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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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ETF-Mix 2027 Empfehlung Altersvorsorgedepot

Das Wichtigste in Kürze

  • Empfehlung Einsteiger 1 Welt-ETF (MSCI ACWI / FTSE All-World)
  • Empfehlung Fortgeschrittene 70/30 (Industrieländer/Schwellenländer)
  • TER-Ziel unter 0,25 %
  • Ausschüttungsart Thesaurierend empfohlen
  • Rebalancing-Frequenz 1x jährlich

Die wichtigste Entscheidung nach der Anbieter-Wahl

Dein Anbieter steht, das Budget ist geplant — jetzt kommt die ETF-Auswahl. Die gute Nachricht: Es gibt keine perfekte Wahl, aber viele gute. Die schlechte Nachricht: Die Auswahl kann überwältigend sein, wenn du zum ersten Mal vor 2.000 ETFs stehst. Deshalb halten wir es einfach und stellen drei bewährte Strategien vor. Einen umfassenden ETF-Überblick bietet unser Ratgeber Beste ETFs für das Altersvorsorgedepot.

Strategie 1: Ein-ETF-Lösung (für Einsteiger)

Die einfachste und oft beste Strategie: Ein einziger, breit gestreuter Welt-ETF. Damit investierst du automatisch in über 1.500 Unternehmen weltweit — Industrieländer und (bei ACWI/All-World) auch Schwellenländer. Kein RebalancingWas ist Rebalancing?Regelmäßige Umschichtung der Anlagen, um die ursprüngliche Gewichtung wiederherzustellen. Im Altersvorsorgedepot steuerfrei möglich.
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nötig, keine komplizierten Gewichtungen, minimaler Aufwand.

Geeignete ETFs sind der Vanguard FTSE All-World (über 3.700 Aktien, TER 0,22 %) oder ein MSCI ACWI ETF (über 2.900 Aktien, TER ab 0,12 %). Wähle die thesaurierende Variante — so werden Dividenden automatisch reinvestiert und du nutzt den Zinseszins-Effekt optimal. Details in unserem Ratgeber Ein-ETF-Strategie.

Strategie 2: Zwei-ETF-Lösung (für Fortgeschrittene)

Die klassische 70/30-Aufteilung: 70 Prozent in einen MSCI World ETF (Industrieländer) und 30 Prozent in einen MSCI Emerging Markets ETF (Schwellenländer). Diese Strategie gibt dir etwas mehr Kontrolle über die Gewichtung und eine leicht höhere Gewichtung der Schwellenländer gegenüber der Ein-ETF-Lösung.

Der Nachteil: Du musst einmal im Jahr ein Rebalancing durchführen, also die Gewichtung wieder auf 70/30 bringen. Das ist kein großer Aufwand (10 Minuten), muss aber gemacht werden. Mehr dazu im Ratgeber Zwei-ETF-Strategie.

Strategie ETFs TER (gewichtet) Aufwand Für wen
1-ETF (All-World)1 Welt-ETF0,12-0,22 %MinimalEinsteiger, Minimalisten
2-ETF (70/30)MSCI World + EM0,15-0,20 %GeringFortgeschrittene
3-ETF (Core-Satellite)World + EM + Europa/Themen0,15-0,30 %MittelErfahrene Anleger
4+ ETF (Multi-Asset)Aktien + Anleihen + REIT0,15-0,35 %HochFortgeschrittene 50+

Strategie 3: Multi-ETF für Erfahrene

Wer tiefer einsteigen will, kann ein Core-Satellite-Portfolio aufbauen. Der Kern (Core) besteht aus einem Welt-ETF (70-80 % des Portfolios). Die Satelliten (20-30 %) können Europa-ETFs, Themen-ETFs (z.B. Clean Energy, Digitalisation) oder Anleihen-ETFs sein. Diese Strategie erfordert mehr Wissen und regelmäßiges Rebalancing, bietet aber die Möglichkeit, Überzeugungen gezielt umzusetzen.

Wichtig: Halte die Anzahl der ETFs überschaubar. Mehr als vier oder fünf ETFs im Altersvorsorgedepot sind für die meisten Anleger unnötig komplex. Jeder zusätzliche ETF erhöht den Rebalancing-Aufwand, ohne die Rendite signifikant zu verbessern.

