Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Broker = Vermittler zwischen Anleger und Boerse
- Neobroker Guenstigste Option, App-basiert, 0–1 EUR pro Order
- Direktbank Gutes Mittelfeld, Depot + Girokonto, 3–10 EUR pro Order
- Filialbank Persoenliche Beratung, teuerste Option, 10–25 EUR pro Order
- Altersvorsorgedepot-Anbieter Stehen noch nicht alle fest (ab 2026/2027)
Was macht ein Broker?
Du kannst nicht einfach selbst an der Boerse handeln. Du brauchst einen Broker (auch: Depotbank, Wertpapierdienstleister), der von der BaFin zugelassen ist und deine Kauf- und Verkaufsauftraege an die Boerse weiterleitet. Der Broker fuehrt auch dein Depot, in dem deine ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →-Anteile und Aktien verwahrt werden.
In Deutschland gibt es drei grosse Kategorien von Brokern — und die Unterschiede bei Kosten und Service sind erheblich.
Die drei Broker-Typen im Vergleich
Neobroker — guenstig und digital
Neobroker wie Trade Republic, Scalable Capital oder Finanzen.net Zero haben den deutschen Markt seit etwa 2019 aufgemischt. Laut dem Deutschen Aktieninstitut ist die Zahl der Aktionaere seitdem deutlich gestiegen — auch dank dieser guenstigen Anbieter. Ihr Geschaeftsmodell: Minimale Kosten fuer den Anleger, dafuer eingeschraenkter Service und oft nur ein einziger Handelsplatz.
Vorteile: Keine Depotgebuehren, 0–1 EUR pro Order, kostenlose ETF-Sparplaene, intuitive Apps.
Nachteile: Meist nur ein Handelsplatz (gettex oder Tradegate), eingeschraenkte Wertpapierauswahl, kein Telefon-Support, keine Filialen.
Direktbanken — der Allrounder
ING, comdirect, DKB und Consorsbank bieten Depot und Girokonto aus einer Hand. Die Orderkosten sind hoeher als bei Neobrokern, dafuer gibt es mehr Handelsplaetze, besseren Service und oft auch Beratungsangebote.
Vorteile: Breite Produktpalette, mehrere Handelsplaetze, Telefon-Support, haeufig guter ETF-Sparplan-Bereich.
Nachteile: Orderkosten 3–10 EUR, manche ETF-Sparplaene kostenpflichtig.
Filialbanken — persoenlich, aber teuer
Sparkassen, Volksbanken und die Deutsche Bank bieten Depots mit persoenlicher Beratung in der Filiale. Das ist komfortabel, kostet aber deutlich mehr.
Vorteile: Persoenliche Beratung, vertrauter Ansprechpartner, breites Serviceangebot.
Nachteile: Hohe Depot- und Ordergebuehren, Berater verkaufen oft eigene (teure) Fondsprodukte statt guenstige ETFs.
| Merkmal | Neobroker | Direktbank | Filialbank |
|---|---|---|---|
| Depotgebuehr | 0 EUR | 0 EUR (meist) | 15–50 EUR/Jahr |
| Orderkosten | 0–1 EUR | 3–10 EUR | 10–25 EUR |
| ETF-Sparplaene | Kostenlos, grosse Auswahl | Teils kostenlos, teils gebuehrenpflichtig | Oft eingeschraenkt, teuer |
| Handelsplaetze | 1 (gettex oder Tradegate) | 5–10+ | Alle grossen |
| Beratung | Keine | Telefon/Chat | Persoenlich in Filiale |
| App-Qualitaet | Sehr gut | Gut | Oft maessig |
Wie verdienen Neobroker Geld bei 0 EUR Ordergebuehr?
Neobroker erhalten sogenannte Rueckverguetungen (Payment for Order Flow, PFOF) von Market Makern. Einen unabhaengigen Broker-Vergleich findest du bei finanzen.net. Wenn du eine Order aufgibst, leitet der Neobroker sie an einen Market Maker weiter (z. B. Baader Bank bei gettex). Dieser zahlt dem Broker eine kleine Verguetung pro Trade.
