Das Wichtigste in Kuerze
- ALG I 80 % des letzten Bruttogehalts als Bemessungsgrundlage fuer Rentenbeitraege
- Buergergeld (ALG II) Seit 2023 werden KEINE Rentenbeitraege mehr gezahlt
- Rentenverlust 1 Jahr ALG I = ca. 80 % eines Rentenpunkts, 1 Jahr Buergergeld = 0 Punkte
- Anrechnungszeit Arbeitslosigkeit wird als Anrechnungszeit beruecksichtigt (Wartezeit)
- Regelung ab 58 Arbeitslosigkeit ab 58 Jahren zaehlt NICHT fuer die 45-Jahre-Wartezeit (Rente mit 63)
ALG I — Arbeitslosengeld mit Rentenbeitraegen
Wenn du deinen Job verlierst und Arbeitslosengeld I (ALG I) beziehst, zahlt die Bundesagentur fuer Arbeit weiterhin Rentenbeitraege fuer dich. Die Bemessungsgrundlage liegt bei 80 % deines letzten Bruttogehalts. Das bedeutet: Du sammelst zwar weniger Rentenpunkte als in einer Vollzeit-Beschaeftigung, aber die Zeit ist rentenrechtlich abgedeckt.
Ein Rechenbeispiel: Bei einem letzten Bruttoverdienst von 3.500 EUR monatlich werden waehrend des ALG-I-Bezugs Beitraege auf Basis von 2.800 EUR (80 %) gezahlt. Statt eines vollen Rentenpunkts sammelst du in diesem Jahr rund 0,73 Punkte — immerhin etwa 29 EUR monatliche Rente spaeter. Das ist weniger als bei voller Beschaeftigung, aber deutlich mehr als nichts.
Buergergeld — die Rentenluecke
Anders sieht es beim Buergergeld (frueher ALG II bzw. Hartz IV) aus. Seit Januar 2023 werden fuer Buergergeld-Empfaenger keine Rentenbeitraege mehr gezahlt. Vorher waren es symbolische Beitraege, die weniger als 0,1 Rentenpunkte pro Jahr brachten. Jetzt ist es null.
Die Zeit wird zwar als Anrechnungszeit erfasst und hilft bei der Erfuellung bestimmter Wartezeiten, aber sie bringt keinerlei Rentenpunkte. Wer laengere Zeit im Buergergeld-Bezug verbringt, baut eine erhebliche Rentenluecke auf.
| Zeitraum | ALG I | Buergergeld |
|---|---|---|
| Rentenbeitraege | Ja (80 % des letzten Bruttos) | Nein (seit 2023) |
| Rentenpunkte pro Jahr | ca. 0,6-0,8 (je nach Gehalt) | 0,0 |
| Anrechnungszeit | Ja (Pflichtbeitragszeit) | Ja (aber ohne Beitraege) |
| 45-Jahre-Wartezeit (Rente 63) | Ja (ausser ab 58 Jahren) | Nein |
| 5-Jahre-Wartezeit | Ja | Ja (als Anrechnungszeit) |
Wie gross ist der Rentenverlust konkret?
Der Verlust haengt von der Dauer und der Art der Arbeitslosigkeit ab. Bei einem Durchschnittsverdiener (2025: ca. 45.358 EUR brutto/Jahr) sieht die Rechnung so aus: Ein Jahr ALG I bringt etwa 0,8 Rentenpunkte statt 1,0 — der Verlust betraegt rund 0,2 Punkte oder ca. 8 EUR monatliche Rente. Klingt wenig, summiert sich aber: 3 Jahre ALG I kosten rund 24 EUR monatliche Rente, lebenslang.
Ein Jahr Buergergeld kostet dagegen den vollen Rentenpunkt — das sind rund 39 EUR monatliche Rente weniger, dauerhaft. 5 Jahre Buergergeld bedeuten fast 200 EUR weniger Rente pro Monat. Bei ohnehin niedrigen Renten kann das den Unterschied zwischen ausreichender Versorgung und Altersarmut ausmachen.
Was kannst du tun?
Der beste Schutz gegen Rentenluecken durch Arbeitslosigkeit ist eine fruehzeitige private Vorsorge. Das Altersvorsorgedepot bietet PflichtversichertWas ist Pflichtversichert?Wer Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung zahlt — die Grundvoraussetzung für die Förderung beim Altersvorsorgedepot.
Mehr erfahren →en die Moeglichkeit, mit staatlicher Foerderung ein Polster aufzubauen. Die GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
Mehr erfahren → und der SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
Mehr erfahren → machen es besonders effektiv.
Wer bereits arbeitslos ist, kann trotzdem vorsorgen: Freiwillige Beitraege zur Rentenversicherung sind moeglich und fuellen Luecken im Versicherungsverlauf. Allerdings bringt ein ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →-basiertes Depot langfristig mehr Rendite als freiwillige Rentenbeitraege, weil der MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
Mehr erfahren → historisch rund 7 % pro Jahr liefert.
Pruefe auch deinen Versicherungsverlauf: Die Rentenversicherung schickt dir alle 3 Jahre eine Uebersicht. Dort siehst du, welche Zeiten erfasst sind und wo Luecken bestehen. Die Rentenluecke laesst sich dann gezielt berechnen und schliessen.
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