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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Rentenniveau in Deutschland — Entwicklung und Vergleich

Das Wichtigste in Kürze

  • Aktuelles Rentenniveau (2026) ca. 48,0 % (netto vor Steuern)
  • Gesetzliche Haltelinie 48 % bis 2039 (Rentenpaket II)
  • Prognose 2040 ca. 44-46 % ohne Reformen
  • Standardrentner (45 EP) ca. 1.769 EUR brutto (West, 2026)
  • EU-Durchschnitt ca. 58 % (Deutschland deutlich darunter)

Was bedeutet "Rentenniveau"?

Das Rentenniveau ist ein statistischer Wert. Es zeigt das Verhältnis zwischen der Standardrente eines sogenannten "Eckrentners" und dem aktuellen Durchschnittsentgelt — jeweils nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge, aber vor Steuern.

Der Eckrentner ist ein fiktiver Mensch, der 45 Jahre lang exakt das Durchschnittsgehalt verdient hat. In der Realität erreichen die wenigsten Menschen dieses Ideal. Trotzdem ist das Rentenniveau die zentrale Kennzahl, an der sich die Politik orientiert.

Einfach erklärt: Ein Rentenniveau von 48 % bedeutet: Der Eckrentner bekommt 48 % des aktuellen Durchschnittslohns als Rente. Bei einem Durchschnittslohn von rund 3.700 EUR netto (vor Steuern) sind das ca. 1.776 EUR netto (vor Steuern).

Historische Entwicklung — der Abwärtstrend

Jahr Rentenniveau (netto v. St.) Standardrente brutto (West)
199055,1 %ca. 930 EUR
200052,9 %ca. 1.180 EUR
200552,2 %ca. 1.210 EUR
201051,6 %ca. 1.280 EUR
201547,7 %ca. 1.390 EUR
202049,4 %ca. 1.540 EUR
202648,0 %ca. 1.769 EUR

Zwischen 1990 und heute ist das Rentenniveau um rund 7 Prozentpunkte gefallen. Das klingt wenig, bedeutet aber Hunderte Euro weniger im Monat. Ein Rentner mit 45 Punkten erhält heute real weniger Kaufkraft als ein vergleichbarer Rentner in den 1990er Jahren.

Prognose — wie geht es weiter?

Mit dem Rentenpaket II hat die Bundesregierung die Haltelinie von 48 % bis 2039 verlängert. Danach wird es voraussichtlich sinken — die Frage ist nur, wie stark. Laut Statistischem Bundesamt (destatis) verschärft die demografische Entwicklung den Finanzierungsdruck weiter:

Szenario Rentenniveau 2035 Rentenniveau 2040
Ohne Reformca. 46 %ca. 44 %
Moderate Reformca. 47 %ca. 46 %
Haltelinie 48 % beibehalten48 %48 %
Das Problem: Die Haltelinie bei 48 % zu halten kostet Geld. Entweder steigen die Beiträge (aktuell 18,6 %, Prognose: bis zu 22-23 %), der Bundeszuschuss wird erhöht (heute schon über 100 Mrd. EUR/Jahr) oder das Rentenalter steigt weiter. Alles belastet Arbeitnehmer und Steuerzahler.

EU-Vergleich — Deutschland im Mittelfeld

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland beim Rentenniveau im unteren Mittelfeld. Länder mit kapitalgedeckten Elementen in der Altersvorsorge schneiden oft besser ab:

Land Nettoersatzrate (OECD) System
Niederlandeca. 89 %Umlageverfahren + Kapitaldeckung (Pensionsfonds)
Dänemarkca. 84 %Grundrente + Kapitaldeckung
Österreichca. 87 %Umlageverfahren (hohe Beiträge)
Frankreichca. 74 %Umlageverfahren + Zusatzkassen
Deutschlandca. 53 %Umlageverfahren (+ freiwillige Privatvorsorge)
Großbritannienca. 49 %Grundrente + Kapitaldeckung

Die erfolgreichsten Rentensysteme kombinieren umlagefinanzierte Grundsicherung mit kapitalgedeckter Zusatzvorsorge. Genau diesen Weg geht Deutschland jetzt mit dem Altersvorsorgedepot — 35 Jahre später als die Niederlande oder Dänemark.

Was bedeutet das sinkende Rentenniveau konkret?

Nehmen wir an, du bist heute 35 und verdienst 50.000 EUR brutto. Bei einem Rentenniveau von 48 % (optimistisches Szenario) und 40 Beitragsjahren würde deine gesetzliche Rente bei etwa 1.550 EUR brutto liegen. Bei 44 % Rentenniveau wären es nur noch 1.420 EUR brutto.

