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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Früh, regulär oder spät in Rente

0,3 % Abzug pro Monat früh, 0,5 % Zuschlag pro Monat spät: Was der Zeitpunkt des Renteneintritts für dein Leben bedeutet.

Renteneintritt Strategie früh spät

Das reguläre Rentenalter ist 67 Jahre — für alle die 1964 und später geboren wurden. Wer früher aufhört, zahlt dauerhaft 0,3 % Abzug pro Monat. Wer später aufhört, bekommt dauerhaft 0,5 % Zuschlag pro Monat. Diese Zahlen klingen klein — aber über eine Rente von 20-25 Jahren machen sie Zehntausende Euro Unterschied.

Vorzeitiger Renteneintritt: Die Abzüge

Wer vor 67 in Rente geht (ohne Ausnahmeregelung), zahlt für jeden Monat vor dem regulären Rentenalter 0,3 % dauerhaft. Das gilt für die gesamte Rentenzeit — auch wenn du später 85 Jahre alt wirst.

RenteneintrittMonate zu frühAbzug dauerhaftAuf 1.500 EUR Rente
66 Jahre12 Monate3,6 %ca. 1.446 EUR/Monat
65 Jahre24 Monate7,2 %ca. 1.392 EUR/Monat
64 Jahre36 Monate10,8 %ca. 1.338 EUR/Monat
63 Jahre48 Monate14,4 %ca. 1.284 EUR/Monat
63 Jahre (mit 45 Beitragsjahren)0 (abschlagsfrei)0 %1.500 EUR/Monat

Die Rente mit 63 abschlagsfrei gilt nur für Versicherte mit mindestens 45 Beitragsjahren. Angerechnet werden Pflichtbeiträge, Kindererziehungszeiten und Pflegezeiten — aber keine Anrechnungszeiten für Arbeitslosigkeit (Ausnahme: die letzten 2 Jahre vor Renteneintritt bleiben unberücksichtigt).

Später Renteneintritt: Die Zuschläge

Wer nach 67 weiterarbeitet und die Rente aufschiebt, erhält dauerhaft 0,5 % Zuschlag pro Monat — plus sammelt weitere Entgeltpunkte durch Weiterbeschäftigung.

RenteneintrittMonate späterZuschlag dauerhaftAuf 1.500 EUR Rente
67 Jahre (regulär)00 %1.500 EUR/Monat
68 Jahre12 Monate6,0 %ca. 1.590 EUR/Monat
69 Jahre24 Monate12,0 %ca. 1.680 EUR/Monat
70 Jahre36 Monate18,0 %ca. 1.770 EUR/Monat

Zusätzlich zum Zuschlag: Wer bis 70 weiterarbeitet, zahlt weiterhin Rentenbeiträge und sammelt Entgeltpunkte. Die tatsächliche Rente mit 70 kann also noch höher sein als die Tabelle zeigt.

Break-Even-Analyse: Ab wann lohnt sich frühzeitiger Renteneintritt?

Die entscheidende Frage: Ab welchem Alter habe ich insgesamt mehr Geld erhalten — ob ich früh oder regulär in Rente gegangen bin?

Beispiel: Klaus geht mit 63 statt 67 in Rente

Reguläre Rente (ab 67): 1.500 EUR/Monat. Mit Frührenten-Abzug (48 Monate, 14,4 %): 1.284 EUR/Monat.

Klaus bekommt 4 Jahre früh Rente: 4 x 12 x 1.284 = 61.632 EUR Vorsprung.

Aber er verliert pro Monat: 1.500 - 1.284 = 216 EUR.

Break-Even: 61.632 / 216 = 285 Monate = ca. 23,8 Jahre nach Renteneintritt = Alter 86-87 Jahre.

Das bedeutet: Wer später als 86-87 stirbt, hätte mehr bekommen wenn er regulär (mit 67) in Rente gegangen wäre. Wer früher stirbt, hatte mit der Frührente mehr. Die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland liegt bei ca. 80-83 Jahren — das macht die Frührente statistisch gesehen attraktiv.

