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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Lifecycle-Strategie Gleitpfad von Aktien zu Anleihen

Key-Facts: Lifecycle-Strategie

  • Prinzip Aktienquote sinkt automatisch mit zunehmendem Alter
  • Alternative Namen Target-Date-Fonds, Gleitpfad, Zieljahr-Fonds
  • Typische Startquote 80 bis 100 % Aktien bei 30+ Jahren bis Rente
  • Typische Endquote 20 bis 40 % Aktien kurz vor Renteneintritt
  • Kosten 0,15 bis 0,50 % TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
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    (je nach Anbieter)
  • Geeignet für Anleger, die sich nicht kümmern möchten
Das Wichtigste in Kürze:
  • Aktienquote sinkt automatisch mit zunehmendem Alter
  • Schützt vor Crash kurz vor Rente, reduziert aber langfristig die Rendite
  • Gesetzlich als zentrale Option für das Standarddepot vorgesehen
  • Steuerfreie Umschichtung im Altersvorsorgedepot möglich
  • Automatisch (Target-Date-Fonds) oder manuell (jährliches Rebalancing)

Was ist eine Lifecycle-Strategie?

Die Lifecycle-Strategie basiert auf einer einfachen Idee: Je jünger du bist, desto mehr Risiko kannst du eingehen — und je näher du der Rente kommst, desto weniger Risiko solltest du tragen. In der Praxis bedeutet das, dass dein Portfolio zu Beginn überwiegend aus Aktien-ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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s besteht und mit der Zeit der Anteil an Anleihen oder Geldmarkt-ETFs steigt.

Dieser Gleitpfad (englisch: Glidepath) kann entweder automatisch über einen Target-Date-Fonds ablaufen oder manuell durch regelmäßiges RebalancingWas ist Rebalancing?Regelmäßige Umschichtung der Anlagen, um die ursprüngliche Gewichtung wiederherzustellen. Im Altersvorsorgedepot steuerfrei möglich.
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gesteuert werden. Der Gesetzgeber hat die Lifecycle-Strategie ausdrücklich als eine der zentralen Optionen für das Standarddepot im Altersvorsorgedepot vorgesehen.

So funktioniert der Gleitpfad

Jahre bis Rente Aktienquote Anleihen/Geldmarkt Risiko
30+ Jahre 90 bis 100 % 0 bis 10 % Hoch (maximales Wachstum)
20 bis 30 Jahre 80 bis 90 % 10 bis 20 % Hoch
10 bis 20 Jahre 60 bis 80 % 20 bis 40 % Mittel
5 bis 10 Jahre 40 bis 60 % 40 bis 60 % Mittel-niedrig
0 bis 5 Jahre 20 bis 40 % 60 bis 80 % Niedrig (Kapitalerhalt)

Die genauen Prozentwerte variieren je nach Anbieter und Modell. Manche halten die Aktienquote länger hoch und senken sie erst in den letzten 10 Jahren deutlich. Andere beginnen früher mit der Umschichtung. Es gibt kein Richtig oder Falsch — nur unterschiedliche Philosophien.

Das Standarddepot nutzt Lifecycle

Das Altersvorsorgedepot sieht ausdrücklich ein Standarddepot vor — eine Vorauswahl für Anleger, die sich nicht aktiv mit der ETF-Wahl beschäftigen möchten. Dieses Standarddepot basiert auf dem Lifecycle-ModellWas ist Lifecycle-Modell?Automatische Umschichtung: Je näher die Rente rückt, desto mehr wird von Aktien in sichere Anleihen umgeschichtet. Reduziert das Risiko vor der Auszahlung.
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: ein breit gestreuter Aktien-ETF (z.B. MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
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) mit automatischer Umschichtung in risikoärmere Anlagen, je näher die Rente rückt. Das BZStWas ist BZSt?Bundeszentralamt für Steuern — die Behörde, die die Zulagen verwaltet und an die Depotanbieter auszahlt. Zertifiziert auch die Anbieter. prüft im Rahmen der Zertifizierung, ob der Gleitpfad den gesetzlichen Anforderungen entspricht.

Der zentrale Vorteil im Altersvorsorgedepot: Du zahlst auf Umschichtungen innerhalb des Depots keine AbgeltungsteuerWas ist Abgeltungsteuer?Pauschale Steuer von 26,375% (inkl. Soli) auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Gilt für normale Depots, NICHT für das Altersvorsorgedepot in der Ansparphase.
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. In einem normalen Depot würde jeder Verkauf von Aktien-ETFs zugunsten von Anleihen-ETFs einen steuerpflichtigen Vorgang auslösen. Im Altersvorsorgedepot ist das steuerneutral — die Nachgelagerte BesteuerungWas ist Nachgelagerte Besteuerung?Steuerprinzip bei der Altersvorsorge: In der Ansparphase steuerfrei, erst bei der Auszahlung im Ruhestand wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.
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greift erst bei der Auszahlung.

Lifecycle-Strategie Gleitpfad im Altersvorsorgedepot

Automatisch oder manuell umschichten?

Option 1: Target-Date-Fonds

Ein Target-Date-Fonds hat ein festes Zieljahr (z.B. 2055 oder 2060) und schichtet automatisch um. Du kaufst den Fonds, der deinem voraussichtlichen Renteneintritt am nächsten liegt, und musst dich dann um nichts mehr kümmern. Der Nachteil: Die Kosten sind höher als bei einzelnen ETFs, und du hast keine Kontrolle über den Gleitpfad.

