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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Finanzorganisation mit dem 3-Konten-Modell — Schreibtisch mit Taschenrechner

Auf einen Blick

  • Konto 1 — Gehaltskonto Fixkosten: Miete, Versicherungen, Abos (ca. 50–60 %)
  • Konto 2 — Spaßkonto Variable Ausgaben: Essen, Freizeit, Shopping (ca. 20–30 %)
  • Konto 3 — Sparkonto Notgroschen + Vermögensaufbau (mindestens 10–20 %)
  • Automatisierung Daueraufträge am Gehaltstag — kein manuelles Umbuchen
  • Nächster Schritt Ab vollständigem Notgroschen: Depot-Sparplan starten

Warum ein System die Grundlage ist

Das größte Hindernis beim Vermögensaufbau ist nicht fehlendes Geld — es ist fehlende Übersicht. Wer nicht weiß, wie viel er jeden Monat ausgibt, kann nicht systematisch sparen. Wer alles auf einem Konto hat, gibt unbewusst mehr aus, als geplant. Am Ende des Monats ist das Geld weg, ohne dass man genau sagen könnte, wo.

Das 3-Konten-Modell löst dieses Problem mit einem simplen Mechanismus: Trennung durch Konten. Wenn das Spaßkonto leer ist, ist leer. Das Sparkonto wird nicht angetastet. Das Gehaltskonto deckt nur Fixkosten. Keine Willenskraft nötig — das System übernimmt die Disziplin.

Es geht dabei nicht darum, auf alles zu verzichten. Es geht darum, bewusste Entscheidungen zu treffen: Wie viel willst du im Monat für Freiheit und Spaß ausgeben? Und wie viel willst du langfristig aufbauen? Wer diese Zahlen kennt und das System einmal eingerichtet hat, braucht danach kaum noch darüber nachzudenken.

Die drei Konten im Detail

Konto 1: Das Gehaltskonto (Fixkosten)

Hier landet dein Gehalt. Von hier gehen alle Fixkosten per Lastschrift oder Dauerauftrag ab: Miete, Strom, Internet, Handyvertrag, Versicherungen, Streaming-Abos, Kreditraten. Der Betrag, der monatlich auf diesem Konto verbleibt, ist dein Fixkostenbudget. Du zahlst hier nicht täglich ein — du überweist nur am Gehaltstag den Rest auf die anderen Konten.

Konto 2: Das Spaßkonto (variable Ausgaben)

Dieses Konto ist dein tägliches Zahlungsmittel: Supermarkt, Restaurant, Bar, Kino, Online-Shopping, Friseur, Benzin, Urlaub. Du überweist am Gehaltstag einen festen Betrag drauf — das ist dein monatliches Budget für alles Flexible. Wenn das Geld weg ist, ist es weg. Du schaust nicht mehr auf das Gehaltskonto. Du entwickelst automatisch ein Gespür dafür, wie du das Budget aufteilst.

Konto 3: Das Sparkonto (Vermögensaufbau)

Dieses Konto ist unantastbar im Alltag. Es hat zwei Zwecke: zunächst den Notgroschen aufbauen (3 Monatsgehälter auf einem Tagesgeldkonto), danach fließt das Geld oder ein Teil davon in den Sparplan des Altersvorsorgedepots. Das Sparkonto ist deine Zukunft — du greifst nur im echten Notfall darauf zurück.

Finanzplanung mit drei Konten am Morgen — strukturiert und entspannt

Wie viel geht auf welches Konto?

Die Aufteilung hängt von deinem Einkommen und Lebensstil ab. Zwei bewährte Modelle:

Modell Konto 1 Fixkosten Konto 2 Spaß Konto 3 Sparen Geeignet für
50-30-20 50 % 30 % 20 % Durchschnittliches Einkommen, entspannte Städte
60-20-20 60 % 20 % 20 % Hohe Miete (z.B. München, Hamburg, Berlin)
50-20-30 50 % 20 % 30 % Bewusster Vermögensaufbau, DINK-Haushalte
40-30-30 40 % 30 % 30 % Eigentümer ohne Mietlast, hohe Sparquote

Konkrete Beispiele bei 2.500 EUR netto im Monat:

