Das Wichtigste in Kuerze
- Gilt vollstaendig ab Jahrgang 1964 und spaeter
- Voraussetzung Mindestens 5 Jahre Wartezeit (Beitragszeit)
- Uebergangsphase Jahrgaenge 1947-1963: schrittweise Anhebung von 65 auf 67
- Fruehrente moeglich Ab 63 (mit Abschlaegen) oder 65 (45 Beitragsjahre)
- Laenger arbeiten +6 % Zuschlag pro Jahr ueber 67
Warum Rente mit 67?
Die Anhebung der Regelaltersgrenze von 65 auf 67 wurde 2007 beschlossen und seit 2012 schrittweise umgesetzt. Der Grund ist simpel: Die Lebenserwartung steigt, die Anzahl der Beitragszahler sinkt. Die gesetzliche Rentenversicherung muss laengere Rentenbezugszeiten finanzieren — und das geht nur, wenn die Menschen auch laenger arbeiten.
1960 lag die durchschnittliche Rentenbezugsdauer bei 10 Jahren. Heute sind es ueber 20 Jahre. Ohne die Anhebung waere das System nicht mehr finanzierbar gewesen.
Jahrgangs-Tabelle: Wann ist deine Regelaltersgrenze?
| Geburtsjahrgang | Regelaltersgrenze | Fruehestmoeglicher Beginn (mit Abschlag) |
|---|---|---|
| 1958 | 66 Jahre | 63 Jahre |
| 1959 | 66 Jahre + 2 Monate | 63 Jahre |
| 1960 | 66 Jahre + 4 Monate | 63 Jahre |
| 1961 | 66 Jahre + 6 Monate | 63 Jahre |
| 1962 | 66 Jahre + 8 Monate | 63 Jahre |
| 1963 | 66 Jahre + 10 Monate | 63 Jahre |
| 1964 | 67 Jahre | 63 Jahre |
| 1970 | 67 Jahre | 63 Jahre |
| 1980 | 67 Jahre | 63 Jahre |
| 1990 | 67 Jahre | 63 Jahre |
| 2000 | 67 Jahre | 63 Jahre |
Welche Voraussetzungen gelten fuer Rente mit 67?
Um ueberhaupt Anspruch auf die regulaere Altersrente zu haben, brauchst du:
- 5 Jahre Wartezeit — Mindestens 5 Jahre mit Beitraegen zur Rentenversicherung (Pflichtbeitraege, freiwillige Beitraege oder Kindererziehungszeiten).
- Erreichen der Regelaltersgrenze — 67 Jahre fuer Jahrgang 1964 und spaeter.
- Antragstellung — Rente gibt es nur auf Antrag. Am besten 3-6 Monate vor dem gewuenschten Rentenbeginn bei der Deutschen Rentenversicherung beantragen.
Was passiert, wenn du laenger arbeitest?
Wer ueber 67 hinaus arbeitet, profitiert doppelt: Du sammelst weitere Rentenpunkte und bekommst einen Zuschlag von 0,5 % pro Monat (6 % pro Jahr). Ein Jahr laenger arbeiten bedeutet also rund 6 % mehr Rente — lebenslang.
| Renteneintritt | Zuschlag | Bei 1.600 EUR Bruttorente |
|---|---|---|
| 67 (regulaer) | 0 % | 1.600 EUR |
| 68 | +6 % | 1.696 EUR + zusaetzliche EP |
| 69 | +12 % | 1.792 EUR + zusaetzliche EP |
| 70 | +18 % | 1.888 EUR + zusaetzliche EP |
Rente mit 67 — und trotzdem zu wenig?
Das Problem: Selbst wer brav bis 67 arbeitet und 45 Entgeltpunkte sammelt, bekommt bei einem aktuellen Rentenwert von 39,32 EUR nur rund 1.769 EUR brutto. Nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherung bleiben etwa 1.573 EUR netto. Davon muessen Miete, Lebensmittel, Medikamente und alles andere bezahlt werden.
Die Realitaet: Die meisten Menschen erreichen keine 45 Punkte. Teilzeit, Kindererziehung, Arbeitslosigkeit, Studium oder Selbstaendigkeit druecken die Punktzahl. Die durchschnittliche Altersrente lag 2025 bei rund 1.200 EUR netto. Fuer viele bedeutet das: Grundsicherung oder Altersarmut.
Was bedeutet das fuer dein Altersvorsorgedepot?
Die Rente mit 67 gibt dir eine lange Ansparphase: Wer mit 25 anfaengt zu sparen, hat 42 Jahre Zeit. Wer mit 30 startet, immer noch 37 Jahre. In dieser Zeit kann der Zinseszinseffekt im Altersvorsorgedepot enorm wirken.
Ein Beispiel: 150 EUR monatlich in einen ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren → auf den MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
Mehr erfahren →, gefoerdert mit GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
Mehr erfahren → und SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
Mehr erfahren →, ergibt bei 6 % durchschnittlicher Rendite nach 37 Jahren ueber 250.000 EUR. Dazu kommen die staatlichen Zulagen und Steuervorteile, die den Betrag weiter steigern.
Im Altersvorsorgedepot faellt keine AbgeltungsteuerWas ist Abgeltungsteuer?Pauschale Steuer von 26,375% (inkl. Soli) auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Gilt für normale Depots, NICHT für das Altersvorsorgedepot in der Ansparphase.
Mehr erfahren → in der Ansparphase an. Die Nachgelagerte BesteuerungWas ist Nachgelagerte Besteuerung?Steuerprinzip bei der Altersvorsorge: In der Ansparphase steuerfrei, erst bei der Auszahlung im Ruhestand wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.
Mehr erfahren → bei Auszahlung ist im Ruhestand oft guenstiger, weil dein GrenzsteuersatzWas ist Grenzsteuersatz?Der Steuersatz, der auf den letzten verdienten Euro anfällt. Liegt je nach Einkommen zwischen 14% und 45%. Entscheidend für die Berechnung der Steuerersparnis.
Mehr erfahren → niedriger liegt. So ergaenzt du deine gesetzliche Rente optimal und vermeidest eine Rentenluecke.
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