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Ehepaar im Wohnzimmer spricht über Leibrente und Immobilie als Altersvorsorge

Das Wichtigste in Kürze

  • Prinzip der Leibrente Immobilie verkaufen + lebenslanges Wohnrecht behalten
  • Typisches Einstiegsalter 65 Jahre oder älter
  • Rechenbeispiel (Haus 400.000 EUR, Alter 70) ca. 1.200 EUR / Monat
  • Steuerliche Behandlung Nur Ertragsanteil steuerpflichtig
  • Wichtigste Alternative Altersvorsorgedepot als Ergänzung zur Immobilie

Was ist eine Leibrente?

Bei einer Leibrente verkauft der Immobilieneigentümer seine Wohnung oder sein Haus an einen Käufer — in der Regel ein spezialisiertes Unternehmen oder eine Privatperson — und erhält dafür keine einmalige Kaufsumme, sondern eine monatliche Rentenzahlung. Im Gegenzug wird im Grundbuch ein lebenslanges Wohnrecht für den Verkäufer eingetragen. Er bleibt in seiner Immobilie wohnen, bis er stirbt oder freiwillig auszieht, zahlt aber keine Miete mehr.

Rechtlich handelt es sich um einen Kaufvertrag mit einer besonderen Zahlungsform: statt Einmalbetrag eine wiederkehrende Leistung auf Lebenszeit. Das Risiko der Langlebigkeit liegt beim Käufer: Wird der Verkäufer sehr alt, zahlt der Käufer insgesamt mehr als den ursprünglichen Immobilienwert. Stirbt der Verkäufer früh, hat der Käufer ein Schnäppchen gemacht.

Für wen ist die Leibrente geeignet?

Die Leibrente ist kein Instrument für jeden. Sie passt vor allem in Situationen, in denen mehrere Faktoren zusammentreffen: Der Eigentümer ist 65 Jahre oder älter und hat eine abbezahlte Immobilie, die eigene Rente reicht nicht aus für den gewünschten Lebensstandard, und ein Verkauf mit Auszug ist aus persönlichen oder gesundheitlichen Gründen keine Option.

Auch die Erbschaftsfrage spielt eine Rolle: Wer keine Erben hat oder wessen Nachkommen ausdrücklich einverstanden sind, kann mit der Leibrente das gebundene Immobilienvermögen im eigenen Leben nutzen. Wer dagegen das Haus unbedingt vererben möchte, sollte andere Wege prüfen — denn bei der Leibrente geht das Eigentum mit dem Vertragsabschluss über.

Leibrente im Vergleich: Die vier wichtigsten Modelle

Wer seine Immobilie im Alter zu Geld machen möchte, hat mehrere Möglichkeiten. Jede hat ihre eigene Logik, eigene Risiken und unterschiedliche Eignung. Die folgende Tabelle fasst die vier relevantesten Modelle zusammen:

Merkmal Leibrente Teilverkauf Umkehrhypothek Verkauf + Miete
Wohnrecht Lebenslang, vertraglich gesichert Ja, gegen Nutzungsentgelt Bleibt Eigentümer Nur per Mietvertrag, kündbar
Einmalzahlung Nein (oder kleiner Anteil) Ja (für verkauften Anteil) Ja Ja (voller Kaufpreis)
Monatliche Rente Ja, lebenslang Nein Ja (Kreditlinie) Nein
Risiko Anbieter-Insolvenz, Wohnrecht-Absicherung prüfen Steigende Nutzungsentgelte, komplizierte Verträge Zinsrisiko, Kapitalverzehr Kündigung durch Käufer (Eigenbedarf)
Empfehlung Bei Bedarf laufender Rente + Bleiben Bei Bedarf Einmalkapital + Bleiben Selten sinnvoll in Deutschland Bei maximalem Kapital + Mobilität
Rentnerin unterschreibt Leibrente-Vertrag und prüft Unterlagen zur Altersvorsorge

Rechenbeispiel: Was bringt eine Leibrente konkret?

Ein typisches Beispiel: Ein 70-jähriges Ehepaar besitzt ein schuldenfreies Einfamilienhaus in einer mittelgroßen deutschen Stadt mit einem aktuellen Marktwert von 400.000 Euro. Beide sind gesund, möchten aber ihre monatliche Rente aufbessern. Sie vereinbaren eine Leibrente mit einem spezialisierten Anbieter.

Vom Verkehrswert werden zunächst der Barwert des Wohnrechts und eine Risikoprämie für die unbekannte Lebenserwartung abgezogen. Bei einem Ehepaar (das statistisch länger lebt als Einzelpersonen) ergibt sich typischerweise ein auszahlungsfähiger Betrag von rund 280.000–320.000 Euro. Auf Basis aktueller Konditionen (Zinsniveau ca. 3–4 %) ergibt das eine monatliche Leibrente von etwa 1.100–1.400 Euro — in unserem Beispiel ca. 1.200 Euro pro Monat.

