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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Versorgungswerk plus Altersvorsorgedepot — doppelte Absicherung

Key-Facts: Versorgungswerk + Depot

  • Versorgungswerke in Deutschland ca. 90
  • Mitglieder insgesamt ca. 1 Mio.
  • Durchschnittliche VW-Rente ca. 2.000-3.000 EUR
  • Max. GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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    Depot 540 EUR/Jahr
  • Depot als Ergänzung Ja, voll förderfähig

Was ist ein berufsständisches Versorgungswerk?

Berufsständische Versorgungswerke sind die Pflicht-Altersvorsorge für bestimmte Freiberufler. Wer als Arzt, Zahnarzt, Anwalt, Notar, Architekt, Ingenieur, Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater in einer Kammer Mitglied ist, zahlt in das zugehörige Versorgungswerk statt in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Der Beitrag orientiert sich am Einkommen — ähnlich wie der Rentenversicherungsbeitrag.

Die Versorgungswerke investieren die Beiträge und zahlen im Alter eine lebenslange Rente. Die Renditen sind in der Regel besser als bei der gesetzlichen Rente, weil die Werke am Kapitalmarkt anlegen. Trotzdem gibt es eine Lücke: Die meisten Versorgungswerke bieten keine volle Absicherung auf dem Niveau, das ein Freiberufler mit hohem Einkommen im Alter braucht.

Warum das Versorgungswerk allein nicht reicht

Aspekt Versorgungswerk Altersvorsorgedepot Kombination
Rendite-Erwartung ca. 3-4 % p.a. ca. 5-7 % p.a. (ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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)
Gemischt, höher
Flexibilität Gering (Pflichtbeiträge) Hoch (variable Sparrate) Basis + flexibler Aufbau
Transparenz Mittel (Anlageentscheidungen intern) Hoch (ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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-Auswahl selbst)
Volle Kontrolle über Depot
Vererbbarkeit Eingeschränkt (Witwen-/Waisenrente) Ja (mit Einschränkungen) Bessere Gesamtvererbbarkeit
Pfändungsschutz Ja Ja Doppelt geschützt

Wer profitiert besonders von der Kombination?

Grundsätzlich alle Versorgungswerk-Mitglieder, aber besonders:

  • Ärzte mit eigener Praxis: Hohes Einkommen, aber auch hohe Praxiskosten. Das Depot ergänzt die VW-Rente flexibel.
  • Anwälte in eigener Kanzlei: Schwankendes Einkommen je nach Mandatslage — flexible Depot-Beiträge passen perfekt.
  • Architekten und Ingenieure: Projektbasiertes Arbeiten mit Einkommensspitzen — in guten Jahren mehr ins Depot einzahlen.
  • Steuerberater und Wirtschaftsprüfer: Oft als GmbH-Geschäftsführer tätig — Depot + VW + Pensionszusage kombinieren.

So kombinierst du Versorgungswerk und Depot optimal

Schritt 1: Prüfe deine Versorgungswerk-Prognose. Was bekommst du voraussichtlich an Rente? Reicht das für deinen gewünschten Lebensstandard?

Schritt 2: Berechne die Lücke. Wenn du z. B. 4.000 EUR/Monat im Alter brauchst und das VW 2.500 EUR liefert, fehlen 1.500 EUR. Diese Lücke schließt du mit dem Altersvorsorgedepot.

Schritt 3: Nutze den SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
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und die GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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. Die GünstigerprüfungWas ist Günstigerprüfung?Das Finanzamt prüft automatisch, ob die Zulagen oder der Sonderausgabenabzug für dich vorteilhafter ist. Du bekommst immer das bessere Ergebnis.
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entscheidet automatisch, was für dich besser ist. Bei hohem GrenzsteuersatzWas ist Grenzsteuersatz?Der Steuersatz, der auf den letzten verdienten Euro anfällt. Liegt je nach Einkommen zwischen 14% und 45%. Entscheidend für die Berechnung der Steuerersparnis.
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(typisch für Freiberufler) lohnt sich der Sonderausgabenabzug fast immer.

Schritt 4: Investiere im Depot in breit gestreute ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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s wie den MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
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. Die TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
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liegt bei unter 0,3 % — deutlich günstiger als die internen Kosten vieler Versorgungswerke.

Steuervorteil: Die Beiträge zum Versorgungswerk sind bereits als SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
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absetzbar (wie Rürup/Basisrente). Das Altersvorsorgedepot bietet einen zusätzlichen Sonderausgabenabzug — du nutzt also beide Töpfe. Bei der Nachgelagerte BesteuerungWas ist Nachgelagerte Besteuerung?Steuerprinzip bei der Altersvorsorge: In der Ansparphase steuerfrei, erst bei der Auszahlung im Ruhestand wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.
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in der Auszahlungsphase liegt dein EinkommensteuersatzWas ist Einkommensteuersatz?Der persönliche Steuersatz auf dein Einkommen. Steigt progressiv von 14% bis 45%. Im Ruhestand typischerweise 15-30%, da das Einkommen niedriger ist als im Berufsleben.
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meist deutlich niedriger als im Berufsleben.

Was ist mit Rürup als dritter Säule?

Grundsätzlich kannst du auch eine Rürup-Rente abschließen. Allerdings ist der Sonderausgabenabzug für VW-Beiträge und Rürup auf denselben Topf begrenzt (§ 10 Abs. 3 EStG). Du musst also prüfen, ob nach Abzug der VW-Beiträge noch Spielraum für Rürup bleibt. Das Altersvorsorgedepot hat einen eigenen Förderrahmen — deshalb ist es als Ergänzung zum VW ideal.

