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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Lisa (Angestellte, 55k, 1 Kind) Steuervorteil + Kinderzulage = 48 % Förderquote
  • Thomas (Selbständiger, 80k, keine Kinder) Freiwillige RV-Pflicht nötig, maximaler Steuerhebel
  • Petra (Teilzeit, 28k, 2 Kinder) Nur 10 EUR/Monat Eigenbeitrag, 85 % Förderquote
  • Alle drei: 17 Jahre bis zur Rente 67.000 bis 110.000 EUR realistisch
  • Strategie ist nie "one size fits all" Einkommen, Kinder, Status entscheiden

Die Frage "Lohnt sich ein AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
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mit 50?" lässt sich nicht pauschal beantworten. Sparraten-Tabellen und allgemeine Förderquoten helfen nur bedingt — denn die optimale Strategie hängt von deiner konkreten Lebenssituation ab. Deshalb zeigen wir drei realistische Szenarien. Die allgemeinen Zahlen, Steuer-Hebel und Garantie-Empfehlungen findest du im ausführlichen Ratgeber Altersvorsorgedepot mit 50.

Lisa: Angestellte, 55.000 EUR brutto, 1 Kind (17 Jahre)

Lisa arbeitet seit 25 Jahren als Sachbearbeiterin in einer Versicherung. Sie ist geschieden, hat einen 17-jährigen Sohn und lebt in einer Mietwohnung. Ihre gesetzliche Rente wird laut Rentenbescheid bei etwa 1.650 EUR brutto liegen. Nach Steuern und Krankenversicherung bleiben rund 1.350 EUR. Ihr aktuelles Nettoeinkommen liegt bei 2.400 EUR. Die Rentenlücke: etwa 1.050 EUR monatlich.

Lisas optimale Strategie

PositionWert
Gesamtbeitrag ins Depot (Eigenbeitrag + Zulagen)2.200 EUR
GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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540 EUR
KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
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(1 Kind, noch ca. 1 Jahr)
300 EUR
Eigenbeitrag pro Jahr1.360 EUR (113 EUR/Monat)
Steuererstattung (SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
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, 39 % Grenzsteuersatz)
ca. 858 EUR, abzgl. Zulagen = 18 EUR extra
Effektiver Eigenbeitrag pro Jahrca. 1.342 EUR
Förderquoteca. 48 %
Garantie-Empfehlung80 % (konservativ, wegen Alleinverdiener-Status)
Erwartetes Endkapital nach 17 Jahrenca. 85.000 - 95.000 EUR

Lisas Besonderheit: Die KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
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läuft nur noch ca. 1 Jahr (bis der Sohn 18 wird und kein Kindergeld mehr bekommt — es sei denn, er studiert). Danach steigt ihr Eigenbeitrag für die volle Förderung. Lisa sollte die verbleibende Kinderzulage unbedingt mitnehmen und ihren DauerzulagenantragWas ist Dauerzulagenantrag?Einmalige Vollmacht an den Depotanbieter, jedes Jahr automatisch die staatlichen Zulagen beim Bundeszentralamt für Steuern zu beantragen. Einmal Häkchen setzen — fertig.
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danach aktualisieren. Als Alleinverdienerin mit Wohnung zur Miete ist die 80%-Garantie sinnvoll — sie kann sich einen Crash kurz vor der Rente nicht leisten.

Thomas: Selbständiger, 80.000 EUR Gewinn, keine Kinder

Thomas ist selbständiger IT-Berater. Er verdient gut, hat aber bisher wenig für die Rente getan: kein Riester, keine betriebliche Altersvorsorge, nur ein kleines ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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-Depot mit rund 40.000 EUR. Seine gesetzliche Rente wird minimal sein — er hat nur 8 Jahre Pflichtbeiträge aus seiner früheren Anstellung. Erwartete gesetzliche Rente: ca. 350 EUR brutto.

Thomas' optimale Strategie

Schritt 1: Förderberechtigung herstellen. Als Selbständiger ohne Pflichtversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung ist Thomas nicht automatisch förderberechtigt. Er muss freiwillig in die gesetzliche RV einzahlen (Mindestbeitrag ca. 100 EUR/Monat) oder sich über eine Pflichtversicherung als Handwerker oder Künstler qualifizieren. Alternativ: Rürup-Rente als eigenes Instrument nutzen und das Altersvorsorgedepot über einen Mini-Job-Trick ermöglichen.

PositionWert
Jahresbeitrag (Maximum)1.800 EUR
GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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540 EUR
Kinderzulage0 EUR
Eigenbeitrag pro Jahr2.460 EUR (205 EUR/Monat)
Steuererstattung (42 % Grenzsteuersatz)ca. 756 EUR, abzgl. Zulagen = 216 EUR extra
Effektiver Eigenbeitrag pro Jahrca. 1.740 EUR
Förderquoteca. 42 %
Garantie-Empfehlung0 % (keine Garantie — Thomas hat das ETF-Depot als Puffer)
Erwartetes Endkapital nach 17 Jahrenca. 95.000 - 110.000 EUR

Thomas' Besonderheit: Der maximale Steuerhebel. Bei 42 % GrenzsteuersatzWas ist Grenzsteuersatz?Der Steuersatz, der auf den letzten verdienten Euro anfällt. Liegt je nach Einkommen zwischen 14% und 45%. Entscheidend für die Berechnung der Steuerersparnis.
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jetzt und geschätzten 20-25 % im Ruhestand profitiert Thomas massiv von der Nachgelagerte BesteuerungWas ist Nachgelagerte Besteuerung?Steuerprinzip bei der Altersvorsorge: In der Ansparphase steuerfrei, erst bei der Auszahlung im Ruhestand wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.
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. Sein Steuervorteil allein beträgt über 17 Jahre rund 12.000 EUR. Zusätzlich sollte Thomas sein bestehendes ETF-Depot parallel weiterführen — das Altersvorsorgedepot ist nur ein Baustein seiner Strategie. Die Hürden für Selbständige sind höher, aber der Aufwand lohnt sich.

