Staatliches Standarddepot -- Die öffentliche Option
Das geplante Standarddepot soll als staatliche Auffanglösung dienen – einfach, kostengünstig und ohne aktive Auswahl. Es richtet sich an alle, die sich nicht mit Anbieterwahl beschäftigen möchten. Vorbild ist der schwedische AP7-Fonds. Die Aufsicht übernimmt die BaFin.
Key-Facts: Staatliches Standarddepot
- Anbietertyp Staatlich / öffentlicher Träger
- Geschätzte Depotkosten max. 1,00 % (voraussichtlich ca. 0,10 % p.a.)
- Fondsauswahl Voraussichtlich 1 breit gestreuter Welt-ETF
- App Voraussichtlich nein (Webportal erwartet)
- Beratung Keine persönliche Beratung
- Besonderheit Auffanglösung, Lifecycle-ModellWas ist Lifecycle-Modell?Automatische Umschichtung: Je näher die Rente rückt, desto mehr wird von Aktien in sichere Anleihen umgeschichtet. Reduziert das Risiko vor der Auszahlung.
Mehr erfahren → automatisch, Vorbild AP7 Schweden - Zertifizierung Stand: noch keine Zertifizierung
- Voraussichtlich günstigste Option am Markt mit ca. 0,10 % p.a. Verwaltungskosten
- Keinerlei eigene Entscheidung nötig — automatisch in einen Welt-ETF investiert
- Automatisches Lifecycle-Modell: Aktienquote sinkt mit zunehmendem Alter
- Vorbild: schwedischer AP7-Fonds mit nur 0,04 % Kosten
- Keine individuelle ETF-Auswahl — reine Standardlösung ohne Flexibilität
Was ist das staatliche Standarddepot?
Das staatliche Standarddepot ist eine geplante Auffanglösung im Rahmen des Altersvorsorgedepots. Es richtet sich an alle Bürger, die sich nicht aktiv für einen privaten Anbieter entscheiden möchten oder können. Die Idee orientiert sich am schwedischen AP7-Fonds, der dort seit dem Jahr 2000 als Standard-Option im Prämienpensionssystem dient und mit nur 0,04 % Kosten die meisten aktiv gemanagten Fonds geschlagen hat.
Der Grundgedanke: Jeder soll Zugang zu einer kostengünstigen, breit gestreuten Altersvorsorge haben – unabhängig von Finanzwissen oder dem Willen, sich mit verschiedenen Anbietern zu beschäftigen. Das Standarddepot soll automatisch greifen, wenn keine aktive Anbieterwahl getroffen wird. Damit schließt es eine Lücke, die bei der Riester-RenteWas ist Riester-Rente?Staatlich geförderte Altersvorsorge seit 2002. Gescheitert wegen zu hoher Kosten, Garantiepflicht und niedriger Rendite. Wird ab 2027 durch das Altersvorsorgedepot ersetzt.
Mehr erfahren → kritisiert wurde: Viele Menschen haben gar keine Vorsorge gewählt, weil ihnen die Auswahl zu komplex war.
Wie soll das Standarddepot funktionieren?
Die genaue Ausgestaltung ist Stand März 2026 noch nicht abschließend geregelt. Basierend auf den bisherigen Gesetzentwuerfen und politischen Diskussionen lässt sich folgendes erwarten:
Wie sieht die Anlagestrategie des Standarddepots aus?
Das Standarddepot wird voraussichtlich in einen einzigen, breit gestreuten Welt-ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren → investieren – etwa einen Fonds, der den MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
Mehr erfahren → oder den FTSE All-World abbildet. Damit wäre eine globale Diversifikation über tausende Unternehmen in dutzenden Ländern sichergestellt, ohne dass du eine Auswahlentscheidung treffen musst.
Zusätzlich wird erwartet, dass ein Lifecycle-ModellWas ist Lifecycle-Modell?Automatische Umschichtung: Je näher die Rente rückt, desto mehr wird von Aktien in sichere Anleihen umgeschichtet. Reduziert das Risiko vor der Auszahlung.
Mehr erfahren → zum Einsatz kommt: In jungen Jahren wird vollständig in Aktien investiert, mit näherndem Rentenalter wird automatisch in risikoärmere Anleihen umgeschichtet. Dieses automatische RebalancingWas ist Rebalancing?Regelmäßige Umschichtung der Anlagen, um die ursprüngliche Gewichtung wiederherzustellen. Im Altersvorsorgedepot steuerfrei möglich.