Thesaurierend oder ausschüttend?

Im Altersvorsorgedepot sind Erträge ohnehin steuerfrei in der Ansparphase. Trotzdem empfehlen wir thesaurierende ETFs: Die Dividenden werden automatisch reinvestiert, du musst dich um nichts kümmern und der Zinseszins arbeitet sofort weiter. Ausschüttende ETFs wären theoretisch auch möglich, aber die Ausschüttungen müssten manuell reinvestiert werden — unnötige Arbeit.

Was du NICHT tun solltest

Vermeide gehypte Branchenthemen-ETFs als Kern deiner Altersvorsorge. KI-ETFs, Cannabis-ETFs oder Krypto-ETFs mögen kurzfristig spannend sein, taugen aber nicht als Basis für ein 30-Jahres-Depot. Vermeide auch ETFs mit sehr kleinem Fondsvolumen (unter 100 Mio. Euro) — sie laufen Gefahr, geschlossen zu werden. Und vermeide übertriebene Diversifikation: 10 verschiedene ETFs sind nicht besser als einer, wenn alle denselben Markt abbilden. Laut Stiftung Warentest reicht ein einziger Welt-ETF für die meisten Anleger völlig aus.

Fazit: Einfach schlägt kompliziert

Für die große Mehrheit der Anleger ist die Ein-ETF-Strategie die beste Wahl: Ein breit gestreuter Welt-ETF, thesaurierend, mit niedriger TER. Das ist keine faule Lösung — es ist die wissenschaftlich fundierteste Strategie für langfristigen Vermögensaufbau. Wenn du mehr willst, nimm die 70/30-Variante. Alles darüber hinaus ist Feintuning für Enthusiasten.

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Häufige Fragen

Ein-ETF oder Zwei-ETF-Strategie — was ist für das AVD besser?

Für die meisten Anleger: Ein-ETF reicht. FTSE All-World deckt bereits Industrie- und Schwellenländer ab — man braucht keinen zweiten EM-ETF. Zwei-ETF (MSCI World + MSCI Emerging Markets) hat minimal höhere Rendite-Chancen durch EM-Übergewichtung, aber auch mehr Komplexität: Rebalancing nötig, zwei Sparpläne, höherer Verwaltungsaufwand. Der Vorteil gegenüber dem All-World ist historisch unter 0,3 % p.a. — nicht der Rede wert. Ausnahme: Wer explizit Schwellenländer übergewichten will (z. B. 80/20 World/EM statt der Standard-90/10-Gewichtung des All-World) — dann macht Zwei-ETF Sinn.

Was ist Rebalancing und muss ich das im Altersvorsorgedepot machen?

Rebalancing bedeutet: die ursprüngliche Zielgewichtung (z. B. 80 % World / 20 % EM) wiederherstellen, wenn Kursentwicklungen die Gewichtung verschoben haben. Bei einem Ein-ETF-Portfolio (MSCI World oder FTSE All-World): kein Rebalancing nötig — der Index-Anbieter macht das intern. Bei Zwei-ETF: einmal pro Jahr prüfen ob die Gewichtung noch stimmt, ggf. Sparraten anpassen oder kleinen ETF-Kauf/Verkauf. Rebalancing im AVD ist steuerlich unkompliziert in der Ansparphase — Gewinne wachsen steuerbegünstigt weiter.

Kann ich im Altersvorsorgedepot auch Einzelaktien kaufen?

Das AVD-Gesetz erlaubt grundsätzlich Wertpapiere — auch Einzelaktien. Allerdings werden viele Anbieter das AVD zunächst auf ETFs und Fonds beschränken. Und aus Rendite-Risiko-Sicht ist das auch richtig: Einzelaktien im Altersvorsorge-Depot erhöhen das Konzentrationsrisiko ohne nachgewiesenen Rendite-Vorteil. Ein Portfolio aus 5–10 Einzelaktien ist wesentlich volatiler als ein MSCI-World-ETF mit 1.500 Positionen. Profis, die aktiv mit Einzelaktien handeln, machen das besser im normalen (nicht geförderten) Depot — nicht in der Altersvorsorge.

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