Für Freiberuflerinnen ist die Kombination besonders wertvoll: Die KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
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im Altersvorsorgedepot (bis zu 300 EUR pro Kind) kommt zum VW-Beitrag noch obendrauf. Und der Insolvenzschutz gilt für beide Bausteine.

Vorteile

  • Versorgungswerk als solide Basis, Depot als flexibler Aufbau
  • Eigener Förderrahmen — kein Wettbewerb mit VW-Beiträgen
  • ETF-basiert mit niedrigen Kosten (TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
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    )
  • Doppelter Pfändungsschutz (VW + Depot)
  • Zusätzliche GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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    und ggf. Kinderzulage

Nachteile / Risiken

  • VW-Beiträge sind Pflicht — kein Spielraum zur Reduzierung
  • Depot-Beiträge kommen on top zum ohnehin hohen VW-Beitrag
  • FörderschädlichWas ist Förderschädlich?Wenn du das Geld vor dem Rentenalter entnimmst, musst du alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Die Kursgewinne darfst du behalten.
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    e Entnahme kostet Zulagen zurück
  • Marktrisiko bei ETF-Anlage (VW ist konservativer)
  • Steuerliche Wechselwirkungen komplex

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Berechne, wie viel das Altersvorsorgedepot zusätzlich zum Versorgungswerk bringt.

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Häufige Fragen

Was ist ein berufsständisches Versorgungswerk und für wen gilt es?

Berufsständische Versorgungswerke (BV) sind Pflichtversorgungssysteme für bestimmte akademische Freiberufler: Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Apotheker, Architekten und Ingenieure. Wer einer Berufskammer mit eigenem Versorgungswerk angehört, wird automatisch Pflichtmitglied und kann sich von der GRV befreien lassen. Die Beiträge entsprechen ca. dem GRV-Beitragssatz (18,6 % des Einkommens bis zur Beitragsbemessungsgrenze). Im Gegensatz zur GRV sind Versorgungswerke kapitalisiert - sie legen die Beiträge an der Kapitalmärkten an und erzielen historisch 4-5 % p.a. Rendite. Aktuell: 91 Versorgungswerke in Deutschland mit ca. 1 Million Mitgliedern und über 260 Mrd. EUR Kapitalstock.

Warum lohnt sich ein zusätzliches Depot trotz Versorgungswerk?

Versorgungswerke bieten eine solide Basisabsicherung, haben aber strukturelle Nachteile: (1) Illiquidität - Kapital ist bis zum Rentenalter gebunden, kein Zugriff in Notfällen. (2) Konzentration - das gesamte Altersvorsorgekapital liegt in einem einzigen Topf. Bei BV-Insolvenzen (selten, aber nicht ausgeschlossen) wäre der Schutz begrenzt. (3) Rendite 4-5 % vs. ETF 7 % p.a. historisch - über 30 Jahre macht dieser Renditeunterschied bei 500 EUR/Monat ca. 200.000 EUR Unterschied aus. (4) Keine Erbschaft - bei Tod in der Ansparphase gehen Versorgungswerk-Anwartschaften oft verloren (je nach Satzung). ETF-Depot ist vollständig vererbbar. AVD als Ergänzung ab 2027: 540 EUR/Jahr Zulage auch für Versorgungswerk-Mitglieder verfügbar.

Wie koordiniert man Versorgungswerk-Beiträge und ETF-Depot für optimale Altersvorsorge?

Empfohlene Strategie für Versorgungswerk-Pflichtmitglieder: Schicht 1 (Basis) = Versorgungswerk-Pflichtbeitrag weiterzahlen - der ist ohnehin obligatorisch. Schicht 2 = AVD ab 01.01.2027 eröffnen und mit 150 EUR/Monat besparen (Grundzulage 540 EUR/Jahr mitnehmen). Schicht 3 = Freies ETF-Depot mit dem verbleibenden Vorsorgebudget. Rürup prüfen: Für Freiberufler mit hohem Grenzsteuersatz (über 35 %) kann eine Rürup-Rentenversicherung zusätzlich Sinn machen, um Steuern zu sparen - aber nur wenn das Verrentungsprinzip (keine Kapitalauszahlung) akzeptiert wird. Faustformel: Gesamtes Vorsorgebudget = Versorgungswerk-Pflichtbeitrag + 10-15 % Nettoeinkommen für ETF/AVD. Dieser Mix schützt gegen Systemkonzentrations-Risiko.

Was ist das Altersvorsorgedepot (AVD)?

für die private Altersvorsorge. Einzahlungen werden mit Grundzulage (540 EUR/Jahr), Kinderzulage (300 EUR/Kind) und Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) gefördert. In der Ansparphase keine Abgeltungsteuer - Kapital arbeitet ungestört bis zur Rente.

Wie hoch ist die staatliche Förderung beim Altersvorsorgedepot?

Grundzulage: 540 EUR/Jahr. Kinderzulage: 300 EUR/Kind/Jahr. Berufseinsteigerbonus: 200 EUR (einmalig, unter 25 Jahren). Sonderausgabenabzug: bis 1.800 EUR/Jahr. Bei 35% Steuersatz und maximaler Einzahlung: Gesamtförderung über 1.350 EUR/Jahr möglich.

Wie eröffne ich ein Altersvorsorgedepot?

Anbieter wählen (Neobroker, Direktbank oder Filialbank), online Depot eröffnen (Video-Ident), ETF-Sparplan einrichten, Zulagenantrag automatisch durch Anbieter. Erste Einzahlung ab 1 EUR möglich. Förderung ab Eröffnung im selben Kalenderjahr anrechenbar.

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