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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Zinswende und Auswirkungen auf Aktien und ETFs

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • EZB-Leitzins (Stand Anfang 2026) ca. 2,75%
  • Fed Funds Rate (Stand Anfang 2026) ca. 4,25–4,50%
  • Steigende Zinsen drücken vor allem Growth-Aktien (Tech)
  • Sinkende Zinsen helfen Aktien und Anleihen gleichermassen
  • Anleihen-ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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    s im AVD profitieren von Zinssenkungen
  • Langfristig (20+ Jahre) Zinsniveau weniger relevant als Sparrate

Was ist die Zinswende?

Zinswende — Auswirkungen auf Aktien und ETFs

Als Zinswende bezeichnet man einen grundlegenden Richtungswechsel der Leitzinsen. Nach über einem Jahrzehnt mit Nullzinsen (2012–2022) haben EZB und Fed die Zinsen 2022/2023 in historischem Tempo angehoben — die EZB von 0% auf 4,5% in nur 14 Monaten (Juli 2022 bis September 2023). Seit Juni 2024 senkt die EZB schrittweise: auf 3,75% (Juni 2024), 3,5% (September 2024), 3,25% (Oktober 2024), 2,75% (Januar 2025) und zuletzt auf 2,50% (März 2025). Die Fed hielt ihren Leitzins länger hoch bei 5,25–5,50% und begann erst im September 2024 mit Senkungen auf aktuell ca. 4,25–4,50%.

Stand: März 2026

Dieser Zyklus hat direkte Auswirkungen auf Aktien, Anleihen, Immobilien und damit auch auf dein Altersvorsorgedepot.

Wie Zinsen auf verschiedene Anlageklassen wirken

AnlageklasseSteigende ZinsenSinkende Zinsen
Growth-Aktien (Tech)Negativ — künftige Gewinne weniger wertPositiv — günstigere Finanzierung
Value-Aktien (Industrie, Banken)Neutral bis positiv — Banken verdienen mehrNeutral
Anleihen (Bestand)Negativ — Kurse fallenPositiv — Kurse steigen
Anleihen (Neukauf)Positiv — höhere KuponsNegativ — niedrigere Kupons
ImmobilienNegativ — Finanzierung teurerPositiv — Finanzierung günstiger
TagesgeldPositiv — höhere ZinsenNegativ — niedrigere Zinsen

Growth vs. Value — Warum Tech-Aktien empfindlicher sind

Wachstumsaktien (Growth) wie NVIDIA, Amazon oder Tesla werden anhand ihrer zukünftigen Gewinne bewertet. Wenn die Zinsen steigen, werden diese zukünftigen Gewinne stärker abgezinst — sie sind in heutigen Euro weniger wert. Deshalb fallen Growth-Aktien bei Zinserhöhungen überproportional.

Value-Aktien (Banken, Versicherungen, Energie) reagieren weniger stark oder profitieren sogar. Banken verdienen an der Zinsmarge, Versicherungen an höheren Anleiheerträgen. Das erklärt, warum der Nasdaq 2022 über 30% verlor, während Value-Indizes deutlich stabiler blieben.

Für dein Altersvorsorgedepot: Ein breit gestreuter MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
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-ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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enthält sowohl Growth- als auch Value-Aktien. Das gleicht Zinszyklen automatisch aus. Wer gezielt KI- oder Tech-ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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s beimischt (siehe KI-Aktien und ETFs), sollte wissen, dass diese bei steigenden Zinsen stärker leiden.

Anleihen im Zinsumfeld — Relevant fürs Lifecycle-ModellWas ist Lifecycle-Modell?Automatische Umschichtung: Je näher die Rente rückt, desto mehr wird von Aktien in sichere Anleihen umgeschichtet. Reduziert das Risiko vor der Auszahlung.
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Viele Altersvorsorgedepot-Anbieter werden ein Lifecycle-ModellWas ist Lifecycle-Modell?Automatische Umschichtung: Je näher die Rente rückt, desto mehr wird von Aktien in sichere Anleihen umgeschichtet. Reduziert das Risiko vor der Auszahlung.
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anbieten: Mit zunehmendem Alter wird automatisch von Aktien in Anleihen umgeschichtet. Die Zinsphase beeinflusst, wie attraktiv dieser Anleihen-Anteil ist.