Nettoeinkommen 50 % Fixkosten 30 % Spaß 20 % Sparen
1.800 EUR 900 EUR 540 EUR 360 EUR
2.500 EUR 1.250 EUR 750 EUR 500 EUR
3.500 EUR 1.750 EUR 1.050 EUR 700 EUR
5.000 EUR 2.500 EUR 1.500 EUR 1.000 EUR
Tipp: Wenn deine Fixkosten mehr als 60 Prozent des Nettos auffressen, liegt das häufig an zu hoher Miete oder zu vielen ungekündigten Abos. Mach einmal im Jahr eine Abo-Analyse: Welche Verträge nutze ich wirklich? Streaming, Gym, Apps — alles auf den Prüfstand. Oft lassen sich hier 50–150 EUR monatlich freisetzen, die dann ins Sparkonto wandern. Orientierung bietet die Verbraucherzentrale zur Haushaltsplanung.

Automatisierung: Einmal einrichten, dauerhaft profitieren

Das Geheimnis des 3-Konten-Modells ist die Automatisierung. Du richtest einmalig zwei Daueraufträge ein:

  • Dauerauftrag 1: Am Gehaltstag (oder dem Tag danach) überweist du automatisch deinen Spaß-Budget-Betrag auf Konto 2.
  • Dauerauftrag 2: Gleichzeitig überweist du deinen Sparbetrag auf Konto 3 (Tagesgeld oder direkt als Sparplan-Ausführung).

Du musst nie wieder daran denken. Du musst nie wieder überlegen, ob du noch sparen kannst. Das System spart für dich — automatisch, jeden Monat, zuverlässig. Das Prinzip heißt „Pay yourself first": Zuerst wird für die Zukunft gespart, dann wird der Rest ausgegeben.

Von Konto 3 zum Depot: Der nächste Schritt

Das Sparkonto ist der Einstieg. Es gibt zwei Phasen:

Phase 1 — Notgroschen aufbauen: Solange du noch keinen Puffer von 3 Monatsgehältern auf einem Tagesgeldkonto hast, geht das gesamte Sparkonto-Budget dort hinein. Der Notgroschen gibt dir finanzielle Sicherheit — wenn das Auto kaputt geht oder die Waschmaschine stirbt, greifst du auf den Puffer zu, nicht auf Kredit oder Dispokredit. Warum der Notgroschen Priorität hat, erklärt der Ratgeber Notgroschen vor Altersvorsorge.

Phase 2 — Sparplan starten: Sobald der Notgroschen vollständig ist, richtest du einen monatlichen Sparplan ins AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
Mehr erfahren →
ein. Der Dauerauftrag auf das Sparkonto läuft weiter — aber jetzt fließt das Geld direkt in den Depot-Sparplan. Wie du einen Sparplan konkret einrichtest, zeigt der Ratgeber Sparplan einrichten.

Das erweiterte Modell: 4 Konten für Fortgeschrittene

Wer das 3-Konten-Modell beherrscht, kann es erweitern. Das 4. Konto ist das Altersvorsorge-Konto — also dein AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
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als eigene Kategorie, getrennt vom allgemeinen Sparkonto:

  • Konto 1: Gehaltskonto — Fixkosten
  • Konto 2: Spaßkonto — variable Ausgaben
  • Konto 3: Notgroschen + kurzfristige Ziele (Tagesgeld)
  • Konto 4: Altersvorsorgedepot — langfristiger Sparplan

Der Vorteil: Du siehst sofort, wie viel in der Altersvorsorge steckt — ohne es mit dem Tagesgeld zu vermischen. Du kannst die Sparquote gezielt für die Rente erhöhen, ohne andere Sparziele zu beeinträchtigen. Wie die Sparquote je nach Alter und Einkommen aussehen sollte, zeigt der Ratgeber Sparquote nach Alter.

Wie du das Budget nach dem 50-30-20-Prinzip aufteilst und welche Regeln dabei helfen, erklärt außerdem der Ratgeber 50-30-20-Regel und Altersvorsorge im Detail.

Praktische Umsetzung: Schritt für Schritt

1

Zweites und drittes Konto eröffnen

Am einfachsten bei einer kostenlosen Direktbank: DKB, ING oder Comdirect. Kostenloses Girokonto als Spaßkonto, kostenloses Tagesgeldkonto als Sparkonto. Dauert 15 Minuten online.

