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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Das Weltportfolio — global diversifiziert, passiv, günstig

Ein einziger ETF oder drei — wie das Weltportfolio funktioniert, warum es so effektiv ist und für wen es die richtige Strategie ist.

Weltportfolio ETF Strategie Altersvorsorge

Das Weltportfolio ist keine mystische Idee — es ist eine simple, evidence-basierte Antwort auf die wichtigste Frage der Altersvorsorge: Wie investiere ich das Geld, das ich jahrzehntelang anspare, so dass es wächst ohne unnötige Risiken? Die Antwort: In die gesamte Weltwirtschaft, über einen ETF, zu minimalen Kosten. Einfacher geht es kaum.

Die Grundidee: Nicht wählen, sondern alles kaufen

Ein Weltportfolio besitzt einen Anteil an allen relevanten börsennotierten Unternehmen der Welt — in Proportion zu ihrer Marktkapitalisierung oder zum Bruttoinlandsprodukt ihres Landes. Die Grundidee stammt aus der Kapitalmarktforschung: Der Markt ist informationseffizient. Einzelne Aktien oder Regionen systematisch besser vorherzusagen ist langfristig nicht möglich — zumindest nicht für Privatanleger ohne Research-Apparate.

Wer die gesamte Weltwirtschaft kauft, beteiligt sich automatisch an jedem Aufwärtstrend. China wächst? Teil des Portfolios. USA boomt? Teil des Portfolios. Europa erholt sich? Teil des Portfolios. Niemand muss raten welche Region als nächstes gewinnt.

Die drei Weltportfolio-Varianten

VarianteETFsAufteilungVorteilNachteil
Ein-ETF1 ETF (FTSE All-World / MSCI ACWI)Global nach MarktkapitalisierungMaximal einfach, kein Rebalancing70% USA-Gewicht
Zwei-ETF (70/30)MSCI World + Emerging Markets70% Industrieländer + 30% SchwellenländerHöherer EM-Anteil als MarktgewichtRebalancing nötig
Drie-ETF (Kommer)World + EM + Small Capje nach PräferenzBIP-Gewichtung möglich, Small-Cap-FaktorKomplexer, mehr Rebalancing

Der Ein-ETF-Ansatz: Für die meisten die beste Lösung

Für Einsteiger und für alle die maximale Einfachheit wollen, ist ein einzelner ETF auf den FTSE All-World (Vanguard IE00B3RBWM25) oder MSCI ACWI (iShares IE00B6R52259) die beste Wahl. Beide decken über 3.500 Aktien aus Industrie- und Schwellenländern ab. Ein einziger Kauf pro Monat, kein Rebalancing, automatisch global diversifiziert.

Der Haken: Der MSCI ACWI und FTSE All-World sind zu ca. 60-65% USA-lastig, weil US-Unternehmen die höchste Marktkapitalisierung haben. Apple, Microsoft, NVIDIA, Alphabet, Amazon — die fünf größten Positionen sind alle amerikanisch. Das ist kein Fehler, aber ein Risiko das man kennen sollte.

BIP-Gewichtung: Das Gerd-Kommer-Modell

Gerd Kommer, Autor des Buches "Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs", empfiehlt eine BIP-Gewichtung (Bruttoinlandsprodukt) statt der reinen Marktkapitalisierungsgewichtung. Die Idee: Das Gewicht einer Region sollte ihrem Anteil an der globalen Wirtschaftsleistung entsprechen — nicht dem aktuellen Börsenwert.

Ergebnis: In einem BIP-gewichteten Portfolio ist der USA-Anteil nur ca. 20-25% (statt 65%), Europa und Asien sind stärker gewichtet. Ob das langfristig besser ist, ist wissenschaftlich umstritten — die letzten 15 Jahre hat die Marktgewichtung gewonnen, weil US-Tech so stark war.

RegionMarktkapitalisierungBIP-Anteil
USAca. 65%ca. 25%
Europaca. 15%ca. 17%
Chinaca. 3%ca. 17%
Japanca. 6%ca. 4%
Rest Schwellenländerca. 11%ca. 37%

Das klassische 70/30-Portfolio

Der Klassiker unter deutschen Privatanlegern: 70% MSCI World + 30% MSCI Emerging Markets. Das Verhältnis ist historisch gewachsen und wurde nie wissenschaftlich exakt begründet — aber es funktioniert gut als Faustformel für mehr Schwellenländer-Gewicht als bei reiner Marktkapitalisierung.

Konkrete ETF-Kombination:

  • 70%: iShares Core MSCI World (IE00B4L5Y983) — TER 0,20%
  • 30%: iShares Core MSCI Emerging Markets (IE00BKM4GZ66) — TER 0,18%

Einmal jährlich rebalancieren (Sparplan-Umleitung oder Verkauf/Kauf) um das 70/30-Verhältnis wiederherzustellen. Das ist der einzige Aufwand.

Wie hat das Weltportfolio abgeschnitten?

Langfristig hat ein global diversifiziertes ETF-Portfolio auf Basis des MSCI World oder FTSE All-World etwa 7-8% pro Jahr gebracht (vor Steuern und Inflation). Das sind historische Daten — keine Garantie. Aber die Ausgangslage ist: Kein aktiver Fonds hat den Weltindex über 20 Jahre konsistent geschlagen, nachdem man Kosten und Steuern berücksichtigt.

Für wen ist das Weltportfolio geeignet?

Das Weltportfolio ist für fast jeden Langzeit-Anleger geeignet der:

  • Mindestens 10-15 Jahre bis zur Entnahme hat
  • Kursrückgänge von 30-50% emotional verkraften kann
  • Kein Fachwissen über Einzelaktien hat (oder braucht)
  • Kosten minimieren will

Es ist nicht geeignet für kurzfristige Anlage (unter 5 Jahre) oder für Menschen die regelmäßige Ausschüttungen für den laufenden Lebensunterhalt brauchen.

Fazit: Einfachheit ist ein Vorteil, kein Nachteil

Das Weltportfolio klingt zu simpel um wahr zu sein. Genau das macht es so stark. Ein ETF auf den FTSE All-World im Altersvorsorgedepot, monatlicher Sparplan, fertig. Keine Analyse, kein Market-Timing, kein aktiver Fonds mit teuren Managern. Die Frage ist nicht ob das Weltportfolio "gut genug" ist — sie lautet ob irgendetwas anderes nachweislich besser ist. Die Antwort: nein.

Häufige Fragen

Welche ETFs eignen sich für das Altersvorsorgedepot?

Empfohlen: Breit diversifizierte ETFs auf MSCI World (1.500 Unternehmen), FTSE All-World (3.000+ Unternehmen) oder MSCI ACWI. TER unter 0,30%, UCITS-konform, thesaurierend für maximalen Zinseszins. Kostengünstigste Option: Amundi MSCI World ab TER 0,07%.

Wie viel sollte ich monatlich einzahlen?

Für die volle Grundzulage (540 EUR/Jahr): mind. 150 EUR/Monat einzahlen. Steuerlicher Sonderausgabenabzug bis 1.800 EUR/Jahr = max. 250 EUR/Monat. Mit Kinderzulage: entsprechend höher. Auch 50 EUR/Monat sind besser als nichts.

Was ist der Zinseszins-Effekt?

Renditen werden wieder angelegt und erzielen selbst Renditen. Beispiel: 150 EUR/Monat, 7% p.a. über 35 Jahre = ca. 207.000 EUR. Davon eingezahlt: nur 63.000 EUR. Der Zinseszins macht den Großteil aus. Je früher starten, desto größer der Effekt.

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