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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Fotografin plant Altersvorsorge mit KSK und Depot

Key-Facts: Fotografen und Altersvorsorge

  • Durchschnittseinkommen Fotograf (Vollzeit) 25.000 – 55.000 €/Jahr
  • Top-Fotografen (Werbung/Mode) 80.000 – 150.000+ €
  • KSK-Beitragssatz (Versicherter) 9,3 % (halber RV-Beitrag)
  • KSK-Versicherte gesamt ca. 190.000
  • Gender Pension Gap 36,9 %
  • Depot-Grundzulage max. 540 €/Jahr

Die KSK: Dein größter Vorteil als Fotograf

Die Künstlersozialkasse (KSK) ist einzigartig in Deutschland: Du zahlst nur den Arbeitnehmeranteil der Sozialversicherung — 9,3 % statt 18,6 % für die Rentenversicherung. Den "Arbeitgeberanteil" übernehmen die KSK-Abgabe der Auftraggeber und ein Bundeszuschuss. Das bedeutet: Du bist pflichtversichert in der GRV und hast automatisch Zugang zum Altersvorsorgedepot.

Voraussetzung: Du musst als "Künstler" oder "Publizist" im Sinne des KSVG anerkannt sein. Fotografen fallen fast immer darunter — egal ob Hochzeitsfotograf, Modefotograf oder Videograf. Auch Bildbearbeiter und Cutter können KSK-berechtigt sein.

Wichtig: Die KSK prüft, ob mehr als die Hälfte deines Einkommens aus künstlerischer/publizistischer Tätigkeit stammt. Wenn du 60 % deines Umsatzes mit Hochzeitsfotos und 40 % mit Passfotos machst, kann es eng werden. Passfotos gelten als "handwerklich", nicht "künstlerisch". Dokumentiere deine Aufträge sorgfältig.

KSK vs. Freiwillige GRV: Der Kostenvergleich

Aspekt Mit KSK Ohne KSK (freiwillig GRV)
RV-Beitrag (bei 40.000 € Gewinn) ca. 310 €/Monat (9,3 %) ca. 620 €/Monat (18,6 %)
Krankenversicherung Halber Beitrag Voller Beitrag
Pflegeversicherung Halber Beitrag Voller Beitrag
Depot-Zugang Automatisch (GRV-Pflicht) Ja (freiwillig versichert)
Ersparnis/Jahr ca. 4.500 – 7.000 €

Saisonalität meistern: Die Vorsorge-Strategie für Fotografen

Die Hochzeitssaison (Mai–September) bringt oft 60-70 % des Jahresumsatzes. Im Januar und Februar kann es sein, dass kaum Aufträge reinkommen. Die Vorsorge muss das abbilden.

Der beste Ansatz: Ein ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →
-Sparplan mit niedrigem Fixbetrag (z. B. 150 €/Monat) läuft das ganze Jahr. In der Saison legst du zusätzlich Geld auf ein Vorsorge-Tagesgeldkonto. Am Jahresende verteilst du es: Rürup-Sonderzahlung (SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
Mehr erfahren →
bis 29.344 €), Depot-Nachzahlung, freies ETF-Depot.

Rechenbeispiel: Hochzeitsfotografin, 42.000 Euro Gewinn

34 Jahre alt, KSK-versichert, ledig, keine Kinder. 42.000 Euro Jahresgewinn, davon 28.000 Euro in der Saison (Mai–Sept.).

Baustein Beitrag/Jahr Zulagen/Steuereffekt Netto-Aufwand
GRV via KSK (Pflicht) 3.720 € (9,3 %) Voller SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
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3.720 €
Altersvorsorgedepot 2.400 € GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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540 €
1.860 €
Freies ETF-Depot 1.800 € 1.800 €
Gesamt (extra, ohne KSK-Pflicht) 4.200 € 540 €+ 3.660 €

Die GRV via KSK liefert eine Basisrente. Bei 42.000 Euro Gewinn und 35 Jahren Einzahlung ergibt sich eine GRV-Rente von ca. 900-1.100 Euro. Das Depot und der ETF-Sparplan ergänzen das auf ein akzeptables Niveau. Bei 6 % Rendite und 33 Jahren Laufzeit ergibt das Depot + ETF ca. 480.000 Euro Kapital.

