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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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MSCI World vs. FTSE All-World

Zwei Indizes, eine Entscheidung — welcher passt ins Altersvorsorgedepot?

MSCI World vs FTSE All-World Vergleich

Wer ein ETF-Depot aufbaut, landet früher oder später bei zwei Namen: MSCI World und FTSE All-World. Beide klingen ähnlich, decken aber unterschiedlich viel der Welt ab. Die Wahl zwischen den beiden ist keine Geschmackssache — sie hat reale Auswirkungen auf Streuung, Kosten und langfristige Rendite.

Der entscheidende Unterschied: Schwellenländer

Der MSCI World umfasst rund 1.400 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Klingt viel — ist es aber nicht, wenn man bedenkt, dass er keine einzige Aktie aus Schwellenländern (Emerging Markets) enthält. Kein China, kein Indien, kein Brasilien, kein Südkorea.

Der FTSE All-World dagegen enthält rund 4.000 Unternehmen aus 49 Ländern — inklusive aller großen Schwellenländer. Wer den FTSE All-World kauft, investiert automatisch in Alibaba, Taiwan Semiconductor, Samsung und Tata Consultancy Services.

MerkmalMSCI WorldFTSE All-World
Anzahl Unternehmen~1.400~4.000
Länder23 (nur Industrieländer)49 (inkl. Emerging Markets)
Schwellenländer-Anteil0 %~11 %
USA-Anteil~70 %~63 %
Größte PositionApple ~5 %Apple ~4 %
Typischer TER (günstigste ETFs)0,12 % p.a.0,22 % p.a.

Das USA-Problem: 70 % in einem Land

Beide Indizes sind stark auf die USA konzentriert — beim MSCI World sind es rund 70 Prozent, beim FTSE All-World etwas weniger durch den Schwellenländer-Puffer. Das bedeutet: Läuft der S&P 500 schlecht, läuft auch dein "Welt-ETF" schlecht. Das war in der Finanzkrise 2008 genauso wie im Corona-Crash 2020.

Das ist kein Fehler, sondern Absicht: Die USA haben die größten und wertvollsten Unternehmen der Welt. Apple, Microsoft, NVIDIA, Amazon, Alphabet — alles US-Konzerne. Wer das Weltmarktportfolio abbilden will, kommt an einem hohen USA-Anteil nicht vorbei.

Die Gegenfrage lautet: Ist das riskant? Historisch gesehen hat der S&P 500 über 30 Jahre eine der besten Renditen aller nationalen Märkte geliefert. Wer die USA untergewichtet hätte, hätte schlechter abgeschnitten. Trotzdem: 100 % USA wäre konzentrationsrisiko — 70 % ist bereits Diversifikation, nur eben mit starker US-Übergewichtung.

Performance-Vergleich: Wer hat mehr gebracht?

Über die letzten 10 Jahre hat der MSCI World minimal besser abgeschnitten als der FTSE All-World — hauptsächlich weil die Schwellenländer in diesem Zeitraum schwach liefen. China war lange ein Belastungsfaktor, Indien hat sich gut entwickelt, aber insgesamt konnten Emerging Markets die starken US-Aktien nicht kompensieren.

ZeitraumMSCI World (p.a.)FTSE All-World (p.a.)Differenz
1 Jahr (2025)+12,1 %+11,3 %MSCI +0,8 %
5 Jahre+11,8 % p.a.+11,2 % p.a.MSCI +0,6 %
10 Jahre+10,4 % p.a.+9,9 % p.a.MSCI +0,5 %
20 Jahre+8,7 % p.a.+8,5 % p.a.MSCI +0,2 %

Der Unterschied ist minimal. Über 30 Jahre mit 200 Euro monatlich macht ein halbes Prozent mehr Rendite bei 7 % Basisrendite einen Unterschied von rund 28.000 Euro im Endkapital — nicht trivial, aber auch kein gamechanger.

Kosten: Kleiner Unterschied, große Wirkung

MSCI-World-ETFs sind günstiger, weil der Index einfacher nachzubilden ist (1.400 statt 4.000 Aktien). Der günstigste MSCI-World-ETF kostet 0,12 % TER pro Jahr (Xtrackers MSCI World Swap). Der günstigste FTSE-All-World-ETF liegt bei rund 0,22 % TER (Vanguard FTSE All-World).

Klingt wenig — über 30 Jahre bei 200 Euro monatlich bedeutet der 0,10%-Kostenvorteil des MSCI World rund 4.000 Euro mehr im Endportfolio (bei 7 % Basisrendite).

Konkrete ETF-Empfehlungen für das Altersvorsorgedepot:
  • MSCI World: Xtrackers MSCI World Swap (IE00BJ0KDQ92, TER 0,12 %), iShares Core MSCI World (IE00B4L5Y983, TER 0,20 %)
  • FTSE All-World: Vanguard FTSE All-World (IE00B3RBWM25, TER 0,22 %), iShares MSCI ACWI (IE00B6R52259, TER 0,20 %)

Schwellenländer: Chance oder Risiko?

China macht derzeit rund 3-4 % des FTSE All-World aus. Das ist nach dem Rückgang von früher über 5 % deutlich weniger geworden — politische Risiken, Immobilienkrise (Evergrande), Regulierungsschock für Tech-Unternehmen haben den Markt belastet.

Indien dagegen hat sich auf fast 2 % hochgearbeitet und ist der am schnellsten wachsende große Markt weltweit. Wer glaubt, dass das 21. Jahrhundert asiatisch wird, sollte Schwellenländer dabeihaben. Wer ruhiger schlafen will und einfache Konstruktion bevorzugt: MSCI World.

Eine dritte Option: MSCI World + MSCI Emerging Markets ETF im Verhältnis 70:30. Das ist teurer in der Verwaltung, aber flexibler. Im Altersvorsorgedepot ist Einfachheit oft besser — wer einmal einrichtet und dann nicht mehr anpasst, fährt langfristig gut.

Welcher ETF für das Altersvorsorgedepot?

Für das Altersvorsorgedepot ab 2027 gibt es keine "richtige" Antwort — aber eine pragmatische:

  • MSCI World ist die einfachere, günstigere Wahl. Wenn du nur einen ETF willst, ist er die solide Basis.
  • FTSE All-World bietet echte Weltmarkt-Abdeckung inkl. Schwellenländer. Gut für alle, die China/Indien-Wachstum mitnehmen wollen.
  • Beide performen langfristig sehr ähnlich — die Wahl hat keine dramatischen Folgen.
  • Wichtiger als die ETF-Wahl ist die Konsistenz: Sparplan aufsetzen, nicht abbrechen, nicht in der Krise verkaufen.

Den Rechenvergleich beider Optionen über deine gewünschte Laufzeit findest du im ETF-Vergleichsrechner.

Fazit

MSCI World oder FTSE All-World — du kannst nicht wirklich falsch liegen. Der MSCI World ist günstiger und einfacher. Der FTSE All-World ist breiter gestreut. Über 30 Jahre liegt die Performancedifferenz bei unter 0,5 % p.a. — weniger als die Frage, ob du 200 oder 210 Euro im Monat sparst. Entscheide dich und bleib dabei.

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