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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Frau am Notebook zuhause verfolgt ETF-Sparplan während Kursrückgang

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Fallende Kurse bedeuten: Du kaufst mehr Anteile für denselben Betrag — der Cost-Average-Effekt arbeitet für dich
  • Der MSCI World hat seit 1970 jeden Kurseinbruch erholt — der längste Drawdown dauerte ca. 7 Jahre (Dotcom-Crash)
  • Wer beim Corona-Crash 2020 weiterspart, erzielte bis Ende 2021 eine Zusatzrendite von rund +40 % gegenüber dem Tief
  • Sparplan pausieren kostet: Wer 12 Monate aussetzt, verliert bei 7 % p.a. über 20 Jahre rund 4.600 € Endwert (bei 200 €/Monat)
  • Notgroschen zuerst: Mindestens 3–6 Nettogehälter liquide halten, bevor du die Sparrate erhöhst

Warum Kursrückgänge für Sparplananleger anders wirken als für Einmalanleger

Wer einen Einmalbetrag investiert und danach einen Kurseinbruch von 30 % erlebt, sitzt auf einem realen Buchverlust. Die psychologische Belastung ist erheblich — und verständlich. Für Sparplananleger sieht die Mathematik jedoch fundamental anders aus. Wer Monat für Monat einen fixen Betrag investiert, profitiert automatisch davon, wenn die Kurse fallen: Für dieselben 200 € gibt es plötzlich mehr ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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-Anteile als zuvor. Das klingt trivial, hat aber über lange Zeiträume eine enorme Hebelwirkung auf den Vermögensaufbau.

Der entscheidende Unterschied liegt im Zeithorizont. Ein Einmalanleger muss hoffen, dass der Markt zum Zeitpunkt seines Ausstiegs höher steht als beim Einstieg. Ein Sparplananleger hingegen kauft kontinuierlich — und je länger die Niedrigphase andauert, desto mehr günstige Anteile sammelt er ein. Genau deshalb empfehlen erfahrene Vermögensberater und Autoren wie Gerd Kommer, Sparpläne durch Crashs hindurch unbeirrt fortzuführen. Lies dazu auch unseren Artikel zur Gerd-Kommer-ETF-Strategie, der diesen Ansatz ausführlich erklärt.

Das bedeutet nicht, dass Kursrückgänge kein Risiko darstellen. Wer kurz vor dem geplanten Entsparzeitpunkt steht oder sein investiertes Geld bald benötigt, ist von Einbrüchen direkt betroffen. Langfristanleger mit einem Horizont von 15, 20 oder 30 Jahren hingegen können Kursdips als das betrachten, was sie statistisch gesehen sind: temporäre Rabattaktionen auf zukünftige Renditen.

Der Cost-Average-Effekt im Kursdip: Wie die Mathematik arbeitet

Sparplananleger analysiert ETF-Kursverlauf am LaptopDer Cost-Average-Effekt ist das Herzstück des Sparplans im Kursdip. Das Prinzip: Bei einem fixen monatlichen Investitionsbetrag kauft man automatisch mehr Anteile, wenn die Kurse niedrig sind, und weniger, wenn sie hoch sind. Dadurch sinkt der durchschnittliche Einstandskurs über die Zeit. Ein konkretes Beispiel macht das greifbar: Angenommen, ein MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
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-ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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kostet im Januar 100 €, fällt im Februar auf 70 € und erholt sich im März auf 90 €. Wer jeden Monat 300 € investiert, kauft 3,0 + 4,29 + 3,33 = 10,62 Anteile für insgesamt 900 €. Der Durchschnittspreis beträgt 84,75 € — deutlich weniger als der Ausgangskurs von 100 €.

In der Praxis wirkt der Effekt am stärksten in volatilen, trendlosen oder fallenden Märkten. In dauerhaft steigenden Märkten ist eine Einmalanlage rechnerisch oft besser, weil man früher vom Zinseszins profitiert. Doch die meisten Privatanleger haben weder das Kapital für große Einmalinvestitionen noch die Nerven, in einem Crash einen Gesamtbetrag auf einmal einzusetzen. Der Sparplan löst dieses Problem elegant: Er automatisiert die Investition und nimmt den Timing-Stress heraus.

Tipp: Nutze einen Börsendip aktiv: Falls du liquide Reserven über deinen Notgroschen hinaus hast, kannst du eine Sonderzahlung in deinen ETF-Sparplan einbringen. Viele Broker erlauben einmalige Zuzahlungen außerhalb der regulären Sparrate — etwa bei Trade Republic, Scalable Capital oder der DKB. Schon eine zusätzliche Zahlung von 500 € bei einem 30-%-Kursrückgang kann den langfristigen Vermögensaufbau spürbar beschleunigen, ohne dein monatliches Budget zu belasten.

