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Altersvorsorge in der Gründungsphase — Liquidität und Vorsorge

Key-Facts: Gründer und Altersvorsorge

  • Gründer ohne Vorsorge im 1. Jahr über 70 %
  • Durchschnittliches Gründer-Einkommen (Jahr 1-2) oft unter 1.000 EUR/Monat
  • Zinseszins-Effekt: 10 Jahre früher starten ca. 40 % mehr Endkapital
  • Altersvorsorgedepot: Mindestbeitrag flexibel, auch 25 EUR/Monat
  • Staatliche GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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    bis 540 EUR/Jahr

Warum Gründer die Altersvorsorge verschieben

Die Gründe sind nachvollziehbar: In den ersten ein bis drei Jahren fließt fast alles in den Unternehmensaufbau. Software, Hardware, Marketing, erste Mitarbeiter, Mietkosten. Viele Gründer zahlen sich selbst kaum Gehalt aus. Die Altersvorsorge wird auf „wenn das Geschäft läuft" verschoben — und bei vielen läuft es nie so gut, dass genug übrig bleibt.

Das Ergebnis sehen wir in den Statistiken: Über 50 % der Solo-Selbständigen haben keinerlei Vorsorge. Und 33 % der Ex-Selbständigen leben im Alter von unter 700 EUR Rente. Die Gründungsphase ist oft der Moment, in dem die Weichen falsch gestellt werden.

Warum früher Start wichtiger ist als hohe Beiträge

Der Zinseszinseffekt ist das mächtigste Werkzeug der Altersvorsorge. Und er braucht vor allem eines: Zeit. 25 EUR pro Monat ab Alter 25 bringen bei 6 % Rendite nach 40 Jahren rund 50.000 EUR — obwohl du nur 12.000 EUR eingezahlt hast. Wer erst mit 35 anfängt, braucht für dasselbe Ergebnis fast 50 EUR monatlich.

Startbeitrag Start mit 25 Start mit 30 Start mit 35 Start mit 40
25 EUR/Monat ca. 50.000 EUR ca. 35.000 EUR ca. 25.000 EUR ca. 17.000 EUR
50 EUR/Monat ca. 100.000 EUR ca. 71.000 EUR ca. 50.000 EUR ca. 34.000 EUR
100 EUR/Monat ca. 200.000 EUR ca. 142.000 EUR ca. 100.000 EUR ca. 69.000 EUR
200 EUR/Monat ca. 400.000 EUR ca. 284.000 EUR ca. 200.000 EUR ca. 138.000 EUR

Annahme: 6 % durchschnittliche Rendite p.a. (MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
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historisch ca. 7-8 %), Auszahlung mit 65. Ohne Berücksichtigung von Zulagen und Steuervorteilen.

Das Altersvorsorgedepot für Gründer: Warum es passt

Klassische Vorsorgeverträge mit fixen Monatsbeiträgen und langen Bindungsfristen sind für Gründer Gift. Das AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
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ist anders:

  • Flexible Beiträge: Du zahlst, was geht. In guten Monaten mehr, in schlechten weniger oder gar nichts.
  • Kein Vertragsverlust bei Pause: Dein ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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    -Portfolio bleibt investiert, auch wenn du mal nicht einzahlst.
  • Staatliche Förderung: Die GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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    von bis zu 540 EUR/Jahr bekommst du auch bei geringen Eigenbeiträgen.
  • Insolvenzschutz: Wenn das Startup scheitert, bleibt dein Depot-Kapital geschützt — bei einem normalen Depot wäre alles pfändbar.
  • Niedrige Kosten: TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
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    bei ETFs liegt bei 0,1-0,3 % — kein Vergleich zu teuren Versicherungsprodukten.

Die Gründer-Strategie: Klein anfangen, hochskalieren

Phase 1 (Jahr 1-2): Minimalbeitrag von 25-50 EUR/Monat. Das tut nicht weh, aber startet den Zinseszinseffekt. Die Grundzulage kommt on top.

Phase 2 (Jahr 3-5): Beitrag anpassen, sobald das Geschäft Gewinn abwirft. Ziel: 100-200 EUR/Monat. Der SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
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wird jetzt relevant, weil dein EinkommensteuersatzWas ist Einkommensteuersatz?Der persönliche Steuersatz auf dein Einkommen. Steigt progressiv von 14% bis 45%. Im Ruhestand typischerweise 15-30%, da das Einkommen niedriger ist als im Berufsleben.
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steigt.

Phase 3 (ab Jahr 5): Maximalbeitrag ausschöpfen. Jetzt wirkt die volle Förderung — Zulagen plus Steuerabzug. Wer will, kombiniert mit einer Rürup-Rente oder (bei GmbH) einer Pensionszusage.

Tipp für Gründer mit Gründungszuschuss: Wenn du den Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit beziehst, bist du in der Regel noch in der Sozialversicherung. Nutze diese Phase, um das Altersvorsorgedepot zu eröffnen und die Förderberechtigung zu sichern. Der DauerzulagenantragWas ist Dauerzulagenantrag?Einmalige Vollmacht an den Depotanbieter, jedes Jahr automatisch die staatlichen Zulagen beim Bundeszentralamt für Steuern zu beantragen. Einmal Häkchen setzen — fertig.
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reicht einmalig.

Liquidität vs. Vorsorge: So findest du die Balance

Die Grundregel: Erst Notgroschen, dann Vorsorge. Bevor du ins Depot einzahlst, solltest du 3-6 Monatsausgaben als Liquiditätspuffer auf einem Tagesgeldkonto haben. Danach gilt: Auch 25 EUR/Monat fürs Depot sind besser als nichts. Vor allem wegen des Pfändungsschutzes — ein normales Sparkonto wäre bei Geschäftsscheitern sofort weg.

Wenn du aus einer nebenberuflichen Selbständigkeit in die Vollzeit-Gründung wechselst, hast du idealerweise schon ein Depot laufen. Auch KSK-Mitglieder in der Aufbauphase sollten mindestens den Minimalbeitrag einzahlen, um die GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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mitzunehmen.

Vorteile

  • Früher Start = maximaler Zinseszinseffekt
  • Flexible Beiträge passen zur Gründer-Realität
  • Insolvenzschutz bei Startup-Scheitern
  • Grundzulage auch bei niedrigen Beiträgen
  • Kein Vertragsverlust bei Zahlungspause

Nachteile / Risiken

  • Liquidität in der Gründungsphase oft extrem knapp
  • FörderschädlichWas ist Förderschädlich?Wenn du das Geld vor dem Rentenalter entnimmst, musst du alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Die Kursgewinne darfst du behalten.
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    e Entnahme bei Geldbedarf = Zulagen zurück
  • Kein Zugriff auf Depot-Kapital vor Rente
  • Bei Scheitern: Nachgelagerte BesteuerungWas ist Nachgelagerte Besteuerung?Steuerprinzip bei der Altersvorsorge: In der Ansparphase steuerfrei, erst bei der Auszahlung im Ruhestand wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.
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    fällt trotzdem an
  • Marktrisiko — kurze Ansparzeit bei spätem Start

Was bringt dir der frühe Start?

Berechne, wie sich auch kleine Beiträge in der Gründungsphase über Jahrzehnte auswirken.

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