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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Rentnerin unterschreibt Dokumente zur Altersvorsorge und Pflegeplanung

Die wichtigsten Zahlen

  • Durchschnittlicher Eigenanteil Pflegeheim ca. 2.900 EUR/Monat
  • Leistung Pflegekasse (Pflegegrad 5, vollstationär) 2.005 EUR/Monat
  • Häufigste Pflegestufe im Heim Pflegegrad 3–4
  • Elternunterhalt: Grenze für Kinder ab 100.000 EUR Jahreseinkommen
  • Pflegebedürftige in Deutschland (2023) ca. 5,0 Millionen

Die Lücke zwischen Pflegekasse und Realität

Viele Menschen gehen davon aus, dass die Pflegeversicherung im Ernstfall einspringt. Das stimmt — aber nur teilweise. Die gesetzliche Pflegeversicherung ist als Teilkaskoversicherung konzipiert. Sie zahlt feste Beträge je nach Pflegegrad, deckt aber nicht die tatsächlichen Heimkosten. Die Differenz trägt man selbst. Und diese Differenz ist erheblich.

Der bundesweite Durchschnitt des sogenannten einrichtungseinheitlichen Eigenanteils (EEE) — also dem Anteil, den Bewohner selbst zahlen — lag Anfang 2025 bei rund 2.900 EUR pro Monat. Dieser Betrag enthält die Pflegeleistungen, nicht aber Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten. Rechnet man alle Positionen zusammen, kommen in vielen Einrichtungen Gesamtkosten von 4.000 bis über 5.000 EUR im Monat zusammen.

Pflegegrade 1–5: Was jeder Grad bedeutet

Seit 2017 gibt es in Deutschland fünf Pflegegrade statt der früheren drei Pflegestufen. Die Einstufung erfolgt durch den Medizinischen Dienst und richtet sich nach dem Grad der Selbständigkeit in sechs Lebensbereichen — von der Mobilität bis zur Alltagskompetenz.

Pflegegrad Beschreibung Leistung vollstationär Pflegegeld ambulant
1 Geringe Beeinträchtigung 125 EUR/Monat kein Pflegegeld
2 Erhebliche Beeinträchtigung 770 EUR/Monat 332 EUR/Monat
3 Schwere Beeinträchtigung 1.262 EUR/Monat 573 EUR/Monat
4 Schwerste Beeinträchtigung 1.775 EUR/Monat 765 EUR/Monat
5 Schwerste Beeinträchtigung mit besonderen Anforderungen 2.005 EUR/Monat 947 EUR/Monat

Quellen und aktuelle Leistungsbeträge: Bundesgesundheitsministerium — Pflegeleistungen im Überblick.

Eigenanteil nach Bundesland: Große Unterschiede

Die Pflegeheimkosten variieren stark zwischen den Bundesländern. Das liegt an unterschiedlichen Tarifen für Pflegepersonal, regionalen Immobilienpreisen und Investitionskosten der Einrichtungen. Ein Heimplatz in Bayern kostet deutlich mehr als in Sachsen.

Bundesland Eigenanteil (EEE, Ø 2025) Gesamtkosten geschätzt
Bayern ca. 3.500 EUR/Monat ca. 5.200 EUR/Monat
Nordrhein-Westfalen ca. 3.100 EUR/Monat ca. 4.900 EUR/Monat
Berlin ca. 3.000 EUR/Monat ca. 4.700 EUR/Monat
Niedersachsen ca. 2.600 EUR/Monat ca. 4.300 EUR/Monat
Sachsen ca. 1.900 EUR/Monat ca. 3.600 EUR/Monat

Die Zahlen sind Näherungswerte aus Verbandsstatistiken. Die tatsächlichen Kosten der jeweiligen Einrichtung können abweichen — und steigen jährlich aufgrund von Tariferhöhungen im Pflegebereich weiter an.