Historische Krisen und was Sparplananleger wirklich erlebt haben

Die Geschichte der Börse ist eine Geschichte der Krisen — und der Erholungen. Wer die Zahlen kennt, verliert die Angst vor dem nächsten Einbruch nicht vollständig, aber bekommt einen realistischen Rahmen. Der folgende Überblick zeigt die wichtigsten Crashs der letzten 25 Jahre und wie lange die Erholung jeweils dauerte:

Krise Maximaler Rückgang (MSCI World) Dauer des Rückgangs Zeit bis zur vollständigen Erholung Effekt für Sparplananleger
Dotcom-Crash (2000–2003) −49 % ca. 31 Monate ca. 7 Jahre Sehr viele günstige Anteile gesammelt
Finanzkrise (2007–2009) −57 % ca. 17 Monate ca. 5 Jahre Starke Rendite für Durchhalter
Euro-Schuldenkrise (2011) −22 % ca. 6 Monate ca. 1,5 Jahre Kurze Kaufgelegenheit
Corona-Crash (Feb.–März 2020) −34 % ca. 5 Wochen ca. 8 Monate Enorme Rendite für Sparplananleger
Zinswende-Krise (2022) −20 % ca. 12 Monate ca. 14 Monate Günstige Nachkaufphasen über viele Monate

Was diese Tabelle deutlich zeigt: Kein einziger dieser Einbrüche hat sich als dauerhafter Vermögensverlust für Langfristanleger erwiesen. Wer beim Dotcom-Crash mit einem monatlichen Sparplan von 200 € startete und 20 Jahre durchhielt, erzielte trotz des schlechten Startpunkts eine jährliche Rendite von etwa 6–7 % p.a. Die Erkenntnis daraus: Der Einstiegszeitpunkt spielt bei langen Anlagezeiträumen eine deutlich geringere Rolle, als die meisten Anleger glauben. Mehr dazu im Artikel Sparplan vs. Einmalanlage.

Wann ein Kursdip wirklich zum Risiko wird

So überzeugend die historischen Daten für Sparplananleger sind — es gibt Situationen, in denen ein Kursrückgang tatsächlich zum Problem werden kann. Das wichtigste Szenario: Du bist kurz vor dem Renteneintritt oder möchtest in wenigen Jahren auf dein Kapital zugreifen. Wer mit 60 Jahren plant, mit 65 die Entsparphase zu beginnen, und erlebt kurz vor diesem Datum einen 40-%-Einbruch, hat möglicherweise keine Zeit mehr für eine vollständige Erholung. Genau für diese Übergangsphase empfehlen Finanzplaner eine schrittweise Umschichtung in weniger volatile Anlagen, etwa Anleihen-ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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s oder Tagesgeld.

Ein weiteres Risiko ist die fehlende Liquidität. Wer keinen ausreichenden Notgroschen hat und im Abschwung unverhofft Geld benötigt — etwa für eine Autoreparatur, Krankheitskosten oder Kurzarbeit — ist gezwungen, ETF-Anteile im Verlust zu verkaufen. Das ist der größte Fehler, den Privatanleger in Krisen machen. Deshalb gilt die Grundregel: Erst den Notgroschen aufbauen, dann mit dem Sparplan beginnen. Drei bis sechs Nettogehälter auf einem Tagesgeldkonto sind die Mindestabsicherung, bevor Börsengelder als wirklich langfristig betrachtet werden können.

Auch die psychologische Komponente ist nicht zu unterschätzen. Studien zeigen, dass Anleger in Crashphasen häufig irrational handeln: Sie verkaufen auf dem Tiefpunkt und steigen erst wieder ein, wenn die Kurse bereits stark gestiegen sind. Dieses Verhaltensmuster — bekannt als "Buy high, sell low" — vernichtet Rendite, die rein rechnerisch vorhanden gewesen wäre. Ein automatischer Sparplan wirkt dieser Verhaltenstendenz entgegen, weil er die Entscheidung aus den emotionalen Händen nimmt und mechanisch umsetzt.

