Auf einen Blick
- Fehler Nr. 1 Falscher ETF — bis zu 30.000 EUR Unterschied
- Fehler Nr. 2 Zu spät anfangen — jedes Jahr zählt
- Fehler Nr. 3 Förderung nicht nutzen — bis zu 3.000 EUR/Jahr verschenkt
- Fehler Nr. 4 Panikverkauf im Crash — größter Renditebremser
- Fehler Nr. 5 Kosten ignorieren — der schleichende Vermögensfresser
Fehler 1: Den falschen ETF wählen
Nicht jeder ETF ist gleich. Wer blind den erstbesten Fonds nimmt, verschenkt über Jahrzehnte zehntausende Euro. Der Unterschied zwischen einem breit gestreuten Welt-ETF mit 0,12% TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
Mehr erfahren → und einem Nischen-ETF mit 0,50% TER klingt klein — ist es aber nicht.
| ETF-Typ | TER | Endkapital nach 30 Jahren* | Differenz |
|---|---|---|---|
| MSCI World (günstig) | 0,12% | ca. 175.000 EUR | — |
| MSCI World (mittel) | 0,20% | ca. 172.000 EUR | -3.000 EUR |
| Themen-ETF (teuer) | 0,50% | ca. 160.000 EUR | -15.000 EUR |
* Annahme: 150 EUR/Monat, 7% Marktrendite p.a.
Empfehlung: Für das Altersvorsorgedepot eignen sich breit gestreute Welt-ETFs am besten — etwa auf den MSCI World, MSCI ACWI oder FTSE All-World. Geringe Kosten, maximale Diversifikation, bewährte Strategie.
Fehler 2: Zu spät anfangen
Der ZinseszinseffektWas ist Zinseszinseffekt?Erträge werden reinvestiert und erwirtschaften selbst wieder Erträge. Über Jahrzehnte entsteht exponentielles Wachstum. Im Altersvorsorgedepot steuerfrei — das beschleunigt den Effekt enorm.
Mehr erfahren → ist das mächtigste Werkzeug beim Vermögensaufbau. Aber er braucht Zeit. Wer mit 25 statt mit 35 anfängt, hat bei gleichem Einsatz am Ende fast doppelt so viel.
| Start-Alter | Sparrate | Einzahlung gesamt | Endkapital mit 67 |
|---|---|---|---|
| 25 Jahre | 150 EUR | 75.600 EUR | ca. 298.000 EUR |
| 35 Jahre | 150 EUR | 57.600 EUR | ca. 170.000 EUR |
| 45 Jahre | 150 EUR | 39.600 EUR | ca. 88.000 EUR |
Der Unterschied zwischen Start mit 25 und Start mit 45: 210.000 EUR — bei exakt gleicher Sparrate. Zehn Jahre früher anfangen kann buchstäblich den Unterschied zwischen komfortablem Ruhestand und Altersarmut bedeuten.
Fehler 3: Die Förderung nicht nutzen
Das Altersvorsorgedepot bringt ab 2027 eine staatliche Zulage von bis zu 3.000 EUR pro Jahr. Wer die Förderbedingungen nicht erfüllt — etwa weil die Einzahlung zu gering ist oder der Antrag fehlt — verschenkt bares Geld.
- Grundzulage: 20 Cent je eingezahltem Euro (bis zu 3.000 EUR Einzahlung = 600 EUR Zulage)
- Kinderzulage: Zusätzliche Zulage je Kind
- Steuerliche Absetzbarkeit: Beiträge mindern dein zu versteuerndes Einkommen
Praxis-Tipp: Stelle sicher, dass du den Zulagenantrag jährlich stellst. Bei vielen Anbietern lässt sich ein Dauerzulagenantrag einrichten — einmal aktivieren, nie wieder vergessen.
Fehler 4: Im Crash verkaufen
Der größte Renditebremser ist nicht der falsche ETF — es ist das eigene Verhalten. Studien zeigen, dass Privatanleger durch Panikverkäufe im Schnitt 1,5 bis 2 Prozentpunkte Rendite pro Jahr verlieren.
Ein Beispiel: Wer im Corona-Crash im März 2020 verkauft hat, realisierte Verluste von bis zu 35%. Wer durchgehalten hat, stand bereits im August 2020 wieder im Plus — und Ende 2021 sogar 40% über dem Vor-Crash-Niveau.
Was langfristige Anleger tun sollten
- Sparplan einfach weiterlaufen lassen — im Crash kaufst du günstiger ein
- Nicht täglich ins Depot schauen — einmal pro Quartal reicht
- Einen Anlagehorizont von mindestens 15 Jahren einplanen
Fehler 5: Kosten ignorieren
Der Kostendeckel von 1% beim Altersvorsorgedepot schützt vor den schlimmsten Gebührenfallen. Aber zwischen 0,15% und 0,99% Gesamtkosten liegt über 30 Jahre ein Unterschied von über 40.000 EUR — bei nur 150 EUR monatlicher Sparrate.
Achte auf:
- Die TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
Mehr erfahren → des ETFs (idealerweise unter 0,25%) - Depotführungsgebühren (bei Neobrokern oft 0 EUR)
- Transaktionskosten bei Kauf und Verkauf
- Keine versteckten Ausgabeaufschläge