Vergleich berechnen
- Das Altersvorsorgedepot spart in der Ansparphase 0 % Steuern auf Gewinne — beim freien ETF-Depot fallen laufend 26,375 % Abgeltungsteuer an
- Staatliche Zulagen (120 EUR Grundzulage + 300 EUR pro Kind) erhöhen das Endkapital beim Altersvorsorgedepot deutlich
- Bei Laufzeiten über 20 Jahren und einem Steuersatz-Unterschied von mindestens 10 Prozentpunkten gewinnt das Altersvorsorgedepot fast immer
- Das freie ETF-Depot punktet bei Flexibilität — jederzeitiger Zugriff ohne Einschränkungen
- Die beste Strategie für viele: Altersvorsorgedepot bis zur Förder-Höchstgrenze nutzen und darüber hinaus frei investieren
Warum dieser Vergleich so wichtig ist
Das Altersvorsorgedepot (oft auch AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
Mehr erfahren → genannt) ist das große Reformprojekt der Bundesregierung für die private Altersvorsorge. Doch viele Sparer fragen sich: Bringt das wirklich mehr als mein bestehendes ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →-Depot bei einem Neobroker? Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab — und genau dafür gibt es diesen Vergleichsrechner. Bevor du vergleichst, lohnt sich ein Blick auf die staatlichen Zulagen und Steuervorteile, die das Altersvorsorgedepot bietet.
Der Kern-Unterschied liegt im Steuermodell. Ein freies ETF-Depot unterliegt der Abgeltungsteuer: Auf jeden realisierten Gewinn zahlst du pauschal 26,375 Prozent (inkl. Soli). Beim Altersvorsorgedepot gilt dagegen die nachgelagerte Besteuerung: In der Ansparphase zahlst du null Steuern auf Gewinne und Dividenden. Erst bei der Auszahlung in der Rente wird dein persönlicher Einkommensteuersatz angesetzt — und der ist im Ruhestand fast immer niedriger als während des Berufslebens.
So funktioniert der Rechner
Der Vergleichsrechner simuliert beide Szenarien parallel. Links siehst du das Altersvorsorgedepot mit staatlicher Grundzulage (120 Euro pro Jahr), Kinderzulagen (bei Kindern 300 Euro pro Kind und Jahr) und steuerfreier Ansparphase. Rechts das klassische ETF-Depot ohne Förderung, dafür mit voller Flexibilität.
Beide Szenarien verwenden denselben monatlichen Beitrag, dieselbe Rendite und denselben Anlagezeitraum bis 67. Der entscheidende Unterschied zeigt sich im Endkapital nach Steuern. Denn während das Altersvorsorgedepot erst bei Auszahlung besteuert wird, fallen beim ETF-Depot laufend Steuern auf Vorabpauschalen und bei Verkauf die Abgeltungsteuer an.
Altersvorsorgedepot: Die Vorteile im Detail
Das Altersvorsorgedepot bringt mehrere strukturelle Vorteile mit, die im direkten Vergleich den Unterschied machen. Der wichtigste: die Steuerstundung. Wenn du über 30 Jahre keine Steuern auf Gewinne zahlst, arbeitet dein gesamtes Kapital für dich — inklusive des Betrags, den du sonst an das Finanzamt abführen würdest. Dieser Zinseszins-Effekt auf den Steueranteil ist enorm.
Dazu kommen die staatlichen Zulagen. Die Grundzulage von 120 Euro pro Jahr klingt gering, summiert sich aber über Jahrzehnte. Mit zwei Kindern erhältst du zusätzlich 600 Euro pro Jahr — das sind über 30 Jahre allein 18.000 Euro an Zulagen, die ebenfalls Rendite erwirtschaften.
Außerdem kannst du bis zu 1.200 Euro pro Jahr als Sonderausgaben steuerlich geltend machen. Bei einem Grenzsteuersatz von 42 Prozent sind das bis zu 504 Euro Steuerersparnis jährlich. Im Rechner siehst du diesen Effekt als zusätzlichen Renditevorteil. Mehr Details dazu findest du im Steuer-Rechner.
Freies ETF-Depot: Wo es Vorteile hat
Das freie ETF-Depot hat einen großen Trumpf: volle Flexibilität. Du kannst jederzeit Anteile verkaufen, umschichten oder das gesamte Depot auflösen. Beim Altersvorsorgedepot ist das Kapital bis zum 65. Lebensjahr gebunden (mit wenigen Ausnahmen wie Immobilienkauf). Für Menschen, die Wert auf jederzeitige Verfügbarkeit legen, ist das ein gewichtiges Argument.