Ausnahmen vom Rentenalter 67

  • Rente mit 63 (abschlagsfrei): 45 Beitragsjahre Pflicht
  • Altersrente für schwerbehinderte Menschen: Ab 62 mit Abzügen, ab 65 abschlagsfrei (GdB 50+)
  • Frauen-Altersrente: Nur für Jahrgang 1951 und älter relevant (ausgelaufen)
  • Altersrente für besonders langjährig Versicherte: Mit 45 Beitragsjahren, Eintrittsalter abhängig vom Geburtsjahrgang

Abzüge durch Einmalzahlung abkaufen

Eine wenig bekannte Option: Wer vor 67 in Rente gehen will, kann die Abzüge durch eine freiwillige Einmalzahlung an die Rentenversicherung abkaufen. Die DRV berechnet den genauen Betrag — typischerweise mehrere Zehntausend Euro.

Das kann sinnvoll sein für:

  • Menschen mit erheblichem Vermögen die früh aufhören wollen und die Abzüge nicht dauerhaft wollen
  • Situationen wo ein früherer Renteneintritt aus gesundheitlichen Gründen sinnvoll erscheint

Steuerlich wird die Einmalzahlung als Sonderausgabe behandelt — maximal absetzbar bis 25.639 EUR/Jahr (2026, Ledige). Das macht die Option besonders in Jahren mit hohem Einkommen attraktiv.

Die psychologische Seite der Rentenentscheidung

Rein finanzielle Break-Even-Analysen vernachlässigen einen wichtigen Aspekt: Lebensqualität. Zwei Jahre frühzeitiger Ruhestand mit voller Gesundheit können mehr Wert sein als drei Jahre mehr Rente später.

Andererseits: Wer früh aufhört und sich langweilt oder den sozialen Kontakt des Arbeitslebens vermisst, bereut oft den frühen Ausstieg. Studien zeigen, dass sinnvolle Beschäftigung — auch Teilzeit nach 65 — die Gesundheit fördert und damit die Lebenserwartung erhöht.

Fazit: Die richtige Strategie hängt von dir ab

Kein universell richtiger Zeitpunkt: Wer gesundheitlich angeschlagen ist und eine Familie mit Erbschaft zu versorgen hat, fährt mit der Frührente oft gut. Wer fit ist, lange Lebenserwartung erwartet und keine finanziellen Engpässe hat, profitiert von späterem Eintritt oder dem Zuschlagsmodell. Die Break-Even-Grenze liegt bei ca. 86-87 Jahren — wer dieses Alter überlebt, hätte regulär oder spät besser gefahren.

Zur Rentenplanung: Nutze den Vorsorgerechner um zu sehen welches Depot-Kapital notwendig ist um frühzeitige Rentenabzüge zu kompensieren.

Häufige Fragen

Was ist das Altersvorsorgedepot und wie funktioniert es?

Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich gefördertes ETF-Depot für die private Altersvorsorge. Einzahlungen werden mit Grundzulage (540 EUR/Jahr), Kinderzulage (300 EUR/Kind) und Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) gefördert. In der Ansparphase keine Abgeltungsteuer - Kapital arbeitet ungestört bis zur Rente.

Wie hoch ist die staatliche Förderung beim Altersvorsorgedepot?

Grundzulage: 540 EUR/Jahr. Kinderzulage: 300 EUR/Kind/Jahr. Berufseinsteigerbonus: 200 EUR (einmalig, unter 25 Jahren). Sonderausgabenabzug: bis 1.800 EUR/Jahr. Bei 35% Steuersatz und maximaler Einzahlung: Gesamtförderung über 1.350 EUR/Jahr möglich.

Wie eröffne ich ein Altersvorsorgedepot?

Anbieter wählen (Neobroker, Direktbank oder Filialbank), online Depot eröffnen (Video-Ident), ETF-Sparplan einrichten, Zulagenantrag automatisch durch Anbieter. Erste Einzahlung ab 1 EUR möglich. Förderung ab Eröffnung im selben Kalenderjahr anrechenbar.

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