Das Wichtigste in Kürze
- Rentenniveau ca. 48 % des Durchschnittslohns — Tendenz sinkend nach 2025
- Rentenlücke Im Schnitt 700-1.200 EUR/Monat zwischen Rente und Bedarf
- Riester gescheitert Zu hohe Kosten, zu wenig Rendite — wird 2027 durch Altersvorsorgedepot ersetzt
- Altersvorsorgedepot ETF-basiert, staatlich gefördert, ab 2027 verfügbar
- Förderung Grundzulage bis 540 EUR + Kinderzulage 300 EUR/Kind + Sonderausgabenabzug
- 7-%-Regel MSCI World liefert langfristig ca. 7 % Rendite p.a. — der Zinseszins macht den Rest
Warum die gesetzliche Rente nicht reicht
Die gesetzliche Rente war nie dafür gedacht, den Lebensstandard vollständig zu sichern. Sie sollte immer nur eine Basissicherung sein. Doch viele Deutsche behandeln sie, als wäre sie eine Vollversorgung — und wundern sich dann im Alter über die Lücke.
Die Zahlen sind klar: Laut Deutscher Rentenversicherung erhält ein Standardrentner mit 45 Beitragsjahren und Durchschnittsverdienst rund 1.550 EUR brutto Rente. Nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherung sowie Steuern bleiben etwa 1.300 EUR netto. Wer im Berufsleben 2.500 EUR netto hatte, steht vor einer monatlichen Rentenlücke von über 1.000 EUR.
Und das ist der Idealfall: 45 Jahre Durchschnittsverdienst erreichen die wenigsten. Frauen, Teilzeitkräfte, Menschen mit Arbeitslosigkeitsphasen und Selbständige haben noch weniger. Der demografische Wandel wird das Rentenniveau voraussichtlich weiter senken.
Warum Riester gescheitert ist
Die Riester-RenteWas ist Riester-Rente?Staatlich geförderte Altersvorsorge seit 2002. Gescheitert wegen zu hoher Kosten, Garantiepflicht und niedriger Rendite. Wird ab 2027 durch das Altersvorsorgedepot ersetzt.
Mehr erfahren → sollte die Lücke schließen — und ist grandios gescheitert. Die Gründe:
| Problem Riester | Lösung Altersvorsorgedepot |
|---|---|
| Hohe Kosten (oft 1,5-3 % p.a.) | Max. 1 % TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten. Mehr erfahren →, ETFs ab 0,1 % |
| Garantiepflicht verhindert Aktienanlage | Keine Garantiepflicht — 100 % Aktienquote möglich |
| Komplizierte Produkte, kaum Transparenz | Einfache ETF-Depots, klare Kostenstruktur |
| Niedrige Rendite (oft unter 2 % p.a.) | Marktrendite (MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne. Mehr erfahren → ca. 7 % p.a.) |
| Anbieterwechsel schwierig | Freie Anbieterwahl, einfacher Wechsel |
Das Altersvorsorgedepot — die neue Lösung
Ab 2027 können PflichtversichertWas ist Pflichtversichert?Wer Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung zahlt — die Grundvoraussetzung für die Förderung beim Altersvorsorgedepot.
Mehr erfahren →e das Altersvorsorgedepot eröffnen. Es funktioniert wie ein normales Wertpapierdepot — mit entscheidenden Vorteilen:
Staatliche Förderung: Die GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
Mehr erfahren → bringt bis zu 540 EUR pro Jahr. Pro kindergeldberechtigtem Kind kommt die KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
Mehr erfahren → von bis zu 300 EUR hinzu. Zusätzlich kannst du Beiträge bis 1.800 EUR als SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
Mehr erfahren → geltend machen. Die GünstigerprüfungWas ist Günstigerprüfung?Das Finanzamt prüft automatisch, ob die Zulagen oder der Sonderausgabenabzug für dich vorteilhafter ist. Du bekommst immer das bessere Ergebnis.
Mehr erfahren → stellt sicher, dass du automatisch die bessere Variante bekommst.