Mehr erfahren → reduziert das Risiko kurz vor der Auszahlungsphase – du musst dich um nichts kümmern. Das schwedische Vorbild AP7 nutzt genau dieses Prinzip mit großem Erfolg.
Was kostet das staatliche Standarddepot?
Die Verwaltungskosten des Standarddepots sollen bewusst niedrig gehalten werden. Gesetzlich ist eine Obergrenze von maximal 1,00 % vorgesehen, doch in der Praxis wird mit deutlich weniger gerechnet – voraussichtlich bei etwa 0,10 % pro Jahr oder darunter. Dazu kommt die TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
Mehr erfahren → des gewählten ETFs (typischerweise 0,07 bis 0,20 %). Die Gesamtkosten dürften damit bei 0,15 bis 0,30 % liegen – günstiger als fast alle privaten Anbieter und vergleichbar mit den günstigsten Neobrokern.
Die AbgeltungsteuerWas ist Abgeltungsteuer?Pauschale Steuer von 26,375% (inkl. Soli) auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Gilt für normale Depots, NICHT für das Altersvorsorgedepot in der Ansparphase.
Mehr erfahren → entfällt beim Standarddepot ebenso wie bei allen anderen Altersvorsorgedepots in der Ansparphase. Stattdessen greift die Nachgelagerte BesteuerungWas ist Nachgelagerte Besteuerung?Steuerprinzip bei der Altersvorsorge: In der Ansparphase steuerfrei, erst bei der Auszahlung im Ruhestand wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.
Mehr erfahren →. Der SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
Mehr erfahren → reduziert deine Steuerlast während der Sparphase.
Staatliche Förderung ohne Umwege
Als öffentliche Lösung genießt das Standarddepot einen strukturellen Vorteil: Die Kommunikation mit dem BZStWas ist BZSt?Bundeszentralamt für Steuern — die Behörde, die die Zulagen verwaltet und an die Depotanbieter auszahlt. Zertifiziert auch die Anbieter. läuft innerhalb des Staatswesens, nicht zwischen Behörde und privatem Finanzdienstleister. GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
Mehr erfahren → und KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
Mehr erfahren → werden automatisch beantragt — ohne App-Registrierung, ohne Papierformular. Beim schwedischen Vorbild AP7 funktioniert das seit dem Jahr 2000 reibungslos. Auch der SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
Mehr erfahren → wird automatisch bescheinigt: maximale Förderung bei null Eigenaufwand.
Mehr erfahren → addiert sich auf 6.475 EUR. Bei einer Sparkasse mit 1,20 % Kosten wären es nur rund 200.000 EUR.
Vorteile
- Voraussichtlich die günstigste Option am gesamten Markt
- Keine aktive Auswahl oder Verwaltung nötig
- Breite Diversifikation über einen Welt-ETF
- Automatisches Lifecycle-ModellWas ist Lifecycle-Modell?Automatische Umschichtung: Je näher die Rente rückt, desto mehr wird von Aktien in sichere Anleihen umgeschichtet. Reduziert das Risiko vor der Auszahlung.
Mehr erfahren → mit altersabhängiger Umschichtung - Automatische Zulagenbeantragung ohne Papierkram
- Kein Interessenkonflikt – staatlich, nicht gewinnorientiert
- Bewaehrtes Konzept (schwedisches Vorbild AP7)
Nachteile
- Keine individuelle ETF-Auswahl möglich
- Keine persönliche Beratung
- Vermutlich keine native App, nur Webportal
- Genaue Ausgestaltung noch nicht abschließend geklärt
- Politische Abhängigkeit – Regierungswechsel könnten Änderungen bringen
- Mögliche Traegheit bei Anpassungen oder technischen Verbesserungen
Für wen eignet sich das Standarddepot?
Das Standarddepot richtet sich an mehrere Zielgruppen:
- Einsteiger: Wer sich nicht mit der Auswahl von Anbietern und ETFs beschäftigen möchte, bekommt eine solide Standardlösung, die automatisch funktioniert.
- Kostenbewusste Anleger: Mit voraussichtlich 0,10 % Verwaltungskosten dürfte das Standarddepot die günstigste Option am Markt sein – günstiger als jeder private Anbieter.
- Minimalisten: Wer einfach nur monatlich einzahlen und sich um nichts kümmern will, findet hier die passende Lösung.
- Skeptiker: Wer privaten Finanzdienstleistern misstraut, kann auf die staatliche, nicht gewinnorientierte Option zurückgreifen.
