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Aktienrente 2027: Aktuelle Lage, Gesetz und was dir zusteht
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Morning Briefing — Spezialfolge
Aktienrente 2027: Aktuelle Lage, Gesetz und was dir zusteht
Kapitel

Was Ist Die Aktienrente

Okay, lass uns ganz vorne anfangen. Was ist die Aktienrente überhaupt? Im Prinzip ist es ein staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot, in das du freiwillig Geld einzahlen kannst und dafür vom Staat Zulagen und Steuervorteile bekommst. Das Besondere: Dein Geld wird am Kapitalmarkt angelegt, also in Aktien, und zwar meistens über breit gestreute Indexfonds. Daher auch der Name Aktienrente.

Jetzt denkst du vielleicht: Moment mal, gab es da nicht schon was? Genau, die Riester-Rente! Und tatsächlich ist die Aktienrente so was wie der Nachfolger oder die moderne Version der Riester-Rente. Der große Unterschied: Bei Riester gab es jede Menge Garantien. Du musstest zum Renteneintritt mindestens deine eingezahlten Beiträge zurückbekommen, egal was an der Börse passiert ist. Das klingt erst mal gut, hat aber dazu geführt, dass die Anbieter super defensiv anlegen mussten, oft mit hohen Kosten, und am Ende kam für viele Menschen nicht viel dabei rum.

Die Aktienrente verzichtet weitgehend auf diese Garantien. Das bedeutet: mehr Risiko, ja, aber eben auch mehr Chancen auf Rendite. Du kannst viel freier entscheiden, wie dein Geld angelegt wird, und die Produkte sind transparenter und günstiger. Im Kern geht es darum, dass mehr Menschen fürs Alter vorsorgen und dabei von den langfristigen Renditechancen des Aktienmarktes profitieren können. Es ist ein richtiger Paradigmenwechsel in der deutschen Altersvorsorgepolitik.

Der Gesetzliche Stand

Jetzt wird es konkret. Der Bundestag hat das Gesetz zur Aktienrente am siebenundzwanzigsten März zweitausendsechsundzwanzig beschlossen. Der offizielle Startschuss fällt dann am ersten Januar zweitausendsiebenundzwanzig, also in wenigen Monaten. Ab dann kannst du bei den zertifizierten Anbietern ein solches Altersvorsorgedepot eröffnen und mit dem Ansparen beginnen.

Und wer darf überhaupt mitmachen? Das ist tatsächlich ziemlich inklusiv gestaltet worden. Teilnahmeberechtigt sind: Angestellte, Selbständige, Beamtinnen und Beamte, aber eben auch Menschen die gerade arbeitslos sind und A L G eins beziehen oder Bürgergeld bekommen, und sogar Minijobber. Im Grunde kann also fast jeder in Deutschland ein solches Depot eröffnen, solange man unbeschränkt steuerpflichtig ist. Das ist ein wichtiger Punkt: Die Aktienrente soll wirklich allen offenstehen, nicht nur Festangestellten.

Die Verwaltung der Zulagen übernimmt die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen, kurz B Z S t. Die kennen viele vielleicht noch von der Riester-Rente. Du musst einmal im Jahr einen Antrag stellen oder das läuft über einen Dauerzulagenantrag automatisch, ähnlich wie früher.

Aktuell laufen bei verschiedenen Anbietern die Vorbereitungen auf Hochtouren. Trade Republic, Scalable Capital, I N G, D K B, comdirect und andere arbeiten an ihren Produkten und durchlaufen gerade die offizielle Zertifizierung. Ab Januar sollten dann die ersten Angebote am Markt sein, sodass du direkt loslegen kannst.

Was Steht Dir Zu

Kommen wir zum spannendsten Teil: Was bekommst du eigentlich vom Staat, wenn du bei der Aktienrente mitmachst? Es gibt im Wesentlichen drei Förderkomponenten.