Bei hohen Zinsen sind Anleihen-ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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s attraktiver, weil neue Anleihen hohe Kupons zahlen. Bei niedrigen Zinsen bringen sie wenig Rendite. Allerdings steigen Anleihen-Kurse, wenn die Zinsen sinken — wer also vor einer Zinssenkungsphase Anleihen kauft, profitiert von Kursgewinnen.

Historische Zinszyklen und Aktienmärkte

ZeitraumZinsentwicklungMSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
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(ca.)
2001–2003Fed senkt von 6,5% auf 1,0%-40% (Dotcom-Crash, dann Erholung)
2004–2006Fed erhöht von 1,0% auf 5,25%+40% (Wirtschaftsboom)
2008–2009Fed senkt auf 0% (Finanzkrise)-55%, dann starke Erholung
2012–2021Nullzinsphase (EZB 0%)+250% (längster Bullenmarkt)
2022–2023Schnellste Zinserhöhung seit 40 Jahren-18% (2022), +23% (2023)

Die Tabelle zeigt: Kurzfristig reagieren Märkte heftig auf Zinsänderungen. Langfristig dominiert aber das Wirtschaftswachstum. Wer über 20–30 Jahre per Sparplan investiert — wie im Altersvorsorgedepot vorgesehen — durchlebt mehrere Zinszyklen und profitiert langfristig vom Wachstum.

Nicht versuchen, den Zins-Zyklus zu timen: Studien zeigen, dass Market-Timing in Abhängigkeit von Zinsentscheidungen langfristig mehr Rendite kostet als bringt. Ein regelmäßiger Sparplan im Altersvorsorgedepot kauft automatisch mehr Anteile, wenn die Kurse nach Zinserhöhungen fallen — der Cost-Average-Effekt arbeitet für dich. Aktuelle Zinsentscheidungen und Prognosen veröffentlicht die Europäische Zentralbank auf ihrer Website. Zur Einordnung der geldpolitischen Maßnahmen liefert auch die Deutsche Bundesbank regelmäßig Analysen.

Was bedeutet das für dein Altersvorsorgedepot?

Im AVD profitierst du doppelt: Steuerfreie Ansparphase (keine AbgeltungsteuerWas ist Abgeltungsteuer?Pauschale Steuer von 26,375% (inkl. Soli) auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Gilt für normale Depots, NICHT für das Altersvorsorgedepot in der Ansparphase.
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, keine VorabpauschaleWas ist Vorabpauschale?Jährliche Mini-Steuer auf Fondsgewinne in normalen Depots. Im Altersvorsorgedepot fällt sie NICHT an — ein Vorteil gegenüber dem freien ETF-Depot.
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) und steuerfreies RebalancingWas ist Rebalancing?Regelmäßige Umschichtung der Anlagen, um die ursprüngliche Gewichtung wiederherzustellen. Im Altersvorsorgedepot steuerfrei möglich.
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. Wenn sich das Zinsumfeld ändert und du von Aktien-ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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s in Anleihen-ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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s umschichten willst, fallen im AVD keine Steuern an — im normalen Depot würdest du auf jeden Kursgewinn AbgeltungsteuerWas ist Abgeltungsteuer?Pauschale Steuer von 26,375% (inkl. Soli) auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Gilt für normale Depots, NICHT für das Altersvorsorgedepot in der Ansparphase.
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zahlen.

Dieser Vorteil wird umso größer, je mehr Umschichtungen du im Laufe der Jahrzehnte vornimmst. Gerade in volatilen Zinsphasen ist das ein erheblicher Renditevorteil.

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MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
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, FTSE All-World oder Lifecycle-ModellWas ist Lifecycle-Modell?Automatische Umschichtung: Je näher die Rente rückt, desto mehr wird von Aktien in sichere Anleihen umgeschichtet. Reduziert das Risiko vor der Auszahlung.
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Häufige Fragen

Was bedeutet die Zinswende für Aktien und das Altersvorsorge-Depot?