Häusliche Pflege: Günstiger, aber kein Freifahrtschein

Viele Menschen möchten so lange wie möglich zu Hause gepflegt werden — aus gutem Grund. Häusliche Pflege ist emotional besser erträglich und in der Regel günstiger als ein Heimplatz. Doch auch hier fallen Kosten an, die schnell unterschätzt werden.

Wer einen ambulanten Pflegedienst engagiert, zahlt je nach Leistungsumfang 1.500 bis 3.500 EUR monatlich — nach Abzug der Pflegekassenleistungen. Bei intensiver Betreuung, etwa bei Demenz oder schwerster Pflegebedürftigkeit, reicht häusliche Pflege allein oft nicht mehr aus. Dann entsteht ein Mischmodell aus Familie, Pflegedienst und gelegentlicher Kurzzeitpflege.

Pflegeform Monatliche Eigenkosten (ca.) Leistung der Pflegekasse
Pflegegeld (Familie pflegt selbst) 0 EUR direkt 332–947 EUR (Grad 2–5)
Ambulanter Pflegedienst (Grad 3) 800–1.800 EUR bis 1.775 EUR (Sachleistung)
Vollstationäres Pflegeheim (Grad 3, NRW) ca. 3.100 EUR 1.262 EUR
Kurzzeitpflege (vorübergehend) je nach Einrichtung bis 1.774 EUR/Jahr

Kinder haften: Der Elternunterhalt

Wer selbst kein ausreichendes Vermögen hat, um die Pflegekosten zu decken, erhält Sozialhilfe vom Staat. Das Sozialamt übernimmt dann die Differenz — fordert aber unter Umständen Geld von den Kindern zurück. Seit der Reform des Angehörigen-Entlastungsgesetzes (2020) gilt: Kinder müssen erst ab einem Jahreseinkommen von über 100.000 EUR brutto zum Elternunterhalt beitragen.

Unterhalb dieser Grenze bleibt man von direkten Zahlungen an das Sozialamt verschont. Doch Vermögenswerte der pflegebedürftigen Person selbst — also Erspartes, Wertpapiere, Immobilien — werden vorher vollständig herangezogen. Nur ein kleiner Schonbetrag von rund 10.000 EUR bleibt unangetastet.

Wichtig: Das eigene Vermögen wird im Pflegefall fast vollständig aufgezehrt, bevor der Staat einspringt. Wer sein Depot für die Pflege aufbaut, sollte das als explizites Ziel einplanen — getrennt vom Ruhestandsplan.
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Pflegezusatzversicherung: Sinnvoll oder nicht?

Eine private Pflegezusatzversicherung kann die Lücke zwischen Pflegekasse und tatsächlichen Kosten schließen. Staatlich geförderte Pflegezusatzversicherungen (sogenannte "Pflege-Bahr") zahlen ab Pflegegrad 2 mindestens 15 EUR täglich — das entspricht rund 450 EUR im Monat. Das deckt einen kleinen Teil der Lücke.

Umfangreichere private Pflegetagegeldversicherungen können 80–150 EUR täglich und mehr leisten. Allerdings steigen die Beiträge mit zunehmendem Alter stark an. Wer erst mit 60 Jahren beginnt, zahlt ein Vielfaches gegenüber einem Abschluss mit 40. Frühzeitiger Abschluss — idealerweise zwischen 40 und 50 — rechnet sich deutlich besser.

Das Depot als Pflegepuffer

Neben einer Pflegezusatzversicherung ist ein ausreichendes Vermögen im AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
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-Sparplan die zweite wichtige Säule. Wer bis zur Rente ein Depot von 100.000 bis 200.000 EUR aufgebaut hat, kann daraus mehrere Jahre Pflegeheimkosten finanzieren — ohne auf Sozialhilfe angewiesen zu sein und ohne Angehörige zu belasten.

Der Vorteil gegenüber einer reinen Versicherungslösung: Das Kapital steht auch dann zur Verfügung, wenn Pflege nicht benötigt wird — als Ruhestandseinkommen, für Reisen oder als Erbe. Ein ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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Zur Berechnung der eigenen Rentenlücke und des benötigten Kapitalstocks: Rentenlücke berechnen. Für die übergreifende Ruhestandsplanung: Ruhestandsplanung — die komplette Checkliste.