Die Inflation kommt noch dazu: 1.550 EUR in 30 Jahren haben bei 2 % jährlicher Inflation nur noch die Kaufkraft von rund 855 EUR heute. Das reicht in vielen Städten nicht einmal für die Miete. Ob deine individuelle Rente ausreichen wird, beantwortet der Ratgeber Reicht meine Rente?

Was bedeutet das für dein Altersvorsorgedepot?

Das sinkende Rentenniveau macht private Vorsorge nicht optional, sondern notwendig. Das Altersvorsorgedepot ist dabei das effizienteste Instrument: Kapitalmarktrendite (MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
Mehr erfahren →
mit 6-7 % p.a.), staatliche Förderung (GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
Mehr erfahren →
, KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
Mehr erfahren →
) und SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
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in der Steuererklärung.

Im Gegensatz zur gesetzlichen Rente, deren Niveau von politischen Entscheidungen abhängt, baut dir das Altersvorsorgedepot ein eigenes Vermögen auf. Die Kapitalmärkte haben über jeden 30-Jahres-Zeitraum seit 1970 positive Renditen geliefert. Und in der Ansparphase fällt keine AbgeltungsteuerWas ist Abgeltungsteuer?Pauschale Steuer von 26,375% (inkl. Soli) auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Gilt für normale Depots, NICHT für das Altersvorsorgedepot in der Ansparphase.
Mehr erfahren →
an — ein Vorteil gegenüber dem freien Depot.

Je früher du anfängst, desto kleiner kann dein monatlicher Beitrag sein. Eine Minirente vermeidest du, indem du die gesetzliche Rente gezielt durch das Altersvorsorgedepot ergänzt. Berechne deine individuelle Rentenlücke und plane entsprechend.

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Häufige Fragen

Warum sinkt das Rentenniveau in Deutschland?

Das Rentenniveau (Verhältnis Standardrente zu Durchschnittslohn) sank von ca. 53 % (2000) auf ca. 48 % (heute) und soll bis 2040 auf 43 % fallen. Ursachen: 1) Demografischer Wandel: Weniger Beitragszahler, mehr Rentner. Nachhaltigkeitsfaktor dämpft Rentenanpassung automatisch. 2) Riesterfaktor: Minderung wegen Eigenvorsorge-Erwartung (der Staat sagt: da ist das Riester/AVD für). 3) Beitragssatz-Stabilisierungszwang: Um Beitragssatz unter 20 % zu halten, wird Rentenniveau reduziert. Das AVD ist die direkte Antwort: Staatliche Kompensation für das sinkende GRV-Niveau durch eigenes Kapital.

Was bedeutet das sinkende Rentenniveau konkret für verschiedene Einkommensgruppen?

Drei Szenarien für 2040 (prognostiziertes 43 % Rentenniveau): Durchschnittsverdiener (45.000 EUR/Jahr, 40 Jahre): Rente ca. 1.500 EUR/Monat brutto (43 % von 3.500 EUR Durchschnittslohn 2040). Geringverdiener (25.000 EUR/Jahr, 35 Jahre): Rente ca. 700 EUR/Monat — unterhalb der Grundsicherung. Gutverdiener (80.000 EUR/Jahr, 40 Jahre): Beitragsbemessungsgrenze begrenzt Rentenanspruch auf ca. 2.000 EUR. Konsequenz: Das AVD ist für alle Gruppen relevant, aber für Geringverdiener und Normalverdiener überlebenswichtig gegen Altersarmut.

Kann das Rentenniveau durch politische Maßnahmen stabilisiert werden?

Vier politische Optionen — alle mit Kosten: 1) Beitragssatzerhöhung: Jede GRV-Beitragserhöhung um 1 Prozentpunkt kostet Arbeitnehmer und Arbeitgeber ca. 15 Mrd. EUR/Jahr. 2) Rentenalter erhöhen: Politisch schwer durchzusetzen. 3) Zuwanderung erhöhen: Langfristig wirksam, aber kurzfristig kein schneller Effekt auf GRV. 4) Generationenkapital (beschlossen 2024): Staatsfonds, soll ab 2035 ca. 10 Mrd. EUR/Jahr in die GRV fließen — dämpft Beitragssatzsteigerung. Das AVD ergänzt alle politischen Maßnahmen: Individuelles Kapital macht Anleger unabhängiger von politischen Entscheidungen.

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