Die Zinswende 2022-2023 (EZB: von -0,5 % auf 4,5 %) und die anschließende Zinssenkung 2024-2025 haben gezeigt: Steigende Zinsen belasten Aktien (vor allem Wachstumstitel mit langen Duration-ähnlichen Cashflows), fallende Zinsen unterstützen Aktien. Der Mechanismus: Höhere Zinsen machen Anleihen attraktiver (Alternative zu Aktien) und erhöhen den Diskontierungssatz für zukünftige Unternehmensgewinne - das drückt auf die Bewertungen (KGVs). 2022 verlor der MSCI World ca. -18 % - primär wegen Zins-Bewertungskorrektur, nicht wegen schlechter Unternehmensgewinne. Für Altersvorsorge-Anleger mit langem Horizont: Zinsphasen sind temporär. Wer 2022 im MSCI World-Sparplan blieb, hat 2023 und 2024 die Verluste vollständig aufgeholt. Die Zinswende ändert nichts an der langfristigen Attraktivität des ETF-Sparplans.

Lohnen sich Anleihen jetzt wieder mehr als vor der Zinswende?

Ja - nach der Zinswende sind Anleihen als Beimischung wieder relevanter als in der Nullzins-Phase 2015-2021. Konkrete Renditen 2026: Deutsche Bundesanleihe (10 Jahre): ca. 2,6 % p.a. US-Treasury (10 Jahre): ca. 4,5 % p.a. Euro Investment Grade Corporate Bonds: ca. 3,5-4 % p.a. Das sind deutlich attraktivere Renditen als die Null-Prozent-Phase. Für die Altersvorsorge bedeutet das: Anleihen-ETFs als Depotbeimischung (20-30 % für über 55-Jährige) sind jetzt sinnvoller als 2020. Sie reduzieren Depot-Volatilität und liefern reale Renditen über der Inflation. Aber: Aktien-ETFs (historisch 7 % p.a.) bleiben langfristig attraktiver. Anleihen sind ein Puffer, keine Alternative. Geldmarkt-ETF (ca. 3,5 % p.a. 2026) als kurzfristiger Liquiditätspuffer ist eine gute neue Kategorie, die in der Nullzins-Phase nicht existierte.

Wie sollte man das Altersvorsorge-Depot bei sinkenden Zinsen ausrichten?

Wenn Zinsen sinken (wie 2024-2025 in der Eurozone): Anleihen mit langer Laufzeit profitieren besonders (inverse Beziehung: Zins sinkt, Anleihepreis steigt). Aktien-Wachstumstitel (Tech, Immobilien) profitieren stärker als Value-Aktien. Geldmarkt-ETFs verlieren an Attraktivität, da ihre Rendite dem EZB-Leitzins folgt. Für Altersvorsorge-Depots praktische Anpassungen: (1) Wenn der kurzfristige Zinssatz auf unter 2 % fällt, Geldmarkt-ETF-Anteil reduzieren und in länger laufende Anleihen oder Aktien umschichten. (2) Wachstums-ETFs (Nasdaq-100, MSCI World IT) profitieren überproportional bei Zinssenkungen. (3) Immobilien-REITs werden attraktiver wenn Zinsen sinken. Wichtig: Diese taktischen Anpassungen haben statistisch nur marginalen Rendite-Vorteil. Für 90 % der Altersvorsorge-Anleger gilt: Einfacher MSCI World Sparplan, kein Timing.

Was ist das Altersvorsorgedepot (AVD)?

für die private Altersvorsorge. Einzahlungen werden mit Grundzulage (540 EUR/Jahr), Kinderzulage (300 EUR/Kind) und Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) gefördert. In der Ansparphase keine Abgeltungsteuer - Kapital arbeitet ungestört bis zur Rente.

Wie hoch ist die staatliche Förderung beim Altersvorsorgedepot?

Grundzulage: 540 EUR/Jahr. Kinderzulage: 300 EUR/Kind/Jahr. Berufseinsteigerbonus: 200 EUR (einmalig, unter 25 Jahren). Sonderausgabenabzug: bis 1.800 EUR/Jahr. Bei 35% Steuersatz und maximaler Einzahlung: Gesamtförderung über 1.350 EUR/Jahr möglich.

Wie eröffne ich ein Altersvorsorgedepot?

Anbieter wählen (Neobroker, Direktbank oder Filialbank), online Depot eröffnen (Video-Ident), ETF-Sparplan einrichten, Zulagenantrag automatisch durch Anbieter. Erste Einzahlung ab 1 EUR möglich. Förderung ab Eröffnung im selben Kalenderjahr anrechenbar.

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