Option 2: Manuelles Rebalancing

Du kaufst selbst einen Aktien-ETF (z.B. MSCI World oder FTSE All-World) und einen Anleihen-ETF und passt die Gewichtung alle paar Jahre manuell an. Das ist günstiger, erfordert aber Disziplin. Im Altersvorsorgedepot ist manuelles RebalancingWas ist Rebalancing?Regelmäßige Umschichtung der Anlagen, um die ursprüngliche Gewichtung wiederherzustellen. Im Altersvorsorgedepot steuerfrei möglich.
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steuerfrei — der SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
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und die GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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fließen unabhängig davon.

Vorteile und Nachteile der Lifecycle-Strategie

Rechenbeispiel: Tanja (30) startet mit 200 EUR monatlich und 100 % Aktien. Ab 50 reduziert sie jährlich 5 % auf Anleihen. Mit 67: 40 % Aktien, 60 % Anleihen. Ergebnis: ca. 215.000 EUR. Ohne Lifecycle (100 % Aktien): ca. 260.000 EUR — 45.000 EUR mehr, aber ein -40 %-Crash würde bei Lifecycle nur 42.000 statt 104.000 EUR kosten.

Vorteile Lifecycle-Strategie

  • Automatische Risikoreduktion mit zunehmendem Alter
  • Kein aktives Management nötig (bei Target-Date)
  • Steuerfreie Umschichtung im Altersvorsorgedepot
  • Schützt vor Crash kurz vor Renteneintritt
  • Psychologisch einfacher (weniger Entscheidungen)

Nachteile Lifecycle-Strategie

  • Höhere Kosten bei Target-Date-Fonds (TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
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    bis 0,50 %)
  • Frühzeitige Umschichtung kann Rendite kosten
  • Kein individueller Gleitpfad bei automatischen Produkten
  • Anleihen bringen historisch wenig Rendite
  • Möglicherweise unnötig bei langer Entnahmephase

Kritik: Braucht man überhaupt Lifecycle?

Es gibt berechtigte Kritik an der Lifecycle-Idee. Wenn du mit 67 in Rente gehst, hast du noch 20 bis 30 Jahre Lebenserwartung vor dir. Dein Geld muss also nicht am Renteneintritt "fertig" sein — es wird weiter investiert und sukzessive entnommen. Manche Finanzwissenschaftler argumentieren daher, dass eine hohe Aktienquote auch im Alter sinnvoll ist.

Andererseits ist die Risikotoleranz kurz vor und nach dem Renteneintritt psychologisch am niedrigsten. Ein Crash von 40 % mit 65 fuehlst sich dramatischer an als mit 30 — auch wenn das Portfolio danach noch Jahrzehnte Zeit hätte, sich zu erholen. Die Lifecycle-Strategie adressiert dieses psychologische Problem. Berechne mit unserem Rechner, wie sich verschiedene Gleitpfade auf dein Endvermögen auswirken. Der Garantie-Vergleich zeigt, wie sich unterschiedliche Sicherheitsmodelle auf die Rendite auswirken. Auch der Sparraten-Rechner hilft bei der optimalen Planung.

Achtung: Eine Lifecycle-Strategie schützt nicht vor Verlusten. Auch ein Portfolio mit 50 % Anleihen kann in einer Krise zweistellig fallen. Der Gleitpfad reduziert das Risiko, eliminiert es aber nicht. Die VorabpauschaleWas ist Vorabpauschale?Jährliche Mini-Steuer auf Fondsgewinne in normalen Depots. Im Altersvorsorgedepot fällt sie NICHT an — ein Vorteil gegenüber dem freien ETF-Depot.
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entfällt im Altersvorsorgedepot — das gilt unabhängig von der gewählten Strategie.

Stand: März 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Das Altersvorsorgedepot befindet sich im Gesetzgebungsprozess — Details können sich noch ändern.

Lifecycle-Sparplan berechnen

Wie wirkt sich ein Gleitpfad auf dein Endvermögen aus? Berechne es mit GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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und KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
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Zum Rechner

MSCI World ETF

Der Aktien-Baustein für dein Lifecycle-Portfolio.

ETF-Kostenvergleich

Was Target-Date-Fonds kosten vs. eigene ETF-Kombination.

Beste ETFs 2027

Alle relevanten ETFs fürs Altersvorsorgedepot im Vergleich.

Thesaurierend vs. Ausschüttend

Welche Ertragsverwendung im Lifecycle-Depot sinnvoll ist.

S&P 500 ETF

Die günstigste Aktien-Komponente für deinen Lifecycle-Mix.

Häufige Fragen

Was ist eine Lifecycle-Strategie?

Automatische Anpassung der Aktienquote nach Alter: Jung = 90-100% Aktien, kurz vor Rente = mehr Anleihen/stabile Assets. Das staatliche Standarddepot nutzt ebenfalls ein Lifecycle-Modell.

Wann sollte ich von Aktien in Anleihen umschichten?

Faustregel: 10-15 Jahre vor Rentenbeginn beginnen, Aktienquote schrittweise zu senken. Bei 65 Jahren ca. 40-60% Aktien halten - wegen langer Rentenbezugsdauer (20+ Jahre) sollten Aktien nicht zu frueh abgebaut werden.

Macht die Lifecycle-Strategie im Altersvorsorgedepot Sinn?

Ja - besonders für Anleger ohne Zeit für aktives Rebalancing. Target-Date-ETFs (z.B. iShares LifePath) oder das staatliche Standarddepot übernehmen das automatisch.

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