Praktische Strategien: So optimierst du deinen Sparplan im Abschwung

Es gibt mehrere konkrete Maßnahmen, mit denen du deinen ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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-Sparplan in turbulenten Börsenphasen optimal aufstellst. Die erste und wichtigste Maßnahme: Nichts tun — zumindest, was die reguläre Sparrate angeht. Wer monatlich 200 € in einen breit diversifizierten MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
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-ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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oder einen All-World-ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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investiert, sollte diese Rate auch in fallenden Märkten unverändert lassen. Die Diversifikation über Tausende von Unternehmen weltweit sorgt dafür, dass ein einzelner Einbruch nicht den Gesamtportfolioaufbau gefährdet.

Wer darüber hinaus aktiv werden möchte, kann zwei Strategien in Betracht ziehen: Erstens die temporäre Erhöhung der Sparrate aus vorhandenen Liquiditätsreserven — aber ausdrücklich nur, wenn der Notgroschen vollständig vorhanden ist. Zweitens das sogenannte Rebalancing: Wenn eine Anlageklasse im Depot durch den Kursrückgang kleiner geworden ist, kann eine Anpassung der Sparrate zugunsten dieser Klasse das ursprüngliche Verhältnis wiederherstellen. Mehr dazu im Artikel Was ist Rebalancing?

Außerdem lohnt es sich, die Kostenstruktur des eigenen Sparplandepots zu überprüfen. In einer Phase, in der Renditen unter Druck stehen, fällt die TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
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(Total Expense Ratio) besonders ins Gewicht. Günstige UCITS-konforme ETFs auf den MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
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oder den FTSE All-World haben eine TER von 0,07 % bis 0,20 % pro Jahr — das sind Kosten, die direkt von der Rendite abgehen. Wer hier 0,15 % spart, erzielt über 30 Jahre bei 200 €/Monat und 7 % p.a. einen Mehrertrag von über 3.000 €.

Steuern im Kursdip: Was Sparplananleger wissen müssen

Steuerlich bietet ein Kursrückgang einige interessante Aspekte, die aktive Anleger kennen sollten. Die VorabpauschaleWas ist Vorabpauschale?Jährliche Mini-Steuer auf Fondsgewinne in normalen Depots. Im Altersvorsorgedepot fällt sie NICHT an — ein Vorteil gegenüber dem freien ETF-Depot.
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— die jährliche Mindestbesteuerung für thesaurierende ETFs — fällt in Jahren mit negativer oder sehr geringer Wertentwicklung deutlich niedriger aus oder entfällt ganz. Das schont die Liquidität in ohnehin schwierigen Marktphasen. In Jahren mit starkem Kursanstieg hingegen kann die Vorabpauschale spürbar werden — ein Grund mehr, den Sparerpauschbetrag von 1.000 € (2025, für Ledige) durch einen korrekt eingerichteten Freistellungsauftrag voll auszuschöpfen. Alles zur richtigen Einrichtung findest du im Artikel Freistellungsauftrag erklärt.

Wer in einem Kurseinbruch Anteile mit Verlust verkauft — etwa um Gewinne aus anderen Positionen steuerlich zu verrechnen ("Tax-Loss-Harvesting") — muss die sogenannte Wash-Sale-Problematik im Blick haben. In Deutschland gibt es zwar keine explizite Wash-Sale-Regel wie in den USA, aber das Finanzamt kann Gestaltungen kritisch betrachten, wenn unmittelbar identische Papiere zurückgekauft werden. Wer Tax-Loss-Harvesting betreiben möchte, tauscht am besten in einen sehr ähnlichen, aber nicht identischen ETF — etwa vom MSCI World auf den FTSE Developed World. Die steuerlichen Grundlagen für ETF-Anleger sind ausführlich erklärt im Artikel Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge.

Grundsätzlich gilt: Wer thesaurierende ETFs im Sparplan hält und nicht verkauft, erzeugt im Abschwung kaum steuerliche Ereignisse. Das macht die Buy-and-Hold-Strategie auch aus steuerlicher Sicht zur einfachsten und oft effizientesten Vorgehensweise. Erst beim Verkauf in der Entsparphase wird die aufgelaufene Wertsteigerung versteuert — und dann bestenfalls zu einem Zeitpunkt, an dem der Steuersatz durch geringere Gesamteinkünfte im Rentenalter möglicherweise niedriger ausfällt. Dazu mehr im Artikel ETF-Depot Steuern optimieren.

Achtung: Verkaufe ETF-Anteile niemals aus Panik heraus im Tief. Wer bei einem 30-%-Einbruch verkauft und auf eine weitere Erholung wartet, bevor er wieder einsteigt, erzielt statistisch gesehen eine deutlich schlechtere Rendite als ein passiver Halter. Der größte Renditefresser im ETF-Sparplan ist nicht die Marktvolatilität — sondern die emotionale Reaktion darauf.