Das entspricht einer Erhöhung des monatlichen Haushaltseinkommens um rund 50 %, wenn das Ehepaar bislang auf zwei gesetzliche Renten von je 1.000 Euro angewiesen war. Der Haken: Je jünger der Verkäufer, desto länger muss der Käufer voraussichtlich zahlen — und desto niedriger fällt die monatliche Rate aus. Wer mit 60 Jahren abschließt, erhält deutlich weniger pro Monat als mit 75.

Steuerliche Behandlung der Leibrente

Die monatliche Leibrente ist nicht komplett steuerfrei, aber auch nicht voll steuerpflichtig. Es gilt das Ertragsanteil-Prinzip: Nur ein bestimmter Prozentsatz der Zahlung wird als steuerpflichtige Einnahme gewertet. Dieser Prozentsatz richtet sich nach dem Alter des Rentenbeziehers zum Beginn der Rente und ist in einer gesetzlichen Tabelle (§ 22 EStG) festgelegt.

Beispiel: Wer die Leibrente mit 70 Jahren beginnt, hat einen Ertragsanteil von 15 %. Bei 1.200 Euro monatlicher Leibrente sind also nur 180 Euro steuerpflichtig. Bei einem durchschnittlichen Rentner mit niedrigem Einkommensteuersatz ergibt das eine sehr geringe Steuerlast — oft weniger als 30–50 Euro pro Monat. Das macht die Leibrente aus steuerlicher Sicht attraktiv gegenüber anderen Auszahlungsmodellen.

Wichtig — Wohnrecht im Grundbuch sichern: Achten Sie darauf, dass das Wohnrecht als Reallast oder Nießbrauch im Grundbuch eingetragen wird, nicht nur vertraglich vereinbart ist. Nur ein grundbuchrechtlich gesichertes Wohnrecht schützt Sie auch bei einer Insolvenz des Käufers oder einem Weiterverkauf der Immobilie. Lassen Sie den Vertrag immer von einem unabhängigen Notar und einem Fachanwalt für Immobilienrecht prüfen. Die Verbraucherzentrale bietet dazu einen detaillierten Ratgeber.

Risiken der Leibrente — worauf Sie achten müssen

Die Leibrente klingt komfortabel, hat aber reale Risiken. Das größte: die Insolvenz des Anbieters. Wenn das Unternehmen, das die Leibrente zahlt, zahlungsunfähig wird, droht der Rentenzahlungsausfall. Ein im Grundbuch gesichertes Wohnrecht schützt das Bleiben — aber nicht die monatlichen Zahlungen. Deshalb sollten Sie nur mit solventen, erfahrenen Anbietern arbeiten und auf Sicherungsmechanismen (z.B. Auflassungsvormerkung, bankbürgsschaft) bestehen.

Ein weiteres Risiko: Der Immobilienwert kann sich nach dem Vertragsabschluss stark verändern. Wenn die Preise steigen, hat der Käufer ein gutes Geschäft gemacht — Sie als Verkäufer profitieren nicht mehr davon. Und wenn Sie früher als statistisch erwartet aus der Immobilie ausziehen möchten (Umzug ins Pflegeheim, Wunsch nach Veränderung), sind die vertraglichen Regelungen oft unflexibel.

Alternative: Immobilie behalten und Depot als Ergänzung

Die Leibrente ist nicht die einzige Möglichkeit, eine Rentenlücke zu schließen. Wer früh genug plant, kann die Immobilie als Sicherheitsanker behalten und gleichzeitig ein AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
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aufbauen, das die monatliche Lücke schließt. Diese Kombination hat einen entscheidenden Vorteil: Flexibilität. Das Depot kann jederzeit angepasst, erhöht oder — im Notfall — entnommen werden. Die Immobilie bleibt als Sachwert erhalten und kann noch immer vererbt werden.

Wer bereits im Rentenalter ist und die Leibrente als einzigen Ausweg sieht, sollte zumindest prüfen, ob andere Wege offenstehen: Rente reicht nicht — was tun? bietet einen strukturierten Überblick über alle Optionen. Und 10 Wege, die Rente aufzubessern zeigt auch kleinere Maßnahmen, die zusammen viel bewirken können.

Wer sich noch in der Ansparphase befindet und wissen möchte, wie hoch sein monatlicher Bedarf im Alter tatsächlich sein wird, findet die Antwort in unserem Artikel Wie viel Geld brauche ich im Alter wirklich? Wer seinen Ruhestand umfassend strukturieren möchte, beginnt am besten mit der Ruhestandsplanung-Checkliste. Wer zudem sicherstellen möchte, dass das Vermögen nach dem Tod geregelt übergeht, findet wichtige Hinweise in Was passiert mit meinem Depot, wenn ich sterbe? und in Vorsorgevollmacht für Anleger.

Stand: März 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Rechts- und Steuerberatung. Leibrenten-Konditionen variieren je nach Anbieter und Marktlage.

Rentenlücke berechnen — bevor Sie verkaufen

Finden Sie heraus, wie groß Ihre monatliche Lücke wirklich ist — und ob ein AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
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die günstigere Alternative zur Leibrente wäre.

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