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Altersvorsorgedepot beantragen Schritt für Schritt
Ab wann? Neue Altersvorsorgedepots können ab dem 1. Januar 2027 eröffnet werden. Die hier beschriebenen Schritte gelten ab diesem Datum.

Schritt 1: Anbieter auswählen

Nicht jeder Anbieter ist gleich — prüfe vorher, ob du förderberechtigt bist. Dann achte auf drei Dinge:

  • Kosten: Das Standarddepot darf maximal 1,0% pro Jahr kosten. Günstige Anbieter liegen deutlich darunter.
  • ETF-Auswahl: Je mehr ETFs zur Wahl stehen, desto besser kannst du diversifizieren.
  • Bedienbarkeit: App, Online-Banking, Kundenservice — was ist dir wichtig?

Wer darf anbieten:

  • Banken (ING, DKB, comdirect, Sparkasse, Volksbank)
  • Neobroker (Trade Republic, Scalable Capital)
  • Fondsgesellschaften
  • Versicherungen
  • Staatliches Standarddepot (öffentlicher Träger)
Tipp: Du musst nicht zur Filialbank. Alles geht online. Neobroker werden voraussichtlich die günstigsten Anbieter sein.

Zum Anbieter-Vergleich

Schritt 2: Depot eröffnen

Die Depoteröffnung funktioniert wie bei einem normalen Wertpapierdepot:

  1. Online-Antrag ausfüllen (Name, Adresse, Steuer-ID)
  2. Identitätsprüfung (VideoIdent oder PostIdent)
  3. Depot ist in 1–3 Tagen einsatzbereit

Du kannst bis zu 2 Verträge gleichzeitig haben (z.B. bei verschiedenen Anbietern). Die Förderung gilt aber nur einmal auf maximal 1.800 EUR/Jahr.

Schritt 3: Dauerzulagenantrag stellen

Das ist der wichtigste Schritt — und der einfachste:

  • Beim Vertragsabschluss setzt du ein Häkchen beim Dauerzulagenantrag
  • Dein Anbieter beantragt ab dann jedes Jahr automatisch deine Zulagen beim Bundeszentralamt für Steuern
  • Die Zulagen werden direkt in dein Depot eingezahlt
  • Du musst nichts weiter tun
Nicht vergessen: Ohne Dauerzulagenantrag bekommst du keine Zulagen! Die meisten Anbieter fragen beim Abschluss danach — achte darauf, dass du „Ja" ankreuzt.

Schritt 4: Sparplan einrichten

Richte einen monatlichen Sparplan ein:

MonatlichJährlichGrundzulageFörderquote
10 EUR (Minimum)120 EUR60 EUR50%
50 EUR600 EUR240 EUR40%
100 EUR1.200 EUR390 EUR33%
150 EUR (optimal)1.800 EUR540 EUR30%

Wie einzahlen?

  • Dauerauftrag: Monatlich automatisch vom Girokonto
  • Lastschrift: Der Anbieter zieht den Betrag ein
  • Einzelüberweisungen: Jederzeit manuell möglich

Was wenn ich einen Monat nicht zahlen kann?

Kein Problem. Es gibt keine monatliche Pflicht. Du musst nur 120 EUR im ganzen Jahr einzahlen (für die Minimalförderung). Du kannst Monate aussetzen und später nachzahlen — sogar alles im Dezember.

Du kannst den Vertrag auch komplett ruhen lassen. Das Geld bleibt im Depot, keine Kündigung nötig.

Schritt 5: ETF auswählen

Wähle einen oder mehrere ETFs für deinen Sparplan. Erlaubt sind:

  • ETFs (Exchange Traded Funds)
  • Aktiv gemanagte Fonds
  • EU-Staatsanleihen

Nicht erlaubt: Einzelaktien, Kryptowährungen, Zertifikate.

Einfachste Lösung: Ein breit gestreuter Welt-ETF (z.B. MSCI World oder FTSE All-World). Damit bist du in über 1.500 Unternehmen weltweit investiert.

Welcher ETF passt? ETF-Auswahl-Ratgeber

Nach der Einrichtung: Was passiert automatisch?

WasWer macht das?Wie oft?
Beitrag einziehenDauerauftrag / LastschriftMonatlich
In ETFs investierenDein Anbieter (Sparplan)Monatlich
Zulagen beantragenDein Anbieter (Dauerzulagenantrag)Jährlich
Zulagen einzahlenBundeszentralamt für SteuernJährlich
Daten an Finanzamt meldenDein AnbieterJährlich
Günstigerprüfung (Steuer)FinanzamtJährlich (Steuererklärung)

Dein Aufwand nach der Einrichtung: Einmal im Jahr die Anlage AV in der Steuererklärung ausfüllen (wird größtenteils vorausgefüllt). Sonst: nichts.

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Zulagen im Detail

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MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
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, FTSE All-World oder Lifecycle-ModellWas ist Lifecycle-Modell?Automatische Umschichtung: Je näher die Rente rückt, desto mehr wird von Aktien in sichere Anleihen umgeschichtet. Reduziert das Risiko vor der Auszahlung.
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