2

Fixkosten auflisten und auf Konto 1 zuordnen

Schreib alle monatlichen Abbuchungen auf. Miete, Strom, alle Verträge. Das ist dein Fixkostenblock — der Betrag bleibt auf Konto 1.

3

Budget für Konto 2 und Konto 3 festlegen

Was bleibt nach den Fixkosten? Entscheide, wie viel davon für Spaß und wie viel für Sparen. Orientiere dich am 50-30-20-Modell, passe es aber an deine Realität an.

4

Zwei Daueraufträge einrichten

Am Gehaltstag (oder 1 Tag danach): Überweisung auf Konto 2 (Spaßgeld) und Überweisung auf Konto 3 (Sparrate). Fertig.

5

Konto 2 als einziges Zahlungsmittel nutzen

Karte von Konto 2 als Standardkarte. Karte von Konto 1 nur für Notfälle. Konto 3 unangetastet. Im ersten Monat wirst du merken, wo du stehst.

6

Nach 3–6 Monaten anpassen

Reicht das Spaßkonto-Budget? Ist es zu knapp oder zu locker? Passe die Beträge einmal an. Danach läuft das System von selbst.

Sparrate festlegen und Depot starten

Sobald dein 3-Konten-System steht und der Notgroschen vollständig ist, ist der nächste Schritt das Altersvorsorgedepot. Berechne hier, wie viel du monatlich einzahlen solltest.

Jetzt berechnen

Wer das 3-Konten-Modell als Teil eines größeren Finanz-Automatisierungs-Systems einsetzen möchte, findet alle weiteren Schritte in Finanzen automatisieren. Der ideale Einstieg für alle, die noch nie investiert haben und nun systematisch starten wollen, ist Von 0 zum Depot. Wer ein Haushaltsbuch führen und damit die Basis für das Kontenmodell legen möchte, findet die Anleitung in Haushaltsbuch führen.

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Warum der Puffer Priorität hat — bevor der Sparplan startet.

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Von Konto 3 zum Depot: Schritt für Schritt zum Altersvorsorge-Sparplan.

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50-30-20-Regel erklärt

Das Budgetmodell hinter dem 3-Konten-System — verständlich aufgedröselt.

Von 0 zum Depot

Der komplette Einstiegsplan für alle, die noch nie investiert haben.

Häufige Fragen

Wie viele Konten brauche ich für das 3-Konten-Modell und welche Bank ist geeignet?

Technisch reichen drei Konten: ein Girokonto als Gehaltskonto, ein zweites Girokonto als Spaßkonto und ein Tagesgeldkonto als Sparkonto. Bei kostenlosen Direktbanken wie ING, DKB oder Comdirect entstehen dafür keine Gebühren. Die Eröffnung des zweiten und dritten Kontos dauert online ca. 15 Minuten. Wer das 4-Konten-Modell nutzt, fügt noch ein Altersvorsorgedepot als vierte Kategorie hinzu.

Ab wann sollte ich vom Sparkonto in ein Altersvorsorgedepot wechseln?

Sobald dein Notgroschen vollständig ist — also 3 Monatsgehälter auf einem Tagesgeldkonto. Vorher hat die Liquidität Vorrang: Wer kein Polster hat, ist gezwungen, in einer Krise aus dem Depot zu verkaufen, oft zu schlechten Kursen. Ist der Notgroschen da, richtest du einen Sparplan ins Altersvorsorgedepot ein. Der Dauerauftrag läuft weiter — er zeigt jetzt nur auf das Depot statt auf das Tagesgeld.

Was mache ich, wenn das Spaßkonto-Budget am Monatsende leer ist?

Das ist das System, das funktioniert. Wenn Konto 2 leer ist, ist das Monatsbudget für variable Ausgaben ausgeschöpft — du wechselst auf Wasser bis zum nächsten Gehaltseingang. Greife nicht auf Konto 1 oder 3 zurück. Nach 2–3 Monaten wirst du dein echtes Konsumverhalten kennen und die Budgets realistisch anpassen. Das ist wertvoller als jedes Haushaltsbuch.

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