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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Altersvorsorge für Babyboomer

Key-Facts: Babyboomer & Altersvorsorge

  • Generation Babyboomer (geboren) ca. 1955-1969
  • Zeit bis zur Rente 0-12 Jahre
  • Durchschnittliche Rente (West) ca. 1.550 EUR brutto
  • Rentenlücke (Median) ca. 500-900 EUR/Monat
  • Anteil mit Immobilie ca. 55 %

Die Babyboomer-Situation: Besser als Gen Y, aber nicht gut genug

Babyboomer haben gegenüber jüngeren Generationen Vorteile: Viele besitzen eine Immobilie, hatten stabile Erwerbsbiografien und profitieren von einem noch höheren Rentenniveau als künftige Jahrgänge. Trotzdem reicht die gesetzliche Rente allein für die meisten nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu halten.

Die Herausforderung: Die Zeit für den Vermögensaufbau ist knapp. Wer 2026 bereits 60 ist, hat noch 7 Jahre bis zur regulären Rente mit 67. Das reicht nicht für den Zinseszins-Turbo, aber es reicht für einen signifikanten Beitrag — besonders mit den Zulagen des Altersvorsorgedepots. Das Bundesfinanzministerium informiert über die steuerliche Behandlung.

Wo stehen Babyboomer typischerweise?

Typ Vorsorge-Status Handlungsbedarf
Eigenheim + bAV + gesetzl. Rente Gut aufgestellt Feintuning, Steuern optimieren
Eigenheim + nur gesetzl. Rente Basis steht, Lücke bei Liquidität Altersvorsorgedepot, ggf. Teilverkauf
Mieter + bAV/Riester Mittelmäßig Mietbelastung senken, Depot aufstocken
Mieter + nur gesetzl. Rente Kritisch Sofort handeln: Depot + Ausgaben reduzieren

Turbo-Strategien für die letzten Jahre

Strategie 1: Altersvorsorgedepot mit Zulagen-Turbo

Babyboomer verdienen am Ende der Karriere typischerweise am meisten — und profitieren maximal von der Steuerspreizung (hoher Steuersatz jetzt, niedriger in der Rente). Die pauschale Grundzulage beträgt bis zu 540 EUR/Jahr bei 1.800 EUR Eigenbeitrag. In 7 Jahren sind das allein an Zulagen 3.780 EUR, die zusätzlich im Depot arbeiten. Zusammen mit der Steuerspreizung ergibt sich eine Gesamtförderung von oft über 30 %.

Strategie 2: Alte Verträge konsolidieren

Viele Babyboomer haben über die Jahre verschiedene Produkte angesammelt: Riester-RenteWas ist Riester-Rente?Staatlich geförderte Altersvorsorge seit 2002. Gescheitert wegen zu hoher Kosten, Garantiepflicht und niedriger Rendite. Wird ab 2027 durch das Altersvorsorgedepot ersetzt.
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, Lebensversicherungen, Bausparverträge, bAV. Jetzt ist der Zeitpunkt, alles auf den Prüfstand zu stellen. Alte Riester-Verträge mit hohen TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
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können ins Altersvorsorgedepot gewechselt werden. Prüfe auch, ob die Kosten deiner bestehenden Produkte noch zeitgemäß sind.

Strategie 3: Immobilie als Baustein nutzen

Wer ein abbezahltes Eigenheim hat, spart im Ruhestand die Miete — das entspricht oft 500-1.000 EUR monatlich. Ist das Haus zu groß, kann ein Umzug in eine kleinere Wohnung (Verkauf + Miete oder kleinerer Kauf) Kapital freisetzen. Auch ein Teilverkauf ist eine Option — wenn auch nicht für jeden die richtige.

Tipp: Wenn du zwischen 57 und 63 bist, ist das Altersvorsorgedepot trotz kurzer Laufzeit sinnvoll — allein wegen der Zulagen und Steuerspreizung. Du zahlst jetzt 42 % Grenzsteuersatz, in der Rente vermutlich unter 30 %. Diese Spreizung ist bares Geld. Mehr: Altersvorsorge mit 55.

Auszahlungsplanung: Jetzt schon vorbereiten

Auszahlungsoptionen für Babyboomer

Babyboomer stehen nicht nur vor der Frage „Wie spare ich noch?", sondern auch „Wie zahle ich später aus?". Das Altersvorsorgedepot bietet hier die 30-%-Einmalauszahlung plus lebenslange Verrentung. Aber auch bestehende Lebensversicherungen und bAV-Verträge haben verschiedene Auszahlungsoptionen, die du jetzt vergleichen solltest.

