz vor Rente (ab 55): Rürup lohnt sich kaum noch — zu wenig Ansparzeit, hohe Abschlusskosten. Depot ebenfalls prüfen: Depot mit 60

Fazit: Das Depot ist die bessere Basis

Für die Mehrheit der Sparer ist das Altersvorsorgedepot mit seinen Zulagen, niedrigen Kosten und flexibler Auszahlung die bessere Wahl. Rürup hat seine Berechtigung als Ergänzung für Gutverdiener und Selbständige — aber nicht als Hauptvorsorge. Die Nachteile der Basisrente wiegen schwer, besonders die fehlende Flexibilität und die hohen Kosten.

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Häufige Fragen

Ab welchem Einkommen lohnt sich Rürup mehr als das Altersvorsorgedepot?

Faustregel: Ab ca. 60.000 EUR Brutto (Singles) beginnt Rürup steuerlich interessant zu werden. Warum? Bei 60.000 EUR liegt der Grenzsteuersatz bei ca. 42 %. Der Sonderausgabenabzug für Rürup wirkt stark. Zum Vergleich: Die AVD-Grundzulage (540 EUR/Jahr) entspricht einer festen Förderung — unabhängig vom Einkommen. Bei niedrigeren Einkommen (30.000–50.000 EUR) überwiegt die Zulage des AVD die Steuerersparnis bei Rürup fast immer. Mit Kindern: AVD durch Kinderzulagen (300 EUR/Kind/Jahr) bleibt bis deutlich über 60.000 EUR attraktiver als Rürup.

Kann ich Rürup und Altersvorsorgedepot gleichzeitig nutzen?

Ja, beide sind vollständig kombinierbar — die Fördergrenzen sind unabhängig. AVD: Sonderausgabenabzug bis 1.800 EUR/Jahr, Grundzulage 540 EUR. Rürup: Sonderausgabenabzug bis 29.344 EUR/Jahr (aber GRV-Beiträge werden angerechnet). Optimale Kombination: Erst AVD bis 1.800 EUR ausschöpfen (Zulagen + Steuerabzug). Dann darüber hinausgehende Summen in Rürup für maximalen Steuerabzug. Wer 2.000 EUR/Monat für Altersvorsorge hat: 150 EUR ins AVD, Rest in Rürup oder freies Depot.

Was ist der größte Nachteil von Rürup gegenüber dem Altersvorsorgedepot?

Null Flexibilität. Die Rürup-Rente ist unkündbar — eingezahltes Geld ist dauerhaft gebunden bis zur Verrentung. Keine Kapitalabfindung möglich (AVD: bis 30 %). Kein Storno bei Jobverlust (man kann beitragsfrei stellen, aber das Guthaben bleibt gesperrt). Keine Vererbung ans Konto — nur Hinterbliebenenrente für Ehepartner/Kinder unter bestimmten Voraussetzungen. Das AVD ist dagegen flexibler: Kapitalentnahme bis 30 %, Anbieterwechsel jederzeit kostenlos, Vererbung an Ehepartner möglich. Für Gutverdiener mit stabilem Einkommen ist die Rürup-Starre kein Problem — für alle anderen ist Flexibilität ein echtes Argument für das AVD.

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