Nicht geeignet ist das Standarddepot für Anleger, die ihre ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →-Auswahl individuell gestalten möchten. Wer gezielt in Schwellenländer, bestimmte Branchen oder nachhaltige Fonds investieren will, braucht einen privaten Anbieter wie Scalable Capital oder die ING. Auch wer Beratung benötigt, muss sich an eine Filialbank wenden.
Das schwedische Vorbild: AP7
Das Standarddepot orientiert sich am schwedischen AP7-Fonds, der seit dem Jahr 2000 als Standard-Option im schwedischen Prämienpensionssystem dient. Der AP7 investiert in einen globalen Aktienindex und wechselt automatisch in Anleihen, je näher der Anleger dem Rentenalter kommt. Die Kosten liegen bei nur 0,04 % pro Jahr – eine Benchmark, die zeigt, was bei staatlicher Verwaltung möglich ist.
Die Performance des AP7 war in den letzten 20+ Jahren überzeugend und hat die große Mehrheit der aktiv gemanagten Fonds geschlagen. Rund 60 % der schwedischen Arbeitnehmer nutzen den AP7 als Standard-Option – ein Beleg dafür, dass einfache Lösungen von der breiten Bevölkerung angenommen werden. Ob das deutsche Standarddepot ähnlich erfolgreich wird, hängt von der konkreten Umsetzung ab.
Standarddepot im Vergleich mit alternativen Anbietern
| Kriterium | Standarddepot | Trade Republic | Sparkasse |
|---|---|---|---|
| Typ | Staatlich | Neobroker | Filialbank |
| Gesch. Kosten p.a. | ca. 0,10 % (max. 1,0 %) | 0,00 – 0,20 % | 0,80 – 1,00 % |
| ETF-Auswahl | 1 Produkt (Welt-ETF) | 2.000+ | Deka-Fonds |
| Eigenaufwand | Keiner | Mittel (Selbstentscheider) | Gering (Berater übernimmt) |
| Flexibilität | Keine (1 Produkt) | Sehr hoch | Mittel (Deka-Universum) |
Fazit: Für wen lohnt sich das staatliche Standarddepot?
Das staatliche Standarddepot könnte die wichtigste Neuerung des gesamten Altersvorsorgedepot-Konzepts sein. Es bietet eine einfache, kostengünstige und breit gestreute Anlagelösung ohne Auswahlstress und ohne Interessenkonflikte. Für die Mehrheit der Bürger, die sich nicht intensiv mit Finanzen beschäftigen, ist es voraussichtlich die beste Option – und dank Lifecycle-ModellWas ist Lifecycle-Modell?Automatische Umschichtung: Je näher die Rente rückt, desto mehr wird von Aktien in sichere Anleihen umgeschichtet. Reduziert das Risiko vor der Auszahlung.
Mehr erfahren →, automatischer Zulagen und SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
Mehr erfahren → auch eine vollwertige.
Wenn du dich allerdings für Geldanlage interessierst und individuelle Präferenzen hast, lohnt sich ein Blick auf private Anbieter. Die Kosten sind dort nur unwesentlich höher, und du gewinnst deutlich mehr Flexibilität bei der ETF-Auswahl. Nutze unseren Rechner, um die verschiedenen Szenarien durchzuspielen. Der Kosten-Rechner zeigt den Gebührenunterschied im Detail, und der Förderungs-Check berechnet deine persönliche Zulage.
Stand: März 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Das Altersvorsorgedepot befindet sich im Gesetzgebungsprozess — Details können sich noch ändern.
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Häufige Fragen
Was ist das staatliche Standarddepot?
Das staatliche Standarddepot ist eine einfache Variante des Altersvorsorgedepots mit automatischer Lifecycle-Strategie. Es wird direkt über das BZSt (Bundeszentralamt für Steuern) angeboten - ohne Anbieter-Auswahl, dafür maximale Einfachheit.
Ist das Standarddepot besser als ein privates Altersvorsorgedepot?
Das Standarddepot ist einfacher, das private Depot flexibler. Standarddepot: automatische Anlage, Lifecycle-Strategie, keine Anbieter-Entscheidung. Privates Depot: eigene ETF-Wahl, günstigere TER möglich, mehr Kontrolle. Kosten vergleichbar.
Für wen eignet sich das staatliche Standarddepot?
Ideal für Anleger, die sich nicht mit ETF-Auswahl und Anbietern beschaeftigen wollen. Volle staatliche Förderung (Grundzulage 540 EUR, Kinderzulage 300 EUR/Kind, Sonderausgabenabzug 3.000 EUR). Einstiegshuerden minimal.
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