Produkt Einmalauszahlung Monatliche Rente Steuern
Altersvorsorgedepot 30 % möglich 70 % als Rente Nachgelagerte BesteuerungWas ist Nachgelagerte Besteuerung?Steuerprinzip bei der Altersvorsorge: In der Ansparphase steuerfrei, erst bei der Auszahlung im Ruhestand wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.
Mehr erfahren →
Lebensversicherung (alt) 100 % möglich Wahlweise Halbeinkunfteverfahren (vor 2005)
bAV (Direktversicherung) Arbeitgeberabhängig Meist Verrentung Volle Versteuerung + KV-Beitrag
Freies ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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-Depot
Jederzeit 100 % Eigener Entnahmeplan AbgeltungsteuerWas ist Abgeltungsteuer?Pauschale Steuer von 26,375% (inkl. Soli) auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Gilt für normale Depots, NICHT für das Altersvorsorgedepot in der Ansparphase.
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auf Gewinne
Achtung: Die nachgelagerte Besteuerung des Altersvorsorgedepots kann ein Nachteil sein, wenn du im Ruhestand hohe andere Einkünfte hast (z.B. Mieteinnahmen). Rechne vorher durch, wie hoch dein EinkommensteuersatzWas ist Einkommensteuersatz?Der persönliche Steuersatz auf dein Einkommen. Steigt progressiv von 14% bis 45%. Im Ruhestand typischerweise 15-30%, da das Einkommen niedriger ist als im Berufsleben.
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in der Rente tatsächlich sein wird.

Flexi-Rente: Übergang statt harter Schnitt

Babyboomer müssen nicht von 100 auf 0 wechseln. Die Flexi-Rente ermöglicht es, Teilzeit zu arbeiten und gleichzeitig Teilrente zu beziehen. Das hat mehrere Vorteile: zusätzliches Einkommen, weitere Rentenpunkte und mehr Zeit für den Übergang. Wer zwischen 63 und 67 in Teilzeit arbeitet, kann die Rentenlücke ohne Depot-Entnahme überbrücken.

Stärken der Babyboomer

  • Oft abbezahlte Immobilie
  • Höchstes Gehalt = maximale Steuerspreizung
  • Stabile Erwerbsbiografien (viele Rentenpunkte)
  • Kinder aus dem Haus = weniger Ausgaben
  • Erfahrung mit Finanzprodukten

Herausforderungen

  • Wenig Zeit für Zinseszins
  • Gesundheitsrisiken steigen
  • Viele haben sich auf gesetzl. Rente verlassen
  • Inflation reduziert Kaufkraft der Rente
  • Hohe Erwartungen an Lebensstandard im Alter

Rentenlücke schließen

Berechne, wie viel du in den verbleibenden Jahren noch aufbauen kannst — mit maximaler Förderung und realistischer Rendite.

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Häufige Fragen

Lohnt sich das Altersvorsorgedepot noch für Babyboomer ab 50?

Ja, wenn noch mindestens 12 Jahre bis zum Renteneintritt verbleiben (Mindestlaufzeit für AVD-Förderung). Bei 17 Jahren Laufzeit (50 bis 67) und 200 EUR/Monat: ca. 75.000–95.000 EUR Endkapital bei 6–7 % p.a. plus 540 EUR/Jahr Grundzulage × 17 Jahre = 9.180 EUR Zulagen allein. Wer heute 55 ist, sollte sofort nach AVD-Start 2027 einzahlen.

Was ist die optimale Strategie für Babyboomer im Altersvorsorgedepot?

Ab 10 Jahren vor Rente: Lifecycle-Umschichtung berücksichtigen. Statt 100 % Aktien-ETF einen Mix mit Anleihen (z. B. 60/40) wählen oder einen Lifecycle-ETF nutzen, der automatisch umschichtet. Wichtig: Nicht zu früh oder zu stark in Anleihen — auch bei 60 noch 20–30 Jahre Restlebenserwartung möglich, da darf Kapital weiter wachsen.

Können Babyboomer noch in Riester bleiben oder sollten sie wechseln?

Bestehende Riester-Verträge laufen bis 31.12.2026 aus (keine Neuverträge mehr). Wer einen guten Riester-Vertrag mit niedrigen Kosten hat: läuft weiter bis Auszahlung. Wer einen teuren Vertrag hat (Abschlusskosten noch nicht amortisiert, hohe laufende Kosten): Förderrecht-Übertrag zum AVD prüfen lassen. Ab 2027 gilt: AVD ist für neue Beiträge das deutlich attraktivere Instrument.

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