Wie viel Kapital braucht man als Pflegepuffer?

Als grobe Orientierung: Wer für drei Jahre stationäre Pflege vorzusorgen möchte (ein statistisch häufiger Zeitraum für intensive Pflegebedürftigkeit), benötigt bei einem Eigenanteil von 3.000 EUR monatlich rund 108.000 EUR Eigenkapital — nach Abzug der Pflegekassenleistungen. Bei fünf Jahren sind es 180.000 EUR.

Das klingt viel. Aber wer mit 35 Jahren 200 EUR monatlich in einen breit gestreuten MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
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investiert, hat bei einer angenommenen jährlichen Rendite von 6 % nach 30 Jahren rund 200.000 EUR angespart — und dabei gleichzeitig für den Ruhestand vorgesorgt.

Tipp: Pflege- und Ruhestandsvorsorge schließen sich nicht aus. Ein gut aufgebautes Depot kann beide Szenarien abdecken: Im Idealfall bleibt es bis zum Tod erhalten und wird vererbt. Im Pflegefall steht es als Finanzierungsquelle bereit.

Krankenversicherung im Alter im Blick behalten

Pflege ist nicht die einzige Gesundheitslast im Alter. Wer gesetzlich versichert ist, zahlt als Rentner weiter GKV-Beiträge. Wer privatversichert ist, sieht sich im Alter oft mit deutlich steigenden Prämien konfrontiert. Beide Szenarien sollten bei der Vorsorgeplanung mitgedacht werden. Mehr dazu: Krankenversicherung in der Rente.

Und wer wissen möchte, wie viel Rente er insgesamt benötigen wird — auch unter Berücksichtigung möglicher Pflegekosten: Wie viel Rente brauche ich wirklich? Was konkret an monatlichen Kosten für Wohnen, Essen und Gesundheit im Alter anfällt, zeigt Wie viel Geld brauche ich im Alter wirklich? Wer einschätzen möchte, ob die eigene Rente überhaupt zum Leben reicht, findet die Antwort in Reicht meine Rente zum Leben?

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Häufige Fragen

Wie viel kostet ein Pflegeheim pro Monat durchschnittlich?

Der bundesweite Durchschnitt des einrichtungseinheitlichen Eigenanteils (EEE) lag Anfang 2025 bei rund 2.900 EUR pro Monat — das sind die Pflegekosten ohne Unterkunft und Verpflegung. Rechnet man alle Positionen zusammen, kommen in vielen Einrichtungen Gesamtkosten von 4.000 bis über 5.000 EUR monatlich zusammen. Regional gibt es große Unterschiede: Bayern liegt über 5.000 EUR, Sachsen unter 3.600 EUR.

Was zahlt die Pflegeversicherung bei vollstationärer Pflege?

Die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt feste Beträge je nach Pflegegrad: Pflegegrad 2 = 770 EUR, Grad 3 = 1.262 EUR, Grad 4 = 1.775 EUR, Grad 5 = 2.005 EUR monatlich. Diese Beträge decken nur den pflegebedingten Anteil — Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten (zusammen oft 1.500–2.500 EUR/Monat) trägt man vollständig selbst.

Wie schütze ich mein Vermögen vor Pflegeheimkosten?

Einen vollständigen Schutz gibt es nicht — das eigene Vermögen wird im Pflegefall fast vollständig herangezogen, bevor Sozialhilfe greift (Schonbetrag: ca. 10.000 EUR). Die zwei wichtigsten Strategien: 1) Aufbau eines Kapitalstocks von 100.000–200.000 EUR im ETF-Sparplan als Pflegepuffer, 2) private Pflegezusatzversicherung ab spätestens 50 Jahren. Kinder haften erst ab 100.000 EUR Jahreseinkommen (seit 2020).

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