Erstens, die Grundzulage. Die beträgt fünfhundertvierzig Euro pro Jahr. Das heißt, egal wie viel du selbst einzahlst, solange du einen Mindestbeitrag leistest, bekommst du diese fünfhundertvierzig Euro vom Staat obendrauf. Das ist geschenktes Geld, und zwar jedes Jahr aufs Neue.

Zweitens, die Kinderzulage. Für jedes Kind, für das du Kindergeld beziehst, gibt es zusätzlich dreihundert Euro pro Jahr. Wenn du also zwei Kinder hast, sind das nochmal sechshundert Euro extra. Bei drei Kindern neunhundert Euro, und so weiter. Gerade für Familien wird die Förderung dadurch richtig attraktiv.

Drittens, der Sonderausgabenabzug. Du kannst bis zu eintausendachthundert Euro pro Jahr zusätzlich steuerlich als Sonderausgaben absetzen. Das lohnt sich besonders, wenn du ein höheres Einkommen hast und entsprechend einen hohen Steuersatz zahlst. Das Finanzamt prüft automatisch im Rahmen der Günstigerprüfung, was für dich besser ist: die Zulagen oder der Steuervorteil. Du bekommst immer die für dich vorteilhaftere Variante.

Lass uns das mal mit einem Rechenbeispiel verdeutlichen. Stell dir vor, du bist alleinstehend, keine Kinder, und zahlst monatlich hundert Euro in dein Altersvorsorgedepot ein. Das sind im Jahr eintausendzweihundert Euro eigener Beitrag. Dazu kommt die Grundzulage von fünfhundertvierzig Euro. Macht zusammen eintausendsiebenhundertvierzig Euro, die in deinem Depot landen. Du hast also selbst eintausendzweihundert Euro eingezahlt, aber eintausendsiebenhundertvierzig Euro arbeiten für dich an der Börse. Das ist eine direkte Förderquote von fünfundvierzig Prozent auf deinen Eigenbeitrag. Fünfundvierzig Prozent Rendite, bevor überhaupt irgendwas an der Börse passiert ist. Das ist schon ziemlich beeindruckend.

Noch ein Beispiel: Du bist verheiratet, hast zwei Kinder, und beide Partner zahlen jeweils monatlich hundertfünfzig Euro ein. Das sind zusammen dreihundertsechzig Euro im Monat, also dreitausendsechshundert Euro im Jahr von euch beiden. Dazu kommen zwei mal fünfhundertvierzig Euro Grundzulage, also eintausendachtzig Euro, plus zweimal dreihundert Euro Kinderzulage, also nochmal sechshundert Euro. Insgesamt landen also fünftausendzweihundertachtzig Euro in euren Depots, obwohl ihr nur dreitausendsechshundert Euro selbst eingezahlt habt. Der Staat gibt euch eintausendsechshundertachtzig Euro dazu. Das ist ein Plus von fast siebenundvierzig Prozent.

Und wenn du dann noch ein höheres Einkommen hast, kann zusätzlich die steuerliche Absetzbarkeit greifen. Sagen wir, du verdienst richtig gut und hast einen Grenzsteuersatz von zweiundvierzig Prozent. Dann kannst du durch den Sonderausgabenabzug nochmal ordentlich Steuern sparen. Das Finanzamt rechnet das automatisch durch und gibt dir die höhere Förderung.

Wann Lohnt Sich Das

Okay, jetzt die große Frage: Für wen lohnt sich die Aktienrente wirklich? Lass uns das differenziert betrachten, denn wie immer gibt es kein Schwarz und Weiß.

Besonders attraktiv ist die Aktienrente meiner persönlichen Einschätzung nach für Familien mit Kindern. Warum? Weil die KinderZulagen richtig reinhauen. Dreihundert Euro pro Kind und Jahr, das summiert sich über die Jahre enorm. Wenn du zwei, drei oder mehr Kinder hast, bekommst du vom Staat teilweise mehr Zulagen als du selbst einzahlst. Das ist eine Förderquote, die man sonst nirgendwo findet.