Petra: Teilzeit, 28.000 EUR brutto, 2 Kinder (12 und 14 Jahre)

Petra arbeitet 25 Stunden pro Woche als Erzieherin. Sie ist verheiratet, ihr Mann verdient 52.000 EUR brutto. Zwei Kinder im Schulalter. Petras gesetzliche Rente wird durch Teilzeit und Kindererziehungszeiten niedrig ausfallen: geschätzt 900 EUR brutto. Die Familie braucht jedes Einkommen — viel Spielraum für Sparen gibt es nicht.

Petras optimale Strategie

PositionWert
SA-optimaler Eigenbeitrag/Jahr (1.800 – 540 – 600 Kinderzulagen)660 EUR/Jahr = 55 EUR/Monat
GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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540 EUR
KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
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(2 Kinder)
600 EUR
Eigenbeitrag pro Jahr (Beispiel-Strategie)120 EUR (10 EUR/Monat)
SteuererstattungZulagen sind günstiger als Sonderausgabenabzug
Effektiver Eigenbeitrag pro Jahr120 EUR
Förderquoteca. 85 %
Garantie-Empfehlung80 % (Sicherheit wichtig, kleines Depot muss geschützt werden)
Erwartetes Endkapital nach 17 Jahrenca. 67.000 - 78.000 EUR

Petras Besonderheit: Die höchste Förderquote aller drei. Petra zahlt nur 10 EUR pro Monat aus eigener Tasche und bekommt 1.140 EUR Zulagen vom Staat. Das ist ein Verhältnis von fast 1:10. Über 17 Jahre fließen nur 2.040 EUR Eigenbeiträge, aber rund 19.380 EUR Zulagen ins Depot. Selbst bei konservativer Anlage (80 % Garantie) ergibt sich ein Vermögen, das Petras Rente deutlich aufbessert. Die Kinderzulagen laufen noch ca. 4-6 Jahre (bis die Kinder kein Kindergeld mehr erhalten). Danach steigt der Eigenbeitrag — aber bis dahin hat sich bereits ein ordentliches Polster aufgebaut.

Der Vergleich: Drei Menschen, drei Ergebnisse

Lisa (Angestellte) Thomas (Selbständiger) Petra (Teilzeit)
Bruttoeinkommen55.000 EUR80.000 EUR28.000 EUR
Eigenbeitrag/Monat113 EUR205 EUR10 EUR
Förderquote48 %42 %85 %
HauptvorteilSteuer + KinderzulageMaximaler SteuerhebelMaximale Zulagen-Quote
Garantie80 %0 %80 %
Endkapital (geschätzt)85.000 - 95.000 EUR95.000 - 110.000 EUR67.000 - 78.000 EUR

Die Botschaft: Es gibt keine "zu spät"-Situation mit 50. Ob Gutverdiener oder Teilzeitkraft — die staatliche Förderung macht den Einstieg in jedem Fall rechnerisch sinnvoll. Aber die Strategie muss zur Person passen.

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Weiterführende Ratgeber

Depot mit 50: Der komplette Ratgeber

Sparraten, Steuer-Hebel, Garantievarianten und Risiko mit 50 im Überblick.

Spätstart mit 40, 50 oder 55

Was in 10–25 Jahren noch aufgebaut werden kann und welche Strategie gilt.

Familien und Kinderzulage

300 EUR/Kind/Jahr — wie Familien die höchste Förderquote herausholen.

Optimale Sparrate berechnen

Mindesteigenbeitrag, Förderhöchstbetrag und wann sich mehr lohnt.

Rentenlücke berechnen

Wie groß ist die Lücke — und was braucht es, um sie zu schließen?

Garantie-Varianten verstehen

80 %, 100 % oder keine Garantie — was für die Lebensmitte passt.

Häufige Fragen

Lohnt sich das Altersvorsorgedepot noch mit 50 Jahren?

Ja. Bei 17 Jahren Restlaufzeit bekommt ein 50-Jähriger noch 17 × 540 EUR = 9.180 EUR Grundzulage geschenkt — ohne Marktrisiko, einfach als staatliche Förderung. Dazu kommt der Sonderausgabenabzug bis 1.800 EUR/Jahr. Das ergibt je nach Steuersatz eine effektive Förderquote von 40–85 % auf den Eigenbeitrag. Anfangen ist fast immer besser als nichts tun.

Warum hat Petra (Teilzeit, 2 Kinder) die höchste Förderquote?

Petra zahlt nur 120 EUR Eigenbeitrag/Jahr (10 EUR/Monat) und bekommt 540 + 600 = 1.140 EUR Zulagen. Das ist eine Förderquote von 85 % — sie bekommt fast zehnmal so viel vom Staat, wie sie selbst einzahlt. Bei niedrigen Einkommen und mehreren Kindern ist das Altersvorsorgedepot besonders attraktiv, weil die Zulagen relativ zum Eigenbeitrag am größten sind.

Was muss Selbständige Thomas tun, um förderberechtigt zu sein?

Selbständige ohne Rentenversicherungspflicht müssen zunächst die Förderberechtigung herstellen — etwa durch freiwillige Einzahlung in die gesetzliche RV (Mindestbeitrag ~100 EUR/Monat). Alternativ kommt die Rürup-Rente als eigenes Förderinstrument infrage. Sobald die Förderberechtigung steht, profitiert Thomas von seinem hohen Grenzsteuersatz: 42 % Steuervorteil in der Einzahlphase vs. ~20-25 % Besteuerung im Rentenalter.

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