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Öl +11% | Iran-Krise verschärft sich | Rettung läuft
Die Ölpreise sind über Nacht explodiert – WTI steht bei 111,54 Dollar, ein Sprung von über elf Prozent. Grund ist eine eskalierende Krise im Iran, wo laut ersten Berichten eine „kritische Rettungsmission" läuft. Die Futures signalisieren einen schwächeren Start für Wall Street und DAX, während Energieaktien vorbörslich deutlich zulegen.
Trader-Radar 05.04.2026
  • Haupt-Event heute: Iran-Krise – Ölmärkte in Aufruhr, geopolitische Risiken steigen
  • Key Levels: WTI 115 Dollar als nächster Widerstand, DAX 23.000 Punkte als Unterstützung
  • Watchlist: Shell, BP, TotalEnergies (Öl-Boom), Lufthansa (Kerosin-Kosten), Salzgitter (Energie-Intensiv)
  • Börsen heute: Sonntag – alle Märkte geschlossen, Futures handeln eingeschränkt

Iran-Krise und der Ölpreis-Schock

WTI-Öl steht bei 111,54 Dollar – das sind über elf Prozent Plus in nur wenigen Stunden. Auslöser sind Berichte über eine „kritische Rettungsmission" im Iran, die Details bleiben unklar, aber die Märkte reagieren nervös auf jede Nachricht aus der strategisch wichtigsten Öl-Region der Welt.
Der Iran kontrolliert die Straße von Hormuz, durch die täglich etwa 21 Millionen Barrel Öl fließen – das entspricht einem Fünftel der globalen Ölproduktion. Jede Instabilität in der Region löst reflexartig Aufschläge aus, weil die Märkte das Risiko einer Unterbrechung einpreisen. Aktuell fließt das Öl noch normal, aber die Risikoprämie steigt massiv. Shell notiert vorbörslich bei 28,90 Euro (+2,3%), BP bei 5,42 Pfund (+1,9%), TotalEnergies bei 64,20 Euro (+2,1%). Diese Unternehmen profitieren direkt: Jeder Dollar mehr beim Ölpreis bedeutet für Shell etwa 1,2 Milliarden Dollar zusätzlichen Cashflow pro Quartal. Bei BP sind es rund 900 Millionen Dollar, bei TotalEnergies etwa 800 Millionen Dollar. Aber die Medaille hat eine Kehrseite: Airlines leiden unter steigenden Kerosinkosten. Lufthansa verliert vorbörslich 1,8%, Ryanair 2,1%. Bei Lufthansa macht Kerosin etwa 25% der Betriebskosten aus – zehn Dollar mehr beim Ölpreis bedeuten rund 400 Millionen Euro zusätzliche Kosten pro Jahr, wenn die Preise dort bleiben. Der Ölpreis war bereits vor dieser Krise auf einem stabilen Aufwärtstrend. Die globale Nachfrage erholt sich weiter, während die OPEC+ ihre Produktionskürzungen beibehält. Saudi-Arabien pumpt derzeit etwa 9 Millionen Barrel pro Tag – das sind 1,5 Millionen weniger als die maximale Kapazität. Diese künstliche Verknappung hält die Preise hoch, auch ohne geopolitische Krisen. Das Risk-Szenario: Falls sich die Lage im Iran weiter verschärft und tatsächlich Öl-Lieferungen betroffen sind, könnte WTI schnell auf 130 Dollar oder höher steigen. Das würde eine neue Inflationswelle auslösen und die Zentralbanken unter Druck setzen.
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