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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Rentenfaktor bei privaten Rentenversicherungen — Was er wirklich bedeutet

Der Rentenfaktor entscheidet wie viel monatliche Rente aus 100.000 Euro Kapital herauskommt. Und er wird immer schlechter.

Rentenfaktor private Rentenversicherung erklärt

Bei privaten Rentenversicherungen — dazu gehört auch die Rürup-Rente und zukünftig manche Formen des Altersvorsorgedepots — wird das angesparte Kapital am Ende nicht ausgezahlt, sondern verrentet. Der Rentenfaktor bestimmt wie viel monatliche Rente du pro 10.000 EUR angespartem Kapital erhältst. Er ist eine der wichtigsten Kennzahlen die kaum jemand versteht.

Was ist der Rentenfaktor?

Der Rentenfaktor gibt an wie viel monatliche Rente du aus je 10.000 EUR Kapital erhältst. Beispiel: Rentenfaktor 25 bedeutet: pro 10.000 EUR Kapital erhältst du 25 EUR/Monat lebenslange Rente.

Aus 100.000 EUR Kapital würden damit 250 EUR/Monat Rente, aus 500.000 EUR würden 1.250 EUR/Monat.

RentenfaktorRente aus 100.000 EURRente aus 300.000 EURBreak-Even-Alter
35350 EUR/Monat1.050 EUR/Monatca. 90
28280 EUR/Monat840 EUR/Monatca. 93
20200 EUR/Monat600 EUR/Monatüber 100

Warum sinkt der Rentenfaktor?

Zwei Gründe drücken den Rentenfaktor nach unten:

1. Steigende Lebenserwartung: Wenn die Versicherung davon ausgeht dass Rentner länger leben, muss sie die monatliche Zahlung strecken — auf mehr Monate. Bei gleichem Kapital ergibt das einen niedrigeren Rentenfaktor.

2. Niedrigzinsen: Das eingezahlte Kapital wird von der Versicherung angelegt. Bei niedrigen Zinsen erwirtschaftet sie weniger Rendite und kann daher weniger ausschütten. Der Rechnungszins — also die angenommene Anlagerendite — ist seit Jahren historisch tief und lag 2024 bei nur 0,25%.

Ergebnis: In den 1990ern lagen Rentenfaktoren bei 40-50. Heute werden für neue Verträge oft nur noch 20-28 garantiert. Das ist ein realer Wertverfall.

Garantierter vs. aktueller Rentenfaktor

Viele Versicherungsverträge unterscheiden zwischen:

  • Garantierter Rentenfaktor: Der Mindestwert auf den du dich verlassen kannst
  • Aktueller/prognostizierter Rentenfaktor: Höherer Wert der aber nicht garantiert ist

Rechne immer mit dem garantierten Rentenfaktor. Alles andere ist Wunschdenken. Ein Vertrag der einen garantierten Rentenfaktor von 18 hat aber einen "aktuellen" von 35 zeigt — wird der garantierte Wert werden.

Break-Even-Analyse: Ab wann lohnt die Versicherungsrente?

Die Versicherungsrente lohnt sich nur wenn du lange genug lebst. Beispiel: 100.000 EUR Kapital, Rentenfaktor 28 = 280 EUR/Monat. Um das Kapital zurückzubekommen: 100.000 / 280 = 357 Monate = 29,7 Jahre Bezugsdauer. Rentenbeginn mit 67: Breakeven mit 96,7 Jahren.

Die statistische Lebenserwartung eines 67-jährigen Mannes liegt bei ca. 82 Jahren, bei einer Frau ca. 85 Jahren. Die Mehrheit der Versicherungsnehmer stirbt vor dem Break-Even.

ETF-Entnahmeplan vs. Versicherungsrente

KriteriumETF-Entnahmeplan (4%)Private Rentenversicherung
Monatliche Zahlung (100.000 EUR)333 EUR/Monat200-280 EUR/Monat
Restkapital für ErbenJa (wenn nicht aufgebraucht)Nein (ohne Zusatzklausel)
LanglebigkeitsschutzKein Schutz über 30 JahreLebenslang garantiert
FlexibilitätVollständigKeine
KostenGering (ETF TER)Hoch (Versicherungskosten 0,5-1,5%)

Wann ist die Versicherungsrente sinnvoll?

Ein guter Fall für Versicherungsrente: Wer Langlebigkeitsrisiko absichern will und keine Erben hat denen er Kapital hinterlassen möchte. Menschen die 95+ werden könnten — sei es durch Familienhistorie oder gute Gesundheit — können vom Versicherungsschutz profitieren.

Für die meisten gilt: Ein ETF-Entnahmeplan mit 3,5-4% Entnahmerate liefert höhere monatliche Zahlungen, erhält das Kapital länger und bietet Flexibilität. Der Verzicht auf "lebenslange Garantie" ist bei ausreichendem Kapital (300.000+ EUR) ein überschaubares Risiko.

Fazit: Rentenfaktor prüfen vor jedem Abschluss

Wer eine private Rentenversicherung abschließt oder besitzt, sollte den garantierten Rentenfaktor kennen und per Break-Even-Rechnung verstehen ob er sich rechnet. Für die meisten Menschen unter 60 ist ein gut diversifiziertes ETF-Depot mit geplanter 4%-Entnahmestrategie wirtschaftlich überlegen. Die Versicherungsrente ist ein Nischen-Produkt für spezifische Situationen — keine Standardempfehlung für die Altersvorsorge.

Häufige Fragen

Was ist das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich gefördertes Wertpapierdepot für die private Altersvorsorge. Es ersetzt und verbessert die Riester-Rente: statt teueren Rentenversicherungen können günstige ETFs bespart werden. Förderung: Grundzulage 540 EUR/Jahr + Sonderausgabenabzug.

Was ist der Unterschied zum normalen ETF-Depot?

Normales Depot: keine staatliche Förderung, Abgeltungsteuer auf Gewinne sofort. Altersvorsorgedepot: staatliche Zulage, Steuerstundung in der Ansparphase (kein Zugriff des Fiskus), günstigere Besteuerung im Rentenalter. Dafür: Kapital erst ab Rentenalter verfügbar.

Wie eröffne ich ein Altersvorsorgedepot?

Schritt 1: Anbieter wählen (Trade Republic, ING, DKB etc.). Schritt 2: Depot online eröffnen (Legitimation per Video-Ident oder Post-Ident). Schritt 3: ETF-Sparplan einrichten. Schritt 4: Zulagenantrag beim BZSt stellen (meistens automatisch durch Anbieter).

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