Gender Pension Gap: 36,9 % — Fotografinnen sind besonders betroffen. Kinderpausen, Teilzeit-Phasen und niedrigere Honorare wirken sich direkt auf die KSK-Beiträge und damit auf die GRV-Rente aus. Jedes Jahr ohne Einzahlung fehlt später doppelt.

Videografen: Gleiche Branche, andere Dynamik

Videografen haben oft höhere Tagessätze als Fotografen (800-2.000 Euro für einen Drehtag vs. 300-1.200 Euro für ein Fotoshooting). Dafür sind die Investitionen höher: Kameraequipment, Schnittrechner, Drohnen. Der Fehler: Die jährliche Neuanschaffung als "Investition in die Zukunft" zu sehen — und die Altersvorsorge aufzuschieben.

Equipment verliert schnell an Wert. Eine Kamera für 4.000 Euro ist in drei Jahren die Hälfte wert. Dein ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →
-Depot wächst dagegen im Schnitt um 6-8 % pro Jahr. Langfristig ist die Altersvorsorge die bessere Investition als das neueste Objektiv.

Ohne KSK: Was dann?

Wenn du keine KSK-Berechtigung hast (z. B. weil du überwiegend gewerblich fotografierst), musst du den Depot-Zugang über eine freiwillige GRV-Mitgliedschaft sichern. Der Mindestbeitrag liegt bei ca. 100 Euro/Monat. Das ist teurer als die KSK, aber immer noch die Voraussetzung für die GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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im Altersvorsorgedepot.

Alternativ: Wenn du ein Gewerbe anmeldest und Mitarbeiter hast, bist du unter Umständen als Selbständiger mit Arbeitnehmern pflichtversichert. Prüfe das mit deinem Steuerberater.

Vorteile

  • KSK halbiert die Sozialabgaben
  • Automatischer GRV- und Depot-Zugang über KSK
  • Kreative Tätigkeit = sinnvolle Arbeit bis ins Alter
  • Rürup-Sonderzahlung nach der Saison möglich

Nachteile / Risiken

  • Starke saisonale Schwankungen
  • Niedrige Durchschnittseinkommen in der Branche
  • Hohe Equipment-Kosten fressen den Gewinn
  • Gender Pension Gap besonders stark
  • KSK-Status muss jährlich bestätigt werden

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Häufige Fragen

Was ist die Künstlersozialkasse (KSK) und warum ist sie für Fotografen so wertvoll?

Die KSK ist eine staatliche Einrichtung, die künstlerisch-kreativ Selbständige wie Fotografen sozialversicherungspflichtig macht — mit einem entscheidenden Vorteil: Die KSK übernimmt den Arbeitgeberanteil zur GRV, KV und PV. Statt 18,6 % GRV-Beitrag zahlt der KSK-Mitglied nur 9,3 %. Bei 32.000 EUR Gewinn: Ersparnis ca. 2.976 EUR/Jahr Rentenbeitrag. Das ist echter geldwerter Vorteil.

Ermöglicht KSK-Mitgliedschaft den Zugang zum Altersvorsorgedepot?

Ja. KSK-Mitglieder zahlen GRV-Beiträge und sind damit rentenversicherungspflichtig — voller Zugang zum AVD und Grundzulage. Das macht die Kombination KSK + AVD besonders attraktiv: GRV-Absicherung über KSK zu halben Beiträgen + staatlich gefördertes ETF-Depot für die Rentenlücke. Wer als Fotograf KSK-Mitglied ist und kein AVD hat, verschenkt Förderung.

Wie funktioniert die Altersvorsorge bei Fotografen mit saisonalen Einnahmen?

Hochzeitsfotografen, Event-Fotografen: Einnahmen stark saisongebunden (Frühling/Sommer hoch, Herbst/Winter niedrig). Strategie: AVD-Sparplan in Hochsaison maximieren, in schwachen Monaten pausieren. Im Winter als Einmaleinzahlung: Bis Jahresende den Mindesteigenbeitrag für volle Grundzulage sicherstellen. Jahresrückblick Oktober: Sockelbeitrag von 60 EUR/Jahr eingezahlt? Falls nicht, Einmalzahlung bis Jahresende.

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