Zudem gibt es beim freien Depot keine Einschränkungen bei der Produktwahl. Du kannst in jeden ETF weltweit investieren, Einzelaktien beimischen oder taktisch umschichten. Das Altersvorsorgedepot wird voraussichtlich auf zertifizierte Produkte beschränkt sein — also breit gestreute, kostengünstige Fonds, aber eben nicht alles. Ein ausführlicher Vergleich beider Modelle findet sich im Ratgeber Altersvorsorgedepot vs. freies ETF-Depot.
| Kriterium | Altersvorsorgedepot | Freies ETF-Depot |
|---|---|---|
| Besteuerung Ansparphase | Steuerfrei | Vorabpauschale + Abgeltungsteuer |
| Besteuerung Auszahlung | Persönlicher Steuersatz | Bereits versteuert |
| Staatliche Zulagen | 120 € + Kinderzulagen | Keine |
| Sonderausgabenabzug | Bis 1.200 €/Jahr | Nicht möglich |
| Flexibilität | Eingeschränkt (Entnahme ab 65) | Volle Flexibilität |
| Produktwahl | Zertifizierte Produkte | Alle ETFs und Aktien |
| Kosten (typisch) | TER 0,2 - 0,4 % | TER 0,1 - 0,5 % |
Wann das Altersvorsorgedepot klar gewinnt
Je länger dein Anlagezeitraum und je höher dein aktueller Steuersatz, desto stärker wirkt der Vorteil des Altersvorsorgedepots. Bei 35 Jahren Laufzeit und einem Grenzsteuersatz von 42 Prozent während der Erwerbsphase gegenüber 20 Prozent in der Rente kann der Unterschied im Endkapital fünfstellig sein — allein durch den Steuerstundungseffekt.
Besonders stark ist der Vorteil bei Familien mit Kindern. Zwei Kinder bringen 600 Euro Zulage pro Jahr zusätzlich. Bei einer Rendite von 6 Prozent und 30 Jahren Laufzeit entstehen allein aus den Kinderzulagen über 50.000 Euro Endkapital. Das kann kein freies Depot ausgleichen. Wie genau die Kinderzulage wirkt, zeigt der separate Rechner.
Wann das freie ETF-Depot sinnvoller ist
Wenn du in den nächsten 10 bis 15 Jahren größere Ausgaben planst (Immobilie, Selbstständigkeit, Sabbatical), ist das freie Depot die bessere Wahl. Die Bindung des Altersvorsorgedepots bis 65 ist ein echter Nachteil, wenn du das Kapital früher brauchst.
Auch bei sehr kurzen Laufzeiten unter 15 Jahren schmilzt der Steuerstundungsvorteil. Und wenn dein Steuersatz in der Rente ähnlich hoch ist wie heute (z.B. weil du hohe Mieteinnahmen oder betriebliche Altersvorsorge hast), fällt der Vorteil der nachgelagerten Besteuerung geringer aus. Prüfe mit dem Brutto-Netto-Rente-Rechner, was dir im Alter tatsächlich bleibt.
Altersvorsorgedepot wählen, wenn
- Laufzeit über 20 Jahre
- Aktueller Steuersatz deutlich über Rentensteuersatz
- Kinder vorhanden (Zulagen-Boost)
- Kapital bis 65 nicht benötigt
- Sonderausgabenabzug nutzbar
Freies ETF-Depot wählen, wenn
- Maximale Flexibilität gewünscht
- Kurze Laufzeit unter 15 Jahren
- Steuersatz in der Rente ähnlich hoch
- Kapital für Immobilie o.ae. geplant
- Exotische ETFs oder Einzelaktien gewünscht
Rechenbeispiel: 200 Euro monatlich über 35 Jahre
Im freien ETF-Depot erreichst du nach 35 Jahren ein Brutto-Endkapital von rund 286.000 Euro. Nach Abzug der Abgeltungsteuer auf den Gewinnanteil bleiben ca. 237.000 Euro netto. Im Altersvorsorgedepot wächst das Kapital steuerfrei auf rund 305.000 Euro (inkl. Zulagen). Bei Auszahlung mit 20 Prozent Steuersatz bleiben ca. 244.000 Euro netto — plus die jährliche Steuerersparnis durch den Sonderausgabenabzug, die im Idealfall nochmal 15.000 bis 20.000 Euro zusätzlich bringt, wenn du sie reinvestierst.
Stand: März 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Das Altersvorsorgedepot befindet sich im Gesetzgebungsprozess — Details können sich noch ändern.
Häufige Fragen zum Depot-Vergleich
Kann ich beides gleichzeitig machen? Ja, und das ist oft die beste Strategie. Du nutzt das Altersvorsorgedepot bis zur Förder-Höchstgrenze und investierst darüber hinaus in ein freies ETF-Depot. So kombinierst du Steuervorteile mit Flexibilität. Einen detaillierten Überblick zur Förderung findest du unter Zulagen und Steuervorteile. Wie sich die Steuern auf Aktiengewinne konkret auswirken, erklärt der entsprechende Ratgeber.
Was passiert, wenn ich das Altersvorsorgedepot vorzeitig aufloese? Du musst die erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Die angesparten Gewinne werden dann sofort nachgelagert besteuert. Ein vorzeitiger Ausstieg ist also teuer und sollte vermieden werden.
Ändert sich der Vorteil bei steigenden Zinsen? Ja. Höhere Zinsen erhöhen die Vorabpauschale im freien Depot, was den Steuerstundungsvorteil des Altersvorsorgedepots weiter verstärkt. In Niedrigzinsphasen ist der Unterschied etwas geringer.