Altersvorsorge für die Eltern — Wie du helfen kannst
Wenn die Eltern zu wenig für den Ruhestand haben, können Kinder helfen. Aber wie? Und was geht rechtlich und steuerlich noch?
Key-Facts: Eltern helfen
- Durchschnittliche Rente Deutschland ca. 1.550 EUR (West) / 1.450 EUR (Ost)
- Grundsicherung im Alter ca. 900 EUR/Monat
- Elternunterhalt: Schonvermögen Kind 100.000 EUR (seit 2020)
- Schenkungsfreibetrag Kind → Eltern 20.000 EUR / 10 Jahre
- Altersvorsorgedepot für Eltern möglich bis Rentenbeginn
Das Problem: Viele Eltern haben zu wenig
Es ist ein Thema, über das in vielen Familien nicht gesprochen wird: Die Eltern haben nicht genug für den Ruhestand. Vielleicht war das Einkommen zu niedrig, vielleicht gab es Scheidungen, Krankheiten oder einfach Jahrzehnte ohne private Vorsorge. Laut Statistischem Bundesamt bekommt jeder fünfte Rentner weniger als 1.000 EUR monatlich.
Als Kind stehst du vor einer schwierigen Situation: Du willst helfen, aber du hast eigene finanzielle Verpflichtungen. Die gute Nachricht: Es gibt Wege, die Eltern sinnvoll zu unterstützen — ohne dich selbst in Schwierigkeiten zu bringen.
Bestandsaufnahme: Was haben deine Eltern?
- Renteninformation einholen Bitte deine Eltern, ihre Renteninformation herauszusuchen. Sie zeigt die voraussichtliche gesetzliche Rente. Wichtig: Der Betrag ist brutto — Steuern und Krankenversicherung gehen noch ab. Informationen dazu auf deutsche-rentenversicherung.de.
- Alle Einkünfte zusammenrechnen Betriebsrente, Riester-RenteWas ist Riester-Rente?Staatlich geförderte Altersvorsorge seit 2002. Gescheitert wegen zu hoher Kosten, Garantiepflicht und niedriger Rendite. Wird ab 2027 durch das Altersvorsorgedepot ersetzt.
Mehr erfahren →, bAV, private Rentenversicherung, Mieteinnahmen, Witwenrente — alles addieren. - Ausgaben schätzen Miete, Nebenkosten, Lebensmittel, Versicherungen, Gesundheit — wie hoch sind die laufenden Kosten?
- Lücke berechnen Einkünfte minus Ausgaben = monatliche Lücke (oder hoffentlich: Überschuss). Nutze den Rentenlücken-Rechner.
Was noch geht: Optionen je nach Alter der Eltern
| Alter der Eltern | Optionen | Realistisch? |
|---|---|---|
| 55-60 Jahre | Altersvorsorgedepot eröffnen (Zulagen bis 540 EUR/Jahr), bAV prüfen | Ja — 7-12 Jahre machen einen Unterschied |
| 60-65 Jahre | Letzte Beitragsjahre maximieren, Teilrente + Weiterarbeit, Depot noch 2-5 Jahre | Eingeschränkt — fokussiert auf Zulagen |
| 65+ Jahre (bereits in Rente) | Teilzeitjob (Flexi-Rente), Wohnsituation optimieren, Unterstützung durch Kinder | Begrenzt — eher Ausgaben reduzieren |
Mehr erfahren →s eine echte Option. Die GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
Mehr erfahren → von bis zu 540 EUR/Jahr macht auch kurze Laufzeiten rentabel — bei 1.800 EUR Eigenbeitrag landen 2.340 EUR im Depot. Details: Altersvorsorge mit 55.
Wie du konkret helfen kannst
1. Finanziell unterstützen (direkt)
Du kannst deinen Eltern monatlich Geld zukommen lassen oder ihren Sparplan finanzieren. Der Schenkungsfreibetrag von Kind zu Elternteil liegt bei 20.000 EUR pro 10 Jahre — bei normaler Unterstützung weit entfernt.
2. Bürokratie übernehmen
Viele ältere Menschen scheuen den Papierkram: Rentenantrag, Zulagenantrag, Wohngeldantrag. Biete an, das gemeinsam zu erledigen. Allein der Wohngeld-Antrag kann mehrere hundert Euro monatlich bringen.
3. Wohnsituation optimieren
Ist die Wohnung der Eltern zu groß (und zu teuer) für den Ruhestand? Ein Umzug in eine kleinere Wohnung kann 300-500 EUR/Monat sparen — mehr als jede Sparrate.
4. Bestehende Verträge prüfen
Alte Lebensversicherungen, teure Versicherungen, ungenutzte Abos — oft lässt sich bei den laufenden Kosten viel sparen. Gehe die Kontoauszüge gemeinsam durch.
Staatliche Hilfen, die viele nicht kennen
| Hilfe | Wer bekommt sie? | Ungefähre Höhe |
|---|---|---|
| Grundsicherung im Alter | Rente unter Existenzminimum | ca. 900 EUR/Monat (inkl. Miete) |
| Wohngeld | Geringe Einkommen, hohe Miete | 100-400 EUR/Monat |
| Pflegegeld | Bei Pflegebedarf ab Pflegegrad 2 | 332-947 EUR/Monat |
| Rundfunkbeitragsbefreiung | Bei Grundsicherung | 18,36 EUR/Monat |
Was du tun kannst
- Gemeinsam die Rentenlücke berechnen
- Staatliche Hilfen beantragen
- Wohnsituation optimieren helfen
- Verträge und Ausgaben durchgehen
- Monatlich unterstützen (wenn möglich)
Worauf du achten musst
- Eigene Vorsorge nicht vernachlässigen
- Schenkungsfreibeträge beachten
- Elternunterhalt-Grenze: 100.000 EUR
- Emotionales Thema — einfühlsam ansprechen
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Häufige Fragen
Wie kann ich meinen Eltern bei der Altersvorsorge helfen?
Drei Wege: 1) Bestandsaufnahme machen: Was haben Eltern an GRV-Ansprüchen, Lebensversicherungen, Eigenheim? GRV-Auskunft anfordern. 2) Teure Altverträge identifizieren (Kapitallebensversicherungen, Riester mit hohen Kosten) — kündigen oder verkaufen. 3) Ab 2027: AVD für Eltern eröffnen lassen, sofern sie noch rentenversicherungspflichtig sind oder freiwillig einzahlen.
Ab welchem Alter lohnt das Altersvorsorgedepot noch für Eltern?
Bis zum 54. Geburtstag lohnt sich ein AVD-Start (mindestens 12 Jahre Laufzeit bis 67 gewährleistet). Mit 55 und Start 2027: noch 12 Jahre bis 67. Wer 55 ist: 150 EUR/Monat, 12 Jahre, 7 % p.a. → ca. 36.000 EUR + Zulagenanteil. Dazu 540 EUR/Jahr × 12 = 6.480 EUR Grundzulage. Insgesamt ca. 42.000–45.000 EUR — erheblich besser als unverzinstes Tagesgeld.
Was ist sinnvoller — dem Elternteil direkt Geld geben oder ins AVD einzahlen?
Direktes Geld ist sofort verfügbar, aber ungeschützt und unverzinst. Ein Beitrag zum elterlichen AVD wirkt über Jahrzehnte durch Zinseszins, ist pfändungsgeschützt und staatlich gefördert. Beste Variante: Geld schenken + Elternteil zahlt es selbst ins AVD ein (eigene Einzahlung ist Voraussetzung für die Zulage). Einen Fremdbeitrag ins AVD gibt es rechtlich nicht.
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