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Nachhaltige ETFs (ESG) — Rendite-Realität und Kompromisse

ESG-ETFs sollen gut fürs Gewissen und fürs Depot sein. Die Realität: manchmal besser, manchmal schlechter als klassische ETFs. Was die Daten zeigen und für wen ESG-ETFs Sinn ergeben.

Nachhaltige ETF ESG Rendite Vergleich klassisch

Nachhaltiges Investieren ist kein Nischen-Trend mehr. ESG-ETFs (Environmental, Social, Governance) verwalten inzwischen Billionen Euro. Wer Altersvorsorge mit gutem Gewissen kombinieren will, fragt sich: Kostet mich ESG Rendite? Die ehrliche Antwort: manchmal ja, manchmal nein — je nach Index und Zeitraum.

Was ESG konkret bedeutet

ESG steht für drei Kriterien:

  • Environmental (Umwelt): CO₂-Emissionen, Ressourcenverbrauch, Klimawandel-Risiken
  • Social (Soziales): Arbeitsbedingungen, Menschenrechte, Lieferketten
  • Governance (Unternehmensführung): Vorstandsvergütung, Korruptionsrisiken, Transparenz

Was ESG-ETFs konkret ausschließen (je nach Anbieter): Rüstung, Tabak, Kohlekraft, Glücksspiel, fossile Brennstoffe. Was sie übergewichten: erneuerbare Energien, Tech-Unternehmen mit guten ESG-Scores, Gesundheit.

Rendite-Vergleich: ESG vs. klassisch

Index5J-Rendite p.a.Vergleichs-IndexDifferenz
MSCI World SRI (5J)ca. 12,5% p.a.MSCI World: ca. 11,8%+0,7% (ESG besser)
MSCI World ESG Leadersca. 11,9%MSCI World: ca. 11,8%+0,1% (kaum Unterschied)
MSCI EM SRIca. 3,1% p.a.MSCI EM: ca. 4,8%-1,7% (ESG schlechter)

Das Fazit aus den Daten: Im MSCI World hat ESG zuletzt oft leicht besser oder gleichauf abgeschnitten — hauptsächlich wegen starker Tech-Übergewichtung (Apple, Microsoft, Nvidia haben hohe ESG-Scores). Bei Schwellenländern hat ESG oft geschadet, weil China-Anteile reduziert wurden.

Kosten: ESG-ETFs sind teurer

TER-Vergleich (2026):

  • iShares Core MSCI World (klassisch): 0,20% TER
  • iShares MSCI World SRI: 0,20% TER (gleich!)
  • Xtrackers MSCI World ESG: 0,20% TER
  • Amundi MSCI World SRI: 0,18% TER

Interessant: Die Kostendifferenz ist heute meist minimal. Früher waren ESG-ETFs deutlich teurer — durch Wettbewerb sind die Kosten gesunken.

Das Konzentrations-Problem bei SRI

Der MSCI World SRI enthält nur ca. 400 Aktien statt 1.600 im klassischen MSCI World. Das reduziert die Diversifikation erheblich. Technologie-Sektor macht im SRI oft 30-40% aus — mehr als im normalen Index. Das hat 2020-2021 gut funktioniert. In einer Tech-Schwäche könnte es schlechter laufen.

Greenwashing-Problem: Was ESG nicht leistet

ESG ist keine Garantie für echte Nachhaltigkeit. Kritikpunkte:

  • Tesla hat zeitweise höheren ESG-Score als Nestlé oder Exxon — wegen Governance-Problemen bei letzteren
  • ESG-Ratings verschiedener Anbieter korrelieren nur ca. 0,5 (sehr unterschiedliche Methoden)
  • Unternehmen können ESG-Scores durch Reporting verbessern ohne nachhaltig zu werden

Für wen ESG-ETFs sinnvoll sind

  • Wer aus ethischen Gründen keine Rüstungs- oder Kohleindustrie finanzieren will — und den leichten Konzentrations-Nachteil akzeptiert
  • Wer glaubt, dass ESG-Unternehmen regulatorisch besser aufgestellt sind (CO₂-Preise, Lieferkettengesetze)
  • Nicht für wen: Wer maximale Diversifikation und historisch höchste Rendite will — dann klassischer MSCI World

Fazit: ESG kostet kaum Rendite — aber auch kaum mehr

Die Rendite-Angst vor ESG-ETFs ist übertrieben. Im Developed Markets-Bereich war ESG zuletzt gleichauf oder leicht besser. Die reduzierte Diversifikation (weniger Titel, Tech-Übergewicht) ist ein echtes Risiko. Wer nachhaltig investieren will, kann das mit einem ESG-ETF tun ohne massiven Rendite-Verzicht. Wer maximale Diversifikation will, wählt den klassischen MSCI World oder FTSE All World. Beide Strategien sind legitim — es kommt auf die persönlichen Prioritäten an.

Häufige Fragen

Welche ETFs eignen sich für das Altersvorsorgedepot?

Empfohlen: Breit diversifizierte ETFs auf MSCI World (1.500 Unternehmen), FTSE All-World (3.000+ Unternehmen) oder MSCI ACWI. TER unter 0,30%, UCITS-konform, thesaurierend für maximalen Zinseszins. Kostengünstigste Option: Amundi MSCI World ab TER 0,07%.

Wie viel sollte ich monatlich einzahlen?

Für die volle Grundzulage (540 EUR/Jahr): mind. 150 EUR/Monat einzahlen. Steuerlicher Sonderausgabenabzug bis 1.800 EUR/Jahr = max. 250 EUR/Monat. Mit Kinderzulage: entsprechend höher. Auch 50 EUR/Monat sind besser als nichts.

Was ist der Zinseszins-Effekt?

Renditen werden wieder angelegt und erzielen selbst Renditen. Beispiel: 150 EUR/Monat, 7% p.a. über 35 Jahre = ca. 207.000 EUR. Davon eingezahlt: nur 63.000 EUR. Der Zinseszins macht den Grossteil aus. Je früher starten, desto größer der Effekt.

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