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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Auszahlungsstrategien für das Altersvorsorgedepot im Ruhestand

Jahrzehntelang haben Sie in Ihr AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
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eingezahlt – jetzt beginnt die Entnahmephase. Die richtige Auszahlungsstrategie entscheidet darüber, wie lange Ihr Kapital reicht und wie viel monatliches Einkommen Sie im Ruhestand zur Verfügung haben. Während der Vermögensaufbau durch regelmäßiges Sparen und die Zeit arbeitet, erfordert die Entnahme ein durchdachtes Konzept, das Sicherheit und Wachstum intelligent kombiniert.

Die Herausforderung liegt darin, dass Sie nun regelmäßig Kapital entnehmen, während das Depot gleichzeitig Wertschwankungen unterliegt. Ein ungünstiger Verkaufszeitpunkt in einer Börsenphase mit fallenden Kursen kann die Lebensdauer Ihres Portfolios erheblich verkürzen. Professionelle Entnahmestrategien helfen dabei, dieses sogenannte Sequence-of-Returns-Risiko zu minimieren und gleichzeitig von weiteren Kurssteigerungen zu profitieren.

Wichtig für Ihre Planung: Die durchschnittliche Lebenserwartung bei Renteneintritt liegt heute bei über 85 Jahren für Männer und über 88 Jahren für Frauen. Ihr Depot muss also mindestens 25-30 Jahre halten – besser länger, um auch für ein überdurchschnittlich langes Leben gerüstet zu sein.

Die klassische 4%-Regel: Bewährt und wissenschaftlich fundiert

Die 4%-Regel ist die bekannteste Entnahmestrategie und basiert auf der Trinity-Studie aus dem Jahr 1998. Die Grundidee ist einfach: Im ersten Ruhestandsjahr entnehmen Sie 4% Ihres Depotwertes. In den Folgejahren erhöhen Sie diesen absoluten Betrag um die Inflation, unabhängig von der aktuellen Depotentwicklung. Bei einem Startkapital von 500.000 Euro würden Sie also 20.000 Euro im ersten Jahr entnehmen, im zweiten Jahr beispielsweise 20.600 Euro (bei 3% Inflation) und so weiter.

Die ursprüngliche Studie untersuchte historische Daten über rollende 30-Jahres-Zeiträume und kam zu dem Ergebnis, dass ein Portfolio mit 50% Aktien und 50% Anleihen in 96% der Fälle mindestens 30 Jahre durchhält. Bei einem reinen Aktienportfolio lag die Erfolgsquote sogar bei 100%. Der Vorteil dieser Methode liegt in ihrer Einfachheit und Planbarkeit – Sie wissen genau, wie viel Einkommen Sie jährlich zur Verfügung haben.

Kritiker weisen allerdings darauf hin, dass die 4%-Regel auf historischen US-Daten basiert und die aktuelle Niedrigzinsphase nicht berücksichtigt. Tatsächlich empfehlen viele Finanzexperten heute eine konservativere Entnahmerate von 3-3,5%, insbesondere wenn Anleihen einen großen Teil des Portfolios ausmachen. Bei einem sehr aktienorientierten ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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-Portfolio kann die 4%-Regel hingegen weiterhin gut funktionieren, da Aktien langfristig höhere Renditen bieten.

Die Bucket-Strategie: Sicherheit durch intelligente Aufteilung

Die Bucket-Strategie (deutsch: Töpfe-Strategie) teilt Ihr Vermögen in drei unterschiedliche Anlageklassen auf, die jeweils unterschiedliche Zeiträume und Ziele abdecken. Diese Methode bietet psychologische Sicherheit, da Sie immer wissen, dass Ihre kurzfristigen Ausgaben gedeckt sind – unabhängig von aktuellen Börsenschwankungen.