Auch für Menschen mit niedrigem bis mittlerem Einkommen kann sich das richtig lohnen. Die Grundzulage von fünfhundertvierzig Euro bekommst du ja unabhängig davon, wie viel du verdienst. Selbst wenn du nur den Mindesteigenbeitrag leistest, um die volle Zulage zu bekommen, hast du eine fantastische Rendite durch die staatliche Förderung.

Für Gutverdiener ohne Kinder wird es etwas differenzierter. Hier greift dann eher der Sonderausgabenabzug. Wenn du einen hohen Steuersatz hast, kannst du durch die Absetzbarkeit ordentlich Steuern sparen. Aber natürlich musst du auch mehr einzahlen, um den vollen Vorteil zu nutzen. Mein Impuls: Einfach mal durchrechnen lassen, ob sich das in deiner individuellen Situation lohnt. Dafür gibt es auf aktienrenterechner Punkt d e auch einen Rechner, der dir das ausrechnet.

Ein ganz wichtiger Punkt: Wann kommst du überhaupt an dein Geld? Die Auszahlung ist frühestens ab zweiundsechzig Jahren möglich. Das Geld ist also wirklich langfristig gebunden. Du kannst es nicht einfach zwischendurch rausnehmen, wenn du mal ein neues Auto brauchst oder in den Urlaub willst. Es ist fürs Alter gedacht, und da bleibt es auch bis dahin. Für manche ist das ein Nachteil, weil die Flexibilität fehlt. Für andere ist es ein Vorteil, weil es eine Art Sparzwang schafft und man nicht in Versuchung kommt, das Geld vorher auszugeben.

Bei der Auszahlung hast du dann die Wahl: entweder als einmalige Kapitalauszahlung oder als lebenslange Rente. Das kannst du dir dann aussuchen, je nachdem was für dich besser passt. Die Kapitalauszahlung gibt dir mehr Flexibilität, die Verrentung gibt dir Sicherheit, dass das Geld ein Leben lang reicht.

Was solltest du noch bedenken? Erstens: Es ist eine Anlage am Kapitalmarkt, das heißt, es gibt Schwankungen. Dein Depot kann zwischendurch auch mal im Minus sein. Langfristig, über zwanzig, dreißig Jahre, hat der Aktienmarkt historisch immer positive Renditen gebracht, aber Garantien gibt es eben keine mehr. Du trägst das Anlagerisiko selbst.

Zweitens: Schau dir die Kosten der Anbieter genau an. Auch wenn die Produkte transparenter sind als früher bei Riester, gibt es Unterschiede bei den Gebühren. Ein halbes Prozent mehr oder weniger Kosten pro Jahr macht über dreißig Jahre einen riesigen Unterschied.

Drittens: Die Auszahlung ist später steuerpflichtig. Du zahlst jetzt also weniger Steuern durch die Förderung, musst aber im Alter auf die Auszahlung Steuern zahlen. Das nennt sich nachgelagerte Besteuerung. In den meisten Fällen ist das trotzdem vorteilhaft, weil dein Steuersatz im Alter oft niedriger ist als während des Arbeitslebens. Aber es ist wichtig, das im Hinterkopf zu behalten.

Meine persönliche Einschätzung: Für viele Menschen ist die Aktienrente ein sinnvoller Baustein der Altersvorsorge. Sie ist kein Allheilmittel und ersetzt nicht die gesetzliche Rente oder andere Vorsorgeformen, aber als Ergänzung, gerade wegen der staatlichen Förderung, kann sie richtig Sinn machen. Gerade wenn du jung bist und noch lange Zeit bis zur Rente hast, können die Zulagen und der Zinseszinseffekt über die Jahrzehnte für ein ordentliches Polster sorgen.

Wichtig ist nur: Mach dich schlau, rechne es für deine persönliche Situation durch, und triff dann eine informierte Entscheidung. Es ist deine Altersvorsorge, und du solltest verstehen, was du da tust.

Hinweis: Alle Inhalte dienen der allgemeinen Information. Keine Anlageberatung, keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Wir liefern Impulse und Denkanstöße — was ihr daraus macht, ist eure Entscheidung.

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