Das Wichtigste in Kuerze
- Gender Pension Gap ca. 27,5 % — Frauen erhalten im Schnitt 27,5 % weniger eigene Rente als Maenner
- Durchschnittliche Rente Frauen (West) ca. 830 EUR/Monat (Maenner: ca. 1.250 EUR)
- Hauptursache Teilzeit, Kindererziehung, Minijobs, niedrigere Gehaelter
- Muetterrente 2,5-3 Rentenpunkte pro Kind — reicht aber oft nicht aus
- Altersarmut-Risiko Frauen sind doppelt so haeufig von Altersarmut betroffen wie Maenner
Der Gender Pension Gap — Zahlen und Fakten
Der Gender Pension Gap beschreibt den Unterschied zwischen den eigenen Rentenanspruechen von Frauen und Maennern. In Deutschland liegt er bei rund 27,5 % — eine der hoechsten Luecken in Europa. Konkret bedeutet das: Waehrend Maenner in Westdeutschland im Schnitt rund 1.250 EUR gesetzliche Rente beziehen, kommen Frauen nur auf etwa 830 EUR.
Die Luecke hat sich in den letzten Jahrzehnten zwar verkleinert, aber sie bleibt erheblich. Im Osten Deutschlands ist sie kleiner (ca. 12 %), weil Frauen in der DDR haeufiger Vollzeit arbeiteten. In Westdeutschland ist der Gap mit rund 35 % besonders dramatisch.
Ursachen der Rentenluecke bei Frauen
| Ursache | Auswirkung auf die Rente | Betroffene Frauen |
|---|---|---|
| Teilzeitarbeit | Weniger Rentenpunkte pro Jahr (proportional zum Gehalt) | ca. 50 % aller erwerbstaetigen Frauen |
| Kindererziehung | Jahre ohne oder mit reduziertem Einkommen | ca. 70 % der Muetter unterbrechen die Erwerbstaetigkeit |
| Minijobs | Kaum Rentenpunkte (bei Opt-out: gar keine) | ca. 3,5 Mio. Frauen in Minijobs |
| Gender Pay Gap | Niedrigeres Gehalt = weniger Rentenpunkte | Frauen verdienen im Schnitt 18 % weniger (Quelle: Statistisches Bundesamt) |
| Pflege von Angehoerigen | Berufspausen oder Teilzeit | ca. 75 % der pflegenden Angehoerigen sind Frauen |
Die Ursachen haengen zusammen: Nach der Geburt eines Kindes wechseln viele Frauen in Teilzeit und bleiben dort oft dauerhaft. Ein Minijob bringt zwar kurzfristig Flexibilitaet, zerstoert aber langfristig die Rentenansprueche. Die Muetterrente federt das nur teilweise ab — 2,5 bis 3 Rentenpunkte pro Kind ersetzen nicht 10-15 Jahre reduzierter Arbeitszeit.
Was hilft: Muetterrente und Versorgungsausgleich
Die Muetterrente bringt fuer jedes Kind 2,5 bis 3 Rentenpunkte — das sind rund 98 bis 118 EUR mehr Rente pro Monat und Kind. Fuer zwei Kinder also bis zu 236 EUR. Das ist besser als nichts, schliesst die Luecke aber nicht.
Im Fall einer Scheidung schuetzt der Versorgungsausgleich: Die waehrend der Ehe erworbenen Rentenansprueche werden haelftig geteilt. Das hilft vor allem Frauen, die waehrend der Ehe weniger gearbeitet haben. Aber es schuetzt nur verheiratete Frauen — und nur fuer die Ehezeit.
Das Altersvorsorgedepot als Loesung
Fuer Frauen ist das Altersvorsorgedepot besonders wertvoll. Gruende:
Erstens: Die KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
Mehr erfahren → von bis zu 300 EUR pro Kind und Jahr foerdert gezielt Familien. Eine Mutter mit zwei Kindern erhaelt bis zu 600 EUR jaehrlich — on top zur GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
Mehr erfahren →. Zweitens: Der SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
Mehr erfahren → lohnt sich auch bei niedrigerem Einkommen, da die GünstigerprüfungWas ist Günstigerprüfung?Das Finanzamt prüft automatisch, ob die Zulagen oder der Sonderausgabenabzug für dich vorteilhafter ist. Du bekommst immer das bessere Ergebnis.
Mehr erfahren → automatisch die bessere Option waehlt. Drittens: Die Nachgelagerte BesteuerungWas ist Nachgelagerte Besteuerung?Steuerprinzip bei der Altersvorsorge: In der Ansparphase steuerfrei, erst bei der Auszahlung im Ruhestand wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.
Mehr erfahren → ist im Alter oft guenstiger, weil der GrenzsteuersatzWas ist Grenzsteuersatz?Der Steuersatz, der auf den letzten verdienten Euro anfällt. Liegt je nach Einkommen zwischen 14% und 45%. Entscheidend für die Berechnung der Steuerersparnis.
Mehr erfahren → bei niedrigerer Rente geringer ausfaellt.
Ein ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →-basiertes Depot mit breiter Streuung (z.B. MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
Mehr erfahren →) kann ueber 30 Jahre hinweg ein sechsstelliges Vermoegen aufbauen — selbst mit kleinen monatlichen Betraegen. 100 EUR monatlich ueber 30 Jahre bei 7 % Rendite ergeben rund 122.000 EUR. Dazu kommen die staatlichen Zulagen, die den Effekt verstaerken.
Mehr erfahren → hat. Mit der GünstigerprüfungWas ist Günstigerprüfung?Das Finanzamt prüft automatisch, ob die Zulagen oder der Sonderausgabenabzug für dich vorteilhafter ist. Du bekommst immer das bessere Ergebnis.
Mehr erfahren → bekommt ihr automatisch die bessere Variante.
Wie die drei Saeulen der Altersvorsorge zusammenwirken und warum die betriebliche Altersvorsorge eine weitere wichtige Ergaenzung ist, liest du in unseren Ratgebern. Die Rentenluecke berechnen sollte fuer jede Frau Pflicht sein.
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