Gut zu wissen: Die EU hat PFOF ab 2026 verboten. Neobroker werden ihre Geschaeftsmodelle anpassen — vermutlich durch kleine Ordergebuehren oder Premium-Abos. Die Grundidee des guenstigen Handels bleibt aber bestehen.
Welcher Broker fuer welchen Anlegertyp?
Sparplan-Anleger (Altersvorsorge): Neobroker oder Direktbank. Die niedrigen Kosten und kostenlosen Sparplaene sind ideal fuer langfristiges, regelmaessiges Investieren.
Aktive Trader: Direktbank mit mehreren Handelsplaetzen. Die breitere Auswahl und bessere Ordermoeglichkeiten rechtfertigen die hoeheren Kosten.
Aeltere Anleger mit Beratungswunsch: Filialbank — aber Achtung: Lass dir keine teuren Fonds verkaufen, wenn ein guenstiger ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren → das Gleiche leistet.
Warum ist das fuer dein Altersvorsorgedepot relevant?
Das Altersvorsorgedepot wirst du bei einem zugelassenen Anbieter eroeffnen — das koennen Neobroker, Direktbanken, Fondsgesellschaften oder Versicherungen sein. Der Gesetzgeber deckelt die Gebuehren, damit die Kosten nicht die Rendite auffressen.
Trotzdem wird es Unterschiede geben: in der ETF-Auswahl, der App-Qualitaet, dem Service und eventuell in Zusatzkosten. Pruefe bei der Anbieterwahl:
1. Welche ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →s stehen zur Verfuegung? (Mindestens ein breiter MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
Mehr erfahren →-ETF sollte dabei sein.)
2. Wie hoch sind die Gesamtkosten? (TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
Mehr erfahren → des ETF + Depotgebuehren + Sparplan-Kosten)
3. Wie einfach ist die Bedienung? (App, Online-Banking, DauerzulagenantragWas ist Dauerzulagenantrag?Einmalige Vollmacht an den Depotanbieter, jedes Jahr automatisch die staatlichen Zulagen beim Bundeszentralamt für Steuern zu beantragen. Einmal Häkchen setzen — fertig.
Mehr erfahren →)
Vorsicht bei Bankberatung: Filialberater verdienen Provisionen an den Produkten, die sie verkaufen. Ein teurer aktiv gemanagter Fonds bringt dem Berater mehr als ein guenstiger ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →. Informiere dich vorher selbst — zum Beispiel hier auf aktienrenterechner.de — und lass dir nichts aufschwatzen.
Erfahrungsbericht: Der typische Weg zum ersten Depot
Ein typischer Ablauf in der Praxis: Lisa, 28, moechte fuer ihre Altersvorsorge investieren. Sie laedt sich die App von Trade Republic herunter, identifiziert sich per Video-Ident (Dauer: 5 Minuten), eroeffnet ihr Depot und richtet noch am selben Abend einen Sparplan ueber 150 EUR monatlich in einen MSCI-World-ETF ein. Gesamtkosten: 0 EUR Depotgebuehr, 0 EUR Ordergebuehr, 0,20 % TER im ETF. Zum Vergleich: Ihre Eltern zahlen bei der Sparkasse 36 EUR Depotgebuehr pro Jahr, 10 EUR pro Sparplanausfuehrung und halten einen aktiv gemanagten Fonds mit 1,5 % TER. Nach 30 Jahren wird Lisa — bei gleicher Einzahlung und gleicher Marktrendite — rund 35.000 EUR mehr im Depot haben als ihre Eltern. Allein durch die niedrigeren Kosten.
Wusstest du? Trade Republic wurde 2019 der erste Neobroker in Deutschland mit BaFin-Lizenz. Seitdem hat sich die Zahl der Depots bei Neobrokern vervielfacht. Ende 2024 verwaltet Trade Republic ueber 4 Millionen Kundendepots — ein Zeichen dafuer, dass guenstiges Investieren in der Breite angekommen ist.
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