Steuervorteile: In der Ansparphase fällt keine AbgeltungsteuerWas ist Abgeltungsteuer?Pauschale Steuer von 26,375% (inkl. Soli) auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Gilt für normale Depots, NICHT für das Altersvorsorgedepot in der Ansparphase.
Mehr erfahren → an. Keine VorabpauschaleWas ist Vorabpauschale?Jährliche Mini-Steuer auf Fondsgewinne in normalen Depots. Im Altersvorsorgedepot fällt sie NICHT an — ein Vorteil gegenüber dem freien ETF-Depot.
Mehr erfahren →, kein Steuern auf RebalancingWas ist Rebalancing?Regelmäßige Umschichtung der Anlagen, um die ursprüngliche Gewichtung wiederherzustellen. Im Altersvorsorgedepot steuerfrei möglich.
Mehr erfahren →. Erst bei der Auszahlung greift die Nachgelagerte BesteuerungWas ist Nachgelagerte Besteuerung?Steuerprinzip bei der Altersvorsorge: In der Ansparphase steuerfrei, erst bei der Auszahlung im Ruhestand wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.
Mehr erfahren → — und die fällt im Alter bei niedrigerem GrenzsteuersatzWas ist Grenzsteuersatz?Der Steuersatz, der auf den letzten verdienten Euro anfällt. Liegt je nach Einkommen zwischen 14% und 45%. Entscheidend für die Berechnung der Steuerersparnis.
Mehr erfahren → deutlich günstiger aus.
Freie Wahl: Du wählst dein Depot, deine ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →s und deine Sparrate selbst. Kein Versicherungsmantel, keine versteckten Kosten, keine Provisionen. Der DauerzulagenantragWas ist Dauerzulagenantrag?Einmalige Vollmacht an den Depotanbieter, jedes Jahr automatisch die staatlichen Zulagen beim Bundeszentralamt für Steuern zu beantragen. Einmal Häkchen setzen — fertig.
Mehr erfahren → sorgt dafür, dass die Zulagen automatisch fließen.
Rechenbeispiel: Die Kraft des Zinseszinses
Was passiert, wenn du 200 EUR monatlich in ein ETF-Depot investierst — mit 7 % durchschnittlicher Jahresrendite und staatlicher Förderung?
| Laufzeit | Eingezahlt | Depotwert (ca.) | Davon Rendite |
|---|---|---|---|
| 10 Jahre | 24.000 EUR | ca. 35.000 EUR | ca. 11.000 EUR |
| 20 Jahre | 48.000 EUR | ca. 105.000 EUR | ca. 57.000 EUR |
| 30 Jahre | 72.000 EUR | ca. 245.000 EUR | ca. 173.000 EUR |
| 40 Jahre | 96.000 EUR | ca. 525.000 EUR | ca. 429.000 EUR |
Nach 30 Jahren hast du 72.000 EUR eingezahlt und dein Depot ist rund 245.000 EUR wert. Die Rendite hat mehr als das Doppelte deiner Einzahlungen beigetragen. Das ist der Zinseszinseffekt — und er wird umso stärker, je früher du beginnst. Staatliche Zulagen und Steuervorteile kommen noch oben drauf.
Wie du die Besteuerung im Alter optimierst und warum die betriebliche Altersvorsorge eine weitere Ergänzung sein sollte, liest du in unseren Ratgebern. Und wenn du deine Altersarmut vermeiden willst, starte am besten heute.
Weiterführende Ratgeber
Was ist das Altersvorsorgedepot?
Alles zum neuen Riester-Nachfolger ab 2027 — Förderung, Kosten, Ablauf.
Rentenlücke berechnen
So groß ist die Lücke — und so schließt du sie.
Drei Säulen der Altersvorsorge
Gesetzlich, betrieblich, privat — der Gesamtüberblick.
Altersarmut vermeiden
Strategien gegen die Versorgungslücke im Alter.
Kapitaldeckung vs. Umlage
Warum die Kombination beider Systeme am besten funktioniert.
Zukunft der Rente
Was auf das Rentensystem zukommt — Prognosen bis 2040.