Häufige Fragen

Sollte ich meinen ETF-Sparplan während eines Kursrückgangs pausieren?

Nein — im Gegenteil. Wer seinen Sparplan während eines Kursrückgangs pausiert, verpassen genau die günstigen Einstiegspunkte, die den Cost-Average-Effekt so wirkungsvoll machen. Historisch hat der MSCI World nach jedem Einbruch von mehr als 20 % innerhalb von drei bis fünf Jahren neue Höchststände erreicht. Ein Anleger, der bei einem 30-%-Rückgang pausiert und erst bei der Erholung wieder einsteigt, kauft automatisch zu höheren Kursen. Wer dagegen durchhält, sammelt in der Tiefphase deutlich mehr Anteile zum reduzierten Preis — und profitiert überproportional, wenn die Kurse wieder steigen. Nur wer das Geld zeitnah benötigt, sollte seine Sparrate überdenken.

Was ist der Cost-Average-Effekt und wie stark wirkt er wirklich?

Der Cost-Average-Effekt (Durchschnittskosteneffekt) beschreibt, dass ein Anleger bei regelmäßigen Einzahlungen in fallenden Märkten automatisch mehr Anteile kauft und in steigenden Märkten weniger. Das senkt den durchschnittlichen Einstandskurs. Ein konkretes Beispiel: Wer monatlich 200 € investiert und der Kurs fällt von 100 € auf 50 €, kauft statt 2 nun 4 Anteile. Der Durchschnittspreis über beide Monate beträgt 66,67 € statt 75 €. Studien zeigen, dass der Effekt bei volatilen Märkten am stärksten ist und den Einstiegszeitpunkt über einen Zeitraum von zehn oder mehr Jahren weitgehend irrelevant macht. Er schützt nicht vor Verlusten, glättet aber den Einkaufspreis signifikant.

Wie tief können ETF-Kurse fallen und wie lange dauert eine Erholung?

Historisch gab es beim MSCI World Rückgänge von bis zu 57 % (Finanzkrise 2008/2009). Die Erholung auf das Vorkrisenniveau dauerte damals etwa fünf Jahre. Der Corona-Crash 2020 verlor rund 34 % in nur vier Wochen — und war binnen acht Monaten vollständig erholt. Der Dotcom-Crash 2000–2003 kostete rund 50 % und brauchte knapp sieben Jahre zur Erholung. Langfristig — über 15 Jahre oder mehr — gab es beim breit diversifizierten MSCI World historisch keine Phase mit negativer Gesamtrendite. Das bedeutet: Wer einen Anlagehorizont von mindestens 15 Jahren hat, hat in der Vergangenheit jeden Crash ausgesessen und Gewinne erzielt.

Ist es sinnvoll, die Sparrate im Kursdip zu erhöhen?

Eine temporäre Erhöhung der Sparrate während eines deutlichen Kursrückgangs kann die langfristige Rendite spürbar verbessern, sofern das Geld wirklich verfügbar ist und der Notgroschen unangetastet bleibt. Fällt der Kurs um 30 %, kaufst du bei einer Erhöhung von 200 € auf 400 € im Monat doppelt so viele Anteile wie vor dem Einbruch. Über zehn Jahre kann das den Endwert um mehrere Tausend Euro steigern. Wichtig: Erhöhe die Rate nur aus freiem Cashflow, nie durch Kreditaufnahme oder durch Auflösen des Notgroschens. Empfehlenswert sind drei bis sechs Nettogehälter als liquide Reserve, bevor du Extrainvestitionen tätigst.

Welche steuerlichen Besonderheiten gelten für ETF-Sparpläne im Verlustjahr?

Verluste in einem ETF-Sparplan sind steuerlich nur dann relevant, wenn du Anteile verkaufst und dabei einen Verlust realisierst. Solange du hältst, entstehen keine steuerlichen Ereignisse. Realisierte Verluste können mit realisierten Gewinnen aus anderen Kapitalanlagen verrechnet werden und reduzieren so die Abgeltungsteuer (25 % plus Solidaritätszuschlag). Der Sparerpauschbetrag liegt 2025 bei 1.000 € (Ledige) bzw. 2.000 € (Ehepaare). Die Vorabpauschale fällt in Jahren mit negativer oder sehr geringer Wertentwicklung deutlich geringer aus oder entfällt ganz — das entlastet die Liquidität. Ein Freistellungsauftrag sollte beim Broker stets korrekt eingerichtet sein, um unnötige Steuerabzüge zu vermeiden.

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