Bucket 1 (Liquiditätstopf): Dieser Topf deckt Ihre Ausgaben für die nächsten 1-3 Jahre ab. Das Geld liegt in sicheren, jederzeit verfügbaren Anlagen wie Tagesgeld, Festgeld oder Geldmarkt-ETFs. Bei monatlichem Bedarf von 2.000 Euro sollten hier etwa 24.000 bis 72.000 Euro liegen. Diese Mittel sind vor Börsencrashs geschützt und geben Ihnen die Ruhe, die anderen Töpfe langfristig arbeiten zu lassen.

Bucket 2 (Sicherheitstopf): Dieser mittelfristige Topf überbrückt die Jahre 3-10 und besteht aus konservativen Mischfonds, Anleihen-ETFs oder ausgewogenen Multi-Asset-ETFs mit etwa 30-50% Aktienanteil. Wenn Bucket 1 zur Neige geht, füllen Sie ihn aus diesem Topf auf – idealerweise in Marktphasen mit guten Kursen. Dieser Puffer verhindert, dass Sie in Crashphasen Aktien verkaufen müssen.

Bucket 3 (Wachstumstopf): Der langfristige Topf bleibt voll in Aktien-ETFs investiert und sorgt für das notwendige Wachstum, das Ihr Depot über Jahrzehnte erhalten soll. Dieser Teil sollte mindestens 40-60% Ihres Gesamtvermögens ausmachen und wird erst nach 10+ Jahren angezapft. Er profitiert von der langfristigen Erholungsfähigkeit der Aktienmärkte.

Strategie Entnahmerate Flexibilität Aufwand Geeignet für
4%-Regel 4% p.a. + Inflation Gering Sehr niedrig Einfachheit, planbare Ausgaben
3%-Regel (konservativ) 3% p.a. + Inflation Gering Sehr niedrig Höhere Sicherheit, niedrige Renditeerwartung
Bucket-Strategie Variable Mittel Mittel Psychologische Sicherheit, strukturiertes Vorgehen
Dynamische Entnahme 3-5% je nach Marktlage Hoch Hoch Flexible Ausgaben, aktive Anleger
Dividendenstrategie Nur Dividenden (2-4%) Sehr hoch Mittel Kapitalerhalt, nachhaltige Entnahme

Hinweis: Einige der verlinkten Depotanbieter vergüten uns bei Kontoeröffnung. Dies hat keinen Einfluss auf unsere Bewertung oder Empfehlung.

Dynamische Entnahmestrategien: Flexibel auf Marktlagen reagieren

Während die 4%-Regel mit einem fixen Entnahmebetrag arbeitet, passen dynamische Strategien die Entnahme an die aktuelle Depotsituation an. Der Grundgedanke: In guten Börsenjahren können Sie mehr entnehmen, in schwachen Jahren reduzieren Sie die Entnahmen vorübergehend. Diese Flexibilität erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Kapital deutlich länger hält – erfordert aber auch die Bereitschaft, Ihren Lebensstandard anzupassen.

Ein bewährter Ansatz ist die prozentuale Entnahme: Sie entnehmen jedes Jahr einen festen Prozentsatz des aktuellen Depotwertes, beispielsweise 4%. Bei einem Depot von 400.000 Euro wären das 16.000 Euro. Steigt das Depot auf 450.000 Euro, entnehmen Sie im nächsten Jahr 18.000 Euro. Fällt es auf 350.000 Euro, reduzieren Sie auf 14.000 Euro. Diese Methode garantiert, dass Ihr Depot nie vollständig aufgebraucht wird, da Sie immer nur einen Prozentsatz entnehmen.

Eine weitere Variante ist die Guardrails-Strategie (Leitplanken-Strategie): Sie definieren eine Bandbreite für Ihre Entnahmen, etwa zwischen 12.000 und 24.000 Euro jährlich. Solange sich Ihr Depot innerhalb eines definierten Korridors bewegt, halten Sie die Entnahme konstant. Nur wenn das Depot stark wächst oder deutlich fällt, passen Sie die Entnahme nach oben oder unten an. Dies kombiniert Planbarkeit mit Flexibilität.

Optimieren Sie Ihre Entnahmestrategie

Berechnen Sie mit unserem Altersvorsorge-Rechner, wie lange Ihr Depot bei verschiedenen Entnahmeraten hält. Vergleichen Sie außerdem die besten Depotanbieter für die Entnahmephase – achten Sie auf günstige Verkaufsgebühren und flexible Auszahlpläne.

Die Dividendenstrategie: Leben von den Erträgen

Die Dividendenstrategie verfolgt einen grundlegend anderen Ansatz: Sie entnehmen nur die laufenden Erträge aus Dividenden und Zinsen, lassen aber das Grundkapital unangetastet. Bei einem gut diversifizierten Dividenden-ETF-Portfolio können Sie mit Ausschüttungen von 2-4% jährlich rechnen. Ein Depot von 500.000 Euro würde also 10.000 bis 20.000 Euro jährliche Dividenden liefern, ohne dass Sie Anteile verkaufen müssen.

Der größte Vorteil dieser Methode liegt in der psychologischen Sicherheit: Ihr Grundkapital bleibt vollständig erhalten und kann sogar weiter wachsen. Sie sind unabhängig von kurzfristigen Kursschwankungen, da Dividenden auch in Börsenkrisen meist weitergezahlt werden. Zudem können Sie ein steigendes Einkommen genießen, da viele Qualitätsunternehmen ihre Dividenden regelmäßig erhöhen.

Die Herausforderung besteht darin, dass die Ausschüttungen allein möglicherweise nicht für den gewünschten Lebensstandard ausreichen. Für ein monatliches Zusatzeinkommen von 2.000 Euro (24.000 Euro jährlich) bei 3,5% Dividendenrendite benötigen Sie ein Depot von etwa 685.000 Euro. Außerdem sollten Sie beachten, dass eine einseitige Fokussierung auf Hochdividendenwerte steuerliche Nachteile haben kann und möglicherweise Wachstumschancen kostet.

Steueroptimierte Entnahme: Freibeträge geschickt nutzen

Bei der Entnahme aus Ihrem Depot fallen Steuern auf realisierte Kursgewinne und Dividenden an. Der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person (2.000 Euro für Verheiratete) bleibt steuerfrei. Darüber hinaus werden 25% Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer fällig. Eine geschickte Planung kann Ihre Steuerlast deutlich reduzieren.

Gestaffelte Verkäufe: Verteilen Sie große Verkäufe auf mehrere Jahre, um die Progression bei anderen Einkommensquellen zu vermeiden und den Freibetrag mehrfach zu nutzen. Verkaufen Sie beispielsweise nur so viel, dass Ihre Kapitalerträge knapp über dem Freibetrag liegen, statt einmal einen großen Betrag zu realisieren.

FIFO-Prinzip beachten: In Deutschland gilt das First-In-First-Out-Prinzip. Die ältesten Anteile werden zuerst verkauft. Wenn Sie über viele Jahre angespart haben, können die frühen Anteile hohe Kursgewinne aufweisen. Eventuell lohnt es sich, neuere Anteile mit geringeren Gewinnen gezielt zu verkaufen, indem Sie verschiedene Depots oder Tranchen nutzen.

Thesaurierende vs. ausschüttende ETFs: In der Ansparphase sind thesaurierende ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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s oft steuerlich günstiger. In der Entnahmephase können ausschüttende ETFs Vorteile bieten, da Sie die Erträge direkt erhalten und nicht selbst Anteile verkaufen müssen. Die Ausschüttungen werden allerdings sofort versteuert, während bei thesaurierenden ETFs die Steuer erst beim Verkauf anfällt.

Praktische Umsetzung: So richten Sie Ihren Entnahmeplan ein

Die Umsetzung Ihrer Entnahmestrategie erfordert eine klare Struktur. Die meisten modernen Online-Broker bieten Auszahlpläne an, mit denen Sie automatisch monatliche oder vierteljährliche Verkäufe einrichten können. Bei einem Depot von 400.000 Euro und einer geplanten Entnahme von 16.000 Euro jährlich (4%) richten Sie beispielsweise einen monatlichen Verkauf von Anteilen im Wert von 1.333 Euro ein.

Schritt 1 – Bestandsaufnahme: Ermitteln Sie Ihr Gesamtvermögen, Ihre sonstigen Einkünfte (gesetzliche Rente, Betriebsrente) und Ihren tatsächlichen monatlichen Bedarf. Die Differenz zwischen Bedarf und sonstigen Einkünften muss Ihr Depot decken.

Schritt 2 – Strategie wählen: Entscheiden Sie sich für eine Basisstrategie. Viele Ruheständler kombinieren Elemente: Sie nutzen die 4%-Regel als Grundlage, implementieren aber eine Bucket-Struktur für mehr Sicherheit und behalten sich vor, die Entnahme in sehr guten oder schlechten Jahren anzupassen.

Schritt 3 – Portfolio anpassen: Passen Sie Ihre Vermögensallokation an. Während in der Ansparphase 80-100% Aktienquote sinnvoll sein können, empfehlen Experten für die Entnahmephase eine Quote von 50-70% Aktien, abhängig von Ihrer Risikotoleranz. Ein typisches Portfolio könnte aus 60% globalen Aktien-ETFs (wie MSCI World), 30% Anleihen-ETFs und 10% Liquidität bestehen.

Schritt 4 – Rebalancing-Regeln festlegen: Definieren Sie, wann Sie Ihr Portfolio wieder ins Gleichgewicht bringen. Eine Regel könnte lauten: Wenn die Aktienquote um mehr als 10 Prozentpunkte von der Zielquote abweicht, verkaufen Sie von der übergewichteten Anlageklasse und füllen die untergewichtete auf. Dies erzwingt antizyklisches Handeln.

Schritt 5 – Jährliches Review: Überprüfen Sie einmal jährlich Ihre Strategie. Hat sich Ihr Bedarf geändert? Wie hat sich das Depot entwickelt? Müssen Sie die Entnahmerate anpassen? Eine regelmäßige Kontrolle hilft, rechtzeitig Korrekturen vorzunehmen, bevor Probleme entstehen.

Praxis-Tipp: Viele erfolgreiche Ruheständler nutzen ein „Zwei-Konten-System": Das Depot bleibt bei einem günstigen Online-Broker, aber die monatlichen Entnahmen laufen auf ein separates Girokonto. So trennen Sie Anlage- und Ausgabenbereich sauber und behalten bessere Übersicht über Ihren täglichen Cashflow.

Langfristige Sicherheit durch intelligente Planung

Die richtige Entnahmestrategie macht den Unterschied zwischen einem sorgenfreien Ruhestand und der ständigen Angst, dass das Geld nicht reicht. Während die 4%-Regel einen soliden Ausgangspunkt bietet, zeigt die Praxis, dass eine Kombination verschiedener Ansätze meist die besten Ergebnisse liefert. Die Bucket-Strategie sorgt für psychologische Sicherheit, dynamische Anpassungen erhöhen die Erfolgswahrscheinlichkeit, und steueroptimierte Entnahmen maximieren Ihr verfügbares Einkommen.

Besonders wichtig ist es, flexibel zu bleiben. Märkte verändern sich, Ihre Bedürfnisse entwickeln sich, und unvorhergesehene Ausgaben können auftreten. Wer seine Entnahmestrategie als lebendigen Plan versteht, der regelmäßig überprüft und angepasst wird, hat die besten Chancen auf einen finanziell entspannten Ruhestand. Nutzen Sie auch professionelle Werkzeuge wie einen Entnahmerechner, um verschiedene Szenarien durchzuspielen.

Ein gut strukturiertes AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
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mit durchdachter Entnahmestrategie kann nicht nur Ihre gesetzliche Rente aufstocken, sondern Ihnen echte finanzielle Freiheit im Alter geben. Informieren Sie sich auch über die Grundlagen des Altersvorsorgedepots, um Ihr Verständnis zu vertiefen. Mit der richtigen Planung können Sie den Ruhestand in vollen Zügen genießen – ohne ständige Sorgen um